On Air - Der Blasmusik Podcast
Podcast rund um das Thema Blasmusik. Andy Schreck, selbst u.a. Dirigent und Lehrer für Musik an einem Gymnasium trifft sich mit Musikern, Dirigenten, Komponisten und Visionären um über Musik und das Leben zu sprechen und andere für neue Ideen zu begeistern.
On Air - Der Blasmusik Podcast
LaBrassBanda - Seid ihr noch die Blasmusik-Anarchos?
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Sie muss ich nicht wirklich vorstellen. LaBrassBanda gehört seit knapp 20 Jahren zu den Größen der Szene. Sie sind mit Sicherheit mit dafür verantwortlich, dass die Blasmusik wieder jung und hip geworden ist.
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Schnitt: Leander Machan
Musik: Dirk Mattes
Aber wir helfen da ja auch nicht zusammen, ehrlich gesagt. Also wenn ihr der Veranstalter einfach dann so Glunny-Bands kickt, nur weil sie einfach nur 20 Tickets verkauft haben, dann muss ich als Gesellschaft auch sagen, hey, ich gehe jetzt eigentlich auch zu dem Veranstalter einfach nicht mehr hin, weil das einfach ein Depp ist. Aber es ist spannend die Frage, weil uns stellen viele Leute die Frage, vor allem auch in England, wenn wir so sind, die stellen die Frage, wie seid ihr zu dem Konzept gekommen? Und ehrlich gesagt, das war nie ein Konzept, sondern einfach nur, welche Musiker gibt es gerade? Und ich habe gewusst, dass der Manu unglücklich ist in seine Dixi-Bands nach dem Studium. Ich habe gewusst, dass der Josie auch nicht so happy ist. Und dann habe ich gesagt, hey, lass uns halt miteinander was machen, was uns glücklich macht irgendwie. Also es war eigentlich nie so ein Konzept, sondern ehrlich gesagt, was ist möglich? Und was dann möglich ist, das haben wir, und das ist glaube ich unser Vorteil, haben wir dann immer alles gemacht.
SPEAKER_09Also ich fand ja das Studium, war quasi so wie Tinder für Musiker. Also ich hätte den Tattle nie kennengelernt, den Manu und die Leute, mit denen er jetzt Musik macht oder auch in anderen Formationen, das ist so eine Clique geworden. Das war, glaube ich, das Wichtigste, was ich im Studium gelernt habe.
SPEAKER_01Mexikanisches Tuba-Spulen. Ultra beeindruckend. Qua Mensch auf der Welt, außer die Mexikaner. Das ist unglaublich.
SPEAKER_04Weil das natürlich schon, wir haben immer so die ganze Zeit gesagt, ja, es gibt keine Fernsehsendungen, es gibt ja nichts, das haben wir gesagt, es gibt doch die Fernsehsendungen, es gibt ja da das Festjahrtausendlichter oder gibt es am nächsten Tag Fest 1000 Licht-Lichter oder was ist denn was? Es covert ja schon die Sendungen und haben gesagt, wir setzen uns mal zusammen einfach so und schauen wir mal, ob es da Möglichkeit gibt, da Live-Musik zu machen, weil so Sendungen. Vielleicht können wir genauso Zeit wie beim ESC, vielleicht dürfen wir Zeit.
SPEAKER_07Herzlich willkommen bei OnAir, dem Blasmusik-Podcast. Mein Name ist Andy Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Einen wunderschönen guten Morgen, guten Tag oder guten Abend. Ich bin wieder da. Die Sommerpause ist rum. Es gibt eine neue Folge von OnER dem Blasmusik-Podcast und das ist der Startschuss zur neuen Staffel, die sechste Staffel. Ich darf das quasi jetzt im sechsten Jahr machen und bin super dankbar, dass ihr da draußen so lange jetzt schon dabei seid und vielleicht bist du jetzt auch neu. Dann ein herzliches Willkommen hier in der Blasmusik-Community. Ich kann euch jetzt schon sagen, die sechste Staffel wird richtig toll anfangen. Es sind schon einige Folgen aufgenommen. Es sind super Gäste, super spannende Themenfelder, die ganz weit auseinanderliegen. Wir haben den Gewinner des Dirigentenwettbewerbs am Deutschen Musikfest, das kann ich schon mal spoilern. Ich habe auch mit Jugendlichen mal über ihren Blick der Blasmusik gesprochen. Und ganz bekannte Namen haben sich schon angemeldet. Also da wird ganz, ganz viel kommen. Ich freue mich richtig auf diese Staffel. Bevor es nun losgeht, wie immer der Supporter und das ist Buffet Grampant. Buffet Gramp ist Europas größter Hersteller von Blasinstrumenten mit Sitz in Marktneukirchen oder in Geretzried. Vielen, vielen Dank an Buffet Grampant, die mich jetzt auch schon im sechsten Jahr unterstützen. Danke, danke, danke. Und wenn ihr da draußen ein neues Instrument braucht, dann guckt doch mal die Marken von Buffet Gramp durch. Mein heutiger Gast bzw. meine heutigen Gäste sind ganz illustre und ich glaube, ich brauche sie nicht großartig vorstellen. Sie sind mit Sicherheit verantwortlich, dass die Blasmusik in den letzten Jahren, im letzten Jahrzehnt hipper geworden ist, jünger geworden ist, denn sie haben gezeigt, was alles geht fernab. Der traditionellen Blasmusik oder der symphonischen Musik, die Rede ist von Labras Banda. Ich hatte ja schon Corbinian Weber im Gespräch, die hat schon Manuel Wienbeck im Gespräch und ich hatte, als ich mich mit Corbinian mal getroffen habe, gesagt, ah, ich hätte doch gern auch mal Stefan Dettel im Gespräch. Und ja, was lange wert, passiert auch irgendwann, Labras Banda war in Mainz und wir haben uns im Biergarten, wo auch sonst, getroffen. Es war nicht nur Stefan Dettel dabei, es war auch Corbinian Weber, Jörg Hartl, Fabian Jungreitmeier, Matthias Hofmast und Manuel Winbeck dabei ist. In dieser Folge passiert alles. Es ist humoristisch, es ist vor allen Dingen sehr, sehr authentisch. Wir reden über die Musikbranche, wir reden über ihre Musik, ihre Anfänge, über Live-Spielen. Wir reden auch ein bisschen über Gesellschaft, wir reden über ihren Auftritt in der Serie Babylon Berlin. Da ist ganz, ganz viel dabei. Ich entschuldige mich für die Hintergrundgeräusche und so. Das war das erste Mal, dass wir mit mehreren Menschen auch draußen aufgenommen haben, aber ich finde, das ist ein unfassbar sympathischer und authentischer Podcast geworden. Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit Labras Banda. Ich sitze mit Labras Banda in Mainz. Standardfrage am Anfang, was war das letzte Stück, was ihr bewusst angehört habt?
SPEAKER_04Also im Bambus hören wir lustigerweise fast nie Musik, weil da wird so viel Quatscht, das ist ungefähr so wie so eine Klassenfahrt. Es ist ein bisschen kindisch alles und so. Und da hören wir eigentlich Alexa Gokka-Musik, sondern wir werden nur geredet und sowas. Und das allerletzte, was ich privat umgehört habe, war glaube ich. Was ich auch nicht mehr. Wimpe, du? Kennst du Coco Chambo?
SPEAKER_01Ja klar. Ich glaube, weil ich sie arrangieren habe, müssen Fubach, My Spirit Be Joyful. Oh! Für wen arrangiert? Für meine Hochzeit.
SPEAKER_09Oh la la, wann heiratet bist du? Im Oktober. Wen?
SPEAKER_01Also du bist schon verheiratet. Für welche Besetzung? Für die Innsbruck Kapische, die spielen bei mir die Körper. Karten gibt's. Wann kommt die CD raus? Gar nicht. Wird nicht mitgeschnitten.
SPEAKER_09Vielleicht schon.
SPEAKER_02Ja, du hast eine Tonstudio, natürlich schneidest du es mit.
SPEAKER_097.1 oder 5.1? Stereo. URTF. Lass mal durch die Frage.
SPEAKER_07Ihr habt ja ein neues Album rausgebracht und ich habe gestern nochmal reingehört und bei Apple steht ja immer so eine lustige Beschreibung unten drunter. Und da stand irgendwas von Blasmusik Anarchos und so. Jetzt die Frage, seht ihr euch immer noch als Blasmusik-Anarchos, weil ihr seid jetzt so lange dabei, die Szene hat sich ja geändert. Ist das noch Anarcho?
SPEAKER_04Ja, das Lustige ist, glaube ich, dass so La Braspana und wir vor Hause immer, wir haben uns eigentlich als Band gesehen schon und haben ja an Spielorte gespielt, wo einfach ganz normal die Bands sind, ob das als Rockband sind oder Punk-Bands oder halt auch Blasmusik. Also das war bei uns immer schon so, dass wir uns gar nicht so als nur Blasmusiker gesehen haben. Und deswegen ist es jetzt immer noch so. Also das Schöne für uns ist wirklich rumfahren, rumtouren, andere Bands hören. Und auch, ich glaube, wenn du nur Blasmusik hörst, dann wäre es, glaube ich, auch wahnsinnig. Also ich glaube, es ist immer schön, wenn man Musikliebhaber ist, da man verschiedene Stile auch hört und dann haben wir meistens Spaß und so geht es uns auf Tour, ehrlich gesagt auch. Also wir sehen uns nicht als Blasmusik ein Archos irgendwie, sondern halt schon als Live-Band, die einfach, wenn es geht, einfach so die Bühne zerstört und Spaß hat.
SPEAKER_02Ja, ich glaube, dass wir halt einfach gern Rockmusik machen wollten, aber die vermeintlich falschen Instrumente gehabt haben, aber was sie jetzt im Nachhinein als Gurt rausgestellt hat. Gitarre können wir nicht, deswegen müssen wir das mit der Trompete machen. Nicht die schlechteste Wahl. Auf keinen Fall.
SPEAKER_07Ihr seid ja schon auch maßgeblich beteiligt, dass die Szene sich so entwickelt hat, wie sie sich entwickelt hat. Wie blickt ihr da jetzt so zurück die letzten 20 Jahre? Und wie hat es sich für euch verändert?
SPEAKER_01Ich bin ja erstmal 2020 zu der Binterlung gestoßen und für mich, wo Silabas Banda gegründet hat, war dies so wie hätte ich es gedacht, ich habe davon nur Gloria Kumpel gehört und dann war die ist doch. Also schnell hoch. Da bin ich mittlerweile ein bisschen weg davor, aber dieses War krass. Also das hat so schon alles.
SPEAKER_08And that dieser Lore für uns eigentlich das Schönste is anders außenrum was passiert and then muss immer ein Hype and Demo ein Hype und es verändert sich alles ständig irgendwie, aber irgendwie für uns ist es schön, dass das einfach dass es immer nur so weitergeht und mir das Omaha dürfen, das ist eigentlich das Schönste, was so der Rückblick immer ergibt, dass wir jetzt fast 20 Jahre auf der Bühne stehen dürfen. Und das ist total geil einfach.
SPEAKER_07Aber ist das nicht cool, zurückzublicken und zu wissen, okay, wir sind schon auch jemand gewesen, die Wege bereitet haben für neue Bands, einfach genreübergreifend zu musizieren und nicht nur in diesem traditionellen Blasmusikfahrwasser drin zu bleiben?
SPEAKER_04Auf alle Fälle, aber ich glaube, das ist ein bisschen ein deutsches Problem. Also wir sengen das immer so in so Kategorien und so Schubladen. Wenn man jetzt nach Frankreich schaut oder sowas, da verändern sich die Szenen ständigst. Also ob das jetzt Trap ist, ob das irgendwelche Blasmusikeschichten haben, da ist eine ständige Veränderung und es ist immer schön, dass es verändert. Wir sagen halt so, ja, das ist 20 Uhr, da hat er Spandasound gemacht und jetzt kommt der Sound und jetzt kommt der Sound. Ich glaube, das ist so eine stetige Veränderung da und sehr wahnsinnig gut. Und ich glaube, es war für uns voll cool, wenn wir es ein bisschen mehr aufmachen hat, damit wir sagen, hey Blasmusik oder was weiß ich, Schlager oder das ganze Ding. Es muss einfach gute Live-Musik sein, es muss gut handgemacht sein und dann ist es total cool, dass sie sich verändert. Und dann ist es ja total spannend. Aber ich glaube, wir Deutschen sagen das immer gern, wir müssen es ab. La Braspanda ist jetzt seit alten Jazz-Techno, Deadset fertig, dass wir aber Punk spielen dürfen oder dass wir vielleicht mal Balladen machen dürfen. Oder mit einer Gitarre haben wir jetzt eine Nummer, wo nur Gitarre und Gesang ist auf Bord ist, wo wir total genießen, dass man kein Blechbläse gedönt ist. Das ist, glaube ich, die Schiene an der Musik.
SPEAKER_07Du hast gerade Frankreich so ein bisschen angesprochen, ich habe mir aufgeschrieben, du hast ja, glaube ich, in irgendeinem Interview gesagt, dass auch die Medienlandschaft in Deutschland so ein bisschen schuld ist, dass die Blasmusik auch so, ja, die ist ja nicht wirklich präsent in den Medien. Würdet ihr euch eine Quote wünschen, wie in Frankreich, dass man sagt, okay, so und so viel Prozent muss aus Deutschland kommen. Es muss nicht mal zwingend deutschsprachig oder sogar Dialekt sein, sondern zumindest mal aus Deutschland.
SPEAKER_04Auf alle Fälle in Frankreich war das glaube ich 96, wo die angefangen haben, wo die Musikszene am Boden war. Also es hat die Jugendkultur am Boden, musikalisch gesehen. Und die Szene war einfach, sie haben keine Bands mehr gehabt in Frankreich. Und das hat irgendwie zu ihrem Lebensstil nicht dazu gepasst. Sie essen gern, sie trinken irgendwie gern so Weinchen und dann hört man auch gerne Musik. Und da vorne waren keine Bands mehr da. Und haben gesagt, woran liegt denn das? Und dann haben die ganz radikal, glaube ich, 60% der Musik muss frankophon sein, muss quasi mit einem französischen Bezug kommen. Entweder Produzent oder Sänger oder einer was mitspulen. Und das haben die radikal durchgesetzt und das haben sie angefangen, was es schwierig ist, weil es hat keine Bands nicht gegeben. Und es hat eine Struktur nicht gegeben. Aber sie haben gesagt, wir ziehen das durch, wir möchten wieder unsere jungen Bands fördern. Und so etwas brauchen wir dringend, weil unsere Kulturszene, was ja selber, die ganzen Bands, die ganzen jungen Musikantinnen und Musikanten, die meisten, die es super ausgebildet haben, Musik studiert haben, machen das hobbymäßig, müssen irgendeinen Job da nicht machen. Und es sind aber perfekte, wahnsinnig geile Bands, die wirklich eigentlich nur darauf warten, dass die Unterstützung haben. Und da muss sie einiges nennen bei uns. Gesellschaftlich, glaube ich, auch, wir machen das jetzt seit du sagst, schon 20 Jahren und Touren und das ist schon ein Knochenjob manchmal. Und wenn man dann heimkommt, dann haben wir immer noch auch bei Konzertbesuchern, ja, und was macht sie eigentlich als normalen Beruf? Was macht sie denn? Dann sagen wir, jetzt hör mal auf, es gibt im Beruf Musikerinnen und Musiker wirklich. Und da muss ich, glaube ich, gesellschaftlich und kulturell einiges ändern, dass man das auch die Akzeptanz spürt. Weil es gibt so viele begabte wirklich Musikerinnen und Musiker, das macht so Spaß, die jungen Bands zu herrennen und die brauchen aber auch eine Verbreitungsmöglichkeit vom Radio natürlich und sie brauchen aber auch gesellschaftlich so Akzeptanz.
SPEAKER_07Wenn man so ein bisschen hört, wie ihr angefangen habt, glaubst du, dass junge Bands manchmal mehr all-in gehen müssten? Also ihr seid da ja auch, was ich so gehört habe, rumgetourt und zu fünft im Auto und so. Gibt es das heute noch?
SPEAKER_06Es ist wirklich, wie der Stefan gesagt hat, glaube ich, ein gesellschaftliches Problem. Es ist auch wirklich viel Bandsterben gewesen in den letzten Jahren. Also wenn ich jetzt auf die Musikszene zurückschaue vor zehn Jahren oder so, es haben wirklich viel probiert. Aber es ist nicht so einfach tatsächlich. Aber natürlich, wenn es die Chancen nicht gibt, dann ist es da schwierig. Da ihm zu gehen. Aber wenn man so die Szenen anschaut, ein bisschen untergrundmäßig so härtere Szene, Punk, Metal, die können alle nicht davon leben. Und das ist eigentlich schade. Weil sogar zum Beispiel so Bands wie ich glaube Hate Breed oder die haben da einen normalen Job daneben und das ist eigentlich, das ist so große Bands, das ist eigentlich eine harte Geschichte.
SPEAKER_07Ich weiß nicht, ob ihr Bobin B kennt. Die Rockabilly-Band kommt aus meiner Heimatstadt Aschenburg. Auch schon mittlerweile schwierig, dass ihr davon nehmen. Also ich weiß, dass ein, zwei Leute nebenbei als Koch noch arbeiten, Studienkollege, Saxophonist, also Lehrer noch. Also schwierig.
SPEAKER_06Oder wenn jetzt so die Kollegen von mir vom Studium ausschauen? Wirklich wenige, die nicht nur unterrichten müssen. Super Musiker teilweise. Also das ist wirklich, die meisten müssen dann unterrichten, weil sie von der Musik das machen, nicht leben können.
SPEAKER_04Obwohl es halt keine Pädagogen sind, weil das ist auch was Unterschied. Ich glaube, es gibt ja Pädagogen, die sind super, also ich finde das fantastisch, wenn jemand pädagogisch ist, aber es gibt ja manche Leute, so wie wir, die jetzt pädagogisch nicht so gut sind, die müssen einfach auf die Bühne. Deswegen ist die Trennung. Also wenn du dann einen Musiker hast, der eigentlich nur Spulen mächt und ist aber im Unterrichtszimmer, ich weiß nicht, ob das dann so der Wahnsinns gefallen ist an die Schüler und so. Ich glaube, das ist ja für mich zwar verschiedene Berufe, ehrlich gesagt, und ich finde es Wahnsinn, ich habe aber so profitiert von Pädagogen. Und die müssen nicht unbedingt am Instrument super sein, sie müssen es einfach nur verstehen als Mensch und die weiterbringen. Und da ist es natürlich super traurig über der Farbe richtig gesagt, wenn man so fantastische Musikerinnen und Musiker sieht, die aber in einem Job und einer Leidenschaft und Beruf und Hobby einfach leider nicht zum Beruf machen dürfen und nicht ausleben können.
SPEAKER_07Wo müsste man jetzt ansetzen? Muss es die Politik sein, die sagt, okay, wir unterstützen kleine Bands finanziell in irgendeiner Form oder sind es eher die Veranstalter, die unterstützt werden müssen, damit überhaupt gespielt wird, weil das wird ja auch weniger.
SPEAKER_04Ich glaube, es müssen einfach alle ein bisschen zusammenhelfen. Also mich ärgert es ein Wahnsinn, wenn wir bei so Stadtfesten, also bei uns in Traunstadt, gibt es dann einmal so Gratis-Musik quasi am Stadtplatz, was eigentlich fantastisch ist. Man sitzt beim Italiener draußen und man hört Musik, was ja total schön ist. Und dann ist die Stadt total stolz, weil sie sagt, ja, da spulen wirklich sehr gute Bands und die verlangen aber nur 500 Euro, kriegt die ganze Band für den 2-Stunden-Gick oder 4-Stunden-Gick. Und dann sage ich, das ist so traurig, da ist man nicht stolz drauf. Das ist einfach Armutszeichnis, das sind wirklich Profi-Bands. Und dann kannst du die nicht 500 Euro geben, sondern die brauchen einfach als Basis mindestens 1500 Euro mal, dass die anfangen können überhaupt, bis über die Spritkosten aussehe oder Studio, was es eh. Und ich glaube, da müssen auch die Musikerinnen und Musiker einfach sagen, hey, das geht nicht. In Österreich zum Beispiel weiß ich, wenn du eine Band anfangst und sie spurt schon ein Jahr oder sowas, dann verlangen die von Hause aus, haben die so eine Grundgage für 4.000 oder 5000 Euro. Das heißt, es kennt uns zwar keiner und vielleicht kommt keiner zu Besuch, aber das ist unsere Garche. Und dann sagen die Club sagen, ja, okay, also wenn wir das möchten, dann müssen wir ihnen halt das geben. Und dann fängt man mit an, dass das dahin geht. Und dann hat man Profi-Bands. Und man sieht es ja, das österreichische System mit Ö3 und sowas, wenn du jetzt auf die Brasswiesen schaust, die drei Headliner sind Österreicher. Wer ist da dieses Jahr?
SPEAKER_06Wanda, Pizzeria und Jaus und wahrscheinlich Volkswege oder so.
SPEAKER_04Ah, okay. Genau, und das ist halt schon, finde ich, also für so eine Blechbläserregion wie Bayern oder halt Deutschland natürlich auch, wo es wirklich fantastisch gibt, das ist ein totales Armutszeugnis. Also du merkst halt, dass in Österreich was gemacht wird, es gibt Verbreitungsmöglichkeiten und es gibt einen Anspruch der Musiker selber. Hey, wir sind Profis, deswegen muss das wertgeschätzt werden. Und ich glaube, da müssen, wie du richtig sagst, Politik, aber wir gesellschaftlich. Und wir müssen einfach auch auf das, was wir kennen und was wir gelernt haben und wie wir studiert haben. Wir sind zu Recht Profis und muss ein bisschen einen Anspruch haben, hey, zum Stadtfest, ihr müsst uns da weggeben.
SPEAKER_07Ich weiß nicht, ob ihr die Erfahrung jetzt auch gemacht habt. Durch Corona ist es ja auch mit den Kartenvorverkäufen immer schwieriger geworden zum Planen, halt auch für die Bands und für die Veranstalter. Merkt ihr das auch oder ist bei Labras Banda noch, wir gehen da auf jeden Fall hin? So dass ihr gut planen könnt. Im Schluss, die Bilder zeigen ja, ist ja voll, aber.
SPEAKER_08Also der Planungsaufwand ist auf jeden Fall viel, viel mehr geworden. Und ich habe das Gefühl, dass jetzt so langsam die Planung längerfristig wieder ein bisschen besser möglich ist, dass die Vorverkäufe wieder so in die gute Richtung gehen. Aber das haben wir schon gespannt, auf jeden Fall.
SPEAKER_07Ja, weil das ist ja auch, also Politik kann viel machen, wenn die Leute nicht weggehen, hilft es halt auch nicht, um zu planen.
SPEAKER_04Stimmt schon, aber mir helfen da ja auch nicht zusammen, ehrlich gesagt. Also wenn der Veranstalter einfach dann so Glony-Bands kickt, nur weil sie einfach nur 20 Tickets verkauft haben, dann muss ich ja als Gesellschaft auch sagen, hey, ich gehe jetzt seit einem Jahr zu den Veranstaltern einfach nicht mehr hin, weil das einfach ein Depp ist. Und so Veranstalter, die einfach wirklich Bands die Stange halten und sagen, es ist ein Besucher da. Wir haben ja auch gehabt. Also wir, Fabi weißt du, mit der Rockband haben wir in Dresden gespult und waren zwei Besucher da im Klon. Ja, wir hätten aber 200 Platz gehabt. Und ein Huhn. Und einen Huhn. Und dann haben wir das Sofa genommen, haben wir es eingestellt und dann haben die ja zwei Stunden schon vom Feinsten gekriegt. Und so Veranstalter, da geht man halt dann wieder hier. Und wir dürfen ja dann nicht immer nur der Kohle nachrennen und sagen, hey ja, aber es war halt einmal so, sondern man muss halt einfach so wirklich, es gibt auch die wirklich coolen Veranstalter und denen muss man dann gleich wie die Stange halten und da muss man ein bisschen treuer sein. Und Veranstalter, die sagen, ich muss das jetzt abzugangen, weil jetzt wenig Leute da haben. Ich glaube, das ist ja längerfristig, hat der keinen Spaß. Der möchte nur kurzfristig Kohle machen und einfach wieder zu den Leit hier gingen, die gibt es ja, die Clubs und die Bars, wo einfach wirklich was passiert.
SPEAKER_07Wenn ihr mich als Podcaster und mein kleines Team unterstützen wollt, gibt es zwei Möglichkeiten. Ihr abonniert meinen Newsletter und oder kommt sogar auf Patreon. Da könnt ihr für kleines Geld mich und mein Team unterstützen. Als Dank bekommt ihr die Folgen werbefrei und meist vorab schon zum Hören. Die Links findet ihr in den Shownotes und jetzt geht's weiter mit der Folge. Ich habe ja auf Instagram Umfragen gemacht nach Fragen. Ich weiß, die Frage habt ihr schon zig Mal gehört. Die haken wir ganz schnell ab, aber ich möchte zumindest meiner Aufgabe gerecht werden, die Frage auch zu stellen. Warum Barfuß?
SPEAKER_09Die Legende ist so, dass einst einst ist mir mit einem kleinen VW-Passat mit fünf großen Menschen drinnen gefahren und stinkende Nike-Schuhe, Fußpilz. Das war, glaube ich, die Legende.
SPEAKER_07Okay. Verstehe. Und das bis heute geblieben. Ja.
SPEAKER_09Wir tragen keine Nike-Schuhe mehr, sondern Barfuß.
SPEAKER_07Was ich bei euch ja total spannend finde, sind ja auch so diese Marketing-Sachen. Ihr seid am Anfang mit Mopeds irgendwo hingefahren, dann Biergarten-Tour, das ist ja auch super ungewöhnlich. Wer von euch hat die Ideen?
SPEAKER_02Alkohol. Ja, voll kommt schon vom Stefan. Also er hat da so einen Geistesblitz. Dann stellt ihr den vor und dann wird das, es wird zusammenguckt meistens und dann wird darüber gesprochen und dann kommt irgendwas raus.
SPEAKER_07Wie lange wird diskutiert?
SPEAKER_04Eigentlich nicht so lang, weil du hast ja ganz am Anfang schon gesagt, unsere Besetzung ist schon ein bisschen skurril und so und es gibt auch nicht viele Sachen, was wir machen können. Also wenn jetzt Corona, es war Corona-Zeit und das einzige, was möglich war, war im Biergarten Hintergrundmusik zu machen. Und dann ist natürlich die Idee jetzt nicht so wahnsinnig, dass wir da in den Biergarten kennen. Hey, das ist die einzige Möglichkeit. Und dann war es irgendwie noch strenger, dann hat man das nicht machen dürfen. Dann hat man nur Hintergrundmusik ohne Eintritt, glaube ich, für eine Sportveranstaltung war möglich, wo die Sportklaber 1,50 Meter auseinanderhören. Und dann haben gesagt, welchen Sport gibt es, wo die Menschen keinen Kontakt haben und 1,50 Meter, war es halt Yoga. Also haben halt dann Yoga-Konzerte gemacht.
SPEAKER_07Ah, war eine geile Idee.
SPEAKER_04Super, aber wir machen ehrlich gesagt immer nur das, was möglich ist. Mit Moppeds, und das war halt so, der Nachbar war der Kellerstef bei uns unten und der hat halt einen Pullo-Kop mit 6 Mops, da war klar, wir müssen einen Moped zu haben. Also ehrlich gesagt, hat die Idee nicht so Wahnsinn, nimm halt das, was du hast und dann mach halt ein paar Zamba irgendwer.
SPEAKER_07Wer ist der Bandpessimist, der bei solchen Ideen immer gleich sagt, machen wir nicht, funktioniert nicht. Der ohne Alkohol. Also gibt es einen Bandpessimist, der erstmal ein bisschen.
SPEAKER_01Ich glaube, Pessimisten gibt es nicht. Es gibt so Leid, wenn der Stefan so eine Idee vorschlagt, dass man dann so sagt, dass man sich halt denkt, so wie soll ich das? Nein, ich. Hä? Und dann machst du das und dann geht es natürlich aus. Aber Pessimismus ist überhaupt nicht im Sprüche.
SPEAKER_03Du hast Keyboard gespielt beim Yoga-Konzert, hast du vorher noch gemacht.
SPEAKER_01Und da habe ich andecken, ich konnte es eigentlich nicht, aber. Hat sich ja bestätigt.
SPEAKER_03Es war nur ein Ton, mein Freund.
SPEAKER_01Und dann habe ich die Holdtaste entdeckt, dann habe ich gar nichts mehr zum Dach.
SPEAKER_07So wie bei diesem Mr. Bean-Video. Kennt ihr das? Wo auch die ganze Zeit nur einen Ton spielen und eigentlich. Ja, genau. Wenn ihr heute anfangen würdet, die Band zu gründen, was würdet ihr anders denn machen? Also es ist eine ganz andere Zeit, wir haben Social Media, das ist ja, Aufmerksamkeit funktioniert ganz anders. Also wenn ich ganz ehrlich bin, glaube ich, da wir nicht viel anders machen.
SPEAKER_08Weil wir können eigentlich die Sachen, die heute so gefrockt sind, dass du Social Media gut bedienen konntest und so, das ist aussichtslos, dass wir da irgendwie einen Preis gewinnen in Konkurrenz. Und ich glaube, der Grund, warum die Menschen zu unserem Konzert kommen, ist einfach, weil wir gerne auf die Bühne gehen und uns da wirklich auch voll ins Zeichen, dass wir und die Leute einen guten Abend haben. Und ich glaube, das haben wir damals so gemacht und das darf man auch wieder genauso machen, glaube ich.
SPEAKER_04Aber es ist spannend die Frage, weil uns stellen viele Leute die Frage, vor allem auch in England, wenn wir so sind, die stellen die Frage, wie ihr seid zu dem Konzept kommen. Und ehrlich gesagt, das war nie ein Konzept, sondern einfach nur, welche Musiker gibt es gerade. Und ich habe gewusst, dass der Manu unglücklich ist in seine Dixie-Bands nach dem Studium. Ich habe gewusst, dass der Josie auch nicht so happy ist. Und dann habe ich gesagt, hey, lass uns halt miteinander was machen, was uns glücklich macht. Also es war eigentlich nie so ein Konzept, sondern ehrlich gesagt, was ist möglich? Und was dann möglich ist, das haben wir, und das glaube ich unser Vorteil, haben wir dann immer alles gemacht. Das war mir möglich, die ersten Auftritte waren in Gora steht bei einem Friedensfest irgendwie, unten an der bosnischen, glaube ich, serbisch-bosnischen Grenze. Und einen Tag davor haben wir aber in Rosenheim irgendwie so ein kleines Familienfestel gespult. Und es war einfach möglich, dass man das Familienfest bis 23 Uhr spult und dann fahren wir die ganze Nacht durch, dass wir am nächsten Tag in Gora stehen quasi mit dem Auto um 14 Uhr den ersten Slot vom Friedensfest. Also es war möglich, also haben wir es gemacht und ich glaube, so ist die Band dann durchgegangen. Es waren immer was für Möglichkeiten, die es uns gegeben haben, haben wir einfach alles gemacht. Und das ist auch das, was wir glaube ich die Bands, die jungen Bands mitgeben konnten. Hey, Sputz, Sputz, Sputz, alles. Kinderfasching haben wir gespült, Kindergeburtstag in Hamburg, Omas Seniorenheim in Münger, teilweise drei Auftritte. Und das hat uns, glaube ich, dann zu der Band gemacht, die gesagt hat, hey ja, wir möchten Musiker sein und wir spielen aber alles. Also Ramadzamba.
SPEAKER_07Aber es ist total spannend, weil es sind ja viele klassische Musiker, Jazzmusiker und ich erlebe das oder habe das damals erlebt nach meinem Studium, dass es dann welche oder viele gab, die gesagt haben, okay, jetzt bin ich studiert, Kindergeburtstag spiele ich aber nicht. Glaubst du, dass das oder glaubt ihr, das ist das falsche Mindset?
SPEAKER_01Ich glaube, du darfst auf gar keinen Fall das Musikantische verlieren. Egal was du gemacht hast oder machst oder was du meinst, was du kannst. Du kannst eigentlich nur so sein, wie es du. Jeder hat bei uns in der Blaskaba eingespult. Da gibt es halt den Standteil auf der Nacht, der 75er vom Hans. Da gehst du auf die Nacht hier und da kriegst du eine Brotzeit und das und Bier. Nein, ich glaube, wenn man das Musikantische nicht verliert, dann ist es wurscht, was du spielst, weil du magst spullen. Und um das geht es dann am Schluss eigentlich. Egal was man hat.
SPEAKER_04Omas und Kinder haben das schwarzste Publikum, ehrlich gesagt. Also Kinder haben es super ehrlich.
SPEAKER_07Kinder auf jeden Fall, ja.
SPEAKER_04Und Omas aber auch, weil wir haben dann auch schon, war das Sternes Kirche in Oase, glaube ich, wo wir gespielt haben, da waren ganz viele Omas in der ersten Reihe. Und dann haben wir gesagt, wenn es echt laut ist, sagt sie, gell? Aber die wollten es nur härter und nur lauter haben. Das war die krasseste Technoparty überhaupt. Also Omas und Kinder kann ich nur jeder Bein empfehlen. Wenn du es da schaffst, dann schaffst du das andere.
SPEAKER_07Wäre das mal eine Idee Altersheim-Tour?
SPEAKER_04Machen wir immer wieder mal, ja.
SPEAKER_07Also es kommt immer wieder vor, dass es so Möglichkeiten gibt. Es sind ein Altersheim. Das wollte ich direkt nicht sagen, dass ihr natürlich jetzt auch irgendwann.
SPEAKER_03Wir müssen unsere Freunde besuchen.
SPEAKER_07Aber gerade im klassischen Studium verliert man ja auch manchmal dieses Musikantische, weil man wird ja schon drauf getrennt, das muss alles genau so sein wie Aufnahme X und Janert nebendran.
SPEAKER_04Aber ich glaube, das ist nicht mehr so stark. Also ich habe das Gefühl, bei uns war das noch so irgendwie, vor so 20 Jahren im Studium, da war das noch, glaube ich, krasse Trennung. Also was ich mir gerade ganz viel junge, die müssen den Horizont erweitern. Also wenn du Klassik studierst, du musst den Jazzbands auch sein. Du musst ein bisschen mit improvisieren. Du musst auch, was ja selber jetzt bei den Wurztagen und so, du musst ja vielfältig sein, du musst Fangspulen können und trotzdem die Boikasche im Flügel haben. Ich glaube, dass das ein bisschen aufgelockert ist, was sau wichtig ist. Weil ich glaube, ein guter Musiker wusstest du, was Jazzer ist oder Blasmusikant oder Klassiker, die hat einen Sinn für andere Musiken und hat einfach seinen Horizont erweitert. Und da gibt es glaube ich so Stillrichtungen gar nicht. Dementsprechend gibt es ja keine Verbote, was man nicht machen hat darf oder so, sondern ich glaube, man muss überall, ich glaube, der Reinhard Friedrich muss auch mit der Blase mitspringen können. Und nur wie ein Disco ist er wirklich ein guter Typ. Wenn er das nicht macht, dann ist er nicht gut.
SPEAKER_07Ich schicke das irgendwo. Er darf er da drauf machen.
SPEAKER_04Antworten. Ich hoffe, die haben schon bloß, was ich gespielt habe. Ich weiß, dass er es kann.
SPEAKER_07Ah, okay, gut. Wer spielt von euch eigentlich noch im Verein daheim? Also ich bin noch Mitglied im Verein.
SPEAKER_08Also mitspulen tatsächlich ungefähr einmal in fünf Jahren, weil es halt öfter nicht geht. Aber der Kontakt ist nach wie vor da und es ist immer ein sehr guter Check-in, wenn man sowas wieder sich holen darf und da wieder einfach so einen direkten Kontakt zu seinen Roots kriegt, dann mir gibt es immer ein gutes Feedback, das ist auch gespürt.
SPEAKER_01Und da lernt man immer wieder was Neues. Ich habe vor ein paar Wochen, mein Papa macht bei uns die Standteile aus für die alten Leute. Und dann hat er gesagt, du, was hörst du, musst du unbedingt mitspielen, wir haben keine grosse Drummond. Ich sage, ja geil, da bin ich heute voll am Start sofort. Das sind ja immer lustige Typen. Und dann ist es wieder ein super Gespräch und einen schönen Abend.
SPEAKER_08Und man hört wieder neue Witze für den Turbus. Oh ja.
SPEAKER_01Wenn man es nicht gleich vergisst. Habt ihr einen?
SPEAKER_09Ein Witz? Ein Witz? Turbus, ja. Ich habe einen Witz für dich. Was macht ein 10 Centenschwerter Spatz auf dem Baum?
SPEAKER_07Keine Ahnung. Jeep! Okay. Genau. Bleib mal kurz beim Studium. Gibt es irgendwelche Dinge aus dem Studium, wo ihr sagt, okay, das nutzt mir heute noch was? Also jetzt abgesehen natürlich von dem Instrumentalen, klar, jeder hat das übt und so, aber irgendwas Spezielles? Oder was hättet ihr euch damals gewünscht, dass es anders gewesen wäre? Und wenn es nur ums, wie blick ich auf Musik ist?
SPEAKER_09Also ich fand ja das Studium war quasi so wie Tinder für Musiker. Also ich hätte den Dettel nie kennengelernt, den Manu and the Leute, mit denen er jetzt Musik macht oder auch in anderen Formationen. Das ist so eine Clique geworden. Das war glaube ich das Wichtigste, was ich im Studium gelernt habe. Also was ich wirklich mitnehme über jetzt über 25 Jahre her oder wo ich anfangen habe, mehr. Oh Gott. Aber diese Wurzeln dahinter und die Menschen, die ich da kennengelernt habe, mit denen mache ich immer noch Musik und das ist glaube ich das Coolste, was das Studium ist, weil das Studium musst du ja für dich machen. Wie weit du kommst oder nicht weit kommst, das ist deine persönliche Geschichte, aber dass du Menschen kennen, lernst sie genauso brennen wie du. Mit manchen kann man nicht Musik machen, mit den anderen machst du es. Das ist quasi so eine Essenz gewesen damals.
SPEAKER_04Und die hält an. Aber das warst du du, ja, Jörg. Du bist immer so krass offen in das Studium eingegangen. Also du hast dann schon, du hast gleich Schülersprecher bei uns, hast Partys veranstaltet, wo dann einfach 16 Löschzüge vorm Gastseig...
SPEAKER_0920 waren es. 24.
SPEAKER_04Der Jörg als ein Mensch, der keinen Alkohol trinkt und Maman einfach keine Partys macht, war der Veranstalter, der Partys immer bei uns am Konservatorium. Also du bist schon ein Typ, der auf Menschen zugeht, das ist glaube ich ganz wichtig. Sonst waren so viel Verbindungen wahrscheinlich gar nicht, hängt gar nicht stark von.
SPEAKER_09Richtig, aber ich immer noch, also ich habe ja auch, glaube ich, 16 Schüler dazu gebracht, dass sie studieren und vorbereitet und zu denen habe ich alle gesagt, ihr werdet nie der beste Instrumentalist werden, aber ihr lernt ein Milieu kennen, wo sie einfach mit anderen Leuten Musik macht, siehst du zu Hause, in die ihr in dieser Dichte nicht kennenlernst. Ich bin gerade aufgestanden und habe mich wieder hingesetzt.
SPEAKER_05Audiokommentar ja. Du musst nichts singen.
SPEAKER_08Also was ich mir im Nachhinein noch mehr gewünscht hätte im Studium, war vielleicht noch so ein bisschen handwerklichere Herangehensweise, dass man einfach noch viel mehr Macht zu.
SPEAKER_04Possaune, Alter.
SPEAKER_08Also wir haben ein Jahr lang so einen Nebenfachkurs Audioproduktion gehabt und das war so auch so eine Vorlesung, wo dann der Dozent erklärt hat, was XLR-Kabel ist und was ein Mikrofon ist. Hier habe ich vier davon. Und das war halt schön gewesen, wenn es einfach einen Kurs gegeben hat, wo man einfach da reingeschmissen wäre und wo man einfach dann wirklich auch Musik produziert. Das hätte ich wahnsinnig schön gefunden, wenn man das da im Studium einfach dann schon in Berührung kommt und dass das einfach dann für uns selber auch nicht mehr so ein Riesenschritt ist, sondern dass man das schon mal gemacht hat und dann von da aus weiter starten kann.
SPEAKER_02Ja, oder dass einfach also eine berufsvorbereitende Maßnahme sein soll. Aber dass man im Studium nie was hört von Künstler, Sozialkasse, GEMA und was wichtig ist für Musikanten eigentlich. Das war ein reines Selbststudium, was man halt irgendwie nachgehört hat. Und das finde ich im Nachhinein ein bisschen schade, dass man da überhaupt nicht was davor gehört hat eigentlich. Also ich weiß, dass sich irgendwann einmal ein Dirigent mit dem Taktstock Blutvergiftung geholt hat. Das sind so sau wichtige Sachen. Aber so die Dinger, die auf den Job vorbereiten, die hast du eigentlich nie gehabt. Und das im Nachhinein habe ich nervig. Keinen Dirigenten schauen aus Blei und nicht ins Auge stechen. Ich glaube, er hat sich einen Fuß eingestochen.
SPEAKER_01Richtig, bei meinem Fuß. Du hast ja auch schon mal so einen super Podcast gemacht mit Selbstorganisation. Ja. Den habe ich auch ganz spannend gefunden. Das war eben sehr cool. Ich habe auch noch was gelernt. Ja, tatsächlich. Also das ist einfach ein spannender Aspekt, der wo halt, wenn du das machst, dann falls du da irgendwann auf die Fürst fitst und unorganisiert bist. Und da musst du halt dann irgendwann selber was da arbeiten.
SPEAKER_04Aber es gibt ja das andere, wenn du früh organisierst und nicht spulst, dann haut es auch nicht hin.
SPEAKER_07Noch eine Zuhörerfrage. Auch in der Bandgeschichte schon länger her, ISC, das wahrscheinlich schon vermutet, dass das halt auch nochmal kommt. Ob ihr enttäuscht wart zu sehen, dass die Jury euch quasi nachhin geweiht hat und eigentlich das Publikum ja voll auf eurer Seite war.
SPEAKER_04Also wenn man es jetzt so analysiert und so, und für uns war das wirklich das Beste, was passieren hier können. Also danach, wir haben wirklich so viele schöne Emotionen mitgerückt, wir haben dann eine Deutschland-Tour gespult, wir waren in Bielefeld das erste Mal, es waren glaube ich 2500 Leute das erste Mal in Ortschaften, wo man davor noch nie war. Also für uns war das total schön, weil man wahnsinnig viele Menschen dann kennengelernt hat und alle sind ein bisschen aufmerksamer von uns. Was ist das für eine Band? Warum schauen die so komisch aus? Warum können die nicht singen? Das war irgendwie für uns total spannend, weil die haben dann in die Konzerte gekommen und nach dem Konzert haben sie gesagt, ah, jetzt wissen wir auch, warum es ja die Konzerte macht. Es geht scheinbar um Musik und wenn wir einen schönen Abend miteinander haben. Deswegen war das für uns ein voller Erfolg. Dass die Jury uns nicht einordnen konnten, ist auch ein bisschen logisch, ehrlich gesagt, weil ich glaube, die Jury-Mitglieder, die da waren oder so, oder auch die ganzen deutschen Pop-Menschen, die haben ja in einer krassen Blasen drin. Die haben ja jetzt, also nicht so den wahnsinnig brutalen Horizont, unterstellen wir jetzt einfach mal, den wir aber schon gehabt haben. Nicht am Anfang, aber halt durch die ganzen Konzerte im Ausland. Wenn du mal am Sigurd Festival in Budapest bist und hörst verschiedenste Stilrichtungen, verschiedenste Musikantinnen, Musikanten vor der ganzen Welt, dann denkst du, okay, es gibt ja da wirklich so eine Szene. Also das ist ja wirklich was Spannendes, wenn jemand anders ist, eine andere Stimme hat, das Instrument anders bedient. Das ist ja was Besonderes. Und bei uns ist so, was machst denn du da? Das geht ja gar nicht. Bei uns mussten die krassen Pop-Raster drin sein. Deswegen hat uns das gar nicht so überrascht, ehrlich gesagt. Es überrascht uns dann schon, dass wir einfach so viel Leute wirklich Live-Musik im Fernsehen gefeiert haben, weil wir waren die einzige Band, die wirklich live gespielt hat. Und da haben wir natürlich auch ultra stolz drauf. Ein bisschen so doch schon gar nicht ein Nachkopflos, was sie kannten, dass wir sagen, hey, wir haben das ein bisschen schon, dass wir das halt durchgesetzt haben können, dass im Fernsehen einfach Live-Musik, wie es in England da ist oder in Frankreich immer nur stark ist. Live-Musik im Fernsehen ist toll, es ist spannend, es ist interessant, die Emotionen kommen wir überdrungen. Und es muss nicht alles immer ultra perfekt und vom Playback sein. Das ist einfach langweilig. Und das war ja auch nicht mehr, was du gefragt hast.
SPEAKER_07Ob ich enttäuscht war, dass die Jury euch nachhin gewählt hat.
SPEAKER_04Ich glaube, die Enttäuschung hält sich total in Grenzen.
SPEAKER_07Oder wart ihr froh, dass ihr gar nicht weitergekammt? Weil so noch das Beste mitgenommen, Aufmerksamkeit. Weil man kann ja auch online gehen dann.
SPEAKER_04Guter Punkt. Wir haben ja lang gestritten schon im Vorfeld. Herr Schreiber hat ja damals, glaube ich, Korsen, der ist ein super Typ. Und der hat gesagt, er möchte unbedingt, dass wir da teilnehmen. Dann haben wir gesagt, wir spielen aber nur, wenn wir live spielen dürfen. Das war unsere Bedingung. Und dann hat er gesagt, okay, für Deutschland hat es irgendwie geklärt, das ist, aber es steht sogar in den Statuten beim ESC drin, es muss, die Stimme muss live sein, aber das Playback muss vom Band kommen. Also das, also nicht das Playback, also die ganze Band muss vom Band kommen. Das ist einfach so drin. Also wenn wir es geschafft hätten, weiterzukommen, hätten wir einfach nicht mehr live spielen dürfen. Und wahrscheinlich, also es war uns, also wahrscheinlich hätten wir schon gemacht natürlich, weil es eine Ehre ist, für Deutschland teilzunehmen, aber ein Playback-Spulen, das ist das Schlimmste, was es gibt auf der Welt, vor allem für uns. Weil wir seit nicht so schön, dass wir uns da hinstellen können. Und nur die Stimme, das ist bei uns das Schlechteste, weißt du was ich meine? Lass uns wenigstens Trabetten spullen.
SPEAKER_09Das ist nicht gut, aber das siehst du nicht.
SPEAKER_03Das sagt der Jörg, ja.
SPEAKER_05Mutig.
SPEAKER_07Genau, ihr wart die einzigen, die live bisher gespielt haben und ihr betont ja, dass Live-Spielen ganz wichtig ist. Wie blickt ihr dann auf die heutige Musikszene? Also insgesamt auch im Pop, das ist ja. Wie blicke ich auf die heutige Musik?
SPEAKER_06Ja, schwierig tatsächlich. Also ich finde erschreckend, dieser Maletrend, diese Musik abstoßend, ehrlich gesagt. Also, dass das so erfolgreich wird. Das Stumpf, Trumpf, einfach, das ist, was momentan zölt. Finde ich absurd.
SPEAKER_02Ja, also Polka mit Fahr und the Floor finde ich schwierig, wirklich.
SPEAKER_07Ja, aber auch so, wenn man schaut, also jetzt mal weg von dem Maler, aber es ist ja ganz viel Autotune, Texte sind ja super eindimensional geworden, die Hälfte kann ja nicht mehr singen, behaupte ich jetzt einfach mal.
SPEAKER_04Es gibt wirklich eine schöne Geschichte dazu. Wir waren am Nova Rock, oder nein, Frequency war das, in Österreich. War das letzte Jahr?
SPEAKER_06Das war vor drei Jahr, ja.
SPEAKER_04Vor drei Jahren alles klar, okay. Zeit verloren. Auf alle Fälle waren wir nach dem Festival und vor uns hat voll die geile, was war das also, Punk-Rock da jetzt gemacht? Auf alle Fälle Gitarre, Schlagzeug, drei Mann mit irgendwelchen die Gitarrnummer angeschmissen und wir haben die schon ein bisschen beim Soundcheck gesagt, wow, die müssen wir so mal nicht ausschauen. Die haben vor uns auf der Bühne gespult und dann hat es aber irgendeine Unwirtwarnung gegeben, alle haben weggemessen und dann haben wir wieder hingegangen. Und dann haben wir so, die Band hat uns gespult auf der Bühne und dann haben wir immer so Hintergrundgeräusche gehört, so. Dann haben wir gesagt, was ist denn da los? Dann haben die gesagt, ja in einer Show ist 60 Minuten timed, jetzt dürfen sie aber nur noch 30 Minuten spulen. Jetzt klafft einfach schon mal auf der Bühne das Playback durch. Die ganzen Add-ons, die ganzen Stimmen, die dazu laufen, weil sie müssten das durchspulen lassen, sie können jetzt nicht damit starten, aus irgendeinem Grund, es läuft so durch das ganze Ding. Jetzt ist das schon mal gelaufen eine halbe Stunde, weißt du, die zweite Stimmen und dann wieder etwas näher dazu und dann die Bestraum. Und wir stehen dann niemand und sagen wir, ja, um Gottes Wein, ihr hättest ja alles fantastische Musiker, spult's doch einfach den Scheiß. Und dass man dann merkt, dass wir bei so Festivals haben wir oft wirklich die einzigen, die keinen Klick haben, kann ich so produzierten Computergeschichten im Hintergrund und das ist natürlich super traurig. Ich glaube, fürs Publikum ist es eine super Show, weil es sind fantastisch ausgebildete Musiker und die müssen dann noch jeden Tag den gleichen Rhythmus spulen, das ist doch Hölle. Du merkst einfach Live-Bands haben, die dürfen einen Ton daneben setzen, die dürfen sich einfach singen, aber du merkst, dass die agieren für dich. Ich glaube, um das geht ja die Festivals und das zum Sängen, die Entwicklung ist natürlich super scheiße.
SPEAKER_07Aber geht es denn bei uns darum, dass es eins zu eins klingt wie auf Platte?
SPEAKER_06Ja, aber das ist auch Irrglaube, finde ich. Also ich finde, das ist eben gerade schön, dass es eben nicht klingt wie auf Platten, sondern dass man sich noch überraschen lässt, wie das dann live anders klingt und dass da irgendwie die Musiker sich ausleben können. Also ich gehe jetzt da nicht auf ein Konzert und wie das Getarn-Solo eins zu eins wie von der Platte haben. Ich will, dass die was machen, wie überrascht werden, wie begeistert werden. Das interessiert mich überhaupt nicht, wenn das jetzt genau eins zu eins genauso ist. Aber es ist vielleicht Ansichtssache.
SPEAKER_07Lass mal so stehen. Ich weiß es auch nicht. Also ich freue mich auch immer, wenn ich eine Platte habe und dann Live-Arangements höre und merke, ah, irgendwie ganz anders oder so. Also bin da auch eher auf der Seite. Wer aber dann so ein Fernsehformat wie Singen mein Song, was für euch?
SPEAKER_04Super spannende Frage.
SPEAKER_07Wir haben ja die Anfrage schon mal gekriegt, ja.
SPEAKER_04Ehrlich? Ja. Und wir haben das uns damals, das war vor fünf, sechs Jahren oder so, wahrscheinlich einfach acht Jahre, aber so lange gibt es ja so schnell eine Bullet. Wir haben die Anfrage gekriegt und für uns, ehrlich gesagt, war es nur möglich, wenn die ganze Band da war. Weißt du, was sie machen? Also wir müssen halt dann einfach die Analyse in unseren Soundspulen und haben gesagt, nein, die haben ja Backing-Band. Dann habe ich gesagt, ja das geht nicht. Das sind super Wahnsinn, Profimusik, aber die kennen das nicht so spült wie wir, sorry. Wir brauchen einen Tuba, wir brauchen so einfach Hunak-Libusaun, wir brauchen den ganzen Sound von uns, sonst geht das nicht. Und dann war es natürlich schon interessant, ehrlich gesagt.
SPEAKER_07Ja, vor allen Dingen aber auch eure Songs im Sound der anderen zu hören.
SPEAKER_03Oh je, können wir das mit den überspringen. Wir können uns das selber schon nicht gescheit. Wir sind alle das.
SPEAKER_04Stellt euch mal vor, stellt euch mal vor, wir wissen da dabei, die Fanta 4 müssen das Trompettensolo von Autobahn singen. Das würden das gehen.
SPEAKER_07Ja, oder einfach ein bayerisches Land, glaube ich schon. Aber das gab es in der ersten Staffel, als Andreas Gabalier da war und manche versucht haben, auf Österreichisch zu singen.
SPEAKER_04Ja, aber das ist auch richtiges Österreich nicht, oder? Na, aber. Das so Pussi-Bussi-Bärle eben aussieht, ist glaube ich, kriegt man sogar hin.
SPEAKER_07Zu dem kommen wir übrigens nachher noch. Ich würde kurz zum Album. Weißt du, du hast in irgendeinem Podcast gesagt, dass dich das irgendwann, oder also vor allen Dingen dich, weil du die Bromo-Sachen machst, nervt, immer nur über die Stücke zu sprechen, Stand zu machen. Deswegen halten wir das kurz, das sollen sie die anderen Podcasts an, dann müssen wir heute nicht machen. Aber ich. Linkt das einfach. Genau. Alle anderen Podcasts. Es ist ja der Teufelstanz drauf. Und ihr wart ja damit quasi bei Babylon Berlin. Ich habe mich damals gefunden, als ich die Szene gesehen habe, wie viel Überwindung hat euch das gekostet, als Klischeebeyer da auf dieser Bühne zu stehen mit zwei nackten Frauen in Lederhose links, rechts, dann noch Jodeln, also so wirklich, ich glaube auch noch Gumswut und so, also es war ja alles dabei. Wie lange habt ihr darüber gesprochen?
SPEAKER_04Ein ganzes Jahr, ehrlich gesagt. Und das ist ganz berechtigt die Frage von dir, weil wenn jetzt irgendjemand sagt, stellt euch doch hin und macht so den Jodelkönig so, bla bla bla, dann machst du das auch nicht. Aber in dem Fall hat mir der Regisseur vorbei in Berlin auch geredet und gesagt, hey, ich hätte eine Idee für eine Szene und bitte sag nicht gleich, stopp, sondern hör da eine Stunde über, was ich darüber sage. Eine Stunde lang? Genau, dann hat er gesagt, lass uns in zwei Wochen, so 14 Uhr einen Termin machen, ich möchte das gerne erklären. Und dann haben wir einen Telefontermin ausgemacht, da bin ich im Garten, haben wir hingesetzt und dann habe ich gesagt, um was geht es? Er sagte, pass auf, es ist so. Es geht so um die 30er-Jahre, es hat damals wirklich Bandwettbewerb gegeben und es hat damals wirklich Polka-Acts gegeben. Und er wollte uns gerne halt das, dass wir uns so historisch das machen und er gibt sie die brutale Mühe und hat gesagt, konntest du mir da ein Stückel komponieren? Kennst du ja ein Stückelmacher? Er fand die Odeln so spannend, weil es gibt halt Jodeln auch in Südamerika, es gibt Jodeln in Amerika, krasse Szene, also AVOD30, ja, lustigerweise. Und dann hat er mit mir das Stück so miteinander, ehrlich gesagt, haben wir da ganz viel telefoniert und ich habe es ihm wieder hin und her geschickt und dann hat er gesagt, schau mal, wie machen wir das mit der Ausstattung? Und wenn du dann so mitgenommen bist in die Reise und so wertgeschätzt wärst, dann machst du die Sachen mit, weil du verstehst, wo du hin möchtest. Und die Szene ist ja so, das schauen ja nicht nur Menschen oder die Labraspanda kennen an, sondern das ist ja weltweit. Und da hat man dann so ein historisches Battle abgehabt von der Blasmusik, was die wirklich Dumm ist, die sich ein bisschen anbietet haben, die einfach eine Show gemacht haben, Dummes, wo einfach dann auch Giraffen auf der Bühne waren. Das war für uns super spannend. Und wenn du wergeschätzt wärst, machst du so Sachen.
SPEAKER_07Aber die Frage ist ja, ob der Zuschauer weiß, war das wirklich so. Und ab wo ist das wieder Fiktion? Das ist natürlich dann die große Frage.
SPEAKER_04Absolut, aber ich glaube, das Beste ist, wenn man sich da mal was traut und vielleicht so überspult und überspitzt macht, weil dass man immer probiert, so zu gefallen und noch nicht aufzuempfallen irgendwer. Also ich glaube, ich glaube, die machen das schon gut und die geben sich wahnsinnig viel Mühe. Ich glaube, für die ersten Staffeln war ja ein großer Fan, so dann ist es eher ein bisschen brav von dann am Schluss aussehen. Aber Teil von einer so einer Fernsehserie zum Seite ist ja da um die deutsche Geschichte, das ist natürlich schon eine Ehre für uns und das hat schon wahnsinnig viel Spaß gemacht.
SPEAKER_07Also ich habe mir die Szene nicht mehr explizit angeguckt, aber wenn ich sie richtig im Kopf habe, ist auch da irgendwie SA-Aufmarsch und dann Prügelszene und so. Wenn ihr jetzt.
SPEAKER_04Es war natürlich nur Add-on, es war natürlich fantastisch, dass die Nazis so auf die Köpfe einschlagen. Das war natürlich perfekt. Also das passt uns natürlich perfekt.
SPEAKER_07Ja, ja, aber wenn ihr jetzt trotzdem die ganze Serie und auch die Szene nehmt mit dem Blick von heute, was jetzt gerade so politisch passiert, macht das was mit euch? Oder wie blickt ihr generell jetzt gerade so drauf?
SPEAKER_04Wimpe ist unser Diskutierer, der ist unser Brain.
SPEAKER_08Ich stelle jetzt zwischen der Szene und dem, was ich gerade so wahrnehme, stelle jetzt keine Verbindung her. Ich konnte nachvollziehen, dass es viel Leute so geht, dass die Verbindung da ist. Aber zugleich, glaube ich, ist das auch die beste Chance, dass da so eine Erinnerung da ist, dass vielleicht diesmal die Reise in eine andere Richtung geht. Also es ist krass, was. gerade passiert, aber einfach auch einfach der Triebmotor ist, glaube ich, einfach die Angst und die Hysterie, dass viele Leute gerade einfach unsicher sind, in welche Richtung das geht und deswegen passieren einfach aus Angst heraus Sachen, die man rational nicht so nachvollziehen kann.
SPEAKER_07Welche Chance haben wir als Blasmusiker auch im Verein dagegen, was zu tun, dass das wieder alles ein bisschen friedlicher wird?
SPEAKER_01Zusammenhäufer, glaube ich. Man merkt es bei den ganzen Veranstaltungen, wenn du jetzt im Dorf lebst, da gibt es meinetwegen im Gemeindekalender stehen 15 Veranstalter oder 20 Veranstaltungen und da ist das ganze Dorf plötzlich am Start und häuft. Und da ist völlig wurscht, wer jetzt was wollt oder wie er der weiß, das ist auch alles gar nicht. Und es ist aber plötzlich auch gar nicht wichtig. Es ist wichtig, dass jetzt der, der gesagt hat, er bringt das Christus, dass der das auch da bringt und dann helfen 10 andere mit, die Steine auszutragen. Und am Schluss hat man gemeinsam was geschafft, das war einfach einem befriedigt und man sagt, hey geil, jetzt kann die Veranstaltung laufen. Das ist bei jeder Veranstaltung so, da sind alle Vereine mithelfen. Natürlich wirst du da den einen oder anderen drinnen haben, der, der halt politisch nicht deine Meinung vertritt oder der, der halt auch in die andere Extreme geht. Aber in dem Moment, wo wir miteinander was machen und wir auch reden, dann merkt man das nicht. Und ich glaube, Zusammenhäufer ist das Allerwichtigste in dem Ganzen. Er steht auch auf. Ich bin auch aufgestanden.
SPEAKER_09Zu Recht.
SPEAKER_07Wenn wir schon bei Dorffesten bleiben, wie wichtig ist für euch Tradition?
SPEAKER_02Ich finde Tradition sehr wichtig. Aber ich finde es auch wichtig, dass jeder sich die Tradition so weiterentwickelt, wie es für sich selber annehmbar und gut ist. Also ich halte nichts davor, dass man auf eure Traditionen, weil es 1925 so war, dass man das immer noch so macht, sondern ich glaube, dass Tradition immer weiterentwickelt werden muss. Aber die Wurzeln hat man schon bei der Tradition vorhanden.
SPEAKER_01Ich finde Tradition auch wichtig, solange es nicht auf das haben wir immer schon so gemacht, wie die Tradition geht. Geh wieder komplett recht.
SPEAKER_04Und der Hirs hat wirklich, das muss man erklären, hat die fasceste Oma, das auf der Welt gehabt, Hirs ist seine Oma hat ein Trachtengeschäft und die hat jeden Tag die Tracht hoch und ist sogar, glaube ich, die macht so Schneiderkurse und sowas, ist wirklich, also wirklich eine brutale Trachten, Wahnsinns, das sagt man da, Queen. Und die ist aber offen. Also wenn ich da so reingehe und habe meine Lederhosen mit meinem Hemat und so und bin verhaupt bei einer sagt, hey Stefan, Christi, der Mensch ist ja der wichtige, dass du perfekt, weil sie hätten wahnsinnig gerne natürlich dein Perfekt ausschaut. Warst du so richtig mit Hemard und Schürchel und dann was hat er was, aber sie akzeptiert und das finde ich das die schöne Ausleben der Tracht, wenn jemand sich anzeigt und es genauso macht, wie er das ganz sauber haben, aber er akzeptiert alle anderen. Und dann haben sie für mich so Vorbilder und dann kann es der Gautrachtenvorstand sein. Wenn der offen ist, finde ich das fantastisch. Das war nicht die Frage, sorry. Aber der Oma ist so inspirierend deswegen. Aber wenn man bei Dracht ist. Ich stehe ein bisschen auf der Oma.
SPEAKER_07Sieh aber auf die. Was hier rauskommt. Weil wir gerade bei Dracht sind, wir hatten es vorhin schon beim Herlaufen. Wie findet ihr das, wenn jetzt, also wir sind jetzt in Mainz, nicht mehr in Bayern, wenn hier am Oktoberfest plötzlich die Dracht rausgeholt wird.
SPEAKER_01Da jetzt die Oma zu wieder werden. Nein, aber offen irgendwie. Es ist halt eine Faschingsveranstaltung im Endeffekt, nur zu einer anderen Jahreszeit. Ja. Würde ich auch so sehen, ja. Mir ist das persönlich ziemlich sackig, muss ich ganz ehrlich sagen. Weil wenn ich ein paar Snätschaft und Hosenträger über Kreuz hat zum Zeugen, ja, dann ist es halt so.
SPEAKER_04Aber du musst sagen, wir sind halt wenn wir es aufs Oktoberfest gegangen, haben wir meistens die einzigen Jeanshosen, lustigerweise, und wir werden aber trotzdem für alle akzeptiert. Also ob das jetzt Australier sind mit dem Gummibärley-Kostüm oder ob da die Krokodilschlange kommt irgendwie. Man hat tolle Gespräche, nette Menschen. Also so geht es mir, dass ich blöd umgemacht worden bin oder so, ist mir am Oktoberfest ehrlich gesagt noch nie, noch nie gegangen.
SPEAKER_07Wie wichtig ist die Heimat für euch?
SPEAKER_08Ja, ich glaube Wurzeln sind wichtig, dass du irgendwo einen Platz hast, wo du deine Kraft draus ziehen kannst. Das ist sehr wichtig. Ob das jetzt ein Ort ist oder nur ein kleiner Platz oder ob du die Leute im direkten Umfeld dazu brauchst oder ob das ein ganzes Land ist, das ist für jeden ein bisschen was anderes, glaube ich. Aber den Platz braucht ja jeder.
SPEAKER_02Also für mich ist schon wichtig, meine Familie da warm zu haben. Und das ist für mich meine Heimat. Und ob das jetzt in Neubayern ist oder im Meerfamilie. Nein, also Woodi in der Familie. Nein, also mit der Zeitumstellung geht's, gell? Nein, ich finde, Heimat ist kein Ort, sondern das ist überall sein.
SPEAKER_07Weil ihr singt ja schon auch viel über Heimat, über das Lebensgefühl. Das machen auch andere Künstler. Wir waren ja vorhin schon beim Herrn Garbalier. Der macht das ja auf eine sehr spezielle Art und Weise. Habt ihr manchmal das Gefühl, dass dieses Heimatding auch falsch ausgelegt wird? Oder ist das einfach nur eine andere Sichtweise von ihm?
SPEAKER_01Ich glaube, da haben wir jetzt kein Bogen wieder schlossen. Also das hängt immer von die Leute drauf zusammen. Also wir müssen, da wo man daheim ist, da passt es einem natürlich normal mit den Menschen auch super. Und ob das der Nachbar ist, ob das der der ist, der da vorne wohnt, drei Kilometer weg, aber ich glaube, wenn man sie trifft, dann ist das super. Und das Wichtigste ist, Heimat ist da, wo man zusammenhäuft und wo man sich geborgen fühlt.
SPEAKER_04Ja, was schon spannend ist, also wir haben uns mal zusammengesetzt mit dem Florian Silbereisen, gell?
SPEAKER_05Ja.
SPEAKER_04Weil das natürlich schon, wir haben immer so die ganze Zeit gesagt, ja, es gibt keine Fernsehsendungen, es gibt ja nichts, das haben wir gesagt, es gibt doch die Fernsehsendungen, es gibt ja da das Festjahrtausendlichter oder gibt es am nächsten Tag Fest Jahrtausendlichtlichter oder was das. Es gab halt ja schon die Sendungen und wir haben gesagt, wir setzen uns mal zusammen einfach so und schauen wir mal, ob es eine Möglichkeit gibt, eine Live-Musik zu machen. Also Sendungen. Vielleicht können wir genauso sein wie beim SC, vielleicht dürfen wir wir sein. Und dann haben wir uns mit in die zusammengesetzt haben, dem Produzenten und mit ihrem und es war total schön, weil die waren, die waren total authentisch und die waren ehrlich und die waren nett zu uns. Die haben halt ihre Vorstellung, sie haben gesagt, wenn es ihr da Sputz in der Sendung spielen, dann springt sie von dem Highwan runter, dann ist wirklich Close-up auf die Zechern, auf die geht und dann Playback los geht's. Weil ihr in den ersten 10 Sekunden müsst ihr alle dann sofort Posaunist, weil der schön ist, weißt du mein. Dann haben wir gesagt, Herr Jungs, so nicht. Wenn dann spielen wir vor der Halle, warst du vor der guter Halle, hinten bei den Mülltonnen, so können wir einfach so sagen, aber wir können nicht das heimattümmelige She alles 20 Disneyland in Bayern da stehen. Und die waren aber total höflich und nett und dann haben sie gesagt, sie schauen sie mal ein Konzert an. Dann waren wirklich Silva Eisen mit seiner Crew da. Und dann finde ich, dann hat das aber die Berechtigung, wenn die Leute nett sind, wenn die authentisch sind und das so machen, wie sie es machen, aber so sind. Dann finde ich beim Silvaisen das nicht komisch, da läuft ja der Schmolz von der Dings aus. Aber wenn der nett ist und höflich ist zum Menschen und es ist sein Lebensgefühl und es ist authentisch, dann finde ich, dann passt das. Ich muss mir nicht anschauen. Aber ich habe einen Respekt vor einem, der das so macht, wie er es macht. Wenn es aber so aufgesetzt ist, dass du merkst, das macht jemand nur so, entweder für die Kohle oder nur für die Leute und du gespannst schon, hey, das ist eine falsche Nudel. Weißt du, der lebt das nicht im Richtigen, dann finde ich das Bullshit. Aber dann ist es genauso, Fabi, das können ja Punker sein, die dann so da, wie wenn sie Punker sind, aber normalernehmen haben sie so Businesspunks und laufen nur mit den Krawatten auseinander und da weißt du es einfach gerade auch gesagt, sind sie cool, das ist dann genauso schlimm. Das ist so was da schade.
SPEAKER_06Ja, ich glaube, die Authentizität, also dass man so ist wie man ist, das ist wichtig in der Musik. Also immer wenn sie verstört, und das ist das, was mich auch immer ein bisschen stört, wenn es fake ist. Und das ist Social Media ist ja meistens so viel fake einfach. Es ist einfach nur eine Selbstdarstellung, irgendwas da, was man eigentlich nicht ist. Und das ist eigentlich das, was nicht sein soll. Man sollte das machen, auf was man Bock hat und das irgendwie nach außen tragen. Jetzt muss man gerade den Bogen wieder zur Heimat irgendwie raus.
SPEAKER_07Aber wurde nichts mit dem Sebaeisen? Also ich wann dann nicht so begeistert oder oder kommt auch noch was?
SPEAKER_04Nein, das war aber auch cool, weil wir haben uns dann so verabschiedet und wir haben beide gewusst so es ist Respekt da auf beide Seiten, aber wir werden da nie miteinander schon machen, leider. Das funktioniert nicht. Aber es war irgendwie, ich habe da ein kurz positives Gefühl noch.
SPEAKER_07Aber ich hätte es geil gefunden, ihn mal mit euch zu sehen.
SPEAKER_04Du, vielleicht passiert das nicht, was gibt es da was Neues bei euch?
SPEAKER_07Ja, ja. Ihr wart ja schon überall auf der Welt unterwegs. Welches Land hat euch kulturell am meisten imponiert?
SPEAKER_08Also die krasseste Erfahrung war die erste Welttour 2017, weil einfach da geballt so viel in so kurzer Zeit passiert ist, dass das eigentlich kulturell gar nicht mehr zum Schaffen war. Es sind eigentlich alle Eindrücke zu einem Eindruck geworden. Und das hat mich am meisten beeindruckt, dass die kulturellen Eigenheiten, die man findet, passieren immer aus einer konstruktiven und positiven Lebenseinstellungen raus und die passieren in jedem Land auf verschiedene Weise. Das ist meine Wunschvorstellung eigentlich, dass diese positiven Sachen überwiegen. Und wo das dann herkommt, ob das Erfolkstanz aus Peru ist oder so japanische Feng Shui-Bauweise, das finde ich alles wahnsinnig spannend und beeindruckt mich. Und ich glaube, der ganze Scheiß ist auch überall auf der ganzen Welt gleich. Die Sachen, die aus Negativität raus passieren, gibt es auch überall. Wir haben da das Privileg, dass wir meistens in Situationen irgendwo hinkommen, wo wir mit der Leid von dort zusammen einen wahnsinnig positiven Moment erleben dürfen. Das uns für unser ganz Leben inspiriert und uns auch zu ausgeglichenere und freundlichere Menschen gemacht hat.
SPEAKER_09Er setzt sich wieder. Applaus.
SPEAKER_02Ja, ich glaube auch, dass die Erkenntnis von der ersten Welttour, wir haben das zweimal machen dürfen, war, egal wo du hinkommst, wenn du einigermaßen offen bist und auf Menschen zurückst, dann kriegst du genau dieselbe Offenheit, egal wo du bist auf der Welt. Und es gibt ein paar Politiker, Arschlöcher, die so Sachen ausmachen untereinander und die dann Bomben irgendwie schmeißen. Aber ich glaube, die Menschen untereinander kamen dann auf der ganzen Welt wahnsinnig gut miteinander aus. Und das war für mich schon schön zum Singen. Also was ich nicht so geschick gefunden habe, war tatsächlich Hawaii, wenn es zu siegst, wenn so reiche Amist oder so eine Insel für sich in Anspruch nehmen und die Einheimischen da wegdrucken. Aber insgesamt kommst du glaube ich echt auf der ganzen Welt klar mit Andre Light. Und das gehört eigentlich passiert.
SPEAKER_07Ihr habt ja gerade das neue Album raus, nach dem Album ist ja meist schon wieder vor dem Album. Welche Musikwelten entdeckt ihr gerade, so für euch, hier privat?
SPEAKER_01Was sagst du hier? Mexikanisches Tuba-Spin.
SPEAKER_07Mexikanisches Tuba-Spulen, okay?
SPEAKER_01Ultra beeindruckend. Kein Mensch auf der Welt, außer die Mexikaner. Das ist unglaublich.
SPEAKER_04Ich war vor zwei Jahren, habe ich in Mexiko einen Urlaub machen dürfen, so einen Monat lang und bin da sehr intensiv in den ganzen Kneipen und Cafés überein und da läuft halt wirklich so ein Bass, so wie wir jetzt gerade sind. Wir sind ja in einem schöner Biergarten und es läuft Musik, aber da läuft halt jetzt so eine Soft-Spotify-Playlist dort kein Weh. Und es ist in Mexiko anders. Da laufen nur regionale und jede Nummer hat irgendeinen Tuba dabei und irgendwelche Bläser und die sind so stolz drauf und es ist nur entweder kolumbianische, südamerikanische, brasilianische, mexikanische Musik und es macht so wahnsinnig viel Spaß. Und das kann man jeden Blasmusik nur, also Blasmusikanten einfach fatzt nach Mexiko, setzt euch eine Beine und ihr habt Tuba, Brass, Fire ohne Ende und das macht wahnsinnig viel Spaß. Also das entdecken wir schon, das stimmt. Also vielleicht der stylistisch, wir brauchen jetzt einen engen Tuba-Sound in Zukunft. Wir brauchen kleinere Tuben und größere auch gleichzeitig und mehr.
SPEAKER_06Bei euch irgendwas, was ihr gerade neu entdeckt? Nein, ich gehe eher wieder zurück. Ich habe mir wieder eher gerade meine alten Platten an. Alte Punkplatten, alte Metalplatten. Tatsächlich. Aber hast du einen Tipp für mich? Ich? Irgendwas, was die gerade in der letzten Zeit irgendwie geflasht hat, was du jetzt sagst, hey schau, das ist so ein.
SPEAKER_07Also was mich tatsächlich seit einem Jahr ziemlich flasht, ist Lawrence, die Band.
SPEAKER_06Die kenne ich, das ist eine Sängerin, oder?
SPEAKER_07Sängerin mit Bruder, genau, so eine Soul-Pop-Band. Hab ich schon live gehört, tierisch. Ja, die sind super, gell?
SPEAKER_06Tierisch. Ich war letztens auf dem Corey One-Konzert.
SPEAKER_07Ja.
SPEAKER_06Haben wir, es ist so eine Nerd-Sache natürlich, aber mich beeindruckt, war sehr cool.
SPEAKER_04Ja, die Burger Band war geil.
SPEAKER_06Ja, genau. Und dann haben wir die Burger Patrol oder so. Wir haben die Burger Patrol, so eine amerikanische Hardcore-Band, haben wir sie auch geschaut. War fantastisch super.
SPEAKER_04Geile Live-Band einfach. Drei Menschen auf der Bühne, die waren bei uns in Dranstein, ein kleiner Club. Und Fabio und ich waren und ich habe vor der ersten Nummer durchtanzt, was sollten ist. Ich bin eigentlich der Typ, der hinten steht, so mit der Häube. Aber wir haben durchtanzt zum Metal, was eigentlich meine Musik ist, aber so eine geile Live-Band, vielleicht kannst du es auch verlinken, weil das ist wirklich eine super geile Band.
SPEAKER_06Ja, also generell, wenn was live kickt, dann ist es einfach schön.
SPEAKER_07Was war das enttäuschendste Live-Konzert, das ihr besucht habt, wo ihr gedacht habt, jetzt wird's und dann.
SPEAKER_06Tatsächlich, ich war ein großer ganzen Roses-Fan und bin dann aufs Novarock damals gegangen und die haben es gerade eine Reunion gemacht und das hat dann immer Slash nicht gespürt, sondern ein anderer Gitarrist und Axel Rose war nicht in Höchstform. Das hat mich wirklich sehr enttäuscht, weil ich habe Großes erwartet und wurde masslow enttäuscht. Und bei dir?
SPEAKER_07Das enttäuschendste Live-Konzert. Boah.
SPEAKER_04Aber das Fall. In meinem Sinn.
SPEAKER_07Nein, ich habe mir tatsächlich noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich mache mir ja nicht über meine eigenen Gefahren gedanken.
SPEAKER_02Wir haben mal Platthound-Gang gehört auf einem Festival und die war als Spur tierischer Platthandgang-Fan. Also wirklich. Und dann haben wir auf so einem Festival in der Nähe von Berlin, glaube ich, war das. Und dann sind im Hintergrund die ganze Zeit so Sprüche abgelaufen. So vielen Dank an die Veranstalter, dass die schichsten Weiber in die erste Rei gestellt haben. Und das war zwar lustig, aber das Konzert war so dermaßen schrecklich grauenhaft. Und ich habe mich wirklich gefreut wie ein kleiner Schulbau drauf. Aber nach einer Viertelstunde, man hat es nicht ausgehalten. Also Platthaum gegen war für mich das Schlimmste.
SPEAKER_04Für dich?
SPEAKER_02Ich konnte nur das Beste sagen.
SPEAKER_04Nein, das war das Beste. Also warten wir, also Foo Fighters haben bei uns in Übersee mal beim Kimsey Rocks gespult. Und ich habe mir gedacht, okay, Foo Fighters haben so einen Day Off gehabt irgendwie. Wir waren davor, was war ich in Zürich und am nächsten Tag in Wien. Und dazwischen Übersee. Warst du bei uns eine kleine Ortschaft so? Und ich habe mir gedacht, die haben bestimmt keinen Bock und so. Und dann haben wir Eröffnung dürfen, waren vier Vorbands, wir waren auch nicht, die erste natürlich. Und dann haben die gespult und dann haben die wirklich so zweieinhalb Stunden nicht mehr aufgehört und haben Gitarren rumgeschmissen. Und Dave Grohl hat gesungen, wie er waren es, ich bin unten gestanden, warum gibt es ja alles für uns? Also und noch mehr. Und das war dann so ein Ding, hey fuck, wir möchten das auf der Bühne. Also oft schafft man es auch. Man mag, egal wo man spielt, man gibt alles und noch mehr und haut nur irgendwas zusammen und schmeißt irgendwas um. Und das war so beeindruckend, dass das so wirklich Riesenstars einfach alles feiern haben. Und das Konzert will ich nie vergessen. Also da bin ich immer noch total heider vor. Ich möchte das sofort wiedererleben.
SPEAKER_07Also ein Erlebnis habe ich 2012 gehabt. Mit Seed. Tatsächlich. Also das ist in meiner Jugend hat mich das gar nicht so berührt. Und dann bin ich 2012 auf dem Seed-Konzert und ihr mich.
SPEAKER_08War ja nur der Jugend, oder? 2012.
SPEAKER_07Na, sicher. Na. Steht auf, verbeugt sich. Wenn wir schon bei Livebands sind, ihr seid ja auch eine brutale Liveband. Wie probt ihr? Also wie bereitet ihr euch jetzt auf sowas wie heute Abend vor? Wie lang probt ihr vor der Tour?
SPEAKER_04Ja, du sagst es eigentlich schon, also Live-Band, du musst es live machen. Also du kannst es nicht proben. Das Adrenalin, die Menschen, das Wetter, irgendwas funktioniert nicht, da in ihr links ist kaputt, der Hettler hat 10 dort weh, du hast Liebeskummer und sowas. Du musst es live wirklich auf der Bühne. Und deswegen hat der Tipp an alle jungen Bands, einfach nicht im Proberaum oder mit CDs Zeit verschwenden, einfach sofort spulen. Spulen, auf die Bühne gehen. Das ist die einzige Möglichkeit, wo du Live-Musik, glaube ich, wirklich trainieren konntest, das sind einfach viel Konzerte machen. Und ja, ich hoffe, das beantwortet deine Frage.
SPEAKER_07Aber seid ihr noch selbstkritisch? Und wenn ja, wo sagt ihr, okay, da müssen wir einfach immer noch ran? Oder habt ihr euren Weg eigentlich schon so gefunden?
SPEAKER_04Wir haben heute schon, bevor du gekommen bist, haben wir eine Stunde mit den Blechbläser einfach so in einem Kreis gestanden und haben Atemübungen gemacht und haben die letzten Konzerte besprochen und haben gesagt, was ist ein bisschen? Also das ist jetzt auch klischehaftmäßig, aber wir sind erst am Anfang, ehrlich gesagt, wo wir uns entwickeln können. Es gibt so viel, wo man auf der Bühne, wo man musikalisch einfach arbeiten kann.
SPEAKER_07Also zum Beispiel, weil jetzt jeder sich wahrscheinlich draußen fragt, okay, die sind so lange zusammen, die spielen so große Festivals, was gibt es, wo er sagt, dann wollen wir uns noch mehr entwickeln.
SPEAKER_04Ja, also der Blechbläser klang, vor allem wenn du halt so fünf geile Blechbläser hast am Start, das ist natürlich, das macht der Welt auf so. Und du weißt ja selber, das kann manchmal klingt es irre geil und manchmal klingt es halt schrecklich so. Und auf der Welle reiten, dass es irgendwie okay ist oder dass man das Coole einfach wieder hinstellt, die Atmung muss passen, dein Körpergefühl muss passen, du musst gut drauf sein, die anderen müssen genau mit dir mitzählen. Wir haben so eine kleine Fußballmannschaft, die sich dann immer gegenseitig so ein bisschen wieder pushen muss. Und das glaube ich, das ist das wahnsinnig spannend, weil das Panda, das ist der Weg fängt für uns ehrlich gesagt vor der Arbeit, wo du gerade sagst, täglich fängt bei uns ehrlich gesagt erst an. Und das ist wahnsinnig spannend, was man aus einem Klankkörper wirklich rausholen kann.
SPEAKER_09Alle stehen auf, es wird geklatscht.
SPEAKER_02Ich glaube, die Kunst ist schon, dass man einerseits an sich selber arbeitet, aber dann die Position, wenn man zusammenspielt, auch verlässt. Also das ist gerade mein Ding. Also ich bastelt schon, also ich glaube jeder von uns bastelt an sich selbst ein bisschen rum und da musst du halt, wenn man dann zusammenspult, also außer der Titel natürlich, basteln gerade an sich rum, alle stehen auf, alle setzen sich wieder hin. Ich glaube, dass man dass man locker lassen und einfach laufen.
SPEAKER_04Wie lange hast du im Schnittraum schon dir bucht? Wie lange musst du da mal anschneiden?
SPEAKER_07Das ist da drei Wochen. Ich lasse das an, eins zu eins so. Nur so wird es authentisch. Habt ihr einen Tipp für Bands, also auch gerade für Blasmusiker, was Timing betrifft?
SPEAKER_09Ich habe keinen Timing.
SPEAKER_07Du kommst immer zu spät? Nee.
SPEAKER_09Jörg ist Lied Trompeter, der muss zu spät kommen. Irgendwann spiele ich, aber dann ist es super. Dann ist geil.
SPEAKER_07Und laut.
SPEAKER_01Nee. Jetzt geht es um Timing. Ja, danke. Timing drinnen, ja. Jobel, jetzt mir eine ganz coole Übung entdeckt, die finde ich ultra lustig. Die wollte ich eigentlich nur zeigen. Du steust den Metronom, wenn es du uns hast, ist, wo es so weit ob ich geht, auf 10.
SPEAKER_07Okay, ja.
SPEAKER_01Und du musst die Viertel jetzt mal erwischen beim Klatschen. Alle sexy. Genau, 60. Richtig. Spät. Aber ja, Timing, es ist ja Metronomic Spuren ist schon gut, aber das Schiff war dann wie mit dem Feeling, das Mikro-Timing zum Erwischen. Das war so das Ziel. Aber wie trainiert ihr das als Band? Also der Hirs ist da ein schwieriger Ansprechpartner.
SPEAKER_04Der Hirs hat, glaube ich, mit 11 Jahren hat er schon angefangen mit Cubase Aufnahmen zu machen. Ich glaube, Aufnahmen sind wahnsinnig spannend für das Timing. Dich selber aufnehmen und dann hörst du die O und du fühlst dich wie der Gott, weil alles Wahnsinn war und dann hörst du die O und dann denkst du dir, okay, da ist ja gar nichts da. Und dann spürst du auf der Spur mal ja zweite drauf oder du machst mal einen Rhythmus auf deine eigene Spur. Also das habe ich wahnsinnig spannend gefunden, wie der Manuel vorher schon gesagt hat, das machst du im Studio eigentlich nicht. Aber wenn du die mal aufnimmst und schaust, wo bist du rhythmisch eigentlich und du hörst die O, ich glaube, das ist schon ein Game Changer, Alex.
SPEAKER_09Ich glaube ja, was man im Studium oder meistens im Instrumentalunterricht lernt, ist, dass die Noten das Absolute ist. Also man sucht immer the perfected update der Noten to spielen. Also I spent all the production so classic or so in theater and you have perfected up to give to give what there is. Also not music, sort of a repro to make it and the is a bit and this Stefan on the end that we not think perfect to give for him, for nothing, but that we can make and this is the mess that we're a time, that we have music Machen, dass wir zusammen ein Blending finden, dass wir zusammen eine Bandsprache haben und das zu jeder Sekunde und nicht, dass man sagt, ja, ich habe jetzt das F gespielt, es kommt eine Pause, es kommt wieder ein F und dann immer so ein Haken hinsetzt für sich. Also ich glaube, wir müssen ne F1 mit 1. Also ich glaube, wir versuchen auch jedes Mal, wenn wir spielen, zusammen zu spielen und nicht jeder für sich seinen Ton. Und das ist, glaube ich, die Schwierigkeit oder die Größe, dass wir immer online sind, dass wir das immer zusammen machen.
SPEAKER_07Wie viel das am Abend im Brunnen?
SPEAKER_01Jeder Ton. Es passieren bei jedem Stückel ganz andere Sachen. Also wenn wir die Stückel schon hunderttausendmal gespielt haben, das ist in uns drin. Wir wissen, was passiert, aber wir wissen nicht, wie wir Musiker jetzt halt auf der Nacht drauf sei werden. Und das ist jetzt unsere Aufgabe, glaube ich, dass wir da, wie der Jörg vorher schon schön gesagt hat, auf einer Welle, irgendwie eine Welle finden, wo wir gleichzeitig drauf surfen.
SPEAKER_02Es ist ja wieder ganz praktisch, dass bei uns kein Computer im Hintergrund mitläuft. Und ich glaube, eine große Stärke von Labras Banda ist auch wirklich, dass man sich auf die Begebenheiten und auf das Publikum sehr einstellt. Also heute ist schönes Open Air mit so viel Leid. Morgen ist eine krasse Bierzeit-Party. Das werden wir morgen ganz anders sein wie heute. Natürlich sind die Songs schon irgendwie so wie sie heute sind. Aber das ganze Gefühl und natürlich sind ganz viele Improteile auch drinnen. Aber im Endeffekt ist es jeden Abend eine andere Begebenheit, auf die man sich einstellt und wir versuchen das halt zusammenzumachen. Und das ist ein großer Teil von unserer Probenarbeit, dass man ein gemeinsames Gefühl entwickelt, wie man den Song jetzt gerade interpretiert. Und ich glaube, das ist voll Improvisation. Und dann gibt es die Rhythmusgruppen. Das ist auch von der Begebenheit.
SPEAKER_04Also ich verstehe diesen Seitenhieb jetzt nicht.
SPEAKER_03Ihr braucht die Arbeit nicht, weil sie natürlich so wahnsinnig gut benannt seid. Ihr Satz ja Timing.
SPEAKER_07Danke, Manu. Das heißt, ist jemand von euch noch nervös, wenn er heute Abend auf die Bühne geht?
SPEAKER_02Ja, ich glaube, wenn du das nicht mehr hast, dann bist du fehl am Platz. Also wenn du das wurschtest, dass du vor 3000 Leute stehst, dann sollst du vielleicht was anderes machen, finde ich. Es ist Nervosität, dass du jetzt zitterst und dass die Trompetten nicht halten kannst, das vielleicht nicht, aber wenn du nicht angespannt bist und das was besonders ist, dass du jetzt vor Leute performen darfst, dann bist du, glaube ich, fehl am Platz. Das ist ja der Kick, ehrlich gesagt.
SPEAKER_04Also was Live-Spielen macht, schon auch süchtig, ehrlich gesagt. Und wenn die Menschen dann wirklich da O lachen und O singen und O schreien, das ist ja schon ein High Gefühl, das man hat. Aber das ist natürlich gepaart mit dem Adrenalin und der Aufmerksamkeit und das macht natürlich süchtig. Und dann möchte man natürlich sofort wieder ein nächstes Konzert machen. Und wenn wir dann so eine halbe Woche Pause haben und ruft wieder Fabisch wieder, oh, hey, wann geht's jetzt los wieder? Und dann ist es natürlich, ja das ist gleich wieder der Zauber von Live-Musik, oder wenn man das so machen darf, der das so viel Spaß macht. Ich gehe jetzt zu, ich meint Hubschrauber, Technomusik, Boote.
SPEAKER_07Alles für euch. Geil. Die landen jetzt da oben, nur für euch.
SPEAKER_04Das ist der Burschen aus deinem Hausen, weil. Wann du gesagt, die können wir mit dem Hubschrauber heute?
SPEAKER_07Was müsste passieren, dass man euch aus dem Konzept bringt? Also dass ihr so richtig anfängt.
SPEAKER_05Wird wirklich nichts geschnitten.
SPEAKER_09Das wird auch nichts geschnitten.
SPEAKER_04Wirklich scheiß Bier. Wir haben bei uns im Rider quasi so die Anforderungen, da steht ganz wenig drin. Da steht so drin, ein bisschen Wasser brauchen wir und so. Aber ganz, ganz wichtig ist, ein mit Liebe gebrautes, ortsansässiges Bier. Das ist uns wichtig. Also wenn wir da nur Bags hätten, dann waren glaube ich die Konzerte ja nur Bagsmäßig so. Aber wenn du einfach so ein spannendes abwechslungsreiches Bier immer ist, das macht natürlich schon Spaß. Vor allem dann noch ein Konzert, die noch zusammensetzen, mit den Leute reden, übers Konzert drehen, den Abend ausklingen lassen, ist für uns ganz, ganz wichtig. Also da geht keiner ins Hotelzimmer oder im Bus. Das ist wichtiger wieder zum Runterzugommen. Und ja, da macht das Geselge schon sehr, sehr wichtig bei uns.
SPEAKER_07Es gibt eine Zuhörerfrage, was ist das süffigste Bier?
SPEAKER_04Da hat jeder eigene Meinung. Fabi ist bei uns der brutale Hardliner.
SPEAKER_06Ja. Augustiner. Aber ich soll dich doch fragen, warum du immer örtingen Radlein trinkst. Das ist der Mike, diese Frage wird gestrichen aus der. Nein. Augustiner. Okay. Mit Abstand und vom Fass, genau. Und ich mag auch gern dransteuern und schönrammern. Das sind meine drei Go-To-Biere, die mir uns aussuchen müsste. Okay.
SPEAKER_08Ja, ich finde das süffigste Bier ist nicht immer das Bisti. Also es gibt so Tags, wo ich gerne auch so, also ich sage immer, Agustina ist so eine solide Nulllinie, die tut am wenigsten weh und geht meistens. Aber es gibt auch da, wo ich einfach ein ganz Handtigksbier gern haben möchte.
SPEAKER_04Erklär mal Handtig, bitte.
SPEAKER_08Handtig? Also Pilze sind ja oft im Norden von Deutschland wahnsinnig bitter. Und es gibt so Tag, wo ich das aber wahnsinnig gern mag. Ja, Augustina geht immer.
SPEAKER_02Aber ich finde, mein Lieblingsbier kommt aus Kulmbach und hast Kommunpreis. Aber es ist nicht das süffigste. Schweigerbier vom Fass bei der Scheirau im.
SPEAKER_01Die 20 Euro gerne da.
SPEAKER_04Yes! Hier ist der offizielle Biercast. Also ich finde die Abwechslung ganz gut, ehrlich gesagt. Ich finde es steht, dass man in der Gegend, wo man ist, dann schmeckt das Bier meistens so wie die Gegend. Es passt meistens zur Gegend dazu, lustigerweise. Wie der Manu schon sagt, so im Norden ein bisschen herber, das passt dann auch irgendwie zur Gegend oft. Und im Süden dann vielleicht ein bisschen leichter oft und ein bisschen süffiger. Das passt irgendwie auch. Also ich genieße immer, dass man eigentlich das Bier... Deswegen trinken wir heute im Mainz, wir trinken Bübel aus Argäu. Ja. Okay, das stimmt jetzt nicht. Was hättest du also Mainz? Was hättest du so die Bradler?
SPEAKER_07Ich bin kein großer Biertrinker.
SPEAKER_04Aber du kennst eine Brauerei bestimmt, oder? Jemand, der Bier trinkt.
SPEAKER_07Ja, aber dann wäre ich eher bei Aschaffenburger Schlappe Seppel.
SPEAKER_04Schlappe Seppel haben wir schon drunter.
SPEAKER_08Oder Faustbier aus Mindenberg.
SPEAKER_02Oh, Aschee.
SPEAKER_08Faustradler. Wahrscheinlich hat der Korbian einen ortsonsigen Wein.
SPEAKER_02Ich habe keine Ahnung, aber er schmeckt fantastisch.
SPEAKER_07Ich habe hier noch ein paar Zuhörerfragen. Und zwar, wie viele Vorzeichenfehler haut ihr an einem Konzertabend raus? Alle. Hier ist noch eine Frage, ist wieder einmal etwas abseits der regulären Tour geplant? Welttournee, Olympiahalle, sowas.
SPEAKER_04Wir haben eine Hand in der Planung, aber ich darf es leider noch nicht sagen. Nächstes Jahr haben wir Europa-Tour, da darf man durch Europa noch mehr fahren, total schön. Und zum 20-Jährigen haben wir was Großes geplant, aber ich darf es leider noch nicht veröffentlichen. Ist alles möglich.
SPEAKER_07Sondershow, alles ZDF.
SPEAKER_04Mallorca-Schlager, aber sonst ist alles Import.
SPEAKER_07Oder gibt es dann so ein Duettalbum mit Roland Kaiser und gibt es ein Bandritual vorm Gig?
SPEAKER_04Also bei mir ist es schon so, wenn ich die Lederhosen zirke irgendwie dann. Also, da bin ich schon im Modus.
SPEAKER_07Muss ich dich jetzt hier dem Biergang zurückhalten, dass du nicht gleich versuchst, alle mitzunehmen?
SPEAKER_04Du, gib mir noch ein halbe und es geht los. Geil! Das machen wir. Na, ehrlich gesagt, hinter die Kulissen dann sei Backstage und man zirkt die Lederhosen an und dann ist einmal Baufuß, man hat die Lederhosen und dann ist man so im Modus, sagen wir. Das ist schon so ein, vor allem in Clubs, das kann ein ganz regnerischer Tag sein, es hat 4 Grad draußen, es gibt nur Backspeer, es ist alles scheiße und dann zirkst du die Lederhosen an und du bist Baufass und es ist BAM, einfach einmal Sonne, schöner Tag. Es ist schon ein cooles Ritual, ehrlich gesagt. Hast du noch irgendwas?
SPEAKER_08Ja, eigentlich für mich ist immer so der Verlauf irgendwie, weil eigentlich geht die Nervosität eigentlich schon in dem Moment, wo wir in Turbuseisteigen los. Du bist jetzt nervös am Tag davor schon. Also die Nervosität hat sich so gestaltet gesagt. Also es hat eigentlich so. Ich habe Angst. Wir sind jetzt quasi drei Tage unterwegs und in den drei Tage ist mein Adrenalin-Level nicht auf Normal, so wie ich daheim bin. Und ich glaube, das ist schon bei jedem ein bisschen so. Her oder tiefer? Und ich glaube, der Verlauf ist dann irgendwie so mein Ritual. Es ist halt auch Ausnahmezustand und wie du sagst, sitzt man dann manchmal am 12. Mittag im Biergarten und trinkt vielleicht auch schon mal eins mehrer als eins. Und der Zeitplan vom ganzen Tag ist aber doch einfach da. Um 4 Uhr ist ein Soundcheck und da muss fit sein. Auf Nacht des Konzert, da muss man auch wieder einigermaßen ansprechbar sein. Und eigentlich der Verlauf, dass man die Sicherheit nicht hat vom Alltag, sondern dass ein Ausnahmezustand ist, finde ich eigentlich mein Ritual. Dass man hier funktioniert, aber in dem.
SPEAKER_07Kam noch eine Frage in der Doku zu eurer World Tour. Ich hab mir das jetzt in Zeitgründen nicht mehr komplett anschauen können. Schlecht recherchiert, ich weiß. But answering gibt es eine Szene where you in a park. Die Frage ist, macht ihr sowas heute immer noch? Is this gettet und man ist auch mal froh, wenn man nicht mehr miteinander so viel zu tun hat?
SPEAKER_02Also mit der Band zusammen. Ja. Wir verbringen den ganzen Tag miteinander. Wir haben halt schon eine Stunde geprobt und geprobt, wie man schon gesagt haben. Da geht es um Fußsachen, um wir versuchen schon jeden Tag an uns zu arbeiten. Und das macht uns da total viel Spaß.
SPEAKER_07Ja, aber auch so für die Gemeinschaft, nicht nur musikalisch.
SPEAKER_09Außer dringend. Deshalb machen wir halt den. Also heimhält es eh keiner ewig aus.
SPEAKER_04Aber das unterschätzt man ja oft. Das ist ja unser Beruf. Also das heißt, wie du schon richtig sagst, das Gemeinschaftliche ist wahnsinnig wichtig. Erstmal sind wir halt Menschen, die umeinander fahren und sich eigentlich irgendwie erröchen müssen können. Und dann kommt erst die Musik so drauf. Also du hast komplett recht. Also wenn man sich, glaube ich, dann, es gibt auch viel grosse Band, die dann getrennt zum Konzert kommen und wieder wegfahren. Das ist aber für so eine Band wie wir, wo wir so 50 Konzerte im Jahr haben, ist es nicht möglich. Und deswegen auch, wie wir jetzt wieder, wir haben jetzt einen einen Gitarristen dabei und dann schaut man einfach so, wie, den haben wir erst mal eingeladen und haben gesagt, du kommst vorbei. Dann sagt er, ja, aber er hat jetzt seine Gitarre gerade beim Richten. Du brauchst die Gitarre nicht mitnehmen. Du musst uns erstmal zwei Tage kommen, wir gehen an zum Wirt, dann essen wir was, am nächsten Tag machen wir so zusammensetzen und dann gehen wir spazieren. Und wenn das dann funktioniert, wenn du merkst, Hakko, das ist irgendwie ein Typ, der kann nur Freaks natürlich, klar, der Gitarrist ist das Schlimmste jetzt. Und wenn es aber ein spannender Charakter ist, der Lust hat zu reisen, der Lust auf Menschen hat und dann fangen wir erst an, okay, wie spulst du eigentlich dein Instrument so? Und dann kommt das nur on top. Und genau, das ist eigentlich unser Beruf. Und es steht, dass wir als Beruf sagen können, wir dürfen Menschen kennenlernen. Wir dürfen Orte kennenlernen. Das ist eigentlich die schönste Berufsbezeichnung, das glaube ich gut.
SPEAKER_07Wie hält man so lange miteinander aus? Also jeder hat ja so seine Macken. Was ist die schlimmste Macke vom Stefan? Vom Stefan. Wo fange ich an?
SPEAKER_01Nein, ich glaube, man darf sich selber nicht so ernst nehmen. Jeder liefert immer wieder mal so eine Vorlage, die halt dann für das Wochenende ausgeschlacht wird. Und wenn du es halt selber nicht aushältst, dann bist du viel am Platz. Also da musst du auch selber einfach mal über die selber lachen, warum du hast jetzt in dieser Situation so reagiert und warum so. Und es ist doch schön, wenn man was liefert aus Versehen, das wo dann drei Tage lang Leute belustigt. Sehr gut. Aber deswegen nicht so ernst nehmen. Oder drei Jahren gibt es alles.
SPEAKER_06So dünn beseitet darfst du nicht sein.
SPEAKER_01Ja, genau. Man braucht schon viel.
SPEAKER_04Aber es war eine England-Tour haben wir mal gehabt und da war ein Journalist dabei. Privat ist nichts. Das ist privat. Bei uns waren wir ein Journalist dabei auf der England-Tour und dann ist ja noch ein paar Tage und hat gesagt, hey Stefan, ich muss mit dir reden. Wie geht es dir miteinander um? Das geht nicht. Dann sage ich, was meinst du genau? Weil wir natürlich schon, wir haben es sehr direkt. Also jemand macht irgendwas, das vielleicht für alle nicht passt, dann wird das sofort angesprochen. Also direkt. Man sagt, hey, du Penner, das geht nicht, hör sofort auf. Und er sagt, das musst du doch zwar bis Seite, du musst ihn bei Seiten nehmen und sowas. Und das ist bei uns nicht der Fall. Jemand macht was, es wird sofort umgeredet und es ist aber sofort wieder gut. Und das ist, glaube ich, wichtiger, dass man einfach nicht so, es darf jetzt nicht sagen, halber zu Jahr so, hey, der hat mich damals blöd angedrückt und ich bin immer nur zu wieder. Ich glaube, so funktioniert es noch nicht.
SPEAKER_07Das heißt, ihr braucht, also es gibt ja auch Bands, die haben so Bandcoachings, Therapeut, braucht ihr nicht.
SPEAKER_04Ehrlich gesagt, der Fabi ist unser Therapeut. Wir haben unser Fabi und einen Wimpi. Unser Österreicher, der Österreicher macht und der Wimpi analysiert es dann.
SPEAKER_08Ja, ich glaube, das ist schon ein bisschen eine Art von Therapie, wie wir miteinander umgehen. Weil eigentlich Therapeut und Patient ist eigentlich eins.
SPEAKER_07Sehr gut. Was war euer schwierigster Auftritt? Das kann jetzt alles sein. Publikum, Umgebung, Bühne.
SPEAKER_02Wir haben einmal Firmenfeier spulen dürfen vor einer großen bayerischen Automobilmarke in der Corona-Zeit. Und da wollte, da ist einer verabschiedet worden und der war anscheinend ein totaler Praspanda-Fan und der wollte, dass das wieder spielen. Und dann haben wir einen Soundcheck gemacht und die Frau. Und es war zu laut. Und es ist dann nur Gitarre übrig geblieben. Das war für mich das Schwierigste. Ist auch traurig eigentlich. Ja, aber irgendwie war es auch lustig dann. Aber das.
unknownUnter Stadler oder was?
SPEAKER_02Unter Stadler. Startler Martin oder weiter. Liebe Grüße an Stadler Martin. Der wahrscheinlich in der Folge vorher. Ganz genau. Den Link findet ihr unten.
SPEAKER_07Genau. Wer die Folge nicht gehört hat, eins zurückgehen.
SPEAKER_02Aber sonst glaube ich nicht, dass es schwierige Auftritte gibt. Also, wie gesagt, wir kennen uns Gott sei Dank oder wir versuchen es uns, dass wir es für uns auch immer Ski machen.
SPEAKER_04Ja, also das allererste Gurstag, wo wir gespult haben, wo war das denn Ort, glaube ich. Kopf. Das war schwierig, weil da war das so abschüssig. Das heißt, das war die Bühne und vor dir war quasi so ein kleiner Berg. Und da haben wir gespult und da waren vorne, das war noch nicht so professionell, das war eine kleinere Bühne und vorne war, statt ein Absperket, da war nur so ein Holz-Holzgatter. Und dann haben die Leute mal gekopft und automatisch weiß bergab, sind immer noch vorne gegangen und wir haben noch jeden Stück abbrechen müssen. Weil die haben nicht gerechnet, dass so 4.000 Leute so eskalieren, weil davor war so Südböhmische und whatever. Und dann, das war wirklich, und das ist dann, wenn du merkst, dass das Publikum einfach eine Scheißzeit hat oder vorne haben 14-jährige Mädels, das immer wieder und das Ding hier, weil einfach noch nicht so professionell war, das war eine Scheißzeit. Es war trotzdem lustig, weil der Ort irre war. Und auch die Community hat erst mal gemerkt, hey, Blasmusik ist so viel mehr, wir nur einfach da sitzen, Biertrinker. Da war einfach so eine Festivalstimmung. Die haben so komisch tief in O gehabt und haben wirklich zu den Blasmusiken eskaliert. Aber auch so schön, dass das Festival dann so einen Weg gegangen ist, dass es jetzt wirklich ein amtliches brutales Festival ist. Jetzt gibt es sicherheitsmäßig überhaupt keine Stress mehr. Aber das war damals schwierig, weil wir immer abbrechen müssen, weil du merkst natürlich nicht. Und das ist vielleicht das einzige, was wirklich dann schlecht ist bei Konzerten, wie du merkst, dass jemand keine schöne Zeit hat im Publikum. Das ist das einzige, aber da haben wir wirklich Glück, wir haben Super Securities und mittlerweile auch super Veranstalter.
SPEAKER_07Was für die Zukunft bringen? Also ihr plant natürlich schon ein bisschen was, worüber könnt ihr schon sprechen? Geil.
SPEAKER_02Wir haben eine super geile Europatourn-Aktie. Na, da freuen wir uns sehr. Ende Februar geht es los, so für 16, 17 Tage. Wirklich durch komplett Europa. Jeden Tag woanders. Das können wir, glaube ich, ungeniert in die Öffentlichkeit raustragen. Was zum 20-jährigen Jubiläum ansteht, da dürft ihr alle gespannt sein. Das machen wir dann off-Record.
SPEAKER_07Abschlussfragen, das ist natürlich heute ein bisschen schwieriger. Gibt es einen Film, worauf sich die Band einigen könnte? Spinal Tap.
SPEAKER_04Kennst du den Film? Nein. So ein Musiker. Wie sagt man Docu. Comedy, Hardcore, Rock'n'Roll. Also Spinal Tap ist eine Wahnsinnsfilmempfehlung und die geht im Turbus immer.
SPEAKER_07Okay. Was sind abschließend Wünsche für die Blasmusikszene? Mehr Gitarren.
SPEAKER_04Ich glaube, wir haben es eh vorher schon so angelegt lassen. Ich fand es cool, wenn einfach wirklich die Blasmusikszene einfach ohnimmt, dass sie professionell ist und dass man einfach schöne Konzerte macht und Veranstalter sucht, die wirklich dir dann auch die Honoration geben und dann wirklich sagen, hey, es ist cool, dass ihr da seid, ihr heizt 14 Mann und es ist klar, dass das nicht 50 Euro kosten kann, sondern jeder braucht irgendwer die Kohle, weil das alles ausgebildete Musiker haben. Das war schon mein Wunsch, dass man einfach sagt, hey, es gibt Amateurmusiker, das macht Spaß, Musik zu machen, das ist fantastisch und die haben wirklich irre gut. Aber es gibt halt genauso Profis und die dürfen auch sagen, wir haben Profis und wir brauchen einfach unser Fahrt Guide. Wir brauchen Kohle für unsere Familie. Das war mein großer Wunsch, da haben wir da mehr Selbstvertrauen gemacht.
SPEAKER_07Alle nicken? Hört, hört. Unterstrichen. Dann sage ich vielen lieben Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, jetzt vor dem Auftritt hier ein bisschen zusammenzusetzen. Dankeschön.
unknownDanke, danke, danke, danke.
SPEAKER_07Das war the first staff mit Labras Banda. Wie fandet ihr sie? Mehr hat das Gespräch wirklich sehr viel Spaß gemacht. Vielleicht merkt man das sogar auch. The ungezwungen art der Band is einfach herrlich. Man comes from einem in an. She not too earnest, but have a clear tone to your thing, to the music, that they make. And for all authentication and live spielen. I think we've got to, feel more as Gesellschaft zusammenhalten, kleine Bühnen unterstützen, kleine Bands unterstützen und sich, and da muss ich mir auch selber an die Nase fassen, unser eigenen Musikkonsum mehr hinterfragen, ob das, wie es im Moment ist mit Spotify und wie es alles heißt, der richtige Weg is, wenn wir weiterhin gute, handgemachte Musik hören wollen. Schreibt mir gerne, wie ihr diese Folge fandet, was ihr gut fandet, was ihr vielleicht nicht so gut fandet. Auf Spotify könnt ihr das direkt kommentieren oder auch in den Apple-Podcasts. Ansonsten schreibt mich gerne an über blasmusikpodcast.de oder auf Instagram. Ich möchte nochmal an meinen Newsletter erinnern. Den Link findet ihr in den Shownotes und ich möchte mich bei Krampf für die Unterstützung dieser Folge bedanken. Bei Etik Mattes für die Musik und bei Leander Machen für den Schnitt. Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal auch wieder einschaltet. Macht's gut, euer Adrian.