On Air - Der Blasmusik Podcast
Podcast rund um das Thema Blasmusik. Andy Schreck, selbst u.a. Dirigent und Lehrer für Musik an einem Gymnasium trifft sich mit Musikern, Dirigenten, Komponisten und Visionären um über Musik und das Leben zu sprechen und andere für neue Ideen zu begeistern.
On Air - Der Blasmusik Podcast
Peter Leitner (Die Lungauer) - Wieso ist Oberkrainer wieder in?
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Schreib mir gern dein Feedback!
Peter Leitner hat ein Studium der Instrumental- und Gesangspädagogik am Konservatorium Klagenfurt sowie ein Masterstudium für Konzerttrompete an der Kunstuniversität Graz absolviert. Außerdem komponiert und arrangiert er für Blasorchester, Oberkrainerbesetzungen, Chor und seine Flügelhornballade “My Dream” wird jedem ein Begriff sein. Von 2007 bis 2019 war er Trompeter der “Fegerländer” und seit 2008 ist er Kopf der Oberkrainerpartie “Die Lungauer”. Wenn er nicht auf der großen Bühnen steht, ist er als Pädagoge für Trompete, Flügelhorn und Jugendorchester am Musikum in Salzburg tätig.
Instagram:
Buffet Crampon:
Instagram: @showroom_munich
https://showroom.buffetcrampon.com/de/startseite/munchen/
Wie du mich unterstützen kannst?
- Podcast abonnieren
- Newsletter abonnieren -> Air-Mail
Du willst den Podcast werbefrei und früher hören?
- Werde Patron -> www.patreon.com/andyschreck
Schnitt: Leander Machan
Musik: Dirk Mattes
Das mag vielleicht lustig klingen, aber vielleicht war es einmal sehr wichtig, dass die jungen Kids und auch natürlich von den Kindern, die Eltern, sehen, dass aus uns, die wir ins Musikgymnasium sind gegangen, auch aus dem Leben ist was worden. Und das ist oft einfach auch ein Kampf gegen Windmühlen. Aber es ist halt so. Aber ihnen halt zu zeigen, was die Musik im Leben halt einfach geben kann. Und vor allem bei uns Blassmusikern ist es halt schon cool, dass du einfach die Möglichkeit hast, wenn die Musikschule irgendwann einmal vorbei ist, dass du dann halt auch zur Blasmusik gehen kann. Und das ist halt schon, finde ich, ein unglaublich schöner Verein. Das ist halt so ein Querschnitt unserer Gesellschaft. Das möchte ich vielleicht noch ein bisschen lernen, dass ich über so Sachen vielleicht auch dann mehr nachdenke und vielleicht mir noch ein bisschen öfter von anderen Meinungen auch überzeugen lassen kann. Welchen Ratschlag würdest du deinem jüngeren Ich geben? Es ist okay wie du bist.
SPEAKER_01Wir sind on Air in 3, 2, 1 bei On Air, dem Blasmusik-Podcast. Mein Name ist Santi Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von On Ear Dem Blasmusik Podcast. Das ist die letzte Folge vor der Weihnachtspause und dafür habe ich mir einen ganz besonderen Gast eingeladen, nämlich Peter Leitner. Manche von euch kennen ihn wahrscheinlich als Komponist von MyDream, die anderen als ehemaligen Flügelonisten und Sänger der Fegerländer oder natürlich als Frontmann und Trompeter der Lungengauer. Umso überraschender ist es, weil wenn man ihn als Frontmann so erlebt, dass Peter eigentlich einen Sprachfehler hat, denn er ist Stotterer. Umso mehr hat es mich gefreut, dass er gesagt hat, er möchte im Rahmen des Podcasts da auch gerne drüber reden und möchte das gar nicht irgendwie verstecken oder verbergen. And that hat auch ein Stück mit Vertrauen zu mir, aber natürlich auch an euch als Blasmusik-Community zu tun. Ich will gar nicht mehr viel reden. Ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß mit Peter Leitner hier im Blasmusik-Podcast. Mein heutiger Gast hat ein Studium der Instrumental- und Gesangspädagogik am Konservatorium Klagenfurt sowie ein Masterstudium für Konzerttrompete an der Kunstuniversität Graz absolviert. Außerdem komponiert und arrangiert er für Blasorchester, Obergrainerbesetzung, Chor und seine Flügelhornballade My Dream wird jedem ein Begriff sein. Von 2007 bis 2019 war er Trompeter der Fegerländer und seit 2008 ist er Kopf der Obergrainer Partie, die Lungauer. Wenn er nicht auf den großen Bühnen steht, ist er als Pädagoge für Trompete, Flüglern und Jugendorchester am Musikum in Salzburg tätig. Ich freue mich, dass er hier ist und sage herzlich willkommen, Peter Leitner. Servus. Hi. War alles richtig? Ja. Und wo host denn das alles her? Das stand tatsächlich genau eins zu eins. So, auf der Homepage beim Rundelverlag. Ah, okay. Interessant. Muss man ja manchmal verifizieren, manchmal steht ja auch Zeug da, was gar nicht stimmt. Oder nicht mehr stimmt. Deswegen frage ich mir nach, ob das alles so okay ist. Nein, nein, das stimmt schon. Okay.
SPEAKER_00Ich war letztes Jahr mal beim Frühjahrskonzert in meinem Nachbarort und die haben dann ein Stück gespürt von mir und die haben dann eben vorgelesen, der Komponist ist heute irgendwie da und der ist in Lienz geboren. Und ich habe mir gedacht, ja schon, aber ich bin ja eigentlich aus dem Nachbarort. Das war interessant.
SPEAKER_01Okay, ja gut. Dann hätte ich wahrscheinlich auch eher gesagt, dass du aus dem Nachbarort kommst. Peter, meine Einstiegsfrage jetzt schon seit 125 Folgen, ist, welches Musikstück du als letztes bewusst dir mal angehört hast.
SPEAKER_00Das ist lustig. Mein Neffe und meine Schwester, die waren letzte Woche in München beim Konzert von dem kanadischen Rapper und RB-Sänger Drake. Und ich habe von denen noch nie irgendwas gekehrt, dazu haben wir gedacht, muss ich mir mal anhören. Und der hat so auf YouTube bis zu zwei Milliarden Klicks und die kennen einfach nichts von ihm. Und den habe ich mir einmal angehört. Aber es ist auch eigentlich ziemlich cool, ja. Kannst du damit was anfangen? Ja, sicher. Okay. Ich finde, es gibt keine schlechte Musik, es gibt nur schlecht gemachte Musik.
SPEAKER_01Okay. Wobei ich zugeben muss, bei Drake bin ich jetzt auch nicht so ganz drin.
SPEAKER_00Nein, das bin ich auch nicht, aber es ist okay. Und offensichtlich gibt es sehr viele Menschen, denen die Musik gefällt und dann hat es ja auch seine Berechtigung.
SPEAKER_01Ich habe ja vorgelesen, du bist Trompeter, du bist Komponist, du bist Musiklehrer, du singst. Als was siehst du dich?
SPEAKER_00Als Musiker, der probiert so gut als möglich mit den Mitteln, die er halt irgendwie hat, durch Musik seine Gefühle zu vermitteln. Also, würde ich jetzt mal sagen. Weil im Prinzip ist ja, glaube ich, Trompete spielen oder wahrscheinlich jedes Blossinstrument nichts anderes, als wie dass man die menschliche Stimme irgendwie nachmacht. Also so sehe ich das, ja.
SPEAKER_01Mich interessiert bei den Menschen, die ich einlade, ja immer so ein bisschen, warum tun sie das, was sie tun, wie ticken die? Und da interessiert mich natürlich meistens, wie kam Musik in dein Leben.
SPEAKER_00Mein Elternhaus ist jetzt, sag ich mal, nicht krass musikalisch. Also ich bin jetzt nicht so aus einer Musikerfamilie, aber mein Papa hat in den 70er Jahren schon so Oberkleiner gespielt. Und von da weg eigentlich ist das, glaube ich, auch losgegangen. Und der hat auch mit seinem Bruder, also mit meinem Onkel, haben sie so ein bisschen gespielt. Und da habe ich dann eigentlich schon einmal, glaube ich, so mit fünf, sechs Jahren schon so ein bisschen mitgesungen und mitgerasselt. Und so hat das dann irgendwie gestartet und den Kärnten halt natürlich auch durch die Nähe zu Slowenien ein bisschen mit Oberkreinermusik schon früh in Berührung kennen, aber auch mit dem Kärntenerlied und auch mit der Blasmusik.
SPEAKER_01Waren das dir auch die Sachen, mit denen du hauptsächlich groß geworden bist? So musikalisch? Oder was lief bei dir sonst so im Kinderzimmer?
SPEAKER_00Also bitte nicht schimpfen, aber zum Beispiel früher, da war das ein riesengroßes Highlights. Samstag auf Abend muss ich Kantenstadel. Sowas haben wir geschaut. Und natürlich halt durch meinen Papa schon sehr viel so Oberkreiner. Aber durch meine Schwestern, die sind 9 und 11 Jahre älter als ich. Also eigentlich dann auch schon sehr viel Popmusik, also so Sting und Beachies und Eltern John, also eigentlich ziemlich viele verschiedene Sachen.
SPEAKER_01Ich schimpf nicht, brauchst keine Angst haben, weil ich bin eher nicht sozialisiert worden, auch mit Musikantenstadl und was da alles so lief. Deswegen kann das gut nachvollziehen. Wie das so war. Und ich erinnere mich, dass ich als kleines Kind, bevor ich richtig gespielt habe mit einer Plastiktrompete, auch bei allem, was bei uns im Dorf gespielt hat, sei es eine Obergrinerbesetzung oder so, da stand und immer mitgehubt habe. Also schon dieses Ding, was man aus dem Musikantenstadel so noch kennt, Stefan Ross und so allein mit der Trompete dastehend. Hast du zuerst gesungen? Also ich habe gelesen, du hast mit acht Trompeten angefangen.
SPEAKER_00Ich glaube, in der dritten Klasse habe ich mit der Trompete angefangen und davor waren zwei Jahre Blockflöte in der Grundschule und singen aber, glaube ich, schon früher, also was ich so kann erinnern. Und es gibt da Fotos. Wir haben früher haben wir bei mir zu Hause so eine Zimmervermietung gehabt und im Sommer waren da immer sehr viele Sommergäste da aus Deutschland natürlich. Und da hat es dann auch immer so einmal pro Woche einen Grillabend gegeben. Und da habe ich dann mit meinem Papa Musik gemacht. Er hat so Keyboard gespielt und ich habe irgendwelche 70er Jahre Schlagernummern singen müssen. Singen müssen? Okay. Ja, sagen wir, ich finde die schon singen müssen, ja. Okay. Hast du das auch wirklich als Muslim empfunden oder war es okay? Ich würde sagen, so und so. Es war zwar schon cool, dass man etwas recht gut machen kann, aber es war dann eigentlich nicht immer so lustig. Aber ich mache jetzt meinem Papa doch keinen Vorwurf, aber es war nicht immer nur lustig. Und was die, wenn du dann irgendwann einmal um 7, 8, 9 am Abend noch was singst, da sind die anderen Kinder halt dann schon meistens nicht mehr da. Und das war dann halt oft vielleicht nicht so lustig, weil ich war dann meistens eigentlich noch das einzige Kind. Das war dann oft eigentlich sehr langweilig, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber hat mich sicher auch irgendwie natürlich auch geprägt.
SPEAKER_01Ja, weil du bist ja jetzt auch quasi so Frontmann. Also du ein bisschen Erfahrung konntest du ja schon sammeln. Ja, ja. Was man machen muss, um das Publikum quasi zu.
SPEAKER_00Um so zu singen und zu lächeln, dass man von den Leuten dann fünf Schilling kriegt.
SPEAKER_01Ich hoffe, heute ist es mehr. Ja. Wir haben ja vorher ein bisschen telefoniert und du hast auch gesagt, du möchtest oder wir können auch gern über deinen Sprachfehler sprechen. Ja, sicher. Das taucht ja beim Singen nicht auf. Nein? Also, weil, wenn man dich so auf YouTube sieht, bei diesen ganzen Videos, was du deine Aufnahmen hört, dann wird man ja gar nicht drauf kommen, dass du einen Sprachfehler hast. Wann hast du für dich schon festgestellt, okay, wenn ich singe, passiert das gar nicht?
SPEAKER_00Ja, das war auch eigentlich schon, glaube ich, sehr, sehr früh. Also das bei mir mit dem Stottern, das hat eigentlich, glaube ich, eh schon so mit 4-5 ist das, glaube ich, losgegangen und da hat ja auch das mit dem Singen und Musik gemacht gestartet und beim Singen hat das eigentlich immer sehr gut funktioniert. Und somit war das natürlich schon irgendwie sehr cool, dass das da eben nicht war. Und in der Kindheit ist das natürlich nicht so leicht, aber man wird ja dann irgendwann einmal größer und dann ist es eigentlich ganz in Ordnung.
SPEAKER_01Weil das wäre meine Frage gewesen, was machst du das mit einem Kind, wenn es merkt, okay, ich will was sagen, das kommt aber nicht so raus. Auf der anderen Seite, ich habe aber eine Möglichkeit, beim Singen, erstens, ich kann gut singen, und zweitens, da passiert das nicht.
SPEAKER_00Also in meiner Schulzeit war das wirklich so, meine war jetzt vielleicht, also ich war sicher maximal ein mittelmäßiger Schüler, aber ich habe dann bei mündlichen Prüfungen oft einfach nichts gesagt und habe gesagt, dass ich die Antwort nicht kenne, obwohl ich es eigentlich schon gewusst. Nur halt nicht, um mich dieser Peinlichkeit auszusetzen, dass ich es dann eh nicht sagen kann. Aber die Lehrer haben das dann eh irgendwann gemerkt und das war dann eigentlich auch okay.
SPEAKER_01War Singen für dich irgendwann, ich will gar nicht sagen Flucht, aber war das so ein Safe Space für dich?
SPEAKER_00Ja, sicher, weil es, ich finde schon, dass das auch sehr schön ist, vor allem in der Kindheit und in der Jugend, wo man auch noch nicht so viel Selbstvertrauen hat, dass man halt doch etwas hat, was man auch ganz gut eigentlich schon kann. Und ich glaube, das ist schon ganz cool, wenn man als Jugendlich eben zum Beispiel Musik oder halt auch Sport macht. Weil da sind ja dann schon alle eigentlich immer auch dann, wenn man das miteinander macht, sehr gleich. Und da finde ich nicht so wichtig, von wo du her bist, was du machst, wie alt du bist.
SPEAKER_01Wie war das in der Schulzeit, wenn du sagst, okay, auf der einen Seite, wenn mündliche Sachen sind, dann halte ich mich zurück, weil mir das peinlich ist. Auf der anderen Seite wissen die Klassenkameraden, okay, wenn er singt, kann er es. Also war das irgendwie so ein Aha-Moment auch für die Klassenkameraden? Der Peter kann ja doch eigentlich auch frei singen und dann auch sprechen. Oder kam da Bewunderung dann auf oder hat das keine Rolle gespielt für die anderen?
SPEAKER_00Ich glaube, man muss halt auch sagen, dass in der Zeit, wo ich Schüler war, also wann war das?
SPEAKER_01Ich glaube, wir sind gleich alt. Du bist auch 86 geboren, ja?
SPEAKER_00Genau, also sag jetzt einmal die acht Jahre im Gymnasium, das war dann von 96 wahrscheinlich bis 204 irgend sowas. Da war halt auch die Musik, die ich mache, ja noch nicht wirklich cool. Also da hat ja niemand gesagt, wow, du machst Blasmusik oder du spürst Oberkrainer oder du singst in einem Kärntnerchor. Das war ja eigentlich überhaupt nicht cool. Und somit waren wir jetzt da, glaube ich, in dieser Zeit nicht so die coolen Typen mit dem, was wir so an Musik gemacht haben. Also das ist dann eher erst, glaube ich, ein bisschen später gekommen, dass die Leute so interessant gefunden haben, dass ich nicht so flüssig sprechen kann, aber dafür sehr flüssig singen kann.
SPEAKER_01Wieso ist es die Trompete geworden? Wenn du mit oberkreiner Musik groß willst, hätte es ja auch alles andere sein können. Also Akkordeon, Klarinette.
SPEAKER_00Ja, aber ich glaube, es war wahrscheinlich ziemlich ähnlich wie bei dir. Das hat mir immer schon sehr gut gefallen. Und ich kann mich erinnern, da wäre wahrscheinlich so 6-7 gewesen sein, da bin ich im Auto gesessen und dann habe ich immer bei den Schlagernummern, die da halt so auf Radiokärnten sind gelaufen, immer schon so mitgespielt und habe halt immer schon irgendwie so gemacht, sowas, weil mir halt irgendwie dieser Trompetenklang sehr fasziniert hat. Hattest du musikalische Vorbilder? Ja sicher, aber die Frage ist halt jetzt wahrscheinlich, ob schon mit 4, 5, 6, oder meinst du jetzt?
SPEAKER_01Oder als das Trompeterspielen dann ernster wurde bei dir, sagen wir es mal so.
SPEAKER_00Ja, ernster, ich glaube ganz am Anfang wahrscheinlich sogar wirklich auch wieder so leid wie Stefan Ross, den man halt so einfach über den Medien gesehen hat. Weil in dieser Zeit hast du sonst niemanden gesehen. Weißt du, jetzt ist das ja leicht. Jetzt sieht ja jeder immer und einfach überall alles. Und das haben halt mir nicht so gesehen. Also ich glaube schon so und mein Papa und mein Onkel, glaube ich auch, ja.
SPEAKER_01Eine kleine Werbung in eigener Sache. Wenn euch der Podcast gefällt und wenn ihr der Meinung seid, dass diese Arbeit, die ich da reinstecke, gut ist und wenn ihr wollt, dass der Podcast weiterhin zu regelmäßig erscheint, dann lade ich euch recht herzlich ein, mich auf Patreon zu unterstützen. Im Hintergrund arbeiten nämlich noch zwei weitere Menschen für mich, um diesen Podcast am Laufen zu halten, damit ihr regelmäßig was zum Hören bekommt. Und da würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn ich ein wenig die Kosten bedecken kann. Und da kommt ihr ein Spiel und deshalb geht es Patreon. Da könnt ihr mich monatlich mit ganz kleinem Geld unterstützen. Ich würde mich sehr freuen. Und als Dankeschön bekommt ihr die meisten Folgen schon vorab und auch ohne Werbung. Den Link findet ihr natürlich wie immer in den Shownotes. Und jetzt geht es weiter mit der Folge. Wann war für dich klar, dass du relativ gut Trompete spielen kannst, gut singen kannst und das dann irgendwie auch ernster betreiben willst.
SPEAKER_00Ja, ich glaube, das mit dem Singen war eigentlich, das hat irgendwie schon sehr früh immer sehr gut funktioniert. Es ist interessant, weil ich oft gefragt wer, wie das geht und wie man das macht oder ob ich das irgendwie kann sagen. Dann sage ich immer, nein, weil ich habe eigentlich nicht wirklich eine Ahnung. Es funktioniert einfach. Und beim Traumpeterspülen ist das nicht so. Da muss ich doch eigentlich viel, viel mehr üben. Aber das war dann, glaube ich, auch schon so, dann so nach ein, zwei Jahren Musikschule, wo man schon gemerkt hat, dass man das, glaube ich, recht gut liegt. Das heißt, du übst jeden Tag? Nein. Aber das ist auch lustig, weil jetzt in meinen Recherchen zu diesem Podcast mir ein bisschen was natürlich auch angehört habe. Und da habe ich auch die Folge gesehen mit Markus Waldhardt und mit Thomas Weiss. Und die war da letztes Jahr oder vorletztes Jahr einmal auf einem Workshop und ich üb schon mittlerweile eher mehr so. Also dass ich gezielt auf die Sachen, die ich brauche, übe. Und wenn ich es mal vielleicht nicht so brauche, wenn ich mal eine Zeit habe, so vor allem halt im Februar, wo ich nicht so viele Auftritte habe, dann übe ich eigentlich nicht mehr wirklich viel dort. Weil ich es eigentlich eh nicht wirklich brauche. Und dann, wenn es wieder losgeht, dann mache ich das natürlich schon. Lass uns über das Üben nachher nochmal reden.
SPEAKER_01Du bist ja dann für die Oberstufe, das gibt es ja bei uns jetzt so in Deutschland nicht, aber auf einem Oberstufen-Gymnasium.
SPEAKER_00So Musik, genau, Musikgymnasium, ja.
SPEAKER_01Und ich habe gesehen, ihr habt da jetzt letztes Jahr oder so mal so ein Treffen mal wieder gehabt, so ein Revival. Was ich zumindest in der Wahrnehmung kam das bei mir so an, wie wenn das für dich sehr schon eine Herzensangelegenheit war, da wieder zurückzukehren und da auch im Chor zu singen.
SPEAKER_00Ja, also ab Solut, also das ist einfach irrsinnig geschehen. Und die Geschichte dazu ist die, ich bin eigentlich seit meiner Schulzeit, also seit ich dann eben 1819 war, dann eigentlich leider von dieser Chormusik ein bisschen weggekommen und habe eigentlich nie mehr in einem Chor gesungen. Und ich habe schon lange eigentlich nachdem wieder Sehnsucht gehabt. Und dann habe ich mal meine ehemalige Chorleiterin eben von diesem Schulchor angerufen und haben ein bisschen geredet. Und sie hat auch gesagt, ja, es ist leider nicht mehr so, jetzt in dem Musikgymnasium den Chor, den gibt es eigentlich so gut wie nicht mehr. Und die Musikklasse gibt es eigentlich auch nicht mehr, weil sie nicht mehr genug an Meldungen haben. Und dann habe ich mir gedacht, dann wäre das ja vielleicht cool, dass ich dann was von dem Ganzen habe, weil ich wieder kann in einem coolen Chor singen und vielleicht schaffen wir es ja auch, dass wir das Musik und den Chor und die Schule wieder ein bisschen mehr in den oder in die Aufmerksamkeit der Leute bringen. Und dann hat sie und ich eigentlich den Chor wieder ins Leben gerufen, so mit den, was nicht sagen soll, mit den richtigsten Leuten der letzten 20 Jahre. Und siehe da, seit letztes Jahr gibt es wieder im Gymnasium eine komplette Musikklasse. Aufgrund eures Projektes? Ja, ist sicher auch ein grosser Teil, glaube ich. Cool. Ja, und das war natürlich dann noch einmal eigentlich schöner, dass man sieht, was man mit so Musik bewirken kann. Und ich glaube halt auch, das mag vielleicht lustig klingen, aber vielleicht war es einmal sehr wichtig, dass die jungen Kids und auch natürlich von den Kindern, die Eltern, sehen, dass aus uns, die wir ins Musikgymnasium entgegangen auch aus im Leben ist, was worden.
SPEAKER_01Ja, also ich bin ja auch an der Schule zertig, die ein musikalisches Profil haben. Also unsere Schüler kommen und müssen sich entscheiden, ob sie die ersten drei Jahre in der Blätterklasse sind, in der Gesangsklasse oder in der Streicherklasse. Und ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass das nicht mehr gemacht wird oder man kommt nicht mehr, weil man das macht, sondern das ist so ein, das gehört halt jetzt dazu, das muss man halt jetzt bei uns machen, aber eigentlich interessiert es nicht mehr und ich finde es auch schade. Oder ich glaube, Kinder bräuchten tatsächlich auch mal wieder so eine Vorbildsfunktion zu sehen, okay, das haben die Älteren mal gemacht, weil es liegt ja irgendwann brach. Und ich glaube, früher hat man natürlich immer gesehen, okay, das sind die Älteren. Ich weiß nicht, ob da Corona jetzt so ein bisschen ausschlaggebend ist, dass man halt dann das vieles eingeschlafen ist und dass die Älteren weggefallen sind und man nicht mehr so gesehen hat, ja, was musizieren eigentlich auch machen kann mit so einer Schule und mit so einer Schulgemeinschaft.
SPEAKER_00Da habe ich jetzt, glaube ich, kein wirkliche Ant-Wort drauf. Aber auf das letzte, was du vielleicht so gesagt hast, also für mich war die Schulzeit nicht so cool eigentlich. Also natürlich auch aufgrund meines Sprachproblems, aber die zwei richtig coolen Sachen waren immer der Core und die Big Band. Und das dritte coole war Sport. Und der Rest war nicht so lustig eigentlich.
SPEAKER_01Aber es musste ja, also es musste ja so viel bedeutet haben, dass du wieder freiwillig zurück bist. Also man hätte ja auch einfach sagen können, ich habe mit dem ganzen Thema abgeschlossen, Revival hin, Revival her, möchte ich nicht.
SPEAKER_00Nein, eben eigentlich nicht, weil ich, ja, es hat sicher noch mehrere Gründe. Also der Grund 1 war sicher, weil ich wieder einmal singen wollte. Dann bitte nicht falsch verstehen, aber ich wollte halt beim Singen dann schon schauen, dass die Leute, die dann mitsingen, auch sehr gut singen. Macht dann halt auch rein musikalisch irgendwie doch mehr Spaß. Und ich wollte auch schon immer mal für Chor schreiben. Und dann habe ich halt irgendwie so ein bisschen, muss ich auch sagen, ehrlich, Selbst eigentlich geschaffen, dass ich eben für einen Chor schreiben kann.
SPEAKER_01Du hast am Anfang auch schon gesagt, du bist quasi mit Ubergränner Blasmusik und dem Kärntnerlied groß geworden. Jetzt sitze ich ja in Deutschland. Was macht das Kärntnerlied aus?
SPEAKER_00Ja, aber es ist schon immer so, also ich glaubst du das schon die Wahrnehmung von Delight außerhalb von Kärnten ist schon immer so, ihr redet so lieb und es ist alles so langsam und ma so schön und er reliert das immer so langsam und Liebe. Also es ist schon so, also es ist eine sehr liebevolle Musik und die meisten Chörer in Kärnten singen halt auch dann immer unglaublich langsam und zelebrieren das einfach, glaube ich, vielleicht manchmal schon zu viel, was wahrscheinlich für Leute halt außerhalb von Kärnten oft als sehr komisch, glaube ich, erscheint.
SPEAKER_01Okay. Gibt es ein Kärntenerlit, wo du sagst, das ist so bekannt, dass ich das auch kennen könnte?
SPEAKER_00Kennst du, ist schon still um einen See.
SPEAKER_01Ja, klar.
SPEAKER_00Dann ist es zum Beispiel so eins, das du wahrscheinlich kennst.
SPEAKER_01Ja gut, aber ich finde das schön. Es ist ja eh extrem schön. Also dann bin ich fan vom Kärntenerlit. Also dann ist, also das langsam bestört mich nicht.
SPEAKER_00Genau. Und das nächste, was halt auch war mit dieser ganzen Chor-Geschichte, ist, dass man muss ja schon sagen, dass vor allem in Österreich, aber wahrscheinlich bei euch auch in Deutschland, dass die Plasmusik und die Volksmusik ja eigentlich einen extremen Boom hat. Also, das ist ja, glaube ich, hinten bekannt mit halt Woodstock und so. Das ist schon wieder, finde ich, mittlerweile richtig, richtig innen. Also bei uns merkst du das extrem. In jedem Ort die Plasmusik hat 50, 60, 70 Leute. Das Durchschnittsalter ist meistens, weiß ich nicht, also ich glaube wahrscheinlich mittlerweile nicht einmal mehr 30. Und im Kärntnerchor ist das einfach überhaupt nicht so. Es ist wirklich meistens so, dass du halt in der Schulzeit singst, da gibt es das schon noch. Und dann bist du so 50, 60 bist, nicht mehr. Und die meisten Chöre in Kärnten, die haben ein sehr hohes Durchschnittsalter. Und da gibt es eigentlich ganz wenig junge Leute, die singen. Also das ist noch nicht so, irgendwie bei den Jungen, glaube ich, so angekommen, dass das auch eigentlich sehr schön und sehr cool sein kann.
SPEAKER_01Wie erklärst du dir, dass Volksmusik, Blasmusik, aber auch, ich finde Oberkrainermusik jetzt auch in den letzten Jahren wieder so in geworden ist?
SPEAKER_00Naja, das glaube ich, haben wir eh schon gesagt. Es sind halt so gewisse Sachen wie Woodstock, dann mit Oberkrainer ist halt das Sascha Osenig mit seinem riesengroßen Hit, Hallo Kleine Maus. Was weiß ich nicht, meine Nachbarn haben noch nie was von dieser Musik gehört, aber dieses Stück schon. Und das, glaube ich, spielt da auch sehr viel mit. Und die Zeit ist wahrscheinlich auch ein bisschen so. Es wird wieder ein bisschen traditioneller, ein bisschen konservativer. Die Politik rückt eher wieder ein bisschen Richtung Mitte und eher Richtung Rechts. Da glaube ich, spielt halt dann so diese Sachen von der Tradition schon ein bisschen wieder mehr. Finde ich halt. Ja, wie wichtig ist dir Tradition? Schwieriges Wort. Also ich weiß nicht. Ich finde es schon, glaube ich, irgendwie wichtig, aber auch dann eigentlich wieder nicht. Kleines Beispiel, wir sind jetzt mal zu einem Auftritt gefahren. Und jetzt war gerade bei uns, war gerade gestern in Salzburg-Landesfeiertag, der Robertikiertag und da gehen halt die ganzen Jungen natürlich auch weg, weil die haben da schon schulfrei. Und da ist dann halt ein Mädel gewesen mit einem Dirnelkleid und rote Allstars. Und dann sagt halt einer, das schaut so schier aus und der Wahnsinn, das geht ja gar nicht. Und ich habe mir gedacht, wen interessiert es, wenn die Leute miteinander was machen und dann Spaß haben, wen interessiert das, was die für Schuhe tragen oder was die sonst tragen, wenn wir so miteinander im Leben alle gut zurechtkommen. Also dort muss ich dann vielleicht sagen, dass zu viel Tradition vielleicht auch nicht so gut ist für uns. Und bei der Musik ist es ja auch so, oder? Weil dann immer irgendwie gesagt wird, das war schon immer irgendwie so, das muss so sein, dann denke ich mir, es ist noch nie irgendwas so gewesen und das hat sich ja immer irgendwie verändert. Das bleibt ja nie stehen.
SPEAKER_01Du hast vorhin gesagt, mit der Schulzeit verbindest du außer der Musik jetzt gar nicht so viel Gutes. Wie war deine Studiumszeit?
SPEAKER_00Ja, das war dann schon viel schöner eigentlich, weil man sich ja da auch dann mit sehr viel Gleichgesinnten trifft. Dann ist halt auch das, was ja auch niemanden übel, wenn mich in der Schulzeit irgendwer wegen meinem Stottern verarscht hat. Das ist halt so, als Kind, Jugendlicher ist man halt so. Da sind ja wie auch so gewesen, also ich ja auch. Und ich glaube, wenn man halt dann ein bisschen älter wird, dann merkt man halt, dass das nicht so nett ist. Und dann gibt es das ja eigentlich auch nicht mehr. Und ich finde sogar, man natürlich, mich stört es schon, dass ich das mit dem Sprechen habe und dass das nicht so funktioniert, wie ich das gerne hätte. Aber andererseits ist es auch wieder so, dass ich mir oft denke, es macht mich irgendwie offensichtlich dann auch für Leute interessant. Und dann ist es so, dass ich gedacht, ja, wenn ich schon habe und ich werde es wahrscheinlich in dem Leben nicht mehr loswerden, dann kann ich auch zu dem Ganzen stehen und das macht es ja dann sowieso wieder viel, viel leichter. Und wenn du zu dem stehst, dann bittest dir sowieso keinen Angriffspunkt mehr.
SPEAKER_01Ich kenne mich jetzt da gar nicht aus. Deswegen muss ich einfach ganz blöd fragen. Wenn es zu blöde Fragen sind, sag's bitte. Gibt es keine Möglichkeit, also Sprachtherapie oder so, das wegzukriegen?
SPEAKER_00Gibt es schon. Also habe ich alles gemacht. Also ich habe wirklich, glaube ich, schon so ziemlich alles gemacht. Aber es hat eigentlich nichts so richtig was geholfen. Und ich muss ja ganz ehrlich sagen, also es gibt immer so in meinem Leben, das geht so mit den Stottern immer so auf und ab. Also es gibt dann auch wieder Zeiten und da ist es eigentlich so gut wie weg, wo es vielleicht niemand wahrscheinlich merkt. Und leider gerade jetzt ist es eigentlich wieder für mich sehr schlimm. Deshalb habe ich mir gedacht, und genau jetzt müssen wir das machen mit diesem Podcast. Das auch so können wir auseinander. Aber es ist halt so. Und das gehört einfach, glaube ich, zu mir. Und das Interessante ist ja das, dass ich ja zum Beispiel auch bei meiner Musikgruppe bei den Lungengrauer ja eigentlich auch so ziemlich alles auf der Bühne moderiere. Das wäre nämlich noch die nächste Frage auch bei mir gewesen. Und da funktioniert es eigentlich auch sehr, sehr gut. Aber ich glaube, es ist so, ich bin halt jemand, der stottert, aber der dann spielen kann, dass er es nicht macht. Also es ist dann, glaube ich, schon so eine gewisse Rolle, die ich dann spiele und bin ein bisschen Schauspieler. Und das finde ich ja ganz, ganz schön und ganz cool. Aber ich bin in meinem Privatleben dafür wahrscheinlich auch zu faul, dass ich das dann halt in meinem Privatleben halt auch dann noch mache. Weil da möchte ich das nicht machen. Da möchte ja ich eigentlich sein und ich bin halt so. Aber vielleicht wäre es nicht so schlecht, wenn ich mir dann einmal wieder ein bisschen mehr damit wird befassen und vielleicht gibt es ja doch irgendwas, das das weggeht. Aber wenn es so leicht wäre, dann hätte es ja niemand mehr. Das stimmt.
SPEAKER_01Aber umso schöner, dass du dich hier als Privatperson zeigst und nicht sagst, okay, ich komme in den Podcast als der Bühnenpeter. Nein, das mag ich nicht. Kannst du für dich schon greifbar machen, wo du sagst, okay, das sind Situationen, da wird es wahrscheinlich stärker auftreten als das oder gibt es das gar nicht? Weil du ja sagst, okay, es sind so Phasen. Kannst du für dich ausmachen, was jetzt gerade anders ist, dass es wieder mehr ist?
SPEAKER_00Na, glaube ich nicht. Ich glaube, irgendwie wahrscheinlich das Leben, ich kummelt jetzt gerade wieder aus den Sommerferien. Jetzt geht halt wieder die Musikschule los, vielleicht ist das dann auch oft, wenn halt wieder irgendwelche im Leben irgendwelche Veränderungen sind. Und es, also es ist ja natürlich, ist das Ganze ein psychisches Ding. Vielleicht sollte man es noch einmal erklären, weil die meisten das ja eigentlich nicht wirklich wissen. Beim Singen ist es ja so, beim Singen, da bedient man sich ja des kreativen Zentrums im Gehirn. Und beim Sprechen nimmt man das Sprachzentrum. Und das Stadtan ist irgendwie so ein Ding im Sprachzentrum und das wirst du halt in dem Sinn wahrscheinlich schwer wegkriegen. Du kannst nur halt einfach, glaube ich, sehr gut lernen, dass du mit dem einfach lebst. Und ja, es gibt schon so Situationen, wo es mehr ist, zum Beispiel, ich mag nicht so gern fremde Leute, fremde Leute anrufen. Also im Prinzip ist es ja genau so das, was wir jetzt gerade machen. Ich wollte gerade sagen.
SPEAKER_01Herzlich willkommen.
SPEAKER_00Genau. Und was dann aber wieder interessanterweise halt auch sehr gut läuft, ist vor ganz vielen Menschen. Also das ist jetzt nicht nur auf einer Bühne, das ist an einer Probe, wenn irgendwer Probenleiter, dann geht es eigentlich. Meistens immer sehr, sehr gut, dass vielleicht die Leute es oft nicht einmal merken. Aber vielleicht, und das wirst du du auch vielleicht wissen, vor einer Menschenmenge, da ist man ja auch wieder vielleicht ein bisschen, wahrscheinlich irgendwie ein bisschen anders. Genau, ich glaube, dass du ja auch wahrscheinlich wirst wissen, wie das ist, dass man von einer Menschenmenge schon wahrscheinlich ein bisschen irgendwie anders spricht und sich irgendwie ein bisschen anders gibt als in einem privaten Einzelgespräch, oder? Auf jeden Fall. Weil wenn du irgendwen irgendwas leitest irgendeiner Probe oder Jugendorchester und so, da ist man ja schon auch wieder oder man spielt schon irgendwie vielleicht ein bisschen so ein Art Lehrerrolle oder irgendwie so, ja.
SPEAKER_01Ja, ja. Das auf jeden Fall. Und was ich jetzt zum Beispiel auch festgestellt habe, ich habe jetzt vor zwei Wochen, das habe ich noch nicht oft gemacht, einen Live-Podcast. Vor Menschen. Also wir sitzen ja jetzt zu zweit nur da. Das ist ja was ganz, ganz anderes. Weil, egal was jetzt passiert, zur Not könnte ich schneiden. Genau. Das heißt, irgendwie bei dir, bei mir. Vor Menschen ist das wieder anders, weil da ist halt nichts mit Schneiden. Du bist gleich die Reaktionen, kriegst du mit und die Gäste auf der Bühne sind auch anders, weil das nicht mehr ganz so geschützt ist. So, das habe ich da nochmal extrem gemerkt, dass das nochmal eine ganz andere Sache ist. Und klar, und Schule oder Orchester, ja, da ist man dann schon auch in so einer, wie du schon sagst, Lehrerrolle. Also klar, er ist da schon irgendwie jemand anders. Auf jeden Fall. Gab es während deines Studiums irgendwelche musikalischen Krisen, also dass es beim Spielen nicht so funktioniert hat oder auch beim Singen? Du hast ja vorhin gesagt, beim Singen geht er halt einfach.
SPEAKER_00Ja, beim Trompetenspielen muss ich schon auch ehrlich sagen. Also ich glaube, ich bin recht ein guter Musiker und ich kann, glaube ich, schön spielen. Aber so rein, jetzt das Trompetenhandwerk, das ist für mich nicht so leicht. Da gibt es ja oft so Leute, die machen das von Anfang an immer super richtig. Und das ist bei mir nicht so. Also ich kämpfe schon immer wieder auch mit den Ansatz und vor allem auch mit der Höhe, also der Highnote werde ich nicht mehr wahrscheinlich werden. Und aus dem Grund muss ich dann schon so rein fitnessmäßig schon eigentlich auch immer ein bisschen üben, dass das dann auch bei den Auftritten gut funktioniert. Aber zurück zu kommen aufs Studium und so, also ich habe zum Beispiel eine Riesenkrise gehabt. In Österreich hast du ja Milettherpflicht, dass dort muss gehen. Aber für uns Musiker gibt es ja die super Möglichkeit, dass du dann die Zeit bei der Milethermusik bist. Und da bin ich auch dort gewesen und das war auch sehr schön. Aber wir haben da viel zu viel Musik gemacht. Also wir haben echt den ganzen Tag oft geprobt und so laut gespielt und auf Nacht noch Zimmerpartys und gespielt und viel Alkohol getrunken. Und nach einer gewissen Zeit war mit meinem Einsatz einfach komplett aus. Also ich habe dann glaube ich nicht mehr übers E2 spielen können. Und dann war irgendwie Herrmusikzeit vorbei. Es war wirklich schön und cool, aber es hat dann eigentlich auch wieder gereicht. Und dann habe ich eigentlich einmal so ein, zwei Jahren überhaupt nicht mehr Trambeten gespielt.
SPEAKER_01Okay, was hast du dann gemacht?
SPEAKER_00Ich war dann Skilehrer und habe Betriebswirtschaft studiert. Okay. Ja, und dann bin ich drauf gekommen, dass mich das eigentlich nicht interessiert. Und ich habe schon nebenbei immer ein bisschen Musik gemacht bei meinem Musikverein. Dann habe ich halt wieder angefangen zum Spielen und mit dem Studium und das hat mir dann eigentlich schon wieder recht viel Spaß gemacht. Aber das war dann schon eine Zeit, wo es mir eigentlich überhaupt keinen Spaß mehr gemacht hat. Gab es im Studium so einen großen Aha-Moment in irgendeiner Weise? Boah, ich möchte jetzt niemandem zu nahe treten. Aber also ich glaube, ich war einfach noch nicht bereit, dass ich das hätte, was dem ihr durchten sagen und ich war auch vom Üben her nicht bereit. Ich war beim Üben leider nie wirklich konsequent. Ich habe auch beim Üben damals nie so meinen Kopf eingeschaltet und so richtig das Üben hat uns auch niemand gelernt. Das ist irgendwie jetzt erst so, also kommt mir vor, wo man sich ein bisschen mehr mit dem Ganzen beschäftigt. Und ich glaube, ich habe dann eine ganz passable Abschlussprüfung gespielt, aber nichts Besonderes. Wann kam bei dir das schreiben, dass du arrangierst und komponierst? Das war glaube ich schon auch so mit 17, 18 ist das losgegangen. Aber ich weiß gar nicht wie so. Ich kann mich nur erinnern, also du musst ja bei uns, wenn du in die Musikschule gehst, dann gibst du das bronzene, silberne, goldene Leistungsabzeichen und da gibt es ja dann immer jeweils einen Theoriekurs und ich habe da nie irgendwas verstanden. Also wirklich, glaube ich, nichts. Und das war immer sehr schräg, weil ich mir gedacht habe, du spürst ja eigentlich nicht so schlecht Musik und die anderen checken das alle und du eigentlich nicht. Und dann habe ich irgendwann zum Musikschreiben angefangen und dann ergibt es natürlich alles irgendwie einen Sinn, was die da so vorher in diesen Kursen erklärt haben. Obwohl das ja natürlich auch nur Musiktheorie ist und dann ja eigentlich auch immer nur so ein Erklärungsversuch nachher, nachdem irgendwer irgendwas Cooles geschrieben hat, dann hat man gesagt, jetzt müssen wir das einmal irgendwie theoretisch erklären. Und ich bin aber jetzt auch so, dass ich, glaube ich, musiktheoretisch nicht so fit. Also ja, weiß nicht, vielleicht ein bisschen, aber es muss halt schön klingen. Und ich denke mal, wenn du das am Klavier spielst und es klingt schön, dann ist es halt einfach auch richtig. Und ob dann irgendwer sagt, das ist jetzt musiktheoretisch vielleicht falsch, naja. Das heißt, du komponierst auch weiterhin übers Ohr hauptsächlich? Hauptsächlich schon, ja. Also mir ist dann schon nachher klar, was das ist, aber ich denke beim Schreiben nicht dran, dass das so wäre. Und ich habe einmal was gelesen in einem Buch, das war eigentlich ziemlich cool und da ist halt gestanden, ganz egal, was irgendwo Musiktheoretisch erklärt wird, das auch hat einfach immer recht. Wenn es schön klingt, dann ist es schön, wenn es schlecht klingt, dann ist es halt einfach schlecht. Jetzt ist natürlich die Frage, was ist schön und was ist schlecht. Ey, das ist eh klar, weiß ich nicht. Wenn du magst, Musik schreiben zu einem Horrorfilm, dann wirst du halt vielleicht einfach einen schreiben, die rein musiktheoretisch vielleicht nicht stimmen, aber es soll ja so danach sein. Also vielleicht kann man einfach sagen, mit Musik drückt man halt einfach immer Zissionen aus. Und das schreibst dann halt so.
SPEAKER_01Ich habe deinen Namen als erstes gelesen in der Zeit, als du bei den Fegerländern warst. Wie kam es dazu?
SPEAKER_00Die Fegerländer waren eigentlich damals so großteils Musiker im selben Alter aus derselben Gegend, so vielleicht in einem Radius von 60, 70 Kilometern. Und die meisten von uns haben da damals schon eigentlich eine sehr große Liebe gehabt zur Plus-Musik, die es ja da noch nicht so hat gegeben wie Klavierts. Und es hat dann halt eben auch den Schlagzeuger gegeben, den Kre-Henik Walter, mit dem ja vier Jahre lang in die Schuld bin gegangen und der ein sehr guter Freund von mir damals war. Und die Liebe zu dieser Musik hat dann eigentlich schon großteils ihn und dann halt auch mich und noch ein paar andere dazu gebracht, dass wir auch Plus Musik möchten machen. Aber wir möchten halt nicht so vielleicht nur traditionell spielen, sondern halt das ganze Jahr vielleicht ein bisschen neu denken.
SPEAKER_01Ein Supporter dieser Folge ist Buffet Grampant Europas größem Hersteller von Blasinstrumenten. Mit Sitz in Mark Neukirchen und Geretz Reed. Buffet Grampant stellt alle Arten von Blasenstrumenten her, vom Schülerinstrument bis zum Profi-Instrument. Wenn ihr mal wieder auf der Suche nach einem neuen Instrument seid, weil euer Instrument entweder alt ist oder ihr vielleicht einfach mal auch was Neues ausprobieren möchtet, dann lege ich euch wirklich ans Herz mal bei den verschiedensten Marken von Buffy Grampant zu stöbern. Den Link dazu findet ihr in den Shownotes. Und jetzt geht's weiter mit der Folge. Als du ja dann MyDream geschrieben hast und das ja jetzt doch schon ein beachtlicher Erfolg ist, hat das was verändert bei dir?
SPEAKER_00Persönlich oder in meiner, wie mir die Leute als Musiker wahrnehmen? Oder finanziell?
SPEAKER_01Keine Ahnung, wo. Weiß ich nicht. Also, natürlich, klar, die Wahrnehmung als Musiker, aber auch vielleicht privat, macht das was mit allem, wenn man merkt, okay, ich habe ein Stück geschrieben, was so gut ankommt, dass das doch oft gespielt wird? Ja, sicher ist das cool.
SPEAKER_00Also du musst, also da würde ich jetzt lügen, wenn das nicht so ist. Also Komponist, glaube ich, möchte man immer gerne mal an Hit schreiben. Und wenn dann viele das spielen, ist das ja natürlich eine sehr schöne Anerkennung, dass die Leute, die Musik, die du machst, halt auch gefällt. Aber das ist halt auch nicht planbar. Also das ist einfach überhaupt nicht möglich. Und wie hat sich die Wahrnehmung dir gegenüber als Musiker verändert? Ja, dass man halt schon vielleicht hin und wieder darauf angesprochen wird. Oder es ist ja oft sehr interessant, wenn wir irgendwo spielen und dann spielt vor uns die örtliche Plusmusik und ich bin dann schon da und wir haben gerade schon so Boxen ausladen und dann spielen die ein Stück von mir. Also das ist dann schon irgendwie schräg, wenn du denkst, wie sowas eigentlich überhaupt möglich ist. Wirst du dann erkannt? Also merken die dann auch das ist er oder. Ich glaube es sehr oft nicht, aber mir ist es ganz ehrlich gesagt auch lieber, so dass es nicht so ist. Warum? Weil ich auf einer Bühne schon gern im Mittelpunkt stehe und das schon sehr genieße, aber im Privatleben eigentlich nicht. Also da muss ich das nicht haben. Und wenn ich dann auf die Bühne gehe, ist das schon cool, aber bis dorthin und nachher muss ich nicht im Mittelpunkt stehen.
SPEAKER_01Okay. Die Frage, die am häufigsten kam, du hast ja gesehen, ich habe einen Fragensticker gemacht auf Instagram, ist, warum du nicht mehr bei den Fegerländern bist?
SPEAKER_00Das hat sehr viele Gründe, würde ich jetzt mal sagen. Es hat einfach im Leben so alles seine Zeit und das war die Zeit von mir. Es war dann immer ein riesengroßes Problem mit der Doppelbelastung, mit der Lungengauer und mit den Ferländern. Es hat dann Terminüberschneidungen gegeben. Ich war natürlich oft als Frontman oder der, was halt die meisten Sachen singt, ist das natürlich schwierig, wenn ich dann nicht bedorten bin bei diesem Auftritt. Das war für mich schon immer ein Problem, weil ich wollte auch nie irgendwen enttäuschen, aber man macht es dann halt einfach. Es ist so. Und es war natürlich auch, wie ich schon vorher gesagt habe, mit dem Kre-Henig Walter, mit dem ja so ein bisschen zusammen die Band gegründet habe und auch sehr viel gemacht habe und sehr viel geschrieben haben und der, was wirklich ein sehr guter Freund war von mir. Und diese Freundschaft hat sich halt dann über die Jahre leider sehr auseinanderentwickelt. Und wir haben dann auch nicht mehr so ein Trot gehabt zueinander. Es war, glaube ich, schwierig mit uns, dass wir miteinander sprechen und auch eine Gesprächspasis finden. Und das war mir dann einfach auch zu viel. Und dann habe ich da halt irgendwie für mich persönlich die Reisleine ziehen. Also das waren so die Hauptgründe. Und auch die geografische Entfernung, weil ich lebe mittlerweile in Salzburg und mit dem Proben und so, mit der Autofahrerei, das war dann halt auch oft doch auch sehr belastend.
SPEAKER_01Was macht für dich obergriner Musik so besonders, dass der Fokus? Also jetzt klammern wir mal die anderen Gründe aus. Aber ein Grund, dass wir gesagt haben, es sind Auftritte, die sich überschneiden. Und da muss man sich ja irgendwie entscheiden, was mache ich lieber? Mache ich Blasmusik oder obergriner Musik? Was macht für dich obergriner Musik so besonders für dich?
SPEAKER_00Also ich würde nicht sagen, dass ich oberkrineiner Musik lieber mache. Aber was macht oberkrineiner Musik so speziell? Also ich glaube, es ist halt großteils dieser krass coole Rhythmus. Also das ist irgendwie immer so interessant zu beobachten, wenn du halt irgendwo spürst und du hast eine super gute Rhythmusgruppe, dann siegst du immer gleich jeden, der so mitmacht mit einem Kopf. Und das finde ich, das merkt man halt. Und vor allem auch dieser Gitarrenrhythmus, dask, was die Leute halt einfach irgendwie mitnimmt. Und das fasziniert mich schon. Und dass das eigentlich dann komplett ohne Schlagzeug aus, komplett ohne Schlagzeug auskommen kann. Also das war schon, finde ich, eine ziemlich coole Idee von Slauko und Wilko ausenig, dass man das irgendwie schafft, dass man Schlagzeug weglässt, aber irgendwie trotzdem das Gefühl hat, dass er es mitspielt, obwohl ich nichts gegen Schlagzeug habe.
SPEAKER_01Was ist schwerer für dich zu schreiben? Ein Stück für Blasorchester oder für die Blasmusik oder Oberkreinernummer?
SPEAKER_00Ja, bei der Blasmusik hast du halt viel mehr, viel, viel mehr Arbeit zum Arrangieren. Weil bei Oberkreiner, was du da schreibst, halt im Prinzip die Bläser und machst einen Gesang. Für die Rhythmuspartie ist eh meistens ziemlich klar, was da kommt. Also ich schreibe das schon meistens für unsere Gruppen schon auch. Also das Paryton und das Akkordeon, aber die spielen dann sowieso wieder irgendwie komplett anders, weil die wissen es eh, wie es eigentlich viel besser klingt. Und bei der Blasmusik, da hast du viel mehr zum Rangieren. Also das finde ich schon viel schwerer.
SPEAKER_01Aber kann ja auch reizvoller sein, weil du viel mehr von dir noch reingeben kannst, was dann auch so bleibt.
SPEAKER_00Ja, ja, das ist natürlich schon so, ja. Dass dann schon jeder meistens das spielt, was in den Noten steht. Sollte so sein. Sollte so sein, aber wenn man einmal irgendwas macht, was irgendwie dazu passt, dann ist das ja auch okay.
SPEAKER_01Ihr habt ja jetzt mit den Lungauern als letztes meine ich ein Duett mit der Monika Außennick aufgenommen.
SPEAKER_00Kommt ab mehr? Ja. Also ich glaube, dass ich es eh schon darf sagen. Ich bin mir jetzt nicht sicher, aber ich glaube schon. Also wir haben jetzt eigentlich ein komplettes Album mit ihr. Okay. Und das wird dann wahrscheinlich, glaube ich, Anfang nächsten Jahres so jänner auf den Markt kommen. Wie ist die Kooperation entstanden? Wir haben letztes Jahr beim Auswendigfest in Begunia gespielt. Und das Sascha hat gefragt, ob wir noch zusätzlich zwei Stücke möchten spielen mit seiner Schwester. Dann haben wir gesagt, ja, sicher. Und dann haben wir mit ihr gespielt und das war schon sehr, sehr cool, weil es einfach wieder was Neues war. Vor allem halt auch, wenn einmal in der Band eine Frau singt, ist ja doch wieder eine ganz neue Facette. Und dann ist da halt unten nachher, also nach dem Auftritt, haben wir halt natürlich auch ein bisschen miteinander geredet und da ist dann so die Idee entstanden, dass wir ja vielleicht mal was miteinander machen könnten. Dann haben wir zwei Stücke aufgenommen, haben dazu zwei Videos gemacht, also eins davon ist ja eh schon veröffentlicht worden, das nächste wird dann im Herbst jetzt wahrscheinlich erscheinen. Und dann haben wir gesagt, weil wir wollten ja sowieso mit den Lungauer ein neues Album machen, wieso machen wir nicht ein Album mit ihr? Weil wir haben ja schon drei, vier Alben gemacht, wieso machen wir wieder eins? Und dann wäre sie im Prinzip wieder das Gleiche. Ja, du hast halt neue Stücke, aber großartig neu ist es nicht. Und mit ihr und mit einer Frau ist es dann halt einfach für dich doch wieder was Neues und das ist schon sehr interessant gewesen für uns und dann haben wir uns eigentlich auch dazu entschieden, dass wir das echt sehr gern machen möchten.
SPEAKER_01Geht sie dann mit euch auch auf Tour oder bleibt das ein reines Album sagt?
SPEAKER_00Es ist schon geplant, dass wir ein bisschen was miteinander machen, aber das ist natürlich auch nicht so leicht, weil die Monika ist ja auch sehr viel musikalisch am Auftreten in Slowenien. Also die hat da auch, sie ist Mitglied dabei. Das sind alles so Leute, die man bei uns überhaupt nicht kennt, aber zum Beispiel, die ist Mitglied in der Band vom Jan Plesteniak, das ist so der Schlager Popstar in Slowenien.
SPEAKER_01Okay.
SPEAKER_00Da ist sie bei ihnen in der Band. Und dann ist sie noch in einer anderen Band, wo sie auch noch singt. Und sie singt da bei dem per Petro Mczesile. Also ich weiß nicht, ob der bekannt ist. Da, doch. Wusste ich aber auch nicht, dass sie dabei ist. Genau. Und das ist natürlich dann nicht so leicht, aber es sind ein paar Sachen geplant. Und eh jetzt dann am 10.11. Oktober, da haben wir wieder unsere Lungauer-Nacht. Das ist immer so unser eigenes, unser eigener Konzertabend. Und der ist heuer Freitag und Samstag. Und da ist sie vielleicht auch dabei, sage ich nur jetzt schon. Aber ich weiß nicht, wann du diesen Podcast ausstreust. Oder glauben die Leute, dass er live ist? Nein, die wissen das.
SPEAKER_01Und ich glaube, es ist leider nach dem 10.11.
SPEAKER_00Dann hat sie da mit uns mitgespielt. Vielleicht. Und dann sind auch noch so ein, zwei Geschichten geplant mit Fernsehshows. Okay. Und nächstes Jahr vielleicht ein paar Auftritte. Aber das ist erst in der Planung, müssen wir noch schauen.
SPEAKER_01Machst du das alles oder verteilt ihr das?
SPEAKER_00Da muss ich jetzt dann eigentlich das Monika Aushängig-Projekt ausklammern, weil für das Projekt haben wir uns dann an Produzenten geholt. Weil das habe ich eigentlich schon am Anfang großteils eingemacht, also mit den ersten zwei Stücken und mit den ersten zwei Videos, aber das hat dann einfach meine zeitlichen und managementmäßigen Kompetenzen einfach irgendwann einmal dann überschritten, dass ich gesagt habe, das mache ich einfach nicht mehr, weil sich das einfach nicht ausgeht. Aber sonst machen wir in unserer Band alles eigentlich wir. Also es hat jeder so seinen Aufgabenbereich und das funktioniert eigentlich, finde ich, sehr, sehr gut.
SPEAKER_01Du hast gerade so schön gesagt, wir haben schon drei Alben aufgenommen, wenn wir Neues machen, dann ist das ja im Endeffekt das Gleiche, nur so neue Stücke. Wie schafft ihr das oder du das, wenn du Sachen schreibst, dass das irgendwie trotzdem ja noch frisch bleibt, noch spannend?
SPEAKER_00Keine Ahnung. Also, ich kann nur so sagen, wenn ich halt Musik schreibe, dann ist so meistens, mir fällt irgendwas ein eine Melodie, dann nehme ich es schnell auf meinem Handy auf und irgendwann steht dann halt wieder ein Projekt an und dann schaue ich mal, was ich so im letzten Jahr so auf mein Handy gesungen habe. Und mittlerweile mache ich das aber nicht nur mit der Melodie, sondern oft auch, wenn ich irgendwo einen coolen Slogan höre oder irgendeinen coolen Text lese oder einen coolen Satz, dann denke ich mir, über das konnte man ja eine Geschichte erzählen. Also eher eigentlich so, aber ich glaube, das erzählt eh wahrscheinlich fast jeder so. Du nimmst halt, glaube ich, diese Melodien und Inspirationen und Geschichten aus deinem Leben und irgendwie, was ist nicht, vor 2020, nein, 2021, glaube ich, haben wir das vorletzte Album gemacht. Und du hast hast schon gemerkt, das war halt auch, weil da bin ich halt gerade, habe ich gerade eine Familie gegründet mit Kindern und so. Und dann schreibst du halt auch viel über sowas. Und jetzt schreiben wir eher, glaube ich, wer über so wieder, das Leben ist schön und es ist lustig. Ich meine, das Leben ist mit einer Familie und mit den Kindern auch natürlich schön. Aber jetzt sind es, glaube ich, vielleicht eher wieder so lustigere Sachen, die wir irgendwie schreiben.
SPEAKER_01Aber dass das mal irgendwie politisch wird, wird nie passieren, oder? Ich glaube nicht. Nein. So versteckt zumindestens.
SPEAKER_00Aber ich finde, das ist eher interessant, weil das haben wir jetzt auch gerade einmal diskutiert im Bus, dass zum Beispiel die Musik von Slauko ausinnigt, die war ja in der Musik und in den Texten nie eigentlich politisch. Also wäre mir nicht aufgefallen, obwohl der ja in einer Zeit des Groß waren mit der Diktatur in Jugoslawien. Aber das war dann nie ein Thema. Aber vielleicht schreibe ich das mal, aber ich glaube dann nicht mit der Gruppe. Warum? Ich glaube, unsere Aufgabe ist eher in die Leid eine schöne Zeit zu machen und eben auch die Sorgen des Alltags zu vergessen. Und da glaube ich, müssen wir nicht dann beim Zeltfest noch auf irgendwelche politischen Sachen hinweisen. Das glaube ich, müssen wir nicht.
SPEAKER_01Was macht euch anders als andere Ubergrainerpartien? Weil ich, also, ich würde behaupten, ich bin jetzt nicht so tief in allen Ubergrainerpartien drin, die es mittlerweile gibt. Aber ich würde trotzdem behaupten, dass ich irgendwie raushören würde, dass ihr das seid. Das hat natürlich auch ganz viel mit deinem Gesang zu tun. Aber was macht euch vielleicht anders?
SPEAKER_00Ja, ich glaube, es ist sehr, wie du sagst. Also wir haben halt einfach ein Riesenglück, dass doch eigentlich von den fünf, eigentlich fünf singen können, wobei einer singt nicht, weil der das nicht mag. Aber vielleicht werden wir es noch irgendwann einmal schaffen. Wer ist das? Das sage ich jetzt nicht, aber das sieht man nicht dann live. Also am besten haben wir zu einem Auftritt gekommen, dann sagt sie eh, dass er nicht singt und dann sagt sie das, dass er bitte auch singen soll. Obwohl er es kann, macht er es nicht. Ja, also ich habe ihn schon öfter so ein bisschen beim Autofahren hören mit singen. Es war nicht so schlecht. Aber ich finde, das können halt schon zwar sehr gut singen und die anderen zwar singen auch ganz brav und das ist halt, finde ich, ein riesengroßes Glück, weil das ist halt oft so, dass man das einfach nicht hat in einer Band hat. Weil meistens ist es halt so, du hast vielleicht irgendwie einen, der kann ein bisschen singen kann. Und in unserem Fall ist das schon, glaube ich, ein riesengroßes Glück, dass wir halt doch recht gut singen können. Und ziemlich sicher auch, was uns ausmacht, ist einfach sehr coole Rhythmusgruppen. Also Akkordeon, Gitarre und Bariton, die halt wirklich ehersinnig gut zusammenpicken. Und dann wahrscheinlich auch unsere Stücke, die wir halt schreiben.
SPEAKER_01Was würdest du einer jungen Obergreinerpartie raten, wenn die anfangen? Also gerade in Deutschland gibt es nicht so viele, wenn jetzt Hörer sagen, okay, eigentlich reizt mich das und wir fangen an. Was hast du für Tipps?
SPEAKER_00Ich glaube, am Anfang ist wahrscheinlich sehr wichtig, dass wir viel miteinander spielen. Und meistens ist es ja am Anfang, wenn man sich so gründet, dann sind es ja eh oft Leute, die ja vielleicht geografisch nah sind, dass man sich halt einfach sehr oft trifft und miteinander probt und viel Musik macht. Das ist, glaube ich, wahrscheinlich das Wichtigste, weil nur so kann da ja was entstehen. Du brauchst ja im Sport brauchst du ja auch eine super funktionierende Mannschaft. Und das geht halt auch nur, glaube ich, wenn du viel miteinander trainierst. Und was sicher auch, glaube ich, sehr wichtig ist, also das war mir halt auch immer sehr wichtig, dass ich die Leute, mit denen ich halt auf der Bühne stehe, eigentlich auch mag.
SPEAKER_01Das wäre ganz gut, glaube ich.
SPEAKER_00Weil sonst ist es für mich eigentlich extrem schwierig, dass man da irgendwie so sein Herz musikalisch ausschüttet, aber mit dem anderen vielleicht eigentlich nicht mehr reden kann. Aber das haben wir halt eher schon, über das haben wir halt eher schon geredet.
SPEAKER_01Weil du gerade sagst du auf der Bühne, was unterscheidet den Bühnenpeter zum privaten Peter? Ja, dass der private Peter doch regelmäßig.
SPEAKER_00Okay. Und dass ich halt auch, also das ist auch etwas, was ich sehr oft von den Leuten höre, die sagen, ja, loch halt einmal. Oder was schaust du denn so böse? Und ich denke mir dann halt immer, ich verstehe es nicht, weil ich bin nicht böse. Ich schaue halt einfach so. Es tut mir leid, ich bin nicht böse. Also es ist alles gut. Und da glaube ich, ist halt auch auf der Bühne, dass man sich halt mehr bemüht zu lachen und eine gewisse Ausstrahlung zu haben, weil es gehört halt einfach auch dazu. Und im privaten Leben gefreut es mir dann halt, glaube ich, oft einfach nicht, dass ich das dann wieder so sage, dass ich es eigentlich eh gerade lustig und nett finde. Bist du ein sehr nachdenklicher Mensch? Ich glaube schon, ja. Also ich finde schon, ja, dass ich mir oft sehr viele Gedanken mache über mich und über meine Wirkung nach außen und war das jetzt eigentlich eh irgendwie okay oder war es nicht okay und dann oft merke ich, dass es eigentlich komplett wurscht war. Machst du dir gerade auch Gedanken bei dem jetzt im Podcast?
SPEAKER_01Ja, ja, sicher. Okay. Ich würde ganz kurz nochmal zu der Ubergriner Sache zurückkommen. Jetzt werden wir das aufnehmen. Ich glaube ungefähr letzte Woche war ja dann doch die offizielle Verkündung, dass die Global Grinder wieder zurückkehren. Hast du mitbekommen? Ja, ja.
SPEAKER_00Sicher.
SPEAKER_01Was denkst du?
SPEAKER_00Ja, voll cool. Also da kann ich mich nämlich erinnern, ich war in der glücklichen Lage, an Musiklehrer gehabt zu haben, also meinen Trompetenlehrer. Liebe Grüße übrigens, Mosa Paul, der immer schon mit mir sehr vielseitig Musik hat gemacht. Also wir haben wirklich von Klassik über Volksmusik, über Jazz, über Schlager, wir haben eigentlich mit ihnen immer alles gespielt. Und irgendwann einmal hat er dann so eine CD mitgebracht und das war eben die erste CD von Global Crainer. Und das war einfach so das war einfach unglaublich. So etwas habe ich noch nie gehört, wie man auf die coole Idee kommen kann, dass man sowas macht. Und die Musik habe ich natürlich auch sehr viel, sehr viel gehört und ich habe es ein paar Mal live gehört und finde es sehr cool und sehr spannend, dass da wieder was Neues kommt. Bin schon sehr gespannt. Und wenn die irgendwo spielen, dann schaue ich wahrscheinlich auch wieder hin, weil das würde ich wieder gern live mitleben.
SPEAKER_01Macht ihr sowas auch? Also Popsongs verkreinern.
SPEAKER_00Ja, also mittlerweile machen wir eigentlich immer so jedes Jahr so ein neues Medley. Also wir haben schon gehabt Odo Jürgens Medley, dann haben wir gehabt das Abamedlee, dann haben wir gemacht so 70er, 80er, 90er Jahre Kinderliedermedley aus Fernsehserien. Also das machen wir schon, weil es einfach möglich ist und weil du halt merkst, dass in die Leute es schon meistens ziemlich gut gefällt. Und das Schwierige ist. Und in dem Konflikt sind mir und ich glaube ziemlich viele andere Gruppen. Du möchtest natürlich schon auch sehr viel deine eigenen Stücke spielen. Aber viele Leute, die halt irgendwo hinkommen, die möchten halt einfach auch die ganzen Hits hören. Es ist halt einfach so. Und wir möchten halt dann das auch in die Leute bieten und da gehört halt sowas auch dazu. Und bei so zeitloser Musik wie zum Beispiel von Aber, das gefällt einfach jedem. Es ist halt einfach so.
SPEAKER_01Hoffst du, dass du, wie du mit MyDream ein Hit geschrieben hast, sowas auch nochmal mit den Lungauern schaffst?
SPEAKER_00Ganz ehrlich, ich denke über das nicht so nach. Wenn das passieren sollte, dann ist es so. Und wenn nicht, dann ist es auch okay. Aber du, wir schreiben Musik, wir machen Musik, wir haben noch Spaß dran und vielleicht ist das mal so und sonst halt nicht. Dann war es auch eine super coole Zeit. Und ich bin mir gar nicht so sicher, ob das MyDream wirklich so ein riesen Hit ist. Also weiß ich, ist das so.
SPEAKER_01Das wäre das dauernd. Ja, wenn hier Blaso gestern spielen, wird das relativ oft gespielt. Aber das ist auch nur meine Wahrnehmung. Vielleicht bin ich in einem Eck, wo das einfach viel gespielt wird. Okay. Wie du es vorhin so schön gesagt hast, die finanzielle Änderung, das merkst du ja nur du.
SPEAKER_00Genau. Nein, das ist schon auch, ja. Sicher ist das cool, wenn Musik sehr oft gespielt wird. Und man muss ja mittlerweile auch sehr dankensweiser sagen, dass die meisten Musikvereine Musik mittlerweile auch dann ganz offiziell melden. Dass die Komponisten halt dann auch ein bisschen was von den Ganzen kriegen, weil sonst wird es halt irgendwann vielleicht so werden, dass niemand mehr irgendwas schreibt. Also das ist, glaube ich, schon wichtig. Ich bin jetzt nicht von meinem Schreiben irgendwie finanziell abhängig, aber es gibt ja professionelle Komponisten. Und für die ist das natürlich sehr wichtig. Also das ist schon, finde ich, ganz cool, dass da ein bisschen ein Umdenken ist, dass die Musikvereine das mit dem, dass sie es einfach melden, auch glaube ich, sehr schätzen.
SPEAKER_01Du stehst ja relativ viel auf der Bühne. Wie wichtig ist dir das als Ausgleich zu deiner Tätigkeit als Trompetenlehrer?
SPEAKER_00Boah, ich weiß gar nicht, ob das so ein Ausgleich ist.
SPEAKER_01Oder Ergänzung, oder?
SPEAKER_00Ja, also in meinem tiefsten Herzen bin ich schon, glaube ich, Musiker, der einfach irrsinnig gern Musik macht. Aber ich glaube, wenn du jetzt nur mehr vielleicht Musiker bist und dann wieder das irgendwie machen musst, weil du es brauchst, dann ist es vielleicht auch nicht so schön. Und somit ist es eh vielleicht, wie du sagst, dass, also was es glaube ich ausmacht, ist die Möglichkeit, dass ich halt eine Kombination habe, dass ich halt einfach Musikschullehrer sein kann, aber auch Musiker und Komponist. Was ist dir wichtig, an deine Schüler weiterzugeben? Die Freude an Musik dann mittlerweile auch einfach zu lernen, wie man einfach lernt oder beziehungsweise halt wie man einfach übt. Und es ist oft einfach ein Kampf gegen Windmühlen. Aber es ist halt so. Aber ihnen halt zu zeigen, was die Musik im Leben halt einfach geben kann. Und vor allem bei uns Blassmusikern ist es halt schon cool, dass du einfach die Möglichkeit hast, wenn die Musikschule irgendwann einmal vorbei ist, dass du dann halt auch zur Blassmusik gehen. Und das ist halt schon, finde ich, ein unglaublich schöner Verein. Das ist halt so ein Querschnitt unserer Gesellschaft, wo halt die Leute miteinander Musi machen und es ist wurscht, ob du jung bist, alt bist, links bist, rechts bist, reich bist, arm bist in der Zeit, wo man Musi macht, ist irgendwie jeder gleich. Und das möchte ich ihnen schon mitgeben, dass das fürs Leben schon sehr viel geben kann. Bist du ein strenger Lehrer? Ich möchte eigentlich immer strenger werden. Warum? Weil ich das Gefühl habe, dass es dann rein musikalisch und von dem, was ich ihnen mitgeben kann, auch vom Handwerk her einfach sehr mehr Nutzen haben. Aber die Frage ist ja immer, was der ist, streng ist. Was empfindest du als streng? Also ich empfinde mittlerweile streng, als man muss einfach eine gewisse Konsequenz haben und streng sein ist überhaupt nicht, dass ich mit irgendwem schrei oder dass ich irgendwie ein Vorschlag wäre oder das bin ich einfach überhaupt nicht. Das sage ich es ihnen nicht immer. Ganz egal, ob ihr übt es oder nicht, ich habe euch deshalb, sofern das geht, aber ich habe jeden dann trotzdem irgendwie gleich gern. Aber wenn du halt mit deinem Instrument was erreichen willst, dann musst du halt da ein bisschen was dafür machen. Das ist halt einfach so. Aber das ist ja überall so. Und da möchte ich schon schauen, dass ich in Zukunft noch ein bisschen konsequenter werde und vor allem auch mit mir das eigentlich auch mache, dass ich einfach mehr konsequent bin und noch mehr struktureller bin.
SPEAKER_01Warum fällt dir das so schwer, vor allen Dingen als Lehrer?
SPEAKER_00Ja, weil du hast ja doch immer, also ich finde halt vor allem als Musikschullehrer hat man schon oft eine sehr, sehr gute Beziehung zu den Schülern. Und du verstehst das ja irgendwie alles, die haben halt so viele Sachen zum Tun mit der Schule, die haben oft alle ewig lange Schule und nebenschulische Ergebnisse. Kreativitäten, Sport und Musik und irgendwie das und das und dann hättest du noch diesen ganzen Druck mit so Social Media und dann ist schon klar, dass da irgendwann einmal die Zeit dafür, glaube ich, einfach einmal ausgeht, dass man sich auch seinem Musikinstrument widmet und das verstehe natürlich. Aber meine Aufgabe ist ja, dass sie das in Instrument lernen.
SPEAKER_01Wie finden die das, dass du so oft auf der Bühne stehst? Also wissen die, was du so nebenbei tust?
SPEAKER_00Ich glaube, die meisten wissen schon, aber es gibt sicher manche, die das nicht so mitkriegen. Aber ich glaube schon, dass das ganz cool ist, wenn du deinen Lehrer siehst, dass er halt eine Musik macht, weil, weißt nicht, wenn ich schon immer dann davon red von Musik machen, dann macht es halt auch Sinn, wenn das einfach ich ja eigentlich auch mache.
SPEAKER_01Ja, also das ist ja, also ich stehe ja in der Schule und da finde ich das genauso wichtig, weil ich will nicht irgendwann so ein Märchenonkel werden. Ja, das war mal, und so funktioniert das und eine Band ist so, sondern irgendwie will ich das so lange wie möglich noch aufrechterhalten, um quasi wirklich davon erzählen zu können. Deswegen, ich verstehe den Punkt.
SPEAKER_00Aber es gibt sicher super coole Lehrer, die vielleicht nicht so viel Musik nebenbei machen. Das gibt es ja sicher. Ja, ja. Ja, ja, klar. Aber ich glaube nicht, dass, also ich werde es glaube ich nie lassen, dass ich in irgendeiner Form Musik mache. Also das finde ich schon extrem cool, ich habe jetzt gestern bei einer super coolen Gruppe dürfen mitspielen, also weil du als der Flügelnist kurzfristig ausgefallen und ihr dürfen mitspielen. Und wenn du das erste Mal mitspielst, das ist ein bisschen, kommt mir vor, oft dann so, wie halt so Extrem Sportler erzählen, du lebst gerade in diesem einen Moment und da gibt es einfach nichts. Sonst du lebst nur diesen einen Moment und das war zum Beispiel wieder so, weil du halt musst halt da ganz viele Noten fressen. Und da lebst halt schon ziemlich diese Musik und das finde ich schon eigentlich extrem schön. Also wie halt so eben, ja, wie so extrem Sportler das irgendwie erzählen, die halt nur den einen Moment leben. Was bringt die Zukunft für dich? Welche Pläne hast du? Puh, werden wir schauen. Ich glaube, dass ich mir als Musiker, aber vor allem als Mensch, immer so positiv als möglicher Weiterentwickel und da nie stehen bleibe. Das ist mir schon sehr, sehr wichtig, weil es gibt doch noch viele Baustellen in meinem, oder weiß nicht, wie man das sagen soll, in meiner menschlichen Reife, die ich halt schon möchte, vielleicht noch mehr gut können meistern kennen und noch einfach.
SPEAKER_01Zum Beispiel, wenn ich fragen darf?
SPEAKER_00Ja, dass ich zum Beispiel vielleicht tu mir oft schwer, dass ich jemanden, also dass ich die Meinung von jemanden andern als richtig sehe. Ich bin glaube ich mittlerweile habe ich das schon sehr gut gelernt, dass ich immer Meinungen akzeptiere und das immer sehr pragmatisch sick, aber ich muss mir dann oft eingestehen, dass ich halt dann nicht mit kann. Und das möchte ich vielleicht noch ein bisschen lernen, dass ich über so Sachen vielleicht auch dann mehr nachdenke und vielleicht mehr noch ein bisschen öfter von anderen Meinungen auch überzeugen lassen kann.
SPEAKER_01Ich kann das auch nachvollziehen, ja. Wir kommen in die Schnellfragerunde. Du darfst aber trotzdem auch langsam antworten.
SPEAKER_00Das ist ziemlich lustig für jemanden, der stottert. Ja. Spielen oder singen?
SPEAKER_01Singen. Singen oder schreiben? Singen. Welchen Ratschlag würdest du deinem jüngeren Ich geben? Es ist okay, wie du bist. Da würde ich gerne nochmal kurz nachhang, wann kam das für dich so an?
SPEAKER_00Also wann konntest du für dich selber entscheiden, okay, ist das okay oder bist du das, man muss ja zwar sagen, dass das ja eigentlich dem, was ich gerade vorher eigentlich erklärt habe, ja komplett eigentlich widerspricht, oder?
SPEAKER_01Nee, finde ich nicht. Weil sich weiterzuentwickeln, ist ja völlig okay, aber im Grunde bleibst du ja trotzdem, Der Peter. So, also das eine wäre ja Stillstand, das ist ja auch nicht okay. Also was heißt nicht okay, aber es wäre jetzt nicht.
SPEAKER_00Darf ja trotzdem. Ja, aber vielleicht, es ist okay, wie du bist, und sei vielleicht auch im Leben noch viel, viel ehrlicher und sag einfach so, wie es ist und sag so, wie es ist, du denkst, das funktioniert meistens am besten. Und das ist zwar wahrscheinlich auch, dass ganz viele Sachen, die ich da mit dir heute gesagt habe, weil vielleicht nachher denke, boah, ich weiß nicht, war das schon irgendwie richtig, dass ich das gesagt habe? Aber es ist halt so, weil ich habe es halt gesagt. Und nächstes Jahr ist es vielleicht wieder irgendwie komplett anders. Aber das ist halt, glaube ich, so.
SPEAKER_01Ja, dann sprechen wir einfach irgendwann nochmal. Und dann gucken wir nochmal, was du dann sagst. Was würdest du gerne mal machen, hast dich aber bisher nicht getraut. Dass ich noch einmal in einer Eishockeyliga mitspiel.
SPEAKER_00Okay, das ist ja geil. Spielst du Eishockey? Ja, also es ist eigentlich fast mein Lieblingssport. Und früher als Kind und als Jugendlicher und dann als Jugendlicher halt ein bisschen so in Kärnten in einer Liga gespielt. Und das nehme ich mir irgendwie schon lang so vor, aber ich bin dann einfach zu wenig konsequent, dass ich es mache. Und mit 39 wird es dann schon langsam zu spät.
SPEAKER_01Ja, es ist halt sehr körperbetont. Hättest du da nicht Angst, dass du dann plötzlich, also keine Ahnung, dir irgendwie irgendwas brichst und dann ausfällst?
SPEAKER_00Ja, wahrscheinlich ist das schon so. Also wir spielen halt zum Beispiel jetzt immer jeden Sonntag am Abend so eine Hobby-Runde. Da wird schon ein bisschen auf Körper gespielt, aber natürlich nicht zu viel, weil es soll sich ja niemand verletzen. Und wenn du halt dann, glaube ich, in einer Liga spielst, und das ist ja ganz egal, das kann ja die letzte Liga sein, das da bei uns gibt, dann geht es da für Monhe schon auch um die Olympischen Spiele, glaube ich. Genau, und deshalb, glaube ich, werde ich es auch nicht machen.
SPEAKER_01Welches Buch bzw. welchen Film sollte man mal gelesen oder geschaut haben?
SPEAKER_00Boah, da gibt es so viele. Das letzte Buch, was ich gelesen habe, da kenne ich eigentlich den Titel nicht einmal mehr. Aber es geht halt darum, dass man irgendwie einmal so rausfindest, wenn du alles komplett bei dir wegblendest, was dann noch übrig bleibt. Und das übrig bleiben ist halt wahrscheinlich das innere Ich, das du bist. Okay. Buchtitel weißt du nicht mehr. Nein, müsst ihr jetzt nachschauen. Okay. Obwohl das letzte Buch, glaube ich, was ich wirklich gelesen habe, das war letztes Jahr im Sommer, im Urlaub, das hat Karsten, das hat Karsten radikal führen.
SPEAKER_01Okay. Ich meine, ich hätte das schon mal gehört, aber ich bin mir nicht mehr sicher.
SPEAKER_00Und das war aber eigentlich auch nur ein Zufall, weil mein bester Freund, der ist halt so im Unternehmensmanagement irgendwie so. Und der hat das Buch irgendwie bei einem Linken gehabt und ich habe das gesehen und habe den Titel halt natürlich sehr lustig gefunden. Und dann habe ich das gelesen. Und es geht aber eigentlich in dem Buch darum, dass man eben nicht so das macht, wie es der Titel eigentlich wird, jetzt suggerieren. Und ich finde das schon ganz spannend, wie man halt auch Menschen führt und Menschen auch zu zusammenbringt. Dass du ja eigentlich dann diese quasi, was viele vielleicht mit dem Begriff in Verbindung bringen, dass das ja eigentlich dann weg ist. Dass du die Leute so zusammenbringst, dass du das irgendwie nicht mehr machen musst. Und Film, boah, gibt es auch so viele. Lustigerweise ist vielleicht sogar mein Lieblingsfilm Happy Gilmore. Ach. Da war jetzt nämlich, glaube ich, gerade zufällig der zweite Teiler.
SPEAKER_01Das stimmt, dann gibt es jetzt einen zweiten Teil, den habe ich noch nicht gesehen.
SPEAKER_00Ist halt komplett scheuerter Adam Schandler-Film. Eishockeyspieler, der Golf spielt. Genau, ja. Das habe ich halt immer sehr lustig gefunden und ich habe den, glaube ich, sehr aufgesehen. Aber rein intellektuell hat er jetzt nicht so einen großen Anspruch.
SPEAKER_01Aber muss er nicht. Muss er nicht. Darf ja auch einfach mal unter Haltung sein.
SPEAKER_00Welcher Aufnahme sollte man sich mal angehört haben? Also, was ich schon ziemlich cool finde, sind diese ganzen MTV Unplugged-Alben, die es so hat gegeben. So in die Ninsker ja wahrscheinlich denkt da an. Also was ich mir wirklich sehr oft habe angehört, war das Unplugged-Album von Brian Adams und von der Familienmusik aus Irland, The Chorus. Ah, okay. Das habe ich sehr cool gefunden. Okay. Und dann gibt es natürlich noch ganz, ganz viele andere.
SPEAKER_01Ja, auf jeden Fall. Da ist doch eine schöne Sache jetzt auch Hörliste zusammengekommen. Weil das letzte kenne ich nicht, das würde ich mir mal anhören. Peter, was sind abschließend deine privaten Wünsche und die Wünsche für die Blasmusikszene?
SPEAKER_00Du, dass ich gesund bleib, dass meine Familie gesund bleib, dass ich eine schöne Zeit mit meinen lieben Menschen habe, die mir so in meinem Leben umgeben, dass wir die lieben Menschen in meinem Leben nur sehr lang halten bleiben. Und dass ich vielleicht auch, weil du ja vorher gesagt hast, ob ich eben jetzt über irgendwas nachdenke, dass ich mich vielleicht mal wieder bei ein oder zwei Leuten melden. Okay. Und für die Blasmusik, ja ich glaube, die ist eher auf so einem super coolen Weg. Ich glaube, das läuft gut. Ich würde nur sagen, vielleicht, dass man trotz aller Liebe zur Tradition auch nicht vergisst, dass es auch vielleicht Neues gibt. Und dass man vielleicht einmal darf mutig sein und irgendwelche neuen Sachen probieren. Selbst wenn man nachher dann sagt, war halt ziemlich scheiß. Aber das würde ich vielleicht ganz cool finden. Okay, Peter, vielen lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Ja, sage ich auch, Dankeschön für das nette Gespräch.
SPEAKER_01Und das war die Folge 132 mit Peter Leitner hier im Blasmusik-Podcast. Wahnsinn, wie viele Folgen es eigentlich schon gibt und mich interessiert auch natürlich hier wieder. Wie fandet ihr die Folge? Schreibt es mir gerne in die Kommentare bei Apple Music oder bei Spotify oder schreibt es mir gerne auch persönlich. Verlinkt mich gerne auf Instagram, wo ihr diesen Podcast hört. Alles hilft mir natürlich auch, meine Reichweite zu vergrößern. Und wer noch nicht genug über Ubergreiner Musik gehört hat oder Bescheid weiß, dem sei die Folge mit Sascho Außenick ans Herz gelegt. Da sprechen wir unter anderem auch darüber, wie diese Musik überhaupt entstanden ist und wie diese typische Akkordeonbekleidung zustande kam. Ich wünsche euch jetzt erstmal einen wunderschönen Jahresausklang. Frohe Weihnachten kommt gut ins neue Jahr. Im Januar geht es weiter. Vielleicht kommen vorher noch ein, zwei kleine Folgen. Das muss ich mal gucken, ob ich das noch schaffe. Aber im Januar geht es dann mit dem regulären Podcast weiter. Und auch da warten schon ganz interessante Gäste auf euch. Ich freue mich, wenn ihr da auch wieder dabei seid. Macht's gut. Euer Antib.