On Air - Der Blasmusik Podcast
Podcast rund um das Thema Blasmusik. Andy Schreck, selbst u.a. Dirigent und Lehrer für Musik an einem Gymnasium trifft sich mit Musikern, Dirigenten, Komponisten und Visionären um über Musik und das Leben zu sprechen und andere für neue Ideen zu begeistern.
On Air - Der Blasmusik Podcast
Auf einen Kaffee mit Sven Schnee - Was ist TaKeTiNa?
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Sven Schnee war schon einmal zu Gast, um sein Projekt mit einem Taubblindenwerk zu berichten. Heute erklärt er mir, was Taketina ist. Ich kenne den Begriff nur als Rhythmussprache, dass es aber viel mehr ist, erklärt er mir ausführlich und kleiner Spoiler: Ich würde es gerne mal ausprobieren.
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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge auf einen Kaffee mit dem Kleinformat hier im Blasmusik Podcast, bei dem ich mit meinem Gast über ein Thema, ein Kaffee lang, spreche. Mein heutiger Gast ist Sven Schnee. Er war sogar schon mal zu Gast und hat damals von seiner Aktion mit seinem Musikverein in ein Taubblindenwerk zu gehen berichtet und somit auch Möglichkeiten gezeigt, wie außerordentliche Konzerte auch für Menschen mit Beeinträchtigung stattfinden können. Heute habe ich ihn nochmal eingeladen, weil er damals schon so erwähnt hat, dass er neben Klarinette und Dirigieren und Unterrichten auch Taketina-Lehrer ist. Ich kannte Taketina bisher nur als Rhythmussprache, aber er hat gesagt, das ist viel mehr und das hat mich interessiert. Und deshalb wünsche ich euch jetzt ganz viel Spaß hier beim Blasmusik Podcast mit Sven Schnee. Wir haben ja beim letzten Mal, als wir gesprochen haben, ja schon mal, ist das ja schon mal so ganz kurz angeklungen, dass du Taketina machst. Dann habe ich damals ja noch gesagt, ich kenne das nur als Rhythmussprache. Da hast du gesagt, das ist weitaus mehr. Was ist Taketina? Und vor was steht das überhaupt?
SPEAKER_02Ja, gute Frage, aber dann nimm man vielleicht gleich den Einstieg mit der Rhythmussprache. Taketina, das sind dann einfach auch schon beispielhafte Silben für diese Methode. Und da gibt es auch viel mehr Silben. Das ist ein eigener Rhythmus oder nutzt eine eigene Rhythmussprache, um so einen Leitfaden oder eine Führung durch die Orientierung durch den Rhythmus, der dann da stattfindet, zu geben. Einfach eine Orientierung, Rhythmische, wann welche Aktionen stattfinden, auf welchen Silben. Es ist ja bekannt, also gibt es ja über den Globus verteilt ganz viele Rhythmussprachen, die das so nutzen in Indien, Tabla-Spiele und auch in Mitteleuropa, also im Abendland, sag ich mal, haben sich da auch verschiedene Systeme entwickelt, um da vom Denken wegzugehen. Oder vom Zählen. Und Zählen ist einfach sehr nah am Denken. Also weg von dem Traditionellen, wie man so aufgewachsen ist, zu möglichst sinnfreien Silben.
SPEAKER_01Okay. Wann hattest du das erste Mal Berührung damit?
SPEAKER_02Das ist schon relativ lange her. Das war in meinem Studium und da hat es unser Fagot-Professor angeboten. Und der hat da auch für seine Prüfung, für seine Abschlussprüfung geübt und hat dann unter den Studenten so einen Aushang gemacht und mit, also dann geübt mit der Gruppe. Genau. Und da habe ich teilgenommen ein paar Mal. Und das ist dann auch einfach erstmal fast zwei Jahrzehnte so liegen geblieben. Und dann habe ich irgendwann so eine Ausschreibung gesehen, dass es eine Tagetina-Ausbildung gibt. Und da habe ich gedacht, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das auch zu.
SPEAKER_01Was war da anders als zwei Jahrzehnte zuvor?
SPEAKER_02Ja, sehr gute Frage. Tagetina hat sich auch weiterentwickelt und da kann ich später noch was sagen dazu. Das wird ja auch im therapeutischen Kontext genutzt und in dieser Therapieausbildung, die ich dann gemacht habe, spielt man dieses Setup alleine. Also man kann alleine eine Gruppe anleiten und das war vorher einfach noch nicht möglich. Also dann vor 20 Jahren noch nicht. Da habe ich mir auch mal Unterlagen schicken lassen und so. Aber dann, das war dann für mich irgendwie so fast schon aus Sahkriterium, dass ich dann das nicht mache, weil ich dann immer jemanden brauche, mit dem ich das machen kann. Und ja.
SPEAKER_01Okay. Also ich bin da auch nicht so tief drin. Bin ich ganz ehrlich. Was heißt, du hast vor zwei Jahrzehnt jemanden gebraucht und jetzt kannst du es allein. Wie muss ich mir das vorstellen?
SPEAKER_02Ja, ich als Leiter nutze Instrumente, um dann einfach diesen Rhythmus besser hör und spürbar zu machen.
SPEAKER_01Also zum Beispiel eine Trommel.
SPEAKER_02Genau, so eine ganz normale Rahmentrommel. Ganz archaisches Instrument. Da ist kein Schnickschnack dran, das ist ein Holzrahmen und ein Trommelfell drüber. Und dann nutze ich noch einen Berinbau.
SPEAKER_01Das ist was.
SPEAKER_02Das ist im Prinzip ein Monokord. Also ein einseitiges Instrument, auch was ganz Archaisches, was ganz Ursprüngliches, was so auch über den Globus verteilt in den verschiedensten Kulturen einfach auch so entstanden ist. Sieht im Prinzip aus wie so ein Pfeil und Bogen, wie man sich so den vorstellt.
SPEAKER_01Ah, okay, dann kann ich mir das vorstellen.
SPEAKER_02Genau. Ja, und das nutze ich, also die Ausgangsfrage, das spiele ich beides gleichzeitig, während ich die Gruppe dann einfach auch noch anleite.
SPEAKER_01Okay. Was macht die Gruppe dann?
SPEAKER_02Die Gruppe spielt keine Instrumente, das könnte man sich ja denken, wenn es dann so um Rhythmus geht. Die Gruppe nutzt den Körper als Instrument, weil das so haptisch einfach viel ehrlicher ist und viel authentischer.
SPEAKER_01Also Richtung Bodypercussion dann.
SPEAKER_02Ja, genau, so kann man sich vorstellen. Aber auch wieder dieses auf einfachstem Niveau. Die Teilnehmer machen das mit einfachsten Körperbewegungen, Handbewegungen in der Luft oder Schritte. Schritte sind ganz zentrales in Element und Klatscher und natürlich die Stimme mit den Silben und später geht es dann in ein Call und Response, Vorsprechen, Nachsprechen, beziehungsweise kommt immer auf das Setting an, aber dann versuche ich dann schon immer zum Singen auch zu kommen. Vorsingen, nachsingen.
SPEAKER_01Du hast gerade schon mal so ein bisschen erwähnt, du hast noch eine therapeutische Ausbildung gemacht für die Hörer. Was machst du therapeutisch?
SPEAKER_02Ja, da nutze ich auch Taketina. Ich muss ausholen, vielleicht zu.
SPEAKER_01Ja, gerne, wir haben Zeit.
SPEAKER_02Ja, einen Kaffee lang.
SPEAKER_01Notfalls zwei. Für dich nehme ich mir auch zwei Zeit.
SPEAKER_02Ja, Taketina ist so entstanden als Rhythmusmethode mit dem Gedanken, die Leute wirklich in den Groove zu kriegen, in den echten Groove. Mein Ausbilder, ich hätte schon fast Chef gesagt, Reinhard Flatischler, der die Methode da so entwickelt anders, der so erzählt, dass er sich einfach gewundert hat, wie schwer manchen Menschen fällt, the groove to have in the groove to set and stabilization. And this was so erst mal der Gedanke, eher würde ich sagen, auf der pädagogischen Seite. This is then also diese Tagettina-pädagogische Ausbildung, die es schon seit Jahrzehnten gibt. Und dann war relativ schnell klar, das geht weniger darum, auch wenn das in der Gruppe stattfindet, Groß ist nicht das Ereignis, so ja, ich bin dann mit der Gruppe zusammen, sondern das geht dann einfach viel tiefer. Erstmal muss ich mit mir selber einfach im Reinen sein. Wann setze ich wirklich einen Schritt ganz bewusst und wann fällt der Schritt quasi? Wann kann ich so loslassen, dass der wirklich da ist im absoluten Groove oder der Klatscher. Und ja.
SPEAKER_01Das heißt, also, wenn ich das jetzt übertrage auf meine Schüler, die dann nicht in den Groove finden, hat das gar nichts damit zu tun, dass die einfach unrhythmisch sind, sondern dass die nicht im Reihen mit sich sind. Das ist jetzt sehr vereinfacht wahrscheinlich, aber kann man das sagen?
SPEAKER_02Das ist schon mal eine super Frage, weil wir schauen immer nach außen, sind wir mit den anderen zusammen. Aber wenn du dich nicht wohlfühlst, wenn du nicht satt voll da bist, das spürst du dann auch. Und Tagitina ist das absolut perfekte Spielfeld dafür, dass du spürst, ob du jetzt richtig gut im Groove bist oder nicht. Und dafür sorge ich dann einfach auch als Leiter, das dann einfach auch herzustellen. Und viele sind dann einfach da draußen ja so in der absoluten Überforderung in den Musikvereinen und das Groove-Teil nicht für fünf Pfennig.
SPEAKER_01Ja.
SPEAKER_02Was auch immer man spielt, das kommt ja gar nicht auf die Stilrichtung an. Und Tagetina lässt einen nach innen schauen. Und da hat man dann einfach gemerkt, hey, das ist wirklich auch ein richtig mächtiges Tool für Persönlichkeitsentwicklung, für zu sich zurück selber finden und dann einfach auch als therapeutische Methode. Weil da werden halt dann einfach Muster aufgedeckt, die so nicht so bewusst sind, wie man mit Stress, mit Herausforderungen oder Überforderungen umgeht.
SPEAKER_01Also zum Beispiel, wie kommt man vom Rhythmusklopfen dann auf unterbewusste Muster? Den Schritt verstehe ich noch nicht so ganz. Weil ihr macht ja Rhythmus und ich sehe, okay, augenscheinlich ist er nicht zusammen. So, das ist ja das Erste, was dann auffällt.
SPEAKER_02Genau. Naja, das nach innen schauen, das hat den Vorteil, dass du so ein bisschen distanzierter einfach auf dich selber gucken kannst. Das alles wird ein bisschen bewusster. Und wenn du aus dem Groove rausfällst, dann hast du ja eine Reaktion. Wie gehst du damit um? Der eine ärgert sich grün und blau, der will, der mag nicht mehr mitmachen, der andere geht da relaxed damit um.
SPEAKER_01Und der Dritte merkt es nicht. Den gibt es ja auch.
SPEAKER_02Ja, genau, ganz lange nicht. Und wenn er es dann merkt, das ist ja einfach auch cool. Das ist ja super. Das ist ja immer so. Also wenn du einen Fehler machst und den merkst du nicht, dann kannst du den ja auch nicht verbessern. Aber wenn du rausfällst, okay, nach dem Rausfallen kommt dann einfach auch immer wieder, ich komme wieder zurück. Also wir gehen ja dann, also Grundbasis, habe ich schon gesagt, sind dann Schritte, verschiedene Schrittmuster, die wir dann gehen. Einfach ganz, ganz einfache Schritte. Schritte zweimal rechts, zweimal links im Impuls. Und ich bin dann natürlich verantwortlich dafür, dass es nicht in die Langeweile geht, sondern dass es ein bisschen spicy wird und einfach auch herausfordernd. Da kommen dann verschiedene Ebenen dazu in der Gleichzeitigkeit. Ein Klatscher oder mehrere Klatscher, sogar in die Polyrhythmik. Und da dazu kommt dann noch so ein Call and Response, wie ich schon gesagt habe.
SPEAKER_01Du brauchst immer das heißt, du baust aber verschiedene Elemente immer auf dann drauf. Wenn das eine gut klappt, nimmst du eins dazu. Wenn das klappt, wieder eins dazu.
SPEAKER_02Es ist weniger linear, es hat natürlich einen Ablauf, einen Ablauf, aber das geht relativ schnell in die Gleichzeitigkeit. Weil die Teilnehmer sprechen auf diese Rhythmussilben durchgängig weiter und ich gehe dann sofort in die Anleitung und spreche frei darüber. Und das ist ja einfach auch eine schon eine gleichzeitige Silverführung.
SPEAKER_01Ja, ja, ja, ja, klar. Ich überlege nur gerade, weil mir das so vom Grundprinzip, ich weiß nicht, sagt ihr Live-Kinetik was?
SPEAKER_02Nee.
SPEAKER_01Aus dem Sport. Das sind quasi auch so Koordinationsübungen, du nimmst immer eine mehr dazu, um quasi auch dann so im Kopf quasi freier und klarer zu werden. Ist jetzt ganz schlecht erklärt von mir, weil ich es nur einmal gemacht habe. Aber so im Prinzip. Aber okay. Mit wem machst du das? Also wer sind deine Klientel? Ich hätte schon fast Kunden gesagt, aber das ist.
SPEAKER_02Ja, Klientel oder Klienten oder Teilnehmer, kann man sagen. Wenn ich dann Workshops oder Kurse mache, sind es dann eher quasi ganz normale Leute, die sich dafür interessieren, einfach Stress loszulassen. Ja, zu Stress, das ist der große Punkt, den man dann da einfach ganz gut loswerden kann. Zu dem Groove dazu. Und dann auf der anderen Seite habe ich natürlich auch Musiker da, die zu mir kommen in die Kurse oder einzeln. Genau, ich habe jetzt auch zwei Chöre, mit denen ich was mache.
SPEAKER_01Okay.
SPEAKER_02Genau, ist ganz vielfältig. Das ist natürlich eine absolut doofe Zielgruppe, wenn ich sage alle. Aber das kann natürlich uns modernen Menschen kann es wirklich ganz gut helfen, zu uns zurückzukommen. Genau, du runzelst schon nicht dir.
SPEAKER_01Nein, nein, nein, weil ich überlege gerade, weil ich also weil ich zum Beispiel, ich weiß nicht, ob du das auch feststellst, aber ich habe immer so das Gefühl, und dann denke ich immer, boah, jetzt werde ich richtig alt, weil ich immer sage, oh, früher war alles besser, aber ich habe trotzdem immer das Gefühl, dass immer mehr Kinder halt zu uns in die Schule kommen, die mit Rhythmus erstmal per se gar nichts mehr anfangen können. Also die tun sich einfach koordinatorisch schwer, irgendwie mal nach links und rechts zu laufen. Wenn du dann noch irgendwie sagst, okay, das soll noch halbwegs Impuls sein, dann hast du, also habe ich das Gefühl prozentual immer mehr in der Klasse, die sich damit schwer tun. Jetzt ist, ich habe jetzt nur so gerunzelt, weil jetzt, ich frage mich ja die ganze Zeit immer, woher kommt das? Weil kommt das daher, dass zu wenig Musik halt früh gemacht wird? Kommt das daher, dass Kinder einfach sich zu wenig bewegen und irgendwie kein Körpergefühl mehr haben? Oder kommt das auch, wenn ich dich jetzt so sprechen würde, dadurch, dass auch Kinder schon einfach zu viel Stress und zu viel woanders da sind, anstatt bei sich? Deswegen habe ich gerunzelt.
SPEAKER_02Ja, ja. Also bei Kindern, du bist Lehrer, ich bin auch Lehrer, ich sehe es auch. Ich glaube, da ist einfach, digitale Medien sind ein Riesenfaktor geworden in den letzten Jahren. Also nach Corona vor allem. Da bin ich ja absoluter Verfechter davon, diese Dinger wieder abzuschaffen und die definitiv zu verbieten. Und vor allem, das ist ja fast off-Topic, ne?
SPEAKER_01Aber hier gibt es kein Off-Topic. Du darfst ja, wir dürfen Schleifen drehen, das bin ich.
SPEAKER_02Ja, und dann eine Schule noch zum größten digitalen Dealer zu machen, wenn wir eben Schüler so ein iPad in die Hand drücken. Das tun wir uns keinen Gefallen. Aufgrund genau dieser Dinge, die du gesagt hast. Dass die einfach motorisch verarmen, würde ich sagen, wenn nicht sogar verwahrlosen. Muss ich so drastisch sagen. Die rennen über den Pausehof, haben in der linken Hand das Tablet, in der rechten das Handy und zocken dabei und spielen fangen. So echt. Oder die sitzen dann nur noch da und machen gar nichts mehr.
SPEAKER_01Das stimmt. Kennst du das Buch von Jonathan Hide? Generation Angst?
SPEAKER_02Es ist mir fast letzte Woche bestellt.
SPEAKER_01Also ich fand es ganz gut, tatsächlich, weil er auch Studien herzieht. Ich habe heute aber auch einen Artikel gelesen, wo einige natürlich dann auch sagen, okay, er liest die Studie natürlich auch sehr zu seinem Gunsten irgendwie. Wie es immer so ist. Weil er sagt ja zum Beispiel auch, er wird Handy vor 14 schon mal gar nicht anfangen. Und dann halt auch sehr gemerkt, weil er diese ganzen Studien so liest, dass mit Einführung der Smartphones und dann natürlich Social Media die ganzen psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen immens zugenommen haben. Also ich hätte das jetzt auch einfach mal so unterstrichen. Trotzdem finde ich es gut, dass es auch eine Gegenposition gibt, die sagt, okay, es ist vielleicht nicht nur so, aber ich sehe das genauso. Das ist der Wahnsinn. Wir haben iPads. Also wir haben in der Musikfachschaft sowieso gesagt, okay, wir versuchen, das so lange wie möglich analog zu machen, weil wir ja zumindest noch ein Fach sind, das analog auch überhaupt stattfinden. Also klar, wenn wir mal Filmmusik machen und die sollen einen kleinen Filmausschnitt vertun, dann dürfen die die Dinger auch mal benutzen. Aber das ist dann auch schon das Höchste der Gefühle. Also wenn wir in der Blaserklasse und so oder Gesangsklasse sind, dann haben die die Dinger schon mal nicht. Das sind schon mal drei Jahre, wo sie die Dinger bei uns gar nicht brauchen. Weil ich sehe das überhaupt nicht ein. Warum? Ich habe jetzt lustigerweise jetzt noch mehr off-Topic, aber das ist ja mein Podcast, ich darf das ja. Tatsächlich nochmal eine Fortbildung gemacht für KI im Musikunterricht.
SPEAKER_02Ja, habe ich auch demnächst.
SPEAKER_01So, dann schreib mir nochmal, wie du das fandest. Also ich fand meine nicht gut. Also abgesehen davon, dass wir irgendwie, also wir hatten so zwei Blöcke vormittags, nachmittags und in jedem Block waren es ungefähr 70 Prozent, wo die mir einfach nur erklärt haben, was die KI macht. Also wie die funktioniert und wie viele Schleifen die dreht. Das hätten wir auch ein bisschen kürzer fassen müssen, weil ich bin jetzt kein Informatiker. Mich interessiert jetzt nicht zwingend. So, finde ich. Und dann war das einzige, okay, hier habt ihr ein paar KIs probiert aus. Also es war nicht mal irgendein praktisches Beispiel dabei, sondern macht einfach, das hätte ich unterheim machen können. Das ist schon mal das Erste. Dann kam oft nur Quatsch raus, weil dann hieße irgendeine KI, ich schreibe was im Stile von Bach. Also es wenn es Schönberg war, war es vielleicht ungefähr das, aber also so. Und dann gab es natürlich so KIs wie Suno, wo du einfach eingibst, hier ein bisschen, schreib mal ein Jazz-Pop-Lied. Das klingt natürlich alles nach Jazzpop. Alles, wo du dann total überproduziert, könnte Radiosong sein. Dann habe ich mir aber die Frage gestellt, was will ich denn damit im Musikunterricht? Dann kommt so ein Kollege, ja, das können sie doch dann einbauen, wenn sie Filmmusik machen. Aber wo liegt jetzt der Mehrwert, dass die mir drei Wörter da rein tippen und dann kommt da irgendwas raus, das können sie, machen die sowieso daheim. Da brauchen die doch nicht noch mich dafür, dass ich das im Unterricht mit denen auch mache. Dann höre ich mir lieber was an und versuche irgendwie, ah, okay, das ist dafür verantwortlich, warum das spannend klingt. Gut, dann probieren wir das mal selber aus. Und tippen nicht, mach spannungsvolle Musik rein. Das können die ja auch ohne mich. Also das finde ich so völlig albern. Also ich bin da raus und habe gesagt, brauche ich nicht. Also kann mir gern, falls jemand sich jetzt zuhört und sagt, ich bin auf dem Holzweg, gern schreiben, aber ich sehe nicht, also ich sehe keinen Nutzen im Moment darin. Deswegen bin ich voll bei dir ganz weit weg mit dem. Das kommt nur Quatsch rein.
SPEAKER_02Das ist genau, du hast es gesagt, der Mehrwert. Wo ist der Mehrwert? Der digitale Mehrwert. Also nur einen Mehrwert, was ich nicht im normalen analogen Unterricht oder zumindest Musikunterricht besser hinkriege mit den Dingern.
SPEAKER_01Wobei ich sowieso auch behaupte, unabhängig jetzt von unserer Schule, bei vielen Schulen ist jetzt wahrscheinlich auch ein bisschen. Polemisch, aber ich glaube, dass die meisten Kollegen trotzdem noch analogen Unterricht machen, halt nur mit so einem digitalen Ding. Dann schreiben sie halt nicht ein Heft und dann schreiben sie halt auf dem iPad. Herzlichen Glückwunsch. Haben sie nichts davon. Und dann haben sie das Buch halt da auf dem iPad statt ein richtiges Buch. Aber dass es einen Mehrwert hat, dass ich jetzt plötzlich in so einen Bildschirm gucke, glaube ich nicht. Also bei den wenigsten.
SPEAKER_02Nee, glaube ich auch nicht. Die ganzen Schulbücher funktionieren nicht, diese digitalen Tools. Und ja, und dann haben sie Tablet nicht dabei oder das ist leer. Ich habe ja keine 30-Steckdosen. Geht auch nicht. Und Stift und Papier, das geht halt irgendwie immer. Ja, ja. Dieses haptische, jetzt muss man wieder irgendwie den Bogen von Paketina kriegen.
SPEAKER_01Ja, ja, das stimmt. Genau, also Haptikes auf jeden Fall.
SPEAKER_02Ich hab den Boden.
SPEAKER_01Dann machst du es.
SPEAKER_02Woher kommt es und so? Ja, vielleicht einfach auch dieses digitale Ding und das Motorische. Aber was ich so erlebe, das ist nicht hoffnungslos. Die sind nicht verloren, diese Kinder.
SPEAKER_01Das ist doch mal was Positives in der Bildung. Ja, genau.
SPEAKER_02Die haben alle Zugang dazu. Und die müssen es nur machen. Die müssen nur machen und es muss gut verpackt sein dann irgendwie. Und dann können die auch auf einfachstem Niveau und möglich auch differenziert dann einfach auch die Möglichkeit kriegen, sich so rhythmisch zu bewegen. Ohne diesen Leistungsdruck. Ja, und jetzt muss nochmal diese Choreografie für den Song und dann noch die next Piruette drehen, sondern einfach im Groove sein. Und das ist definitiv der Weg zu Tagetina. Wir sind alle rhythmische Wesen. Also jedes, alle innerkörperlichen Kommunikationen sind Rhythmus. Das ist einfach so. Interzellulär, intrazellulär, die ganze Welt ist Rhythmus. Also, keine Ahnung, schau mal ein hellblaues Hemd an. Das sind einfach Lichtwellen in einem bestimmten Muster, die in einer Frequenz auch meine Netzhaut eintreffen. Das ist Rhythmus. Alles ist Rhythmus.
SPEAKER_01Ja, deswegen sagt man ja auch, wir schwingen zusammen, wenn man gutes kann mit jemandem. Ja, genau.
SPEAKER_02Ja, und das sind so alles, was ist so das ist unser Sein als Mensch. Ist Rhythmus. Und es ist auch, dann sind wir so wieder in dem therapeutischen Aspekt, jenseits von allen Schicksalsschlägen, nenne ich es mal, oder Struggle im Leben oder vielleicht sogar traumatischen Erlebnissen, die sind an biografischer Natur, aber der Rhythmus geht einfach noch tiefer. Definitiv noch tiefer. Und darauf lässt sich einfach aufbauen.
SPEAKER_01Was hat sich für dich persönlich geändert, seitdem du das, dann die Ausbildung gemacht hast, seitdem du das auch, also da mehr Weitblick hast, dann auch das selber therapeutisch anwendest?
SPEAKER_02My whole life. Ehrlich? Absolut. Absolut. Privat, beruflich, gesundheitlich.
SPEAKER_01Was hat sich gesundheitlich seitdem verändert?
SPEAKER_02Ich hatte irgendwie 20, 25 Jahre chronische Rückenschmerzen in meinem Brustwirbelbereich. Hat sicherlich was auch mit einseitiger Haltung beim Klarheit-Spielen, Saxophonspielen zu tun. So in jungen Jahren. Und da konnte ich durch einfach Körperrhythmusreisen und mit Körperrhythmusmeditation konnte ich meine Rückenschmerzen einfach auskurieren. Ich war, ich wurde ständig eingerengt. Ich war bei Physio, ich war beim Arzt mit und Spritzen und Tabletten irgendwie so am Schluss und dann war Taketina die Erlösung für mich.
SPEAKER_01Machst du das für dich privat dann daheim, weil du gestresst bist?
SPEAKER_02Ja. Ich bin ja nicht mehr gestresst, gestresst aber oder nicht mehr so. War langer Weg. Ich bin schon auf gestresst, also über Mensch bin ich auch nicht da. Genau, aber ich mache es auch für mich. Und das Geile ist, das richtig Coole ist, ich bin genauso in diesem Flow und in diesem Groove drin wie die Teilnehmer. Anders als vielleicht so im Instrumentalunterricht schaue ich den Leuten zu, wie diese da irgendwie was machen. Nee, ich spiele ja mit der linken Hand die Rahmentrommel, mit der rechten Hand Berimbau, sprech frei drüber, schau, was die Leute machen, was brauchen die, sing dementsprechend die Calls, hör mir die Responses an. Bin auch in den Schritten und da bin ich absolut in der Gleichzeitigkeit und in dieser musikalischen Welt drin. Und das ist mega, mega, mega gut.
SPEAKER_01Das heißt, das ist eigentlich permanent eine Therapiesitzung für dich?
SPEAKER_02Ja, auf jeden Fall.
SPEAKER_01Weil das stimmt natürlich. Wenn du beim Instrumentalunterricht ist man ja immer nur analytisch von außen und klar, du spielst vielleicht mal ein Duett mit, aber so in dieses richtige Flow-Erlebnis des Spielens kommst du ja beim Unterrichten selber nicht selten. Außer du hast mal so einen Schüler, wo es irgendwie, weiß nicht, du. Aber klar, wenn du das dann natürlich mitmachst. Ich muss die ganze Zeit, wenn du das so erzählst, irgendwie an so afrikanische Naturvölker halt auch denken. Wenn man so Ausschnitte sieht, wenn die dann so Gruppenhappenings machen, ist doch wahrscheinlich dann das Gleiche. Die sind ja auch voll im Groove und voll im Machen und hier singen und Call Respawns.
SPEAKER_02Genau, so kann man sich das auch vorstellen. Also eine Gruppe von Menschen im Kreis. Ich stehe vielleicht in der Mitte mit der Rahmen trommeln und die stehen außerhalb und gehen ihre Schritte, klatschen, ein, zwei, drei Klatschen, wie viel auch immer, und singen dann mit mir. Diese freien Rhythmussilben. Und das ist schon echt ein mystisches Erlebnis oder archaisches Erlebnis, was so in den verschiedenen Kulturen der Welt, Frühkulturen, einfach auch so zelebriert wurde. Tanzritale, klar. Ja. Sagt der Prometheum, ja, ist das Thema. In Trance tanzen. So kann man sich das auch vorstellen. An der Stelle muss man natürlich sagen, Tagitina, da kannst du auch daneben sitzen und zugucken und du weißt nicht, was es wirklich ist. Du musst es einfach mal wirklich erlebt haben, weil das für jeden höchst individuell. Da gibt es quasi so einen Part, wie jeder das subjektiv selbst erlebt. Da kommen dann viele Stimmen danach, die das ähnlich erleben, ist klar. Und da gibt es so ein Gruppengefüge, Gruppengefühl und Zusammengehörigkeitsgefühl, das dann da einfach auch entsteht, voller Freude und Gemeinschaft, das einfach auch sehr, sehr verbindend ist.
SPEAKER_01Wenn ich jetzt da hingehe, also ich bin ja leider oft so ein Kopfmensch. Also ich kenne mich, ich würde dann erstmal mehr gucken als selber machen. Und dann fängt dann so an, wie sieht das von außen aus? Mach ich das überhaupt richtig? Kommt der kleine Mann im Kopf. Ja, ja, genau. So, dieses sehe ich ein bisschen lustig dabei aus. Also so. Wie lange? Und da werde ich wahrscheinlich ja nicht der Einzige sein, der da erstmal hinkommt und erstmal gar nicht weiß, kann ich das? Mache ich das richtig? Gibt's auch welche, die hinterher sagen, gut, ja, also anscheinend alle anderen haben irgendwie hier eine coole Zeit gehabt. Ich konnte mich noch nicht fallen lassen oder passiert das irgendwann automatisch?
SPEAKER_02Ja, einerseits ist natürlich jetzt, was du von dir jetzt erzählt hast, dein Muster, wie du dann da so mit einer Gruppe oder mit etwas Neuem, was dann da passiert, umgehst, das ist höchst individuell. Das kann ja bei einem anderen ganz anders sein. Der kann ja einfach in seinem Leben was besonders erlebt haben und dann sagen, okay, sowas macht mir total Spaß, dann einfach damit zu junklieren. Und das andere is so der Punkt, wenn du zu viel denkst, wenn das zu überhand nimmt, dann bist du nicht mehr im Groove. And this Schalter weg vom Denken hin zum Körperfühlen oder Machen, den findest du dann auch bei Takitina. Und wenn man es häufiger macht, dann findet man umso leichter. Und Denken und Rhythmus zusammen geht halt erstmal am Anfang überhaupt gar nicht. Also es geht hirnphysiologisch nicht.
SPEAKER_01Okay. Wie lange dauert so eine Sitzung, Workshop, ich weiß nicht. Also wenn ich zu dir kommen würde und wir machen das in so einer Gruppe, wie lange machst du sowas?
SPEAKER_02Ja, vielleicht ist es hier jetzt ein ganz guter Werbeblock.
SPEAKER_01Auf jeden Fall.
SPEAKER_02Mach einen Tagesworkshop. Und zwar über den Nordbayerischen Musikbund. Von daher passt es gerade, dass wir jetzt den Zeitpunkt sprechen. Der findet am 22.11. statt. Und zwar in der städtischen Musikschule in Bamberg.
SPEAKER_01Was ist das für ein Wochentag?
SPEAKER_02Ein Samstag. Startet um 10 Uhr und Ende ist geplant so gegen 16 Uhr.
SPEAKER_01Ah, da kann ich nicht. Ah, da haben wir Tag der offenen Tür. Der kriegt nicht frei wahrscheinlich. Schade, weil es uns wäre ich sehr gern gekommen.
SPEAKER_02Ich wollte es mal gesagt haben.
SPEAKER_01Ja, ja, ja, ja.
SPEAKER_02Genau, Anmeldung über den Kursfinder vom Bayerischen Blasmusikverband, der sollte bekannt sein.
SPEAKER_01Verlinke ich alles in den Show Notes.
SPEAKER_02Super. Genau, und da sind es sechs Stunden und da machen wir verschiedene Sets, Sessions, so die so eine Stunde bis eineinhalb dauert dann so eine Rhythmusreise, nenne ich es mal. Oder nennen wir das? Und dann ist eine kleine Pause und dann geht es wieder weiter. Und aber je nach Gruppe und je nach Gruppengefüge. Wenn du eine filigrane Gruppe hast, machst du am Anfang ein bisschen weniger und nicht so lang und ausführlich. Und da bin ich halt dafür verantwortlich, dass die Teilnehmer absolut im Groove sind, wissen, was Groove ist, wissen auch, was rausfallen ist, wissen, was Herausforderung ist und in Unterschied zu Überforderung, da nehme ich halt nicht den dritten Klatscher dazu, sondern bleib bei einem Klatscher und das ist dann auch in Ordnung und bin dann dafür, aber im Groove.
SPEAKER_00Okay.
SPEAKER_02Genau. Aber wenn, ich habe ja auch Einzelklienten, das ist dann ja dann eher so die Therapie-Seite. Da die kommen dann so eine Stunde zu mir, 50 Minuten ist da so dieses übliche therapeutische Setting.
SPEAKER_01Und das ist dann 1 zu 1, ihr klatscht dann.
SPEAKER_02Genau, ich mache 1 zu 1 bis kleinen Gruppengröße. Für mich jetzt als Lehrer, der es gewohnt ist, vor Klassen zu stehen, habe ich jetzt für mich 20 maximal erstmal so bestimmt und das ist für eigentlich eine sehr gute Gruppengröße, da auch alles im Blick zu haben.
SPEAKER_01Merkt man einen Unterschied, ob vor dir ein Schlagzeuger steht?
SPEAKER_02Ich will ja keine Schlagzeuger dissen.
SPEAKER_01Nein, aber weil die sind ja schon irgendwie körperaffiner und rhythmusaffiner als vielleicht schon Nicht-Musiker oder Melodie.
SPEAKER_02Man merkt schon, wenn man mehr Musiker hat. Die können damit einfach viel schneller was anfangen. Die haben viel schneller ein inneres Bild. Tänzer sind auch wirklich, wirklich gut, wenn dann die ersten Schritte gesetzt werden, da haben die erstmal weniger mit zu tun. Aber es gibt natürlich auch die Ausnahmen, wo man denkt, ey, das ist so ein guter Musiker und der kriegt irgendwie nichts auf die Kette. Das gibt's auch.
SPEAKER_01Aber liegt es, dann liegt es doch dann eher am inneren Setting. Weil wenn der ja spielen kann, dann müsste, also dann sind es doch andere Dinge, die ihn dran hindern.
SPEAKER_02Ja, genau. Aber das sehe ich ja nicht. Und ich so denke ich, die sind da, meine Teilnehmer sind da und ich kümmere mich um die und da ganz weit weg von irgendwie zu denken, zu werten. Also das ist der absolute wertfreiste Raum, den man sich nur vorstellen kann. Da fliegen die Leute raus und da wird darüber gelacht. Einfach weil es so eine ursprüngliche Reaktion ist. Da hast du gar keine Zeit, drüber nachzudenken. Da lachst du drüber. Alle lachen miteinander, wenn jemand rausfällt. Das ist so weit weg von jemandem auszulachen. Das ist so wundervoll.
SPEAKER_01Ja, so soll es ja eigentlich immer sein.
SPEAKER_02Ja, wenn man da, aber da müssen wir, wenn wir denken, dann schalten wir wieder rein, dann ist es wieder nett da.
SPEAKER_01Genau. Du hast auf deiner Homepage auch einige Texte, so Blogbeiträge und in einem ging es darum, dass du das so ein bisschen mit Meditation auch vergleichst.
SPEAKER_02Ja, den letzten Dispenser, ne? Ja, genau. Ja, genau, das sind so die körperlichen Auswirkungen von Taketina. Könnt ihr euch ja, oder kannst du dir vorstellen, wenn ich Schritte gehe, links, rechts, Gewichtsverlagerung, Taketina möglichst ohne Schuhe, dass einfach auch die Nervenenden, die es ja an den Füßen auch gibt, ähnlich wie an den Händen, dass die einfach auch die Schritte wirklich spüren. Das geht ins Nervensystem. Gewichtsverlagerung ist gleich Gewichtssinn. Sprechen, diese Rhythmusselben durchgängig sprechen oder dann ins Singen gehen. Ist ja der Kehlkopf mit verbunden. Das ist ein absolut ganzheitliches Lernen bei den Klatschern noch, die Hände sind auch noch mit dabei. Und es ist ein Vagus-Nerv-Training par excellence. Also es gibt ja diese zwei Nervensysteme, einmal dieses sympathische Nervensystem, das für Kampf, Flucht bei Stresssituationen dafür da ist, dass wir fliehen können, entweder fliehen, Flucht kämpfen, da sind. Und das ist halt das, was irgendwie gerade im Alltag bei uns gerade sehr genutzt wird, immer im Bauerstress, schreibt der Chef dann eine doofe E-Mail, ist mal wieder, ist die Pumpe, geht die Pumpe hoch, das System wird hochgefahren, dass man möglichst schnell reagieren kann. Und dann wird aber beim Traquetina-Prozess der Vagus-Nerv, also das parasympathische System, der Gegspieler, einfach stimuliert. Das ist der Nerv, der für Regeneration, für Heilung, für Ruhe, für die ganzen Prozesse, die länger dauern. Also Wundheilung oder Verdauung, diese ganzen innerkörperlichen Prozesse, die ja einfach auf der anderen Seite auch extrem wichtig sind. Genau, und du kommst dann in einen Zustand, der so viele sagen, so trance ähnlich oder Klarheit, absolute Ruhe, Freude. Und es ist dann einfach auf der Gehirnebene werden die Gehirnwellen einfach verlangsamt von Beta, den verschiedenen Beta-Ebenen, die Stress bedeuten, hin zu Alpha. Erstmal Alpha ist Ruhe. Und dann noch weiter tiefer und tiefer bis Delta, Theta und sogar Gamma wurde bei Takitina Sessions dann einfach gemessen. Und das ohne jahrzehntelang irgendwo auf einem indischen Berg zu sitzen und zu meditieren.
SPEAKER_01Wobei so ein indischer Berg auch schön sein kann.
SPEAKER_02Ja, klar. Aber das alles in Aktion, in der Musik und in der Freude und in der Kommunikation mit anderen Menschen und sofort spürbar. Also es ist für alle Teilnehmer wirklich spürbar eurem ersten Termin schon, dass da was passiert.
SPEAKER_01Ich finde es immer so krass, wir sind so eine moderne Gesellschaft, zumindest wollen wir es sein. Und da werden so archaische Dinge, die sich ja über Jahrhunderte und teilweise Jahrtausende und teilweise bis heute noch gehaltene Sachen, die werden so weggeschoben. Und das hat ja einen Grund, warum das sich bis heute in so Völkern noch hält. Und wir sitzen hier vor komischen Kameras und sprechen jetzt in so einen Bildschirm rein.
SPEAKER_02Da ist ja auch alles in Ordnung, ist ja auch alles schön.
SPEAKER_01Aber es braucht halt einen Ausgleich, ja. Genau.
SPEAKER_02Und den Ausgleich, den haben wir dann häufig nicht. Dann geht es in den Freizeitbereich, in den Freizeitstress und da, ja, was bleibt dann da an nicht stressigen Dingen? Die Leute machen natürlich schon was für sich, das ist klar. Und gibt es ja, es ist ja gerade so eine Welle, die ja auch wieder kommt. Und ich hoffe, das ist nicht nur so ein kurzes Aufflammen und Strohfeuer. Ich habe schon das Gefühl, dass sich da einfach auch was tut in den Menschen. Du selbst hast ja schon Podcasts gemacht über Wimhoff-Methode und so und machst es auch selber. Das ist ja auch eine Form, wirklich nach innen zu schauen, in den Körper zu gehen mit der Atmung. Alles verschiedene Zugänge, die ja völlig legitim sind, aber die total wichtig sind.
SPEAKER_01Ja, weil mir das Außen manchmal einfach viel zu viel wird. Das ist mir zu viel. Ich weiß nicht. Das ist zu viel einfach. Lass uns immer so steht. Genau. Hat sich eigentlich durch dieses Mehr nach innen schauen, dadurch, dass du ja quasi regelmäßig deine Kurse machst, bist du ja regelmäßig am in deiner eigenen therapeutischen Sitzung. Du sagst, dein Leben hat sich ganz geändert, hat sich da auch so grundsätzlich das Denken über die Welt geändert für dich? Also dass du sagst, okay, mein ganzes Verhalten hat sich geändert.
SPEAKER_02Ja, auf jeden Fall. Ich bin auf jeden Fall mehr bei mir. Sehr viel mehr bei mir. Ich kann meine inneren, also meine Denkmuster vielleicht besser so ein bisschen von außen betrachten. Mit Abstand. Auch wenn es mir vielleicht mal nicht so gut geht und ich bin auch gestresst, dann kann ich das so ein bisschen objektiver betrachten, was jetzt da ist. Und mein Blick auf die Welt, auf jeden Fall meinen Gefühl für die Welt. Wir sind gerade, glaube ich, an einem Punkt. So einem Split Point, vielleicht einer Weggabelung. Auf der einen Seite wird es politisch brisanter mit Krisenregionen, sogar innerhalb von Europa. Das ist ja ein riesengroßes Thema. Also Spaltung auf politischer Ebene. Und auf der anderen Seite die absolute Szenen sucht danach, dass sich was ändert, auch auf der politischen Ebene. Vielleicht auch ein Grund, dass vielleicht die rechte politische Szene da einfach aufwind aufkriegt. Es muss sich was ändern. Und hin zu einer Gemeinschaft, weg von dieser Trennung, sondern hin zu Einheit und Verbindung und Verbundenheit. Und ja, Verbindung und Verbundenheit sind für mich dann einfach nur andere Wörter für Liebe. Liebe innerhalb der Menschheit. Das ist die größte Sehnsucht.
SPEAKER_01Das glaube ich auch. Ja. Würde ich so unterstreichen. Wenn jetzt jemand sagt, okay, das klingt alles total spannend, ich kann jetzt leider am 22.11. nicht zu dir persönlich kommen. Und er möchte sich schon mal so ein bisschen mit dem Thema beschäftigen. Gibt es irgendein Buch, wo du sagst, okay, da kann man sich zumindest schon mal einlesen. Es ersetzt natürlich nicht das persönliche Erfahren, das ist natürlich klar. Oder auch mal ein Video, wo du sagst, okay, so kann man sich das vorstellen?
SPEAKER_02Ja, natürlich im Netz gibt es einige kurze Eindrücke, wie man sich das vorstellen kann. Auf meiner Website habe ich relativ viel stehen. Da gibt es noch ein paar andere Websites, die Hauptwebsite von Taketina.com oder Taketina Online von Reinhardt und Anna Flatischler. Da kann man auf jeden Fall auch mal reingucken. Ich glaube, die haben gerade auch so ein Beginnerangebot, wo man das sogar online ein bisschen ausprobieren kann. Genau, da kann man reingucken. Und dann empfehle ich alle meine Kollegen, schaut mal auf die Tagetina Hauptwebseite und ihr habt sicherlich in eurer Region auch einen Tagetiner Rhythmuspädagogen, der regelmäßig was anbietet. Die könnt ihr auch anschreiben. Oder ihr kommt nach Bamberg. Genau. Ihr könnt auch, ich habe ja schon gesagt, ich mache jetzt was mit zwei Chören und ihr könnt auch mich buchen, das ist ein nächstes Problem. Komme ich auch einmal vorbei. Ich halte nichts davon, den ganzen Verein oder das ganze Orchester dazwangs zu verpflichten. Ich habe ja selber zwei Orchester und die haben das auch noch nicht mit mir gemacht. Dann kommen da auch Einzelinteressenten zu meinen Workshops, Kursen. Aber würde ich machen, und das bringt halt mega was für die Gemeinschaft, wenn man dann erstmal in den Groove kommt, wenn man merkt, wie ist authentisch musizieren eigentlich, wie fühlt sich das eigentlich an? Weg von dieser Überforderung. Und es reicht, wenn ich erstmal bei einem Sechzehntelauf einfach nur die Ecktöne spiele. Oder den einfach auch weglasse. So, das spürst du da an definitiv. Die Gemeinschaft, das gemeinschaftliche Singen, das ist unglaublich wertvoll für jede bestehende Gruppe. Die zwei Chöre, die ich da jetzt habe, das wird bombastisch. Sicherlich, definitiv.
SPEAKER_01Wo sind die Chöre?
SPEAKER_02Die sind bei mir oben in der Gegend.
SPEAKER_01Ah, okay.
SPEAKER_02Genau.
SPEAKER_01Sehr spannendes Thema. Also du hast mich auf jeden Fall jetzt schon mal so ein bisschen, ja nicht nur ein bisschen, sondern sehr neugierig gemacht habt, das mal persönlich auszuprobieren. Und vielen lieben Dank, dass du so ein bisschen Einblick gegeben hast. Und ich werde weiterhin verfolgen. Falls du mal wieder in der Gegend bist, dann komme ich auf jeden Fall. 2.11. Wie gesagt, haben wir Tag der offenen Tür, da kriege ich nicht frei. Das weiß ich. Weil es ein Samstag ist. Ist dann doof, wenn dann der Kollege kommt und sagt, glaube ich nicht, dass das geht. Wir bleiben auf jeden Fall in Verbindung.
SPEAKER_02Vielen Dank, dass du mich nochmal eingeladen hast.
SPEAKER_01Ja, gerne, gerne. Wenn du noch mehr so spannende Themen hast, raushauen. Dann lade ich dich wieder hin. Dann vielen Dank.
SPEAKER_02Ja, danke dir. Bis zum nächsten Mal. Ciao.
SPEAKER_01Das war die Folge mit Sven Schnee. Ich bin wieder ein Stück schlauer und es gibt wieder eine Sache mehr auf meiner To-Do-Liste, die ich unbedingt mal ausprobieren möchte. Wie fandet ihr das? Habt ihr vielleicht sogar schon Erfahrung mit Taketina, dann lasst es mich doch gerne mal wissen und wie ihr das Ganze erlebt habt. Ansonsten die Infos dazu findet ihr in den Shownotes und wenn ihr auch mal dabei sein möchtet, über ein Thema mal reden wollt, was vorstellen wollt, eine CD, ein Projekt oder aber auch ganz kritisch mal mit mir sprechen wollt, auch gerne über den Blasmusik-Podcast, dann schreibt mir doch gerne unter blasmusikpodcast.gmx.de oder schreibt mich gerne auf Instagram an. Wenn ihr langjährige Hörer oder aber auch neue Hörerinnen seid, dann lade ich euch ganz herzlich ein, auch auf Patreon zu kommen. Das ist eine kleine Plattform, da könnt ihr euch anmelden gegen kleines Geld, etwa 5 Euro im Monat. Das wäre umgerechnet ein Cappuccino. Und ihr würdet damit mir einen riesigen Gefallen tun, denn dann kann ich auch mein kleines Team hinter diesem Blastmusik-Podcast bezahlen und es ist gesichert, dass das hier alles noch lange weitergeht. Außerdem versuche ich die Folgen auch früher euch zur Verfügung zu stellen. Die sind natürlich dann auch komplett werbefrei. Und außerdem, ihr würdet einfach deutlich viele Cover-Punkte sammeln, wenn ihr euren Lieblingspodcast hier unterstützt. Wenn ihr außerdem auch einmal im Monat von mir was lesen wollt, dann klickt doch einfach in den Shownotes auf den Newsletter. Der kommt einmal im Monat und beinhaltet alle Dinge, die mich so beschäftigen haben, die mir über den Weg gelaufen sind. Podcasts, Filme, Musiken, alles rund um die Welt der Musik, natürlich im Speziellen die Blasmusikwelt, aber manchmal ist da auch ein bisschen außerhalb was dabei. Aber im Endeffekt geht es immer nur darum, dass ihr oder dass ich natürlich mich weiterbilde, noch besser werdet. Denn wie hat Quincy Jones schon gesagt, die Musik kann nur so gut sein wie die jeweilige Sicht des Menschen. Also, wenn ihr die noch erweitern wollt, dann mein Newsletter abonniert. Ansonsten vielen Dank fürs Reinhören. Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid. Macht gut, euer Andi.