On Air - Der Blasmusik Podcast
Podcast rund um das Thema Blasmusik. Andy Schreck, selbst u.a. Dirigent und Lehrer für Musik an einem Gymnasium trifft sich mit Musikern, Dirigenten, Komponisten und Visionären um über Musik und das Leben zu sprechen und andere für neue Ideen zu begeistern.
On Air - Der Blasmusik Podcast
Berthold Schick - Über Tenorhorn, Alphorn und heimliche Lieben
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Berthold Schick ist einer der ganz Großen der Blasmusikszene. Er hat Posaune in München am Richard-Strauss-Konservatorium und an der Hochschule für Musik in Stuttgart studiert. Er ist seit über 30 Jahren Musiklehrer an der Städtischen Musikschule in Biberach an der Riß und hat das dortige Jugendblasorchester 14 Jahre lang geleitet. Seine Leidenschaft für die Blasmusik wurde nochmals richtig entfacht, als er von 1994 bis 1999 Mitglied bei Ernst Mosch und seinen Original Egerländer Musikanten war. Daneben führt er seinen eigenen Musikverlag, ist Studiomusiker, Dozent, Komponist, Arrangeur und vieles mehr. Als Gründer und Chef ist er eng mit SEINEN Allgäu6 verbunden. Ich freue mich, dass er hier ist und sage herzlich willkommen und servus: Berthold Schick.
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Schnitt: Leander Machan
Musik: Dirk Matter
Dieser Scheinklaberblick, den man da braucht, diesen Fokus, so muss man es vielleicht nennen, der hat absolut nicht existiert. Und dann gab es dieses Erlebnis: Frankfurt, ich glaube, Alte Oper nennt man das, was man gebrannt hat. Da war mal so ein Großbrand. Und da war ein Probespiel, da habe ich Einladung gekriegt. Und da sieht man ja am Anfang die Nummer und ich war die letzte Nummer, Nummer 34, waren 34 Personisten eingeladen und ich habe die 34 gezogen. Okay, das dauert also mindestens zwei, zweieinhalb Stunden, bis ich dran bin. Aber was mache ich, anstatt ein Spieler und mich konzentriere? Das ganze Gebäude war ja irgendwie ein bisschen Baustelle. Ich finde tatsächlich irgendeinen Raum mit einem Sofa und ich lege mich da hin und ich penne gnadenlos ein. Und ich bin genau dann wieder aufgebracht, als ein wildes Geschrei auf dem Gang war. Nummer 34, Nummer 34. Oh, okay. Kein Ton eingespielt. Und dann gute Voraussetzung, dann musste ich vier Trepper hochlaufen von da, wo ich war, zu dem Vorspielraum und bin da so drin gestanden. Ich habe angefangen, da habe ich Konzert zu spielen und nach jedem zweiten Ton Luft zu holen, weil ich ja dann voll außer Atem war irgendwie. Aber habe ich so schnell gefangen und es hat mich heute irgendwie total begeistert dann auch wiederum. Ich durfte den zweiten Satz spielern.
SPEAKER_00Herzlich willkommen bei On Air, dem Blasmusik-Podcast. Mein Name ist Andi Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Willkommen, schön, dass du wieder dabei bist bei einer neuen Folge von On Air. Heute ist die erste Folge der dritten Staffel. Das heißt, wir gehen in das dritte Jahr. Viele große Namen haben sich schon angemeldet und spannende Themen und Diskussionen warten auf dich. Bevor es mit meinem heutigen Gast losgeht, wie immer den Supporter und das ist Buffet Grampant, Europas größtem Hersteller von Blasinstrumenten. Die einzelnen Marken von Buffet Gramp stehen für langjährige Tradition und Erfahrung im Instrumentenbau und sind seit jeher führend in der Weiterentwicklung von Blasinstrumenten aller Art. Beispielsweise haben sie erst vor kurzem ein neues Ventil für Pusaun entwickelt, das Icon Valve. Auch wegen dieser Verbindung von Tradition und Innovation im Instrumentenbau hat die Ausbildung bei Buffet Crampor an den beiden Standorten in Marktneukirchen und Gerritz Ried einen hervorragenden Ruf. Seit Jahrzehnten erlernen dort jedes Jahr viele Holz- und Blechblasinstrumentenmacher erfolgreich ihr Handwerk. Wenn du auch im Instrumentenbau interessiert bist, freut sich Buffet Crampon jederzeit auf deine Bewerbung. Viele weitere Informationen und aktuelle Stellenangebote findet ihr auf der Webseite www.buffet Crampon Group.com oder direkt in den Shownotes. Ein weiterer Supporter ist Stretter Music. Stretter Music ist ein Online-Notenhandel, der alles umfasst auch Blasmusik. Dort findet ihr von der traditionellen bis zur sinfonischen Blasmusik über Unterhaltungsmusik bis hin zur Jugendkapelliteratur. Alles was das Herz begehrt. Den Link stelle ich in die Shownotes und wenn ihr Beratungen braucht, einfach an infoedztretter-musik dort kommen schreiben. Dort werdet ihr auch fachgerecht beraten, sodass ihr euer Stück für euer Orchester findet. Und nun mein Gast ist ein ganz großer in der Blasmusikwelt. Sein Name ist eng mit dem Tenorn, aber auch mit dem Albhorn verbunden, nämlich Berthold Schick. Wir haben unter anderem darüber gesprochen, warum er eigentlich nicht ins Orchester gegangen ist. Wieso er zu Beginn in seinem ersten Jahr ein Dreivierteljahr lang überhaupt kein Instrument gespielt hat und was er in der Zeit gemacht hat. Über heimliche Lieben und natürlich über typische Fehler bei der Blasmusik. Viel Spaß! Mein heutiger Gast ist einer der ganz Großen der Blasmusik-Szene. Er hat Posaun in München am Richard-Strauss-Konservatorium und an der Hochschule für Musik in Stuttgart studiert. Er war knapp 30 Jahre Musiklehrer an der Städtischen Musikschule in Biberach an der Riss und hat das dortige Jugendblasorchester 14 Jahre lang geleitet. Seine Leidenschaft für die Blasmusik wurde nochmals richtig entfacht, als er von 1994 bis 1999 Mitglied bei Ernst Mosch und sein Original-Egerländer Musikanten war. Daneben führt er seinen eigenen Musikverlag, ist Studiomusiker, Dozent, Komponist, Arrangeur und vieles mehr. Als Gründer und Chef ist er eng mit seinen Allgäu 6 verbunden. Ich freue mich, dass er hier ist und sage herzlich willkommen und Servus, Bertolt Schick.
SPEAKER_02Ja, servus Andi, freut mich hier zu sein. Gruß und gegrüße alle zu Frühhörer. Sehr schön, Bertolt.
SPEAKER_00Meine erste Frage, die ich immer stelle, ist: Welches Musikstück hast du als letztes bewusst angehört, bevor wir dieses Interview jetzt machen?
SPEAKER_02Bewusst angehört, also man wird es kaum glauben, aber obwohl ich die Musik nicht sehr oft anhöre, Andreas Gabalier am Car Freitag. Ich hatte am Carr Samstag einen Workshop für Alpernbläser und die haben mich gebeten, die haben eine Auftragskomposition bestellt, weil eben aus dieser Gruppe ein Sohnemann am Osternmontag Hochzeit hatte und der ein großer Gabalier-Fan war und die haben mich gebeten, ob man nicht mit dem Alpern irgendwas machen kann, das ein bisschen an den Andreas Gabalier oder an einen Titel, von dem erinnert. Und dann habe ich tatsächlich am Freitag ganz intensiv ein paar Gabalier-Titel angehört und ein Segment gefunden, das man mit dem Alpern tatsächlich spielen kann. Wir sind ja mit den Naturtönen sehr eingeschränkt. Und bin sehr nervös am Samstag früh in den Workshop gefahren, ob die das auch kennen. Und einer hat gleich geheult und zwei haben Gänsehaut gekriegt. Also, sie haben es erkannt, dass es ein Thema von Andreas Gabalier ist. Und ich habe noch nichts mitbekommen, wie sie jetzt an der Hochzeit angekommen ist, aber ich habe darum gebeten, die Woche noch ein Feedback zu kriegen. Es wird noch kommen.
SPEAKER_00Okay. Aus welcher Nummer hast du was rausgenommen? Also es ist jetzt nicht so, dass ich der größte Andreas Gabalier-Kenner wäre.
SPEAKER_02Für mich bist du immer schön.
SPEAKER_00Okay, gut, kenne ich nicht.
SPEAKER_02Kannte ich vorher auch nicht.
SPEAKER_00Okay. Ja, vor kurzem war ja das Winter-Wurstock der Blasmusik. Ihr wart ja dabei. Wie war's?
SPEAKER_02Ja, also unvorstellbares Feeling. Live wieder zum Musizierern, beziehungsweise dann auch gleich so, ja, wir sind ja doch schon im gesetzteren Alltag. Und wir haben dann ein bisschen so vermisst, ja, gibt es eigentlich nicht so was dazwischen. Jetzt haben wir zwei Jahre gar nichts gehabt und jetzt, wenn es losgeht, war es gleich Vollgas. Also volle Pulle. Es war einfach volle Pulle. Aber hat aber trotzdem wahnsinnig Spaß gemacht, weil es war einfach wahnsinnig viel los. Und vielleicht ist auch so ein gewisser Nachholbedarf geschuldet, dass das Publikum eben auch gleich wieder so Vollgas gibt. Und dann war natürlich für uns auch kein Halten, dann gibt man natürlich auch Vollgas. Auf der anderen Seite ja ganz gut. Wie man so schön sagt, man kommt gleich wieder richtig rein in die Schuhe.
SPEAKER_00Und die Kälte war okay?
SPEAKER_02Ja, es war ja glücklicherweise so kalt, dass man es drinnen machen musste. Und dann waren wir ja glücklicherweise im beheizten Raum. Aber natürlich war es drinnen, Corona-bedingt, ein bisschen mit mehr Bedenken wie draußen, aber jetzt können wir ja schon sagen, wir sind zum Glück verschont geblieben.
SPEAKER_00Okay. Das heißt, ihr wart gar nicht auf der großen Außenbühne, wo man die Bilder gesehen hat?
SPEAKER_02Es wurden ja drei Almen bespielt und dann im Nachhinein, also kurzfristig sogar noch, wie ich es mitbekommen habe, noch eine vierte Alm, weil es eben so kalt war, zum da draußen Stehen auf dieser, ja, wie hat die Kaisen unter im Ort halt die große Bühne. Und wir waren von Anfang an, und der Anfang liegt ja ziemlich lange zurück, wir haben ja den Termin schon drei Jahre quasi im Kalender, immer wieder verschoben durch Corona. Und wir waren von Anfang an auf diese Alm eingeteilt. Wunderschöne, echt sensationell tolle Alm. Man stellt sich ja für uns so allgäunar die Almen viel kleiner vor, aber dort sind die Almen wirklich riesengroß. Also war sehr schön. Und drinnen, da hätten draußen natürlich noch mehr Leute Platz gehabt, aber dafür war es tatsächlich zu kalt.
SPEAKER_00Okay. Cool. Ich würde gerne ein bisschen biografisch bei dir vorgehen. Und zwar ganz, ganz weit zurück. Wie kam Musik in dein Leben?
SPEAKER_02Ja, das ist tatsächlich mit unvorstellbaren Zufällen und so erzähle ich es ja oft und erlebe ich es auch oft bei Kollegen oder Kolleginnen. Es ist schon wahnsinnigen Zufällen abhängig. Eigentlich hat mein Bruder, der bei Allgol, der Schlagzeuger, bei Allgäu sechster Schlagzeuger ist, oder war, er got gerade so langsam, aber sicher peu à peu in einem musikalischen Ruhestand. Er hat eigentlich my arbeitet, dass er die Melodika bekommen, weil er in der Schule, ohne dass er eine offizielle Veranstaltung in der Schule, war ein Melodikakurs ausgeschrieben. And they wollte da teilnehmen. And in dem kann man sich heute fast gar nicht mehr vorstellen. Aber damals war es einfach so. Damals hat man nicht so in zwei Minuten entschieden, man kaufte Melodika von 50 D-Mark, sondern da wurde tatsächlich der Familienrat einberufen. Und dann hat man halt durch das, dass der so hartnäckig geblieben ist, hat man dann halt gesagt, ja, okay, also wenn der das tatsächlich möchte, dann kriegt er die Melodika, dann darf er da mitmachen. Und am Abend vorher kam dann auf einmal ganz kurzfristig die Idee auf, yeah, da könnte doch der größere Bruder, der ältere Bruder, da auch mitgehen kann. Aber natürlich nicht unmöglich, eine zweite Melodik zu kaufen. Da liegt noch eine Blockflöte rum from the schwester. And yeah, okay, stimmt eigentlich. Da könnt ihr auch mitmarschieren. And then I mitmarsched with the Blockflöte. And I had me totally wunded, warum for all this so schwer is and me this so left, iron luft to give and finger to bewaken. And it was ironic total easy. It was total easy. And glücklicherweise was genau in the phase, the early weeks, as I had Flöte gespielt and so with Musik in Berührung, die Ausschreibung vom ortlichen Musikverein. Ich komme hier aus dem wunderschönen Rot an der Rot, das musikalisch sehr positiv belastet ist durch den Musikverlag Rundel. Und der Siegfried Rundel, Seniorchef, schon einige Jahre verstorben, der war damals auch der musikalische Leiter des Musikvereins, der Dirigent, und hat dafür gesorgt, dass tatsächlich in der Jugendausbildung ein bisschen was passiert, hat sie es grundlegend auf den Kopf gestellt und hat für professionelle Jugendausbildung gesorgt. Und alle vier Jahre, so war es damals üblich, hat der örtliche Verein im Gemeindeblatt inseriert, um Jugend, um Nachwuchs geworben. Und da haben sich tatsächlich über 30, klapp 34, wenn es noch richtig weiß, haben sich gemeldet. Und da war ich dann auch dabei. Und drei Vierteljahr war das furchtbar, eine schlimme Phase für mich. Dreiviertel Jahr haben wir nur Theorieunterricht gehabt, bis wir endlich ein endlich ein Instrument bekommen haben. Aber vielleicht, das habe ich im Nachhinein auch schon ein paar Mal überlegt, vielleicht hat das auch so zum gewissen besonderen Ehrgeiz geführt oder zur besonderen Freude, dieses lange Watten auf das Instrument, das man dann so losblickt hat. Und dann war der erste Tag, die erste Unterrichtsstunde mit einem super professionellen Lehrer, den ich dann so im Nachhinein betrachtet habe, wahrscheinlich alles zu verdanken habe. Weil der hat das einfach gleich auf die richtige Bahn gebracht. Und wie ich dann zum Instrument gekommen bin, war ja auch so ein Zufall. Als das Dreivierteljahr Theorie vorbei war, war ja tatsächlich dann ein Besuch der Musikanten angesagt mit dem Dirigent Siegfried Rundl. Und die haben ein bisschen die Instrumente vorgestellt und zusammen was gespielt und einzeln was gespielt. Und dann kam die große Quizfrage, wer möchte was für einen Instrumentspieler. And so circa 1927 haben wir bei Trompete gestrickt und der Rest bei Schlagzeug. Und dann hat der Siegfried Siegfried Rundl gesagt, nein, nein, nein, so geht das nicht. Wir möchten ja Jugendkapelle machen. Wir brauchen alle Instrumente. Und dann hat er so jeden durchgefragt, der war ja vom Ort. Und als ich dran kam, schick bad heute, dann sagt er, ja, bist du ein Sohn vom Schick Hans? Dann sage ich, ja, au, du warst mal groß und kräftig, Tuba. Merkst du? So hat er das festgelegt. Und wenn halt jemand irgendwie eine Mama oder eine Tante gehabt hat mit Klarinette oder Flöte, dann war halt das das Instrument und so ging es durch. Aber wie man sieht, ja nicht zu meinem Schaden. Ich konnte dann als Zehnjähriger, so alt war ich damals, natürlich unmöglich mit Ratuba anfangen. Da hat man dann, heute gibt es ja glücklicherweise Kindertuben, damals war das nicht so. Und dann habe ich Bariton im Bassschlüssel begonnen, weil ja dann der Wechsel relativ einfach ist. Und eben zwei, drei Jahre später, als die Jugendkapell gestartet ist, da war ich dann eben schon so weit mit dem Bariton, dass man auch sehr schnell akzeptiert hat, wo ich gesagt habe, nein, Tuba, nicht mach, ich bleibe beim Bariton. Ja, da sind wir schon so viele im Musikverein Posauni. Da war es frei, da hat schon wieder einer aufgehört. Kein Problem, Posauni mache ich auch, weil ich habe schon gesehen, der Lehrer spielt mit demselben Mundstück Posauni und Bariton. Okay, das geht irgendwie zusammen das Zeug. Und so bin ich bei der Posaune, beziehungsweise zuerst beim Bariton, dann bei der Posauni gelandet.
SPEAKER_00Cool. Mich wundert so ein bisschen, dass man dreiviertel Jahre lang Theorieunterricht durchhält und dann immer noch Instrument lernen will. Also ich glaube, heutzutage würden dann alle sagen, nee, komm, dann spielt er halt Fußball. Oder so.
SPEAKER_02Genau. Also das war schon einzigartig damals. Ich habe jetzt in der Corona-Zeit ein paar Renovierungsarbeiten am Haus vorgenommen und tatsächlich bei einem Ausräumer vom Raum, vom Regal, kam dieses Theorieheft noch raus von damals. Und das liegt jetzt da noch an der Garderobe und ich kann mich noch nicht so richtig trennen, schmeiße es jetzt weg, aber ich sehe es das jetzt gerade immer wieder. Das war das legendäre Theorieheft von damals und jetzt wird es dann irgendwann mal entsorgt.
SPEAKER_00Aber was habt ihr dann dreiviertel Jahre lang gemacht? Noten lesen?
SPEAKER_02Nota gelangt, Nota aufzuschreiben. Und das war halt so ein Heft, das man durchgearbeitet hatten. Es hat halt so lange gedauert. Aber das Kuriose an der Sache war ja das, ich habe zwar ein Dreivierteljahr Theorieunterricht gehabt und habe dann mit einer unvorstellbaren Euphorie angefangen, Bariton zu lammern und bin mit zwölf, zwei Jahren später schon in den D1-Kurs gekommen. Zur Freude aller Instrumentallehrer kam einer, der wie ein Verrückter geübt hat. Also der Lehrer hat einfach zu mir gesagt, in der ersten Unterrichtstunde, du musst jeden Tag zwei Stunden überstunden. Und ich war ebenso anständig und so gut gläubig, ich habe jeden Tag zwei Stunden geübt. Ich war ja nicht zu meinem Schaden war. Und erst irgendwie später habe ich gemerkt, ich war der einzige, der das geglaubt hat. Und dann kam ich in den besagten D1-Kurs, damals noch Bronze-Kurs, und ich habe keine Note gekannt. Ich war in Theorie ein Kompletterusfall, obwohl ich ja dreiviertel Jahr Theorie wunder. Und ich geh da, das ging irgendwie da rein und da raus. Und dann haben die Instrumentallehrer aber so viel Mitleid gehabt. Mensch, der spielt so toll und der kann alle Spiele und der weiß Theorie gar nichts. Und haben jeden Abend mit mir gelernt, sodass ich die theoretische Prüfung eben auch sehr gut Bestand da habe. Die haben das in drei Abenden mit mir nachgeholt, was da gefällt hat.
SPEAKER_00Wann kam dann für dich die Entscheidung zu sagen, okay, das kann ich mir beruflich vorstellen?
SPEAKER_02Ja, komischerweise eigentlich relativ schnell. Tatsächlich schon so die ersten ein, zwei, drei Jahre, weil eben auch dieser erste Instrumentallehrer, der damals ein Militärmusiker war, am Musikchor in Ulm, und dann aber nach zwölf Jahren ausgeschieden is and in the freie Wirtschaft gegangen, Betriebswirt studiert, and so my Bürgermeister geworden is. Darum habe ich immer gesagt, I have no Hoffnung for me, but vielleicht war das mich auch nochmal ein Politiker. And he had me so begeistert in irgendeine art and ways. Ich kann das gar nicht beschreiben, but it was einfach so hallig and so toll. Der hat irgendeinen Schalter bei mir gefunden, so einen Knopf betätigt. Und da war ich so gleich so angetan und das war so ein riesengroßes Vorbild. Der hat so toll gespielt, war so eine Persönlichkeit, also für mich halt, das ist ja klar, das hat ja nicht bei allen automatisch funktioniert. Und da war ziemlich schnell klar, oh, das möchte ich auch, wenn das irgendwie geht und so. Und dann kamen schon mit 15, 16 schon das erste Mal konkretere Gedanken, dass ich Unterlag von der Musikhochschule damals da singen, das war so die nächste von uns aus, mal bestellt habe, zu mal schauen, was man da überhaupt, was da die Voraussetzungen sind. Und dann kam der große Schockmoment, oh, da muss man ja Klavier vorspielen. Also dann wurde das nochmal ein bisschen vertagt, nachher gab es zuerst mal noch ein Klavier und dann habe ich da so einen Crash-Kurs, Klavier absolviert, dass man dann irgendwie Aufnahmeprüfung besteht. Das kennen viele Blechbläser, glaube ich. Und ja. Und als ich dann in München die Aufnahmeprüfung gemacht habe, kann ich mich noch gut erinnern, der Posauner-Prof, der saß immer drin und hat sich die Augezughalter bei meinem Klaviervorspieler immer wieder so gemacht und oh weh, oh weh. Aber glücklicherweise ist auch gelangt. Was haben deine Eltern damals gesagt? Also ich habe ja glücklicherweise ein total offenes Elternhaus und die sind zwar musikalisch überhaupt nicht irgendwie jetzt vorbelastet gewesen, dass meine Eltern schon Musik gemacht hat. Mein Vater singt recht ganz, wenn es gemütlich ist beim IKER. Das hat er aber gesagt, das ist alles, was er uns musikalisch auf die Reise geben konnte. Aber es sind ja vier Geschwister und mein Vater hat bis in die zweite Bundesliga Tischtennis gespielt früher. Das war so das Einzige, was mir alle angefangen haben, Tischtennis, aber irgendwie ist keiner beim Tischtennis geblieben. Aber es war glücklicherweise ein 0,0 Problem. Sind alle irgendwie Richtung Musik gegangen? Das war halt irgendwie im Ort auch angesagt. Und eben mein Schlagzeugbruder und ich haben halt dann immer noch mehr Musik gemacht. Und die Eltern haben das immer unterstützt. Jetzt gerade am Oster und Montag habe ich Kircherkonzert seit langer Zeit mal wieder gespielt. Klar durch die Corona-Pause, auch die Posaunen mit Bastrombedie und Alpha. Und meine größten Fans, meine Eltern mit mittlerweile 86 Jahren, sind auch da hingefahren und haben zugehört. Die haben das immer unterstützt. Und das war natürlich schon sehr hilfreich, dass du da nicht irgendwie noch daheimen Kampf ausfeuchten musst. Und ja, okay, wenn er das machen will, dann will er das machen. Also so mit 16, das erste einzige Mal so eine kleine Einschränkung, dass der Papa gesagt hat, ja, super, okay, möchte ich Musik machen, möchte ich nicht, vielleicht sehr schwarz gescheiter. Man kann später vielleicht darauf zurückgreifen.
SPEAKER_00Aber das hört man ja immer wieder, dass das damals so war, dass man erst irgendwie irgendeinen Beruf lernen sollte und dann ist es okay, wenn du Musik machst. Aber du hast dich gleich für die Musik entschieden.
SPEAKER_02Nö, ich bin dann tatsächlich, ich habe dann eine, also eigentlich wollte ich Instrumentenbauer war da. Und das war so mündlich alles abgesprochen. Und dann war damals aber auch schon ein bisschen wirtschaftlich so eine schwierige Phase. Und der Ausbildungsbetrieb hat dann Anrufer, zwei, drei Monate vorher. Er kann mich tatsächlich nicht nehmen als Lehrling, obwohl es so mündlich ist. Damals hat man noch nicht so mit Vorvertrag und alles schriftlich gemacht, es war halt so mündlich besprochen. Und dann kann mich nicht nehmen, er müsste ein Geselle entlassen. Und dann bin ich tatsächlich so ein bisschen blöd rumgestanden. Die Bewerbungen sind ja so ein Jahr im Voraus gelaufen und dann drei Monate vorher. Da hat ja jeder Betrieb sozusagen seine Lehrlinge schon schon lange ausgewählt. Und durch den Zufall, da hat die Musik wieder mitgeholfen. Auch die Mädels muss man ein bisschen sagen, einen Kumpel und ich sind auf der Festligfahrer, das unvorstellbar weit weg war eigentlich mit dem Moped, 50 Kilometer empfand. Und da wollten wir zwei Mädels besuchen, die dann gar nicht da waren. Aber da habe ich einen Musikkollegen getroffen, den ich ein halbes Jahr vorher beim C1-Lehrgang kennengelernt habe. Und der war dort im Musikverein als Vorstand und Kassier tätig und hat sich mit sehr viel Arbeit eingedeckt gehabt. Und irgendwann nachts zum Halb eins hat er endlich Zeit gehabt und haben geredet. Und ja, wie geht es da auch? Und was machst du? Ja, stell dir vor, du, jetzt bin ich mit der Schule fertig und ich wollte eigentlich Instrumente bauen lassen. Ja, ja, das hast du ja gesagt und so. Ja, aber jetzt kann ich mir dich nehmen, ich bin eigentlich arbeitslos. Ich muss irgendwas noch überlegen oder Schule machen. Ja, na kommst du zu mir. Ich mache mich selbstständig am 1. Oktober. Ja, was machst du? Ja, Heizunger. Ja, okay, noch komme ich zu dir. Und so habe ich nachts zum halb eins meinen Lehrvertrag als Heizungsbauer abgeschlossen im Bierzeit und bin tatsächlich Heizungsbauer geworden. Wo auch sonst als Musiker. Du warst es, genau. Und bin tatsächlich Heizungsbauer geworden und habe dann glücklicherweise zweimal Leerzeitverkürzung gekriegt. Zweieinhalb Jahre hat es dauert, sonst jetzt dreieinhalb Jahre dauert. Aber die Zeit hat auch gezeigt, dass also so ein Beruf, also das war ein Zwei-Mann-Betrieb, später ein Dreimann-Betrieb. Und ich habe ja jeden Tag zehn, elf Stunden, zwölf Stunden gearbeitet und dann eben noch zwei Stunden geübt. Und dann ist der Tag schon ziemlich vollgepackt. Das war schon eine irgendwie harte Phase. Und das hat ziemlich schnell gezeigt, okay, das geht ein Leben lang nicht, dass du so einen Beruf ausübst und dann noch so viel Musik machst. Und dann kam natürlich Erschweren dazu. Genau in der Phase ist unser Musikfrei nach Amerika gereist. Wer hat keinen Urlaub gekriegt? Zwei Mann betriebt, da kann man nicht bloß gehen. Dieses Kreisjugendorchester, Auswahlorchester, ist nach Zürich, ins Weltjugendmusikfestival. Wer hat keine Urlaub gekriegt? Also das war klar, okay, die Nummer, die funktioniert. Das wird nichts mit Musik. Und dann bin ich tatsächlich glücklicherweise direkt nach der Lehre zur Militär ein. Also damals gab es ja noch Wehrpflicht, das weiß man ja heute gar nicht mehr. Und hatte im Vorfeld vorgespielt, da habe ich mich dann schon informiert, wie das funktioniert. Und dann habe ich direkt im Anschluss von der Lehre die Wehrdienstzeit machen können und bin da ins Musikhoch. Und dann war der Musiklaufbahn freien Lauf gelassen. Dann ging es nur noch mit Musik.
SPEAKER_00Wie waren es so deine Studienjahre, wenn man ja Musik studiert und aus dem Dorf kommt von der Blaskapelle, er hat mir ja nicht zwingend, was ich weiß nicht, wie das bei dir war, mit Klassik zu tun. Wie warst du das Aufeinandertreffen von dir und Klassik im Studium?
SPEAKER_02Also da gibt es auch zwei wunderschöne Beispiele. Wie gesagt, der erste Posaunenlehrer war ein sehr umsichtiger Mensch, der Hans C. Man kann ja den Namen sagen, der schon lange in Ruhe stand. Und hat ja später dann, wie gesagt, die Musiklaufbahn verlassen und ist Bürgermeister geworden. Der hat dann, da war ich gar nicht so alt, vielleicht 12, 13 Jahre, da hat er schon gesehen, okay, der übt tatsächlich, der meint es tatsächlich Angst. Der hat dann mich aufgefordert, eine Musikkassette, das gibt es ja heute auch nicht mehr, eine Musikkassette mitzubringen, eine Lehre. Und hat auf der einen Seite lauter klassische Posaunenkonzerte überspielt, und auf die Rückseite Obi Green, die 21 Posaunen, die Big Band, ich weiß nicht, ob du das kennst. Obi Green war so ein Ami-Jazz-Posaunist, also eine richtige Größe, eine Generation vor J.J. Johnson oder Kai Winding. Die haben alle bei dem gespielt. Und das war keine Big Band, eine Rhythmusgruppe, aber kein Saxophon, keine Trompete, einfach 20 Posauner plus ein Solist, das war der Obi Green. Und da gibt es heute noch zwei, drei Aufnahmen, sehr empfehlenswort. Der Reiverlager in der Schweiz hat da recht einmal aufgekauft und die als CD wieder veröffentlicht quasi. Obi Green, 21 Pro Bones. Also wärmstens zu Empfehler, sensationell. Und das waren meine ersten Berührungen, dann mit Klassik und mit Jazzmusik. Und deshalb bin ich ja, obwohl ich ja kein, ich bin ja kein Chorusspieler, kein Jatz-Posaunist, bin ja klassisch ausgebildeter Posahnist, aber ich tue mich wahnsinnig leicht und habe ja oft schon Berührungen gehabt mit Big Bands und wird ja versehentlich da irgendwie hininterpretiert. Und habe aber null Probleme, stilistisch da klar zu kommen. Weil ich habe die Kassette natürlich, die mein heiliger Lehrer mir aufgenommen hat, die habe ich natürlich gefühlt fünf Millionen Mal angehört, vor der Rückseite, bis nichts mehr kam, bis das Band durch war sozusagen. Und im Musikstudium war dann tatsächlich auch, ich habe halt in Anführungszeichen nur die Posaunenkonzerte gekannt. Und durch dann mit 14, mit 16, mit 18 Teilnahme Jugend musiziert, habe ich dann natürlich schon ein bisschen die klassische Welt so leicht kennengelernt als Blasmusikkind. Und wenn man dann im Jugendmusiziert, mal im Regionalwettbewerb, einen ersten Preis hat, kriegt man ja eine Einladung auf so ein Landessinfonieorchester, Landesjugendorchester. Und so gab es dann so die ersten Berührungen. Und dann hat eben der Posaunenprofessor auch in München, da Anschiel, bei dem ich studiert habe, dann auch so nach den ersten paar Stunden hat er mich auch aufgefordert, du, jetzt gehst du mal an so ein Musikgeschäft und besorgst dann mal klassische Musik. Du musst mal so Zeiger ein bisschen anhören. Okay, ich bin losmarschiert, ich weiß nur, wie heute. War im Angebot, Alfred Brendel spielt Beethovens Klavierkonzerte. Das war im Angebot, das habe ich gekauft. Und dann hat er mich natürlich die Woche drauf gefragt und wie lieb's? Ja, ja, ich habe die Kassette gekauft, aber ganz ehrlich, ich kann sie nicht anhören an einem Stück. Es ist zu anstrengend für mich. Ja, was hast du gekauft? Ja, Alfred Brendel spielt Beethovens Klavierkonzer. Ja, bist du verrückt, da ist ja ganz schwere Literatur. Also, Mama anders, ich bin besorgt, ihr Captain. Und dann hat er mich mitgenommen, er war ja Passionist vom Bayerischen Rundfunk Sinfonieorchester und die haben zufälligerweise an dem Abend gerade Patitik von Tchaikowski gespielt, sechste Sinfonie. Und da gehe ich mal rein. Das ist was für Bläser. Und das hat mich so geflasht, das muss ich wirklich sagen, bis zum heutigen Tag hat mich das so geflasht, das war so ein erhebender Moment und also sensationell, hat mich voll berührt und dann war irgendwie, okay, alles klar, das ist auch schön. Es gibt nicht nur Blasmusik, es gibt was anderes auch. War für dich auch eine Option, ins Orchester zu gehen oder war das für dich immer klar, das mache ich nicht, ich gehe lieber, ich will viel spielen, ich unterrichte Also so phasenabhängig, es gab so unterschiedliche Phasen, natürlich auch ein bisschen so angesteckt, motiviert von den Studienkollegern, vom Posaunerlehrer, der immer auch diese Laufbahn ja ein bisschen mehr schmackhaft machen wollte. Gab es dann Schulbücher, ja, okay, stimmt, könnt ihr mir vielleicht auch vorstellen. Aber ich bin immer so mit gemischten Gefühlen zum Probespiel gefahren. Von heutiger Sicht aus weiß ich, dass ich dann auch daheim bleiben kann. Wenn du da mit gemischten Gefühlen hinfährst. So war ich in Leipzig mal im Probespie, and the Hinfahrt war claim, als ich dann irgendwie so den ehemaligen Osten in den Aufbau kennengelernt habe, da durchgefahren bin. Nein, das ist nicht deine Gegend, da gehst du sicher nicht hin. And mit dieser Einstellung kannst du kein Probespiel gewinnen, das geht einfach nicht. Aber es hat einfach so dieser Scheinklaberblick, den man da braucht, diesen Fokus, so muss man es vielleicht nennen, der hat absolut nicht existiert. Und dann gab es dieses Erlebnis, Frankfurt, ich glaube Alte Oper nennt man das, wo man gebrannt hat. Da war mal so ein Großbrand. Und da war ein Probespiel, da habe ich Einladung gekriegt. Und da sieht man ja am Anfang die Nummer und ich war die letzte Nummer Nummer 34. Waren 34 Personisten eingeladen und ich habe die 34 sogar. Okay, das dauert also mindestens zwei, zweieinhalb Stunden, bis ich dran bin. Aber was mache ich, anstatt ein Spieler und mich konzentriere? Das ganze Gebäude war ja irgendwie ein bisschen Baustelle. Ich finde tatsächlich irgendeinen Raum mit einem Sofa und ich lege mich da hin und ich penne nadenlos ein. Und ich bin genau dann wieder aufgewacht, als ein wildes Geschrei auf dem Gang war. Nummer 34, Nummer 34. Oh, okay. Kein Ton eingespielt. Und dann gute Voraussetzung, dann musste ich vier Trepper hochlaufen von da, wo ich war, zu dem Vorspielraum und bin da so drin gestanden. Ich habe anfangen, da habe ich Konzert zu spielen, nach jedem zweiten Ton Luft zu holen, weil ich ja noch voll außer Atem war irgendwie. Aber habe ich so schnell gefangen und das hat mich heute irgendwie, das hat mich total begeistert dann auch wiederum, ich durfte den zweiten Satz spielen. Und das war ja immer so ein Zeichen. Also die, die noch beim ersten Satz oder nach dem ersten Satz abgebrochen worden sind, die haben ja eigentlich zu 99% schon gewusst, okay, es reicht nicht in die zweite Runde. Und die, die den zweiten Satz noch anfangen durften oder Spieler durften, die sind ja meistens in die zweite Runde gekommen. Und ich durfte tatsächlich den zweiten Satz spieler, nein, das darf nicht wahr sein, aber die möchtet wahrscheinlich sehen, wird das noch was mit seiner Atmung, oder? Und als ich dann heimgekommen bin nach München und erzählt habe, dass ich eingeschlafen bin, dann hat er an Skiel tatsächlich die Posaune Eipackt mit mir und die Unterrichtsstunde gab es dann nicht und ist mir mehr ein Biertrinker gegangen. Ich habe gesagt, okay, jetzt glaube ich dir, dass die das wirklich nicht interessiert. Weil wenn jemand schlafen kann vor einem Probespiel, dann ist tatsächlich nicht das große Bedürfnis, so ein Weg zu gehen. Und das hat er dann auch akzeptiert. Das war toll, es war schön, dass er da noch nicht weiter gebohrt hat und hat mich voll unterstützt auf dem Weg, wie ich gemacht habe. Und ich bin halt auch so heimatverbunden gewesen. Ich hätte mir das gar nicht vorstellen können, so weit weg zu gehen. Und später, durch die Tourneen mit Angst Mosch, durch das, dass man da mal so zweimal so lang oder am Stück immer weg war, es waren ja immer die zehn Tagesblöcke. Da habe ich dann im Nachgang auch so was erst mal kennengelernt in meinem Leben, wie Funweh. Aber vorher habe ich das nicht gehabt. Ich habe immer Heimweg gehabt, die ja. Die habe mich jetzt immer in mein gewohntes Umfeld gezogen.
SPEAKER_00Bevor wir dann jetzt gleich zu Ernst Mosch kommen, du hast gesagt, du hast von Anfang an immer zwei Stunden geübt, weil dein Lehrer dir das gesagt hat. Musstest du im Studium Üben neu lernen oder wusstest du schon immer, wie es geht? Weil zwischen Üben und zwei Stunden spielen ist ja ein Unterschied.
SPEAKER_02Ja klar. Also ich habe zum Glück nicht nur zwei Stunden gespielt, sondern tatsächlich geübt und das habe ich dem ersten Lehrer zu verdanken. Dass ich habe erst eigentlich im Studium oder eigentlich bei der Militärmusik noch vor dem Studium kennengelernt, dass manche nicht wissen, wie üben geht. Und ich habe glücklicherweise nicht zu denen gehört. Und das habe ich dem ersten Lehrer sozusagen zu verdanken. Für mich war das Schwierigste, mich selber so als Blasmusiker vom Land mich da irgendwie einstufen zu können. Das war echt schwer. Und meine Musikchor-Laufbahn war ja, dass ich erst, also dass ich ja eigentlich vorgesehen war für das Musikchor, Heeresmusikor 100 in Münster, Westfalen, was aber ziemlich weit weg ist, 642 Kilometer. War Haustier, Haustier, weiß ich noch. Und dann war ja dadurch vor zweieinhalb Jahren die Berufsausbildung als Heizungsbauer mit 10 und 11 und 12 Arbeitsstunden pro Tag plus zwei Stunden üben. Und dann war ich im Musikco angekommen und habe gedacht so, boah, super, jetzt hast du ja voll viel Freizeit, jetzt übst du ja nur noch acht Stunden. Jetzt bist du ja Berufsmusiker, jetzt wirst du acht Stunden üben. Und als ich ja Woche lang acht Stunden geübt habe, habe ich links und rechts so einen Bluterguss an der Lippe gehabt, wo das Mundstück runterkommt. Und dann habe ich gesagt, okay, da ist jetzt auch was faul. Also das kann auch nicht sein. Und dann waren da zwei Kollegen, die dann natürlich im Laufe der Zeit noch viel besser kennengelernt haben, aber die erste Woche noch nicht. Die haben in Detmold schon sechs Semester studiert gehabt und wurden dann zur Wehrpflicht einzogen. Und dann habe ich versucht, ein bisschen rauszufinden, wie viel die üben. Und habe dann festgestellt, dass die nichts üben. Okay, also das kann nicht richtig sein. Und das, was ich mache, kann nicht richtig sein. Jetzt nimmst du irgendwie die Mitte. Und dann habe ich mich so eingependelt auf vier Stunden über. Und das hat dann auch Sinn gemacht. Und das waren dann elf Monate Münchdoch und dann 13 Monate Garmisch. Und den Garmischer Musiker hatte ich dann im Münchischer Unterricht bei dem Anschiel, wo ich dann später studiert habe. Und dann gab es einen viel besseren Plan, das einfach auch aufzuteilen, was das eben keinen Sinn macht, so viele Stunden am Stück zu über. Und dass man das schön verteilt. Und dann hat sich das wunderbar erholt. Aber das war auch dann, als ich das erste Mal in München aufgeschlagen bin bei dem Anschiel. So ein Erlebnis, das ich nie vergesse, weil ich habe gefühlt 500er Puls gehabt, also nervös, dass alles spät war. Ich habe mein Lehrer gespielt. Und der steht die ganze Zeit näher dran und grinst immer und lachte immer. Und ist es echt so schlecht, dass der da so lacht. Und nach einer halben Stunde habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen, um den zu fragen, ja, sieh, jetzt muss ich schon fragen, ist es wirklich so schlecht, dass sie immer so lacht? Nein, nein, an Gottes Wille, habe ich gesagt. Er hat in seinem ganzen Leben keinen so einen Ansatz gehabt wie ich. Er hat sich einfach gefreut, über dass jetzt ein junger Busch kommt, wo hier halt alles stimmt und wo Kraft durch. Und das muss er ja ganz oft, erlebt er ja ganz oft anders, dass die Leute, die anfangen, dann hier halt noch irgendwie korrigiert werden müssen und dass Kraft aufgebaut werden muss und Ansatzstellung. Und da hat er sich halt so gefreut drüber. Ein roter Diamant hat er gesagt, jetzt müssen wir den halt noch schleifen. Spielstil, da können wir noch viel schleifen. Gut.
SPEAKER_00Hast du, weil du gerade sagst, du warst nervös, Probleme mit Nervosität? Oder ist das jetzt im Laufe der Jahr.
SPEAKER_02Tatsächlich ja. Und das hat auch dazu geführt, dass ich ganz am Anfang das Musikstudium tatsächlich fast geschmissen hätte. Das war gleich in meinem ersten Semester, hat Yamaha eine Deutschlandtournee gemacht mit vier großen Konzerten in Hamburg, Berlin, Köln und München. Oder war vielleicht Frankfurt dabei, ich weiß nicht mehr. Und die haben damals versucht, das gibt es heute nicht mehr, ich weiß nicht, ob sich überhaupt jemand daran erinnern kann. Yamaha hat ein Instrument vorgestellt, das hat sich Elektone genannt. Elektron in Konzert. Und das war so eine Art Zwischending zwischen Hemm und Orgeln und gesampelt die klassische Instrumente, die man konnte tatsächlich. Klassische Instrumente, Oboe, Fakurzo, Blasinstrumente, wahnsinnig gut imitierer. Und das wollten sie mit so einer Konzerttournee-Vorsteller in Deutschland. Und der Solist war niemand geringer als damals ein ganz junger Trompeter, der Mods Karriere gemacht hat, Matthias Hoefs. Und Matthias Hoefs hatte an dem München-Termin keine Zeit. Und nachdem das im Gaststeig in München war, war halt dann naheliegend von den Philharmoniker jemanden zu fragen. Jetzt waren die auf Konzertreise. Und dann war die nächste Idee, ja, das Richard-Strauss-Konservatorium ist ja auch im Gaststeig, wo ich studiert habe. Dann haben sie den Posauner-Lehrer gefragt. Aber der Anschiel war Bassposanist, kein Solist. Und dann kam die Anfrage sozusagen zum Anschiel. And der hat dann aber gleich gesagt, ja, da habe ich jemanden. I have a sound student im ersten Jahr, der macht das. Und ich, boah, wie die Jungfrau zum Kind quasi, Bernhard Krull, Cabriccio, was weiß ich, wie das Ding geheißen hat. Das war halt so angelegt, dass eigentlich so ein Holzbläser die Begleitung übernimmt. Und dann hat da eine wahnsinnig tolle Pianistin da begleitet. Und ich bin da gestanden und habe das Konzert gespielt und habe auch 500 Puls gehabt. Und die geziehen haben, die Knie haben bestimmt in der Hose 5 cm hin und her geschlottert. So bin ich da gestanden. Und also ein unvorstellbares Gefühl. Aber alle haben mich total gelobt nachher. Er sei super gewesen und wunderbar. Und der Lehrer war da. Aber ich bin die nächste Unterrichtsstunde und habe gesagt, ich höre auf, Musik zu studieren. Und der hat mich angeschaut, ja, wieso? Ich habe mich total ungeführt, ich bin fast gestorben auf der Bühne. Ich war so nervös, ich habe geschwitzt und die nie haben zittert. Und dann hat der gelacht, der hat eigentlich eine super Reaktion gezeigt. Das gab es dann öfters mal, dass er die Posaur eingepackt hat, das war in der Unterrichtsstunde auch so. Und ist mit mir ein Bier drinken gegangen und hat mir das erklärt und habe gesagt, das ist ja ganz das Normalste von der Welt. Die Situation, die musst du trainieren, wie alles andere auch. Du musst einfach schauen, dass du diese Situation alleine da vorne zu stehen, einmal im Monat hast und dann wirst du sehen, dass du dich jedes Mal wohler fühlst. Es hat mir eingeleuchtet und es gab am Richard Strauß die Möglichkeit, dreimal am Tag gab es eigentlich so Vorspieltermine. Die Studenten von den ersten zwei Semestern konnten so einen Nachmittagskonzertspieler um die Mittagszeit herum. Und die Studenten im dritten bis sechsten Semester, die haben dann, ich glaube, das hat Abendmusik hat das glaube ich geheißen, das war um 18 Uhr und um 20 Uhr gab es wieder die Möglichkeit. Und immer wieder passiert ja, dass jemand auch krankwort ausfällt, der sich da eingetragen hat. Und ich habe mich als Springer eingragen. Und ich bin bestimmt zwei, dreimal im Monat gestanden und habe immer gespielt und egal was, ich will wissen, ob das stimmt. Und tatsächlich, drei, vier Monate später, konnte ich total bestätigen. Ich bin auf der Bühne, ich stand wie im Probisaal. Und es ging, ich habe mich total wohl gefühlt. Okay, das ist richtig. Aber jetzt merke ich halt auch, mit Corona, solange wir gesorgt haben, dass wir nicht gespielt haben, ich muss es wieder trainieren. Ich muss die Situation wieder suchen. Ich geh nicht zu dem, wo this immer automatisch funktioniert, sondern ich muss tatsächlich die Situation immer wieder herbeifauern und dass ich da quasi ruhig bin und dass ich da die bestung bringen kann. Weil es nutzt ja nichts so, wie es damals war, dass zwar alle zufrieden waren mit mir, aber ich bin nicht zufrieden mit mir. Ich will ja mit mir zufrieden sein. Ich will das stehen und ich will das genießen. And um das zu genießen, weiß ich, muss ich es ein bisschen trainieren. Es geht nicht von selber bei mir. Also das kann ich so ruhigen gewissens verraten, dass das so läuft bei mir.
SPEAKER_00Ja, aber das ist doch gut, um mal zu hören, weil von außen scheint das ja immer, gerade bei so gestandenen Musikern wie dir, dass das ja okay, der stellt sich halt da hin, der klingt wunderschön, das läuft alles. Also man hat oft den Anschein von außen, dass das eigentlich gar nicht so schlimm ist für euch.
SPEAKER_02Also ich kann ja nur für mich antworten und klar hat man auch Kollegen schon kennengelernt, die tatsächlich so den Eindruck machen, okay, die stellt sich da hin und denken sich gar nichts. Aber ich habe eben auch schon ganz oft erlebt, bei solchen Kollegen, jeder kommt ja in unterschiedliche Lebensfasern. Und wenn man natürlich 19, 20, 21 ist und so irgendwie total unbedarft durch die Welt wandert und seine ersten Gehversuche macht, dann ist man natürlich viel entspannter als vielleicht ein 30-, 35-Jähriger, der vielleicht schon Familie aufgebaut hat, Haus abbezahlt, so Existenzgedanke sind ja da schon da, oh, jetzt habe ich so viel Geld aufgenommen und es muss ja irgendwie alles auch irgendwie funktionieren. Und da gibt es ja andere Dinge auch im Leben, die noch wichtig sind. Und wenn man da, ja, oder sieht man auch bei Kollegen, wenn mal mit der Ehe was nicht funktioniert, mit der Beziehung, was nicht funktioniert, das belastet und das kann man nicht einfach so mit einem Schalter ausblenden. Das geht einfach nicht. Und das habe ich auch oft erlebt. Und das ist keine Garantie, wenn das als 20-Jähriger gut funktioniert, dass das als 30- oder 40-Jähriger auch funktioniert. Irgendwann fängt man doch das Überlegen vielleicht an. Und dann ist es eben gut, wenn man weiß, was man tun kann, dass man die Situation wieder meist oder dass man mit der Situation halt bewusster umgeht.
SPEAKER_00Ist für dich ein Unterschied, wenn du jetzt zum Beispiel mit Allgäusex spielst und du hast hinten dran fünf, sechs Leute stehen, wenn du Solo spielst oder jetzt dann zum Kirchenkonzert, du hast nur einen Organist hinter dir? Ist das unterschiedlich für dich?
SPEAKER_02Ja, es ist tatsächlich ein Unterschied für mich. Mit Allgäusex fühle ich mich deutlich wohler, hat aber schon auch damit zu tun, dass für mich Musikmacher schon bedeutet mit Freunden, mit guten Kollegen, Freunden zum Musizierern. Ich fühle mich deutlich eingebetterter und wohler entsteht weniger Nervosität, wie wenn ich da ganz allein stehe. Und natürlich ist die Situation ganz alleine, mal mit Klavier oder Posaunen oder mit Orgel und Posaune, da verändert sich ja mehr. Der Organist ist ja nicht zufälligerweise immer dasselbe. Man hat ja dann einen wechselnden Organist, wo man halt engagiert wird. Und die Situation fühlt sich schon noch mackiger an, sage ich immer. Man steht noch alleiniger vorne dran. Und so mit meiner Band, mit iGoy Sex, da hat man irgendwie sechs Spezels um sich rum und man weiß, man wird aufgefangen und wenn irgendwas passieren sollte, hat man sechs Freunde dabei, die einen beschützen. So ungefähr. So kommt man das vor. So empfinde ich es zumindest.
SPEAKER_00Ist da vielleicht auch dabei, also das habe ich jetzt immer wieder gehört und ich kenne das auch so ein bisschen von mir, dass wenn ich jetzt Blasmusik mache und da wird einen Fehler passieren, finde ich das immer persönlich weniger schlimm, als wenn ich was Klassisches spiele, weil da ja immer so dieses im Hintergrund auch vom Studium natürlich noch gebracht, dieses, es muss ja alles perfekt sein. Weißt du, was ich meine?
SPEAKER_02Ja, ja, klar, kann ich nicht ganz teilen. Also ich weiß genau, was du meinst, aber das hat damit zu tun, also wir nennen das immer Hemmschwelle. Wenn wir 1000 Kilometer fahren, wo möglich, haben wir noch eine Landesgrenze passiert, dann ist die Hemmischwelle so weit gesunken, dass du quasi überhaupt nicht nervös bist, weil du bist so weit weg, keiner kennt dich und super. Und hin und wieder muss man schon aufpassen, dass die Hemmischwelle nicht in den Minusbereich fällt, sagen wir mal, dass wir im Zu sehr egal wird, das darf ja nicht sein. Aber ich kenne das Gefühl, und das haben wir tatsächlich mit Allgäu 6 sehr oft, dass wir halt Veranstaltungen spielen mit einer gewissen Grundlautstärke. Wir spielen ja im Sommer auch Zelte. Und dann ist es tatsächlich so, dass einem, wenn irgendein Kekse passiert, weniger ausmacht, weil ja der in der Grundlautstärke der Pegel ein bisschen untergeht. Aber wir haben ja auch Veranstaltungen, richtige Konzerte in Haller, wo es mucksmäuslich ruhig ist wie beim klassischen Konzert, und dann fühlt es sich auch wirklich genau gleich an. Und der wirklich schwierigste Auftritt is immer der Saison-Auftakt here in eigener Dorf, wo ich quasi runterschaue anderes kenne. And irgendwelche alte Schulkollegen oder Lehrer sitzen oder Nachbar sitzen. Und dann ist es dort auch genau diese Konzertatmosphäre mucksmäuslich ruhig. The Musicverein is the Veranstalter, these kenno ich ja, das sind ja jetzt eigentlich alle Verantwortlichen, oder fast, oder ganz viele of these verantwortlichen, sind ja die Leute, mit denen ich angefangen habe damals. Da sind ja wahnsinnig viele geblieben. And das sind ja die, die heute, oder der letzte Vorstand waren ehemalige Schüler von mir, der dann Vorstand von Musikverein ist. Und wenn du dann alle so kennst und wenn es dann so mucksmäuslich ruhig ist, dann ist der Anspannungspegel schon auch ganz am Limit. Dann ist er ganz sauber. Aber so kann ich es nachvollziehen, dass es dann bei so einer Veranstaltung ist man halt noch angespannter und schreckt man mehr zusammen, wenn irgendwas passiert. Wie wenn du bist im Bierzeit, da ist Grundlautstärke, du bist 1000 Kilometer Wegfahrer. Da kann dich gar nichts umbringen, irgendwie so, da fühlt man sich total relaxed.
SPEAKER_00Ich habe in der Begrüßung ja schon gesagt, und du hast es so ein bisschen angesprochen, 1994 kam Ernstmusch. Wie kam es dazu?
SPEAKER_02Ja, wie halt die Zufälle des Lebens zu spielen. Über die Zufälle haben wir es schon gehabt heute, gell. Und man ist ja dann ein bisschen so unterwegs als Musikant, als Blechbläser, mal in dem Studio und damals aus Aushöfe. Und so bin ich natürlich auch Musikkolleger getroffen, die beim Anschmorsch bei die Jägerländer spielen. Und die haben mich dann vorgeschlagen. Und eigentlich gab es das schon zwei, drei Jahre vorher. Da gab es so eine ganz exotische Neunerbesetzung, die Wörnitztaler Musikanten. Und da habe ich den Fariin Saszodi kennengelernt, weil der da, da waren zwei hohe Blech, zwei Holzer, Schlagzeug, sagen wir mal, was anderes dabei, Tuba, der E-Bas gemacht hat. Eben ein, ganz ungewöhnlich, ein Posauner oder Tenohandspieler, so wie eine Art Nebenmelodiespieler von der Danzelmusik und so. Und eben einer von den zwei hohen Blechlern war fast immer der Fahrens Astrodi. Und der war recht angetan von mir und hat mich dann eingeladen bei einer Aufnahme von Angst Mosch, das ist ja nicht weit weg. Bad Wörishofen, das Tonstudio von mir, von hier von Rot an der Rot, das ist 50 Kilometer. Und er stellt mich mal, ich stell dich mal vor, habe gesagt, komm schon mal mit. Und es ist gesagt, getan, aber irgendwie hat sich noch nichts entwickelt oder war kein Bedarf. Und dann zwei, drei Jahre später war dann irgendwie Bedarf und dann bin ich dazugekommen. Und dann haben die Musikkolle, ich habe ja mit dem Angst Tutor, ein Posauna-Quartett gespielt, und mit dem Toni Scholl, mit dem Hans-Reiner Schmidt sind ja lauter Tenorhorn-Kollege in der Phase gewesen, auf unterschiedlichste Art miteinander musiziert. Und die haben den Angst einmal meine Soloaufnahme, den Bonicus, die ich gemacht habe, den Hummelflug vorgespielt. Und das hat sehr irgendwie getroffen, dass man mit der Posaune so schnell spielt. Den will er kennenlernen. Und dann bin ich quasi zum Probespiel mitgekommen. Karl Moick, lustige Musikanten, gab es damals doch die Fernsehsendung noch, nach Klagenfurt, eine unvorstellbar lange Busfahrt, irgendwie acht Stunden oder keine Ahnung, sind mir im Bus gehabt. Und die Neuen, der Oswald Windrich, der heute noch dabei ist, der Ose an der Tube war. Wir zwei waren die Neuen an dem Tag. Wir mussten direkt hinter den Chefs sitzer, weil der wurde geraucht im Bus und wir haben den ganzen Tag Walmart abgekriegt. Und dann hat er sich halt mal umgedreht und hat ein bisschen geredet mit uns. Und hat halt gesagt, dass er die Aufnahmen gehört hat und dass er das imponiert hat. Und damals waren die Fernsehsendungen ja drei Tage mit Probe und Zeig und Freitag war schon eine Stillprobe, Samstag, Sonntag, Aufzeichnung und am Sonntag früh gab es tatsächlich so eine Art Vorspiel. Nach dem Frühstück das Buffet hat er im Hotel den Raumräumerlasser. Und dann sind aber nicht die zwei neue gekommen, sondern immer das komplette Register. Also das war für die, die schon ein paar Jahre mitspielen, auch Probespielt. Das war hochinteressant. Die haben gleich geschwitzt wie ich. Und dann haben wir da nicht irgendwie ein Solo vorgespielt, darf nicht einer Zauber, was er will, sondern dann haben wir da eben eine Polka gespielt und er wollte sehen, wie man sich da anstellt und wie man reagiert, wenn er dies oder jenes verändern möchte und so. Und dann, by the way, so klingt das. Ratzfatz.
SPEAKER_00Okay. Und wie war da das Thema Nervosität, beziehungsweise da bist du ja nicht eingeschlafen, da warst du ja anscheinend nicht.
SPEAKER_02Genau. Genau. Also das war natürlich so eine Phase, in der ich abnormal viel gespielt habe. Direkt vor dem egelenden Musikanten habe ich ja eine Oberkreiner-Band gemacht. Und wir haben 100, allgere doch Musikanten und wir haben teilweise 100 Jobs im Jahr gespielt. Das ist ziemlich viel. Und 100 Mal dann auf der Bühne zu stehen, dann ist man schon ziemlich abgebrüht. Und dann alles noch drumherum mit Aushäufer und Studio-Mucker. Also das war schon eine sehr lebhafte Phase. Meine Frau hat ab und zu dann geschumpfen, du bist ja nur noch unterwegs. Okay, stimmt. Da muss man ab und zu wieder daheim bleiben. Und da gab es das Thema Nervosität in dem Sinn nicht, weil man so unvorstellbar in Routine war, weil man einfach so viel gespielt hat. Glücklicherweise war das eine sehr starke Phase.
SPEAKER_00Kannst du dich noch an dein erstes Konzert dann auch erinnern mit ihm?
SPEAKER_02Ja, ich, also es war ja so, in meiner Phase gab es dann zwei Tourneen, jeweils 30 Tage. Und beides Mal war ja der Ablauf dasselbe, dass quasi immer so ein Zehnerblock. Wir waren zehn Tage unterwegs, zehn Tage Pause, zehn Tage unterwegs, zehn Tage Pause. Und zwar ja später im Prinzip denselben Ablauf nochmals. Den Ort wüsste ich nicht mehr, wo ich war. Und das Erlebnis war auch immer so: du bist in den Bus eingestiegen und zehn Tage später ausgestiegen, als ob man ihre Droge verabreicht hätte irgendwie. Du weißt gar nichts mehr. Die Tournee waren, ich sage es richtig, 96 und 98, oder? Ich glaube, 1995 war das geplant. Dann war der Anschmosch noch krank in dem Hauptstadt, dann war es im Frühjahr 96. Und im Jahr 2000, also nur zwei Jahre nach der 98er Tournee, habe ich mit meinem Blechbläserquintett, das ich schon seit 30 Jahren mache, klassisches Blechbläser-Quintett, wo wir hauptsächlich so einen Weihnachten spielen, habe ich an der Tournee-Teignummer Alpenländische Weihnacht, weil diese Tournee gerade zehn Jahre alt geworden ist, haben die, und das sind also volkstümliche Schlager, Star sind da eigentlich exklusiv unterwegs gewesen. Aber in der Tournee war zufällig ein klassisches Blechbläser, also dabei, weil da zehn Jahre Geburtstag war. Und das waren wir. Und wir haben genau dieselbe Halle gespielt, wie zwei Jahre zuvor mit Angst Mosch, diese große Halle in Leipzig in Chemnitz und Rosengatten-Mannheim und so lauter so Geräte mit 5000 Personen und so. Und ich habe nicht eine Halle gefunden beim Hinfahrer. Nicht eine. Ich habe alles frisch suchen müssen, weil ich bin beim Angst Mosch nur in den Bus drin gekocht, am ersten Tag eingestiegen und am letzten Tag wieder ausgestiegen. Dazwischen aber irgendwie wie, keine Ahnung, wie wenn man das gelöscht hätte, sozusagen.
SPEAKER_00Ich habe das gelesen und habe das ja auch versucht, so in der Einladung ein bisschen anklingen zu lassen. Du sagst selber, oder eigentlich Ans Mosch, der hast du ja selber gesagt, wer man mit ihm Musik oder Blasmusik gemacht hat, der kommt davon nicht mehr los. Und das ist ja auch so ein bisschen deins. Was war jetzt für dich so das Besondere, da zu spielen und das, was er bei dir ausgelöst hat, dass du jetzt noch mehr an der Blasmusik hängst als vorher?
SPEAKER_02Also da gibt es ja dieses schöne Zitat, aber wenn man einmal infisziert wurde mit dem böhmischen Virus, dann wird man nicht mehr losgelassen und ich bin ja schon infisziert angereist sozusagen. So wie man in der Blasmusik aufwächst und hier im Ort in Rot an der Rot, wo Blasmusik in großen Stellen hat. Und dann damals oder auch bis heute noch im Prinzip so ein bisschen besonders Notenmaterial, weil ja Siegfried Rundl viele Arrangements, die viele Blasmusiker as Druck Arrangements kennen, die sind in Musikverein Rot as Manuscripts, heute notgeschrieben in the map. They had iron malfangen, the probieren and to test. And jeder who arranged that we can scheme and fertig is, sort of, man. It gives a correctural. And so gives you in my used a kleiner Besetzing of Musik frei, an egelender Besetzing. And during this, we soon Dirigent hatten, der in der Lage war, Stücke herunterzuschreiben, die es nicht auf Note gab, haben wir ja wahnsinnig viel Original-Egeländer Literatur schon gespielt, weil Siegfried Hundl einfach alles runtergeschrieben hat von der Schallplatte gesprochen. And then haben wir in der kleinen Besetzung, in der Egeländer-Besetzung, die Titel gespielt, die eben sonst niemand gespielt hat. Und dann kommst du da tatsächlich hin und bist ja so aufgewachsen mit diesem Idol-Vorbild an Schmorschon. Und das ist natürlich schon ein ganz besonderer Moment. Und dann lernst du den Menschen an den Murs kennen. Und dann gibt es schon ganz viele Sachen, die fasziniert haben. Und einfach diese akribische Arbeit in der Musik. Das hat mich am Anfang total geflasht und fasziniert, dass man halt jede noch so kleine Note wichtig nehmen muss und nicht irgendwie bloß so, ja, ja, weiß ich schon, alter Hut, ja, ja, so irgendwie Lalifari drüber gespielt. Nein, nein, nein, das gab es nicht und da gab es überhaupt keinen irgendwie. Das war dem nicht so blöd, anderer Stelle zum 17. Mal nochmal abzureisen, weil eine kleine Kleinigkeit nicht gepasst hat. Und diese Liebe zum Detail, die war schon sehr faszinierend. Natürlich dann in Kombination mit so vielen anderen herausragenden Eigenschaften, den Lader zu motivieren, an der richtigen Stelle zu wissen, wann muss ich ein kleiner Spaß machen, bevor alles Zitr anfangen, so zu sagen, bevor alle Angst kriegt, ist er dann auch ein schlechter Ratgeber. Und der hat das ganze Business natürlich schon total gut kennengelernt. Aber das muss man sich ja vorstellen. Ich habe mal für eine kurze Phase in meinem Musikleben kennengelernt, wie es sich anfühlt, 100 Mal im Jahr unterwegs zu sein als Musiker. Und die Egerländer an Schmorschlag, die waren ja 270 oder so ähnlich. In dem Jahr, als sie am meisten gespielt haben, haben die 270 Jobs gehabt. Das muss man sich mal vorstellen, wie viel das ist. Das ist ja jeden Tag. Wenn du jetzt Karl Freitag und Heiligabend und die Sache abfießt, dann spielst du ja sonst eigentlich jeden Tag. Und das ist voll krass. Und wie sich dann, was sich da für eine Routine einspielt, das ist ja schon irgendwie natürlich sensationell. Und man kommt ja wahrscheinlich zu einem gewissen Teil ein bisschen so auf die Welt. Aber der Rest ist ja Entwicklung. Du entwickelst dich ja so durch dein Handeln und durch dein Tun. Und das war halt so die Kombination, dann zu sehen, zu erleben, wo das hinführt, wenn jemand sich so leidenschaftlich und vollem Herz dieser Sache hingeben kann und dann dafür belohnt wird und Erfolg hat. Es gibt ja vielleicht viele Künstler, Musiker, die total für irgendwas brennert, aber es zahlt sich nicht aus, also dann geht der Weg halt nicht weiter. Und der Weg ging ja immer weiter. Und das war ja das Tolle dann zu sehen und dann ein Stück Teil zu sein von dem Weg.
SPEAKER_00Du hast ja in der Zeit auch neben unserem gemeinsamen Freund Hans-Rainer Schmidt gespielt. Was verbindet euch heute noch, beziehungsweise was macht das Musizieren mit ihm aus für dich?
SPEAKER_02Ja, der Hans-Reiner ist halt so ein ganz spezieller, wirklicher Freund. Beim Hans Rainer weißt du immer, woran du bist. Der ist einfach eine unvorstellbar ehrliche Haut. Und das tut halt manchmal weh. Und nicht allen Leuten gefällt das, aber mir gefällt das, so wie es er woran man ist. Wenn du ein Hans Rainer auf dem falschen Fußer wischst oder anrufst, wenn er keine Zeit hat, dann schlafenzelt er nicht drum rum, sondern er sagt er das einfach. Und ich mag das, wenn er ehrlich ist. Und beim Hans Rainer genieße ich auch total oder sehe ich halt auch. Und das imponiert mich halt total auch diese totale Leidenschaft, er brennt halt für was volle Kanone. Und da gibt es ja zig Beispiele, wo man aufführen kann, wenn er seine eigenen Projekte oder selbst wenn er engagiert wird, irgendwo und hilft als Aufnahmeleiter, dann ist nicht irgendwie im Sechs Schluss, weil man das ausgemacht hat, sondern dann geht es bis nachts zum Drei, wenn es sein muss, weil man halt gerade heiß war und dann wird nicht auf die Uhr geschaut, sondern es geht um die Sache und sonst schon gar nichts irgendwie. Und das imponiert mir total, das mag ich total ganz. Und uns zwei verbindet im Speziellen, dass wir natürlich nebeneinander gekocht sind im Konsatz. Und wir haben uns wie nicht, ja, ich kann mich an keinen einzigen anderen Kollegen erinnern, den ich so oft am Hotel über einen Weglaufer bin, wenn ich einen Überraum gesucht habe, so einen Konferenzraum. Und irgendwie gefühlt jeden Tag, also diese zehn Tage, bist du unterwegs und ich wollte halt in der Früh ein bisschen über eine Stunde oder so. Und am Hans Rainer bin ich gefühlt jeden Tag über den Weglaufer mit der Posauni in der Hand. Er will auch üben. Und hin und wieder gab es eben nur diesen einen Konferenzraum im Hotel. Und dann haben wir halt gemeinsam geübt in dem Zimmer und auch viel geredet und gesprochen. Und so haben wir uns viel genauer kennengelernt eigentlich als vielleicht viele andere Kollegen, weil es eben viele, vier Augen-Gespräche gab.
SPEAKER_00Ja, das mit dem Üben kann ich nachvollziehen. Ich erinnere mich, dass ich vor zwei Jahren haben wir eine CD-Aufnahme gehabt. Und er als Dirigent und immer wenn das Orchester Pause hatte, hat er so nicht mal selber Pause machen, nein, dann muss ich jetzt erstmal für mich nochmal eine halbe Stunde Töne aushalten oder so. Also Wahnsinn. Auch die Energie, die da, die er da den ganzen Tag mitnimmt. Ich würde zu der ersten Zuschauerfrage kommen, die geschickt wurde. Die geht auch so ein bisschen mit meiner so einher. 2006 kam es ja zur Gründung zu den Allgäu 6. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Beziehungsweise die Zuschauerfrage, warum bist du dann nicht bei den Egerländern geblieben?
SPEAKER_02Ja, also ein paar. Bereits in der letzten Zeit, 98, 1999, also 99 Standschmosch ja verstorben. Und bereits in der letzten Zeit habe ich angefangen, bei ihrer sieben Mann-Besetzung zu spielen, die man heute auch noch sehr gut kennt, die Innsbrucker Böhmische. Und die war tatsächlich sieben Jahre bei den Innsbrucker Böhmischen, die ersten sieben Jahre bei den Innsbrucker Böhmischen dabei. Wobei, ich nicht mal Gründungsmitglied bin, da gab es noch eine ganz kurze Phase vorher. Und da war mein Vorgänger sozusagen der Wolfgang Fischermüller, der in Innsbruck im Orchester war und dann eben in Wien eine Stelle gekriegt hat. Und aus dem Grund war das halt von der Empfang zu weit. Und an Norbert Rabanser von Innsbrucker habe ich über die Egeländer kennengelernt sozusagen. Da habe ich in Innsbruck im Konzert einen lieben alten Studienkollege eingeladen und der konnte dann kurzfristig nicht und hat mich gefragt, ob die Karte, die ich ihm besorgt habe, auch mal einen Freund geben darf. Und dieser Freund war dann der Norbert Ravanser. Und so habe ich den in Innsbruck im Konzert kennengelernt. Und dann hat mich das total erinnert an meine Jugendzeit. Ich habe ja schon gesagt, im Musikverein hier in Rot ist eine ganz rege musikalische Aktivität immer gewesen. Und es gibt bis heute den Musikverein wie in jedem Dorf. Diese Egel in der Besetzung gibt es nicht mehr, weil das natürlich auch, wie woanders, ein bisschen abgelöst worden ist. Da hat man ja in meiner Jugendzeit auch Hochzeiten und solche Sachen gespielt. Und es ist ja abgelöst worden durch Alleinunterhalter und Bandmusik. Und dann gab es aber auch damals schon tatsächlich eine Siebener Formation, eigentlich genau in der Besetzung, wie jetzt Allgäussex oder wie Dinsburger sind, drei hohe Bleche und zwar Tenorbleche, Tu war Schlagzeug. Und damals hat es B- und E-Kapelle geheißen. Burgenland- und Egerland-Kapelle war eigentlich nur regional hier im Dorf, sozusagen bekannt. Ein paar junge Wilde, die eben auch schon zu Sippt Polka gespielt haben, wenn die Festler halt noch kleiner waren, so Garagefestlern zurzeit. Und dann komme ich da viele Jahre später wieder an so eine Formation mit Innsbrucker und es hat mich total fasziniert. Und das war ja am Anfang so, man kann sich das heute gar nicht mehr richtig vorstellen, wie so manchmal so Entstehungsgeschichter sind. Eigentlich war das nur so Anplugged-Geschichter. Wir haben fünf, sechs, sieben, acht Mal im Jahr gespielt, mir so aus sparsender Freude. Und der ursprüngliche Besetzungsgedanke der Innsbrucker war ja, dass das die kleine Besetzung vom Sinfonieorchester in Innsbruck, die waren ja alle sieben am Anfang einfach Kollegen, Orchesterkollegen von Innsbruck. Und warum die überhaupt gespielt haben, das hat man ja heute leider auch, die meisten kennen das gar nicht mehr, der Norbert hat Obergränert-Titel komponiert. And this war die Urform der Innsbrucker ohne Böhmisch. Es hat einfach geiser, die Innsbrucker, und da gibt es, ich weiß nicht, sogar zwei Schäfer oder ich glaube zwei habe ich. Und die hat er mir eben geschenkt als Dankeschön, weil ich ihnen ins Konzerteigelade habe bei die Innsbrucker. Und die habe das dann angehört und war ja Obergreiner vorbelastet, habe mich natürlich dann gemeldet und das hat er sich da gefreut, dass sich jemand meldet, weil oft so schenkt man heute CDs und du kriegst nie eine Meldung, nie ein Feedback. Und das war halt natürlich seine völlig eigenständige Art zu Komponieren, die mir total gefallen hat. Und natürlich auch eine fremde Besetzung. Bis dahin war ja Obergriner Band Trompete, Klarinette und die haben deshalb mit zwei Trompeten gespielt, anstatt Klarinette. Und die Obergriner Band war aber im Prinzip ein reiner Studio-Orchester, Studioband. Da hat der Freddy Gradwohl, hat die Tontechnik gemacht, ein mega Akkordeon- und Gitarraspieler, mega Musiker der Freddy Gradwoll. Und der hat Akkordeon und Gitarre drauf gespielt. Und der hat damals hauptberuflich bei den Nurztalern gespielt. Und das ist eine Profi-Band, die ich glaube auch an die 200-mal unterwegs ist im Jahr. Also die Innsbrucker konnten in der Studiobesetzung unmöglich live spielen. Das ging nicht. Weil ein Mann zwei Instrumente gespielt hat und der Mann so gut wie nie Zeit hat. Und dann entstand quasi die etwas größere Besetzung, die siebner Besetzung aus dem Orchester. Und das hat sich dann ein bisschen so entwickelt. Und am Anfang haben wir nicht mal eine eigene Notenmappen gehabt. Jeder hat ein bisschen was mitgebracht. Und dann hat man so Gasselfest und Kellerfest in Südtirol und Tirol solche Sachen gespielt. Bis zu dem Moment, ich glaube im zweiten Jahr oder so, haben wir eine CD aufgenommen. Und dann ist das auf einmal explodiert. Aber selbst da waren noch nicht so viele eigene Sachen. Das hat sich dann jedes Mal mehr entwickelt. Und auf einmal haben wir eben nicht mehr siebenmal und sechsmal gespielt, sondern 30-mal. Und ich bin 30-mal über einen Fundpassfahrer. Und irgendwie ging es los, um das Steiermark zu spielen. Und ich fahre ja vier Stunden, bis ich dann bei irgendeinem Bin, wo ich mitfahren kann. Und in der Nacht dasselbe Spielchen rückwärts und ich steige in Rosenheim ins Auto ein, wenn der Steiermark kommt und es ist schon Tag. Und ich war die ganze Nacht nicht im Bett und musste dann von Rosenheim allein heimfahren noch. Und da kam dann eben der Gedanke immer stärker auf bei mir. Mensch, das muss doch bei uns auch funktionieren hier. Bevor was passiert, muss man denn so lange warten, bis man mal im Graber steht. Und dann habe ich mich verselbstständigt mit IWASX. Aber das ist dazwischen passiert.
SPEAKER_00Okay. Und warum bist du nicht bei den EGLändern geblieben?
SPEAKER_02Ja, da hat mich diese kleinen Besetzung so total fasziniert mit sieben Mann, wo du halt immer dran bist und nicht Pausezähler musst. Und ich war immer mutig, neue Wege zu bestreiten, mich nicht auszuruhen, okay, das ist jetzt irgendwie, es läuft alles von selber, man muss nichts machen. Ich war immer bereit, ein gewisses Risiko einzugehen. Und das hat mich halt in der Phase dann einfach, ich war neugierig, ich war irgendwie wunderwitzig, wenn man bei uns sagt, mit der Kleinbesetzung zu Spieler. Und dann bin ich da diesen Kleinbesetzungsweg gegangen.
SPEAKER_00Eine eigene große Besetzung auf. Zu machen, war dir nichts?
SPEAKER_02Ist nicht ausgeschlossen, sozusagen. Habe ich ja sozusagen schon mal ein bisschen gemacht. In der Zeit vor den Egeländer Musikanten hat ja ein ganz lieber Freund von mir, wir sind ja quasi Sandkastenfreunde der Eugen Benderle und seine Blaskapelle Allgäu. Und da habe ich ja immer mit meinen Bläserkollegen und Kontakten die Leute zusammengetrommelt. Und wir haben so projektmäßig auch in so einer Art, ja weißt, in so einer Egelländerbesetzung musiziert. Allerdings hat der Eugen Benderle einen wahnsinnig guten Kontakt gehabt zum Rolf Schneebiegel gehabt. Und wir haben quasi 95% Schneebiegelarrangements gespielt. Und das war ja dann auch das Orchester, das mich begleitet hat bei meiner Solo-CD, Thrombonicus. Und da haben wir quasi zwei CDs parallel gemacht. Da hat die Blaskabelle Eigäu eine Scheibe gemacht. Und an die gleichen drei Aufnahmetage haben wir alle die Titel da quasi reingelopt. Und da entstanden meine Solo-Titel. Und klar, halt einfach die Begleitung. Ich habe dann die solistische Sache selber daheim gespielt. Und da hat zum Beispiel niemand geringerer Schlagzeug gespielt als der Norbert Rabanza, der dann eben später der Kollege von Innsbrucker war. So klein ist die Welt. So klein ist die Musikerwelt, ja.
SPEAKER_00Ich war gestern nochmal auf eurer Homepage von Algo SEX und da schreibst du, dass du die Idee dazu hattest und deine Freunde angerufen hast und gefragt hast und ihr euch eure heimliche Liebe gestanden habt. Und jetzt habe ich mich gefragt, wieso heimlich? Also darf man das nicht oder dürfte damals nicht öffentlich sagen?
SPEAKER_02Ja, also du bist ja auch nur eine jüngere Generation und es war tatsächlich so, als ich in der Zeit 1998, 1999 so Richtung Innsbruck musikalisch gekommen bin, mit der kleinen Besetzung Innsbrucker, Böhmische, habe ich verschiedene Sachen neu kennengelernt und ich habe auch neu kennengelernt, dass die Orchestermusiker, die Trompeter, sind ja auch bis zum heutigen Tag unverändert, die drei Leute, die damals dabei waren. Und die haben zum Teil ihren örtlichen Musikverein daheim dirigiert. Und das gab es bei uns nicht. Das ist erst so geworden, jetzt die letzten zehn Jahre. Ja, das stimmt. Aber vor 30 Jahren hat ein klassischer Blechbläser, der vielleicht in München, Stuttgart irgendwo eine Stelle gehabt hat, hat nicht im Musikverein, in der Musikvereinwelt noch gewirkt. Das war irgendwie, keine Ahnung, nicht angesagt oder nicht üblich. Das hat sich glücklicherweise verändert. Und da waren ja schon ein paar Kollegen dabei am Anfang, wie der Matthias Haslach, der bei damals noch in Aachen im Orchester war und dann bei den Stuttgarter Philharmoniker gelandet ist. Und die aber natürlich alle Blasmusik-Background haben, in der Blasmusik aufgewachsen sind und auch in verschiedene böhmische Besetzungen schon tätig waren. Und wir haben auch eben wie das Blechbläserquintett, was ich vorher schon angesprochen habe, wir haben ja in dem Blechbläserquintett auch schon immer wieder Ausflüge gemacht zu böhmischer Literatur gemacht, was ja untypisch ist für ein klassisches Blechbläserersable, aber wir haben tatsächlich ziemlich viele Arrangements, ziemlich viele Standards, südböhmische Polka, Heitron-Polka, die wir zu fünf spielen können, das so arrangiert ist, dass wir das zu fünf machen können. Es ist zwar ziemlich anstrengend, weil immer dann, wenn die Tinneure sollieren, haben die Flügelhörner Nachschlag. Und wenn die Flügelhörner spielen, haben die Tenöre Nachschlag. Es gibt quasi nie Pause, weil ja kein Schlagzeug dabei ist. Und da haben wir ja schon oft gesehen, dass auch hier in der ländlichen Gegend, wo wir dann so musizieren und unsere Auftritte haben, dass das da sehr gut ankommen ist. Vor allem, wenn der Zuhörer dann nicht damit rechnet, der erwartet einen Blechbläser, Quintett, schwarze Anzüge. Und die Literatur geht da los mit Wassermusik, aber es hört hinten auf mit Südwürmischer Polka. Das war dann doch irgendwie immer sehr überraschend für den Zuhörer und hat uns dann natürlich viel Freude gemacht, den Zuhörer zu überraschen. Und so haben wir uns dann mit der 7er Besetzung ein bisschen geoutet, okay, jetzt machen wir das halt richtig. Jetzt steigen wir da volle Kanoni ein. Es gab ja nicht viel damals, also es gab ja eine Handvoll kleine Besetzungen, aber jetzt gibt es tausende.
SPEAKER_00Das stimmt. Glaubst du, weil du sagst, das war nicht üblich, dass ein klassischer Musiker im Musikverein tätig war, dass das eher so rum ist oder dass es eher auch der Musikverein schuld ist, dass der nicht zurückgekommen ist? Also, weil ich habe das zu meiner Zeit früher noch oft erlebt, so, ah, jetzt studiert er, jetzt meint er, jetzt ist er was Besseres. Ohne dass da irgendwas kam. Also von meiner Seite aus.
SPEAKER_02Also da gibt es bestimmt mehrere Constellationen, da gibt es diese Constellation wahrscheinlich auch, dass vielleicht auch aus einem gewissen Kind sogar heraus kommt, ja, ja, jetzt meint er, das ist ja was Besonderes oder so. Also ich kann mich erinnern, I have literally selber nicht so einen Lehrer gehabt, ein Posauner-Lehrer, aber habe das eben beobachtet, dass es auch Lehrer gab, die ihre Studenten dann nahegelegt, nennen wir es mal so, nahe. Sie sollen doch ein bisschen was in ihrer musikalischen Welt so machen, anders muss. And this was leider immer oft so, dass Blasmusik gleich humpattere Bierzelt is. And the Weitblick fällt ja leider heute noch manchen Menschen, dass Blasmusik so viel sein kann. Von total gepflegt klassisch über gepflegt böhmisch, über ja was weiß ich. Also es gibt ja unvorstellbar viele Facetten von der Blasmusik. And diese Facetten kennt ja vielleicht nur ein Insider alle, was man mit der Blasmusik alles so machen kann, tun kann. Und es ist ja immer eine Frage von dem von der Qualität. Ich kann ja auch Unterhaltungsmusik, gepflegt Spieler, zeigen ja glücklicherweise immer wieder Besetzungen, dass man auch unterhalten sein kann, ohne dass es nur grob sein muss oder laut schnell hoch. Man kann auch das gepflegt Spielern. Also da gibt es bestimmt mehrere Gründe, warum das so war. Und ich sage jetzt absichtlich wahr, weil es hat sich meinem Gefühl nach schon verändert, dass die klassischen Leute auch so an der Blasmusik sich wohlfühlen und dass man die da immer trifft. Und du kommst auf eine Studiemucke, spielst böhmische Titel ein und da sitzt von den Münchner Philharmoniker einer und da sitzt von den Stuttgarter Filis einer und das ist jetzt immer üblicher geworden. Und sehr, sehr toll. Also super, dass es so ist.
SPEAKER_00Auf jeden Fall. Ich habe noch zwei Zuschauerfragen, die so ein bisschen in die Ecke jetzt nämlich gehen. Was macht aus deiner Sicht die Musik von Allgäu 6 aus? Was ist deren besonderen Merkmal zu allen anderen kleinen Besetzungen?
SPEAKER_02Ja, das, was man uns auf die Fahne schreiben, dass wir halt quasi diesen ganz typischen Egerländer, warmen Egerländer-Sound pflegen, und das eben in der kleinen Besetzung, in so einer kleinen Besetzung. Wir haben ja bewusst, immer mit den zwei Flügeln haben wir gespielt, was dann eben schon unterschiedlich zu manchen anderen siebener Besetzungen. Und wir versuchen halt diesen, ja, so wie ich es kennenlernen durfte beim Anstmorsch, diesen Egerländer-Style zu pflegen und in unserer Formation weiterzuführen in dieser anderen Besetzung. Wir haben ja nicht die große Besetzung, fehlen ja die Registerholz und Posaune. Und das soll so unseren Sound ausmachen.
SPEAKER_00Wie fühlt man sich an, ich hoffe, dass es jetzt richtig recherchiert, ich konnte die Familienverhältnisse nicht so ganz erklären. Wie fühlt es sich an, wenn der Neffe quasi bei der Konkurrenz spielt?
SPEAKER_02Ja, also es ist ein außergewöhnlich schönes Gefühl, weil der Neffe hat ja bei mir Tuba gelernt. Und ich freue mich für ihn natürlich, dass er musikalisch rumkommt. Und das waren ja jetzt die ganzen Jahre schon zu beobachten, dass er in unterschiedlichste Besetzungen auftaucht und aushilft und einspringt. Und es ist natürlich, also mein Hatz schlägt höher und ich freue mich total, dass er da Fuß fasst und wünsche ihm dann natürlich das Allerbeste. Und wir sind auch immer wieder im Austausch. Das ist ja das Interessante dann, dass es dann schon so eine Art, ja, der Onkel muss dann schon ab und zu noch der Berater sein sozusagen oder darf, gar nicht muss. Ich freue mich ja darüber, wenn er was fragt. Und wenn man so im Austausch irgendwie ist und sich immer mehr und mehr auf Augenhöhe begegnet, obwohl ja so viele Jahre dazwischen sind und obwohl er halt als zehnjähriger Pupp mal angefangen hat, mit der Tuba bei mir die ersten G-Versuche zu machen. Und Konkurrenz, das ist ja so in heutiger Musikbusiness ein ganz schwieriges Wort, weil man kennt sich ja irgendwie, man hat ja mit Danny Lloyd, zum Beispiel hat auch der Klaus Schwatzler, der Schlagzeuger von Alpenblech, wo der Christian jetzt spielt, hat ja auch bei der Blaskabelle Algo und mit dem Eugen Bentele immer Schlagzeug gespielt. Also da waren ja sehr namhafte Namen dann mit Norbert Rabanza oder Klaus Schwarzler. Also wir haben ja auch schon gemeinsam musiziert oder der Peter Seitz. Wir haben ja wahnsinnig viele Jahre miteinander musiziert. Und deshalb, das ist ja immer, eigentlich sucht ja der Außenstehende immer irgendwie den Vergleich. Und ist völlig überrascht, wenn dann zwei Bands oder drei in diesem Festival hintereinander spielen und der Zuhörer stellt sich ein Duellieren vielleicht vor und ist total überrascht, dass die Musikanten sich ja einmal kennen. Oder dass vielleicht sogar nur aus der Vorerbesetzung ohne das Wäschel tauscht und bei der nächsten Besetzung dann einspringen muss, weil da einer Grandwohrer ist. Also die Musikerwelt ist da eher so in der heutigen Zeit eine große Familie, finde ich.
SPEAKER_00Ja, so soll es auch sein. Und ich hoffe, das bleibt auch so. Warum glaubst du, verschwinden immer mehr die großen Besetzungen? Also es hören ja jetzt immer mehr auf, teilweise wahrscheinlich auch durch Corona jetzt noch geschuldet, aber jetzt habe ich gelesen, die Scherzachtale waren auch noch aufhören dieses Jahr, dann gibt ja nicht mehr so viele Große, die man noch kennt.
SPEAKER_02Ja, schwierig zu sagen. Also ich habe auch ein bisschen das Gefühl, bin aber sehr vorsichtig, ob das dann tatsächlich so ist, weil es fangen ja auch irgendwie immer wieder einige an. Größere Besetzungen, so wie die Wusikatzer dann angefangen haben. Aber gefühlt, gebe ich dir recht, ist schon so, ich glaube, die große Besetzung erwartet eher ein bisschen weniger. Und vielleicht hat es einfach mit dem Handling zu tun, auch vom Veranstalter. Wenn du als große Besetzung 18 Leute Platz auf der Bühne besorgen musst, wenn du 18 Leute bezahlen möchtest, ordentlich, dann ist das einfach immer gleich eine ganz andere Hausnummer, als wenn du eben kleine Besetzungen als Siebermann bezahlen musst. Und vielleicht hat es mit dem zu tun. Aber vielleicht gibt es auch, wenn dann die großen Besetzungen rarer sind, weniger sind, vielleicht gibt es auch dann wieder Bühne, Plattform und ein gewisser Puffer, dass dann wieder welche Platz findet. Aber das schau, neue Böhmische Blasmusik kennst du wahrscheinlich auch, oder? Roland Kohler. Lieber Musikkollege, der hat vor keine Ahnung, wie viel Jahr das jetzt zurückliegt, aber ganz viele, viele Jahre hat der dann auch mal entschieden, den Live-Betrieb einzustellen, obwohl er immer noch bis, ja jetzt keine Ahnung, mit Corona war natürlich auch Pause, immer Verlagsaufnahmen gemacht hat, immer Titel geschrieben hat und produziert hat und obwohl es das Orchester auf der CD immer noch gibt, neue Böhmische Blasmusik. Aber die Begründung war ja unter anderem auch, dass es halt wahnsinnig schwer ist, Veranstalter zu finden, die dann bereit sind, das Risiko mitzugangen, dass eben große Egeländerbesetzung tatsächlich 15, 16, 17 richtig gute Leute auf der Bühne hat und richtig gute Leute auf der Bühne heißt, auch, die muss man ja auch richtig gut bezahlen. Und wenn du da jeden ordentlichen Honorarzahler möchtest, dann kommt halt gleich eine Summe zusammen mit so vielen Musikern, Musikerinnen. Und der hat den Live-Betrieb dann eingestellt. Und der Gedanke, den gibt es ja schon viel länger. Also das ist halt wirtschaftlich schwieriger.
SPEAKER_00Was hat sich unabhängig jetzt von den Besetzungs oder von den Besetzungen, was hat sich deiner Meinung nach jetzt aus in alten Jahren in der Blasmusik verändert, aus deiner Sicht?
SPEAKER_02Es ist ja zum Teil total positiv, dass man junge Generationen in der Blasmusik findet, also richtig junge Leute. Aber was sich dadurch verändert hat oder warum auch die junge Leute angesprungen sind, wir haben ja so eine Art Coverbands, also in meiner Jugendzeit gab es ja diese Radio-Hits, diese Rock-Pop-Hits, die gab es ja dann auch auf Tanzveranstaltungen, aber mit Coverbands. Und die Coverbands haben halt heute alle Blasinstrumente. Dabei sind einfach Bläserbesetzungen geworden. Und das hat sich schon ein bisschen so verändert. Und spricht natürlich dann auch das junge Publikum an. Und das glaube ich, das ist jetzt in dieser Zeit so ein bisschen einzigartig. Das hat er mir ja vor 20, 30 Jahren nicht in dieser Form.
SPEAKER_00Ja, wobei, es gibt ja auch noch eine Schlagerplatte vom Ernst Mosch. Da hat er es ja quasi eigentlich auch schon gemacht, wenn man mal ehrlich sagen.
SPEAKER_02Ja, da gibt es alle Handversuche, auch von so einem großen Orchestern, auch von James Last, gibt es manchmal Scheiben, wo man denkt, boah, was ist das der James Last? Also erst bin ich wieder drüber gestolpert über Seducation. Der James Last hat ja irgendwie gefühlt nie ein Saxophon dabei gehört. Und das ist eine Saxophone-Solo-Scheibe von James Last. Man denkt sich, gibt es das? Aber es ist sicher James Last, du hörst es, und er hat einfach mal was probiert. Und so hat Anschmosch sicherlich auch öfters einmal so einen Ausflug gewagt, woanders team.
SPEAKER_00Du bist ja ganz oft unterwegs als Dozent, jetzt nicht nur für deinen Instrument, sondern auch für typische Stilistik der Blasmusik. Was sind so typische Fehler, denen du immer mal wieder begegnest, wo du sagst, okay, das ist immer noch nicht verstanden.
SPEAKER_02Ja, da gibt es tatsächlich einen, der mich immer verfolgt. Wenn Viertelnoten getrennt sind, üblicherweise zeichnen wir das ja mit einem Akzent oben ein. Das haben wir getrennt, die Noten. Ja, tap, tap, tap, da. Und dann wird der letzte, obwohl der genau gleich dasteht als alle anderen, der wird so rübergeschmiert. Und dann bleibt man immer stand, das darf nicht wahr sein. Das ist schon ein Fehler, der immer wiederkehrt. Und das merken die Leute auch ziemlich schnell, dass ich den Fehler schon sehr oft gehört habe, weil ich dann immer, um Gottes Willen. Hier schon wieder. Oh Gott, hier schon wieder. Was auch so ein Fazit ist, so viele Jahre, so viele Kurse jetzt schon erleben durfte, ist, dass tatsächlich ganz oft die, also klar, wenn ich gebucht wird, sind ja lauter Leute, die interessiert, die möchten ja in their music vorankommen. And their schwerpunkt in the stilistic left, where they witnessed and rich mean. There are not a details, and that we're a little hardnäck like to find that thought, not a little quite into the text to it, but that feels that the handworking quality of the awful is. When there the O Brave, then this logic not and fine. When we have 100 meters of empowerment heard that it's not wished, then this musicalism have. Und wenn du den dann noch dazu kriegst, dass es stilistisch das macht, was zu machen ist, dann klingt es natürlich logischerweise nicht ganz schlecht. Aber wenn du da Leute sitzen hast, die mit ihren Tönen kämpfen, dann wird es logischerweise schwieriger.
SPEAKER_00Heißt das, das wird du hast manchmal das Gefühl, das wird zu schwere Literatur für das Orchester gespielt?
SPEAKER_02Auch wieder ein schönes Zitat von Angst Mosch, der hat ja immer gesagt, es gibt keine schlechten Musikanten. Es gibt nur schlechte Dirigenten. Er hat ja Kutscher gesagt zum Dirigenten gesagt, es gibt nur schlechte Kutscher. Und ist in der Tat so, wobei ich das ja auch erlebt habe mit meinem Jugendorchester, es lässt sich nicht vermeiden, dass du Literatur spielst, die halt für manche Leute dann manches Mal ein bisschen zu schwer sind oder an der Grenze sind. Also jeder who in the Praxis an Orchester geleitet hat, egal in welcher Qualitätsstufe, wird das bestätigen. Es lässt sich nicht vermeiden. Und natürlich kann man dann immer suchen, das habe ich letztens lang her, was bei einem Musikverein total toll gefunden. The Dirigent had a Holzstelle for some Klarinetten zu schwer. A stück von mir component, arranged, and had anstatt yam da babadabadabadabadabadabadabadam einfach umarrangiert anders yam babadabadabadam. And he was totally happy. Cool, why do not mehr? Before many three Stunden sitzen und die Klarinetter plagen müssen, and er kennt ja seine Klarinetta schon, weiß genau, okay, das wird nichts, dann mache ich doch die Stelle ein bisschen einfacher und die können die Note, die dann steht, ja viel eleganter spielerweise nicht in Stress geraten. Und um das geht es ja. Dann muss man manches Mal tatsächlich ein bisschen entschärfern. Hilft sehr.
SPEAKER_00Du hast vorhin schon gesagt, dass Blasmusik ja auch oft in diese, ja, es wird Bier gedrungen, Humba Humba-Ecke, abgeschoben wird. Was könnte man tun, damit der Ruf verbessert wird? Also dass wir this Kliche endlich mal so ein bisschen entwachsen.
SPEAKER_02Also, my empfinding we are a longer time in this cliché. But nature are many veranstaltings or many bands beteiled, that this cliché was, that we all who blasmus are a little in the outside, this cliché not to bed. This is a message in each curse, and we have the Docenter Colleagues. Also, not dense, when we just left Stück spielt, wie die Dompfaff-Polika, das ist ja nicht so schwer, dass man das halt dann irgendwie so mit 10% Energie runterspielt, sondern dass man das halt auch anschnimmt. Und auch wenn man das zum 100- und 200. und 300. Mal spielt, das ist ja dann für uns, wobei die Egerländer gespielt haben, auch wenn du 30 Tage lang das gleiche Konzertprogramm spielst, dann könnte ja rein theoretisch auch nach dem zehnten Mal ein gewisser Schlendrian dazukommen oder Leichtsinnigkeit. Und dass man da halt immer versucht, dagegen zu wirken, dass man halt immer versucht, die Sache mit der gleichen Energie, mit der gleichen Leidenschaft, mit dem gleichen Fokus anzupacken. Und das strahlt man schon aus als Musiker, wenn man es selber anstimmt, dass auch das Publikum das anstimmt.
SPEAKER_00Du hast deinen eigenen Verlag, du machst viel im Studio, du unterrichtest, wie sieht dein Alltag aus? Wie kriegt man das zusammen?
SPEAKER_02Ja, der ist sehr interessant, mein Alltag, aber der ist sehr schön, weil es sehr abwechslungsreich ist. Hin und wieder, also gerade noch ein, zwei Jahre vor der Pandemie, habe ich mir schon immer wieder die Frage gestellt, ja, verzettele ich mich vielleicht zu sehr, wenn ich so viele Sachen mache. Aber die Pandemie hat dann gezeigt, dass das wahnsinnig super ist, dass ich so vielschichtig bin, weil es hat mich glücklicherweise dann nicht so volle Breitseite getroffen, wie manche andere junge Kollegen, die voll aufs Spieler gesetzt haben, auf Live-Musik gesetzt. Die habe ich natürlich voll erwischt. Und ich habe immer viele Interessen gehabt. Ja, manches Mal vielleicht zu viel, auch technisch gesehen, dass ich meine Aufnahme selber gemacht habe, dass ich dann selber anfangen habe, Note zu schreiben. Aber genau das hat mich jetzt in der Pandemie natürlich gerettert. Ich war sofort Online-Dozent, weil ich habe das Equipment, ich habe die technische Know-how dazu gehabt. Heute habe ich ein bisschen geschwitzt, bis ich wieder gewusst habe, wie ich es aufbauen muss. Weil es jetzt länger nicht mehr vorkam. Und aber Wie man sieht, es funktioniert trotzdem, es läuft alles. Und so insgesamt genieße ich das sehr. Diese Abwechslung, mal das zu machen, mal das zu machen. Sieht man auch immer wieder bei Leuten, die nur eine Sache machen, dass das dann schon auch sehr anstrengend sein kann. Wenn du dann nur im Tonstudio guckst und nur Audioschnitt machst bei den heutigen Schnittmöglichkeiten, dann kann es schon sein, dass du irgendwann einmal ein bisschen einen Drehbaum kriegst. Und ich habe das dann einmal wieder intensiv für ein paar Tage, aber dann die Woche drauf ist ja schon wieder was anderes. Und diese Ablenkung, die genieße ich wahnsinnig. Also das ist einfach hallig. Also ich würde meinen Alltag als Traumjob bezeichnen. Und habe auch viele Freiheiten, kann das ja dann einteilen, wie ich das möchte, ob ich die Note, die ich am Karl-Samstag braucht habe, am Karl Freitag tatsächlich erst schreibe, was dieses Mal so war. Oder ob ich das schon ein paar Tage vorher mache. Das kann ich mir ja alles selber immer einteilen. Und natürlich gibt es, wie immer, in so einem selbstständigen Bereich, gibt es immer wieder ein paar Stressmomente, dass man halt, ja, ich sage, man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Und dann bin ich halt mal letzten Herbst, wo wieder glücklicherweise mit Workshop so ein bisschen was ging, war ich drei Tage in der Trierer Ecke oben und 23 Uhr losgefahren und Freitagnacht, dann war noch Nebel, unvorstellbar, ging also nicht besonders gut Auto zu fahren und um 8 Uhr ging es weiter in Kaufbeurer. Und dann schwitzt du halt mal und kommst halt mit irgendwie zwei Stunden Schlaf. Also ich habe es noch geschafft, zwei Stunden ins Bett zu kommen. Kommst du da an und ja, macht nichts. Die Musik gibt dir mir dann die Energie, dazu Power, zu Arbeitern. Aber da gab es dann noch andere Dozenter, die haben schlechter ausgeschaut als ich, aber die haben die haben nicht 700 Kilometer zurückgelegt in der Nacht, die haben die Nacht gefeiert. Kann man auch mal machen.
SPEAKER_00Du hast ziemlich am Anfang gesagt, 2019 hast du deine Musikschulstelle beendet und bist dann vollständig in die Selbstständigkeit gegangen. Was hat dich jetzt dann nach der langen Zeit doch noch gereizt, den Schritt zu gehen?
SPEAKER_02Ja, also das ist natürlich glücklicherweise bei mir, alle Änderungen oder Beendigungen und Neubeginne von musikalischen Aufgaben waren nie Affekt bis zum heutigen Tag, glücklicherweise nie Affekthandlungen. Es war immer wohlüberlegt und so ein gewisser Prozess. Und der Prozess geht ziemlich lange bei mir. Also ich bin nicht jemand, der, ja, es gibt irgendwie in der Band eine Situation, die gefällt mir nicht, und dann schmeiße ich hin die Woche drauf. Nein, überhaupt nicht. Okay, das gibt es mal und dann beruhigt es sich ja mal wieder. Oder es kommen immer wieder solche Momente dazu, wo du sich überlegen und sagst, ja, ist das dann noch meins? Fühle ich mich da noch wohl. Und so war das halt auch ein Prozess. Ich habe wirklich wahnsinnig dann unterrichtet. Man denkt ja immer, ja, das Unterrichten ist anstrengend und er hat keinen Bock mehr gehabt. Nein, ich habe das wirklich sehr gern gemacht. Und ich habe auch eine außergewöhnlich gute Situation gehabt. Viele Kollegen haben immer gefragt, wie machst du das? Du hast lauter Schüler. Warum hast du lauter Schüler? Keine Ahnung. Vielleicht weil ich selber, keine Ahnung, nicht. Ich weiß es nicht. Also ich habe wirklich überwiegend 90% Leute gehabt, mit denen du etwas machen kannst, die du mitnehmen kannst, die motiviert waren. Und trotzdem hat sich in lauf der Jahre diese andere musikalischen Tätigkeit, die Dozenten-Tätigkeit in the Academy, und gebucht zu sein, anders zu schreiben, anders produzieren, and this video zeige ich dann dazu, dass das kostet ja alles Zeit kostet. Ich war immer neugierig auf diese Sache. Und dann hat immer mehr dieser Gedanke, wie kann ich Zeit gewinnen, um diese Entwicklung auch weiter voranzubringen. Und dann muss ich irgendwo anders Zeit frei schaufeln. Und wie wir alle wissen, das Leben ist kurz genug und kann ganz kurz sein, war dann die Entscheidung irgendwann, okay, das Leben ist zu kurz, um nur eine Sache zu machen. Ich weiß ja nicht, ob ich noch ein zweites Mal auf die Welt komme, keine Ahnung nicht. Aber jetzt mache ich mal das Bestmögliche aus diesem Leben. So war der Gedanke. Und ja, dann war das tatsächlich ein später Schritt noch, habe aber ja die ganzen Jahre schon. Ich habe ja nie im Prinzip, ja, bis direkt nach dem Studium, stimmt, da habe ich mal ein Jahr eine 100% Stelle gehabt an der Musikschule gehabt. Ich habe ja immer eine 70%, zwischendurch mal 80% Stelle, aber 80% heißt ja dann schon vier Tage an der Musikschule sein. Und 70% war dann so noch im grünen Bereich mit drei Tagen. Und dann war ja immer schon eben zwei Tage auf Achse zu sein, als Musiker unterwegs zu sein. Das war ja immer schon so in meinem Wochenablauf. Aber nachdem das halt immer mehr geworden ist, in der Musikakademie in Staufen zum Beispiel, war ich einmal im Jahr für eine Woche. Und selbst das war schwierig zu planen, weil ich kann da ja auch nicht in die Ferien gehen. Also das ist ja Schulzeit. Dann muss ich die Orchesterprobe irgendwie umorganisieren. Dann muss ich für eine ganze Woche die Schüler umorganisieren. Jetzt bin ich mittlerweile fünf Wochen im Staufer in der Akademie, weil die Kurse halt immer so überbelegt waren und so viel Nachfrage war. Und jetzt kann ich das halt bedienen ohne schlechtes Gewisser. Jetzt müsste ich fünfmal Schüler verschieben, eine ganze Woche. Das kann ja keine Musikschule irgendwie, kein Musikschulleiter genehmigen. Das geht ja gar nicht, dass du so oft fälschst. Und da bin ich dann schon auch viel zu gewissenhaft. Jeder, der mit mir da zu tun gehabt hat, weiß das. Ich habe auch nicht die Schüler irgendwie bloß gemacht, dass sie gemacht sind, sondern ich habe schon ziemlich viel mit den Schülern gemacht. Das wurden da auch viele Leute bestätigen, die da im Unterricht waren. Mein Bariton-Kollege bei Algor 6 ist ja kein Studierter, Baritonist, der war einfach zwölf Jahre bei mir an der Musikschule, Markus Köschbaum. Und ich mit mir überall hin mitgenommen, so alle möglichen Mucka- und Studiosachen und hat so seine Erfahrungen gesammelt. Also um das gewissenhaft zu machen, war irgendwann die Entscheidung notwendig.
SPEAKER_00Okay. Und du hast das dann, also das war ja dann 2019 die Entscheidung. Und dann kam ja Corona. Gab es dann so einen Moment, wo du dir gedacht hast, okay, hätte ich vielleicht doch nicht machen sollen.
SPEAKER_02Ja, tatsächlich kommt man auf den Gedanken an, ja, das war jetzt vielleicht zur falschen Zeit, der Schritt. Aber nö, jetzt, man kann ja nicht sagen, dass Corona vorbei ist, aber jetzt haben wir ja zumindest schon über zwei Jahre Erfahrung mit Corona gesammelt. Und es war genau zum richtigen Moment, weil es waren ja über 14,5 Jahre sogar mit dem Jugendorchester. Und es war ein unvorstellbar schöner Abschluss. Also ich habe das Orchester angefangen und in der ersten Probe waren 34 Leute und bei meinem Abschlusskonzert und Weihnachtskonzert Dezember 2019 waren 112 Musiker und Musikerinnen auf der Bühne. Und die haben mir so einen emotionalen Abschluss beschert und haben noch ehemalige eingeladen und zum Schluss. Und also würdiger hätte ich das nicht sein können. Und das hätte alles nicht sein können, wenn ich das irgendwie später gemacht hätte. Und in so einem Jugendorchester, jeder, der Jugendorchester geleitet hat, weiß das, ist ja ein wahnsinnig hoher Durchsatz an Personal. Jedes Jahr, in so einem großen Lade, wie wir wartet, mit über 100 Leuten, da ist ja der Wechsel jedes Jahr so circa 25 bis 30 Leute. Das ist ja fast ein eigenes Orchester eigentlich, die wechselt, die eben dann fertig sind mit der Schule und zum Studierenden weggehen. Und du fängst wieder mit 25, 30 neu an. So, die ganzen Jahre haben immer ein paar mehr angefangen, als aufgehört haben. Darum ist immer angewachsen. Und dieser Wechsel hat ja dazu geführt, dass in den zwei Jahren geführt, die jetzt nicht stattfinden konnten. Das Jugendaktor konnte ja auch nicht proben konnten. Du hast ja quasi 90 Leute, neue Leute vor dir, wenn zwei Schuljahre wegfallen. Und das wäre schon nicht mehr möglich gewesen, das zu einem späteren Zeitpunkt zu machen. Vielleicht, wenn man dann nochmal drei, vier, fünf Jahre älter ist, hätte man dann gesagt, nein, nein, jetzt lass es gerade so voll, jetzt mache ich das nicht mehr, dass ich in die Selbstständigkeit gehe. Und darum war es von dem her genau richtig. Klar, wirtschaftlich hätte man es bequem gehabt, aber ich habe vorher schon mal gesagt, ich habe noch nie den bequemenden Weg gewählt, ich habe immer das, was mich interessiert hat, wo ich neugierig war, habe immer den Weg gewählt. Dann wäre ja dieser Gehalt von der Musikschule so ganz bequem weitergelaufen, ohne dass Musikproper sind. Aber wenn man dann jemand ist wie ich, der Verantwortung übernimmt und solange das Jugendorchester hat und in dieser ganzen Organisation involviert ist, dann habe ich ja wahnsinnig viel Arbeit drumherum über Nummer. Das Jugendorchester ist ein Bibrach. Und da gibt es dieses Kinder- und Heimatfest, Schützenfest, und das wird von einer Organisation. Schützendirektion wird das veranstaltet. Und ich war ein Teil dieser Schützendirektion, Schützendirektor sozusagen, da wird man da. Und es sind so 40 Leute rum, plus minus, die das organisieren. Und ich war bereits der fünftdienstälteste quasi in dieser Organisation, von diesen 40 Leuten. Und jetzt in dieser ganzen Corona-Zeit, wo ja niemand Erfahrung damit hat, wie macht man was macht, hätte ich ja bei wahnsinnig vielen Sitzungen wahrscheinlich, hätte man mich um Rat gefragt und wäre involviert gewesen, das wieder wahnsinnig viel Zeit wegnommen hätte von musikalischer Tätigkeit. Und darum war der ja Schritt genau zum richtigen Zeitpunkt, genau richtig.
SPEAKER_00Okay, das ist doch schön, wenn man das so sagen kann, vor allen Dingen. Auch nach so einer Pandemiezeit. Was, glaube ich, die Zuhörer auf jeden Fall noch interessiert, wie sieht dein tägliches Üben aus?
SPEAKER_02Ja, also der Idealfall, nennen wir es mal so, der nicht immer eintritt, der Idealfall, aber ich versuche den Idealfall, dass ich tatsächlich unter früh zwei Stunden üb, mindestens eineinhalb oder zwei. Und dann kommen die andere Tätigkeit. Organisatorische Sache sind ja immer viel, dass ich wieder Rücksprache halte mit den Veranstaltern, was Live-Konferte anbelangt, was Dozententätigkeit anbelangt, bespricht mir ja immer die Inhalte und dann das Notenmaterial herrichten. Und im besten Fall sitze ich noch eine Stunde aufs Rad, wenn das Wetter mitmacht und so, dass ich ein bisschen was für die Atmung und für die Gesundheit tue. Und dann gibt es abends nochmal eine Übe-Stunde. Meistens, fast immer, eigentlich Vormittag Posaune und abends den noch haben. So ist es aufgeteilt.
SPEAKER_00Okay. Und was ist dir wichtig beim Üben? Also, machst du noch viel Basics?
SPEAKER_02In der Tat bin ich so ein basic verliebter Typ. Also habe ich früher schon gesagt, wenn ich mal irgendeinen Sponsor finde, irgendeinen reichen Firmenbus, der Freude mit mir hat, der mich ansteller wurde, ich hätte kein Problem damit, mich mit jedem Tag fünf Stunden einspielen. Ich hatte kein Problem damit. Kann ich wirklich mal. Ich kann mich total verlieren, an diese Basic-Übungen ein bisschen so zu experimentieren mit einem Ansatz. Und die muss man aber schon, um es üben, effektiv zu machen, eben einen schönen Plan, immer zurechtlegen. Und eben auch, hat jetzt die Pandemie wieder zeigt, einfach Literatur über, schwere Literatur über. Dann ist man auch eben beim Über gefordert. Und in diesem Berufsalltag, wie es vor der Pandemie war, wenn du so viel unterwegs bist, so viel auf der Bühne bist, dann hältst du dich ja fit, weil du auch so viel auf der Bühne stehst. Jetzt mussten wir uns ja tatsächlich Fithalter, nur mit dem Üben. Und da muss man tatsächlich beim Üben ausschauen, dass man sich richtig belastet, weil das kommt hin und wieder zu kurz das richtig belasten.
SPEAKER_00Wir nehmen mal an, ihr fahrt auf den Auftritt. Keine Ahnung, 700 Kilometer steht im Stau, es wird echt eng. Ihr steigt aus, ihr müsst aber in 10 Minuten auf der Bühne stehen. Was machst du, also welche Übung muss gemacht werden, damit du sagst, okay, ich fühle mich halbwegs wohl?
SPEAKER_02Ja, glücklicherweise, durch das, dass ich die bläserischen Hausaufgaben ja schon ziemlich viele Jahrzehnte lang sehr gewissenhaft erledige, funktioniert auch der Ansatz, dann kann ich mich sehr gut verlasser drauf, wenn ich mal nicht so ganz optimal zum Einspieler komme. In der Busfahrt, wenn man weiß, jetzt wird es ziemlich eng mit Anfang, dann habe ich natürlich das Mundstück schon mal zur Hand und dann wird natürlich im Mundstück ein bisschen eingespielt, mal so 20 Minuten, Viertelstunden, was dann nicht so schlimm ist, weil die anderen machen das auch im Bus. Außer der Schlagzeuger regt sich keiner auf. Jeder bläst ein bisschen mit seinem Mundstück rum. Und dann sind wir schon so, viel Profi oder alle gewissenhaft bei Algor6, das kam tatsächlich schon mal vor, dass wir eine Minute vor Auftrittsbeginn angereist sind, weil ein Omnibus gebrannt hat auf der A6. Und dann hat natürlich dann Totalsparungen. Und da, das ist höhere Gewalt, du kannst nichts dafür. Glücklicherweise gibt es ja heute Handy, der Veranstalter weiß Bescheid. Und der Veranstalter war eine Egeländerbesetzung, die als Vorbild selber gespielt haben. Noch konnten die ja notfalls ein bisschen länger spielen. Und wir haben größten Respekt bei den Leuten heute noch. Wenn wir innerhalb drei Minuten spielbereit, das haben die nicht geglaubt, das ging dann sowas von Ratzfatz bei uns, dass die Anlage ist ja gestanden, weil die schon gespielt haben. Und wir sind wirklich raus. Wir haben uns während dem Fahrer im Bus umzogen. Wir haben die Klamotter schon angehabt, wir mieten ja immer so einen Sprinter, da haben wir relativ gut Platz. Und dann ging das relativ schnell los und ohne großes Techtelmechtel drumherum. Und gegessen wurde dann halt in der Pause erst. Da war halt vorher kein Platz mehr. Aber dann sind wir schon so ehrgeizig, auch die verlorene Zeit so gut wie möglich logischerweise gleich wieder reinzuholen. In der Pandemie 2021 haben wir zwei Geburtstage gespielt. Und das eine Mal war es tatsächlich wie verhext im Elsass. 50 Kilometer vor Auftritt, vor Auftrittsart, Totalsparung Autobahnen und Öl. Also ein Tankzug ist umgekippt, genau quer über die Autobahn. Und das Einzige, was passiert, ist, dass die Scheinwerfer aufgebaut haben, mittags um drei oder vier. Dann haben wir gewusst, okay, das wird dunkel, weil sonst würden die keine Scheinwerfer aufbauen. Und unser Markus, Maschinenbauingenieur, hat dann gewusst, das ist gefahren gut. Den darf man erst LKW darf man erst wegräumen, wenn er leer gepumpt ist. Jetzt war aber anscheinend so explosives Material drin, wir wissen es nicht, Chemikalien oder so, dass wir evakuiert werden mussten, weil wir so nah dran waren. 50 Meter waren wir nur weg. Just rückwärts rausfahren aus der Autobahn raus. Aber nachdem es ja so unvorstellbar tolle Autofahrer gibt, waren reihenweise die Wohnanhänge und die Boote in Graber gestanden beim Umdreher. Jetzt hat es zweieinhalb Stunden gedauert, bis wir rückwärts aus der Autobahn rausgekommen sind. Und sind dann tatsächlich eineinhalb Stunden zu spät gekommen. War aber zum Glück telefonisch im Kontakt mit der Veranstaltung. Die hat es ihrem Mann zum Geburtstag geschenkt, einen riesengroßen Allgäus-X-Fan. Zum 60. Geburtstag hat er uns gekriegt. Und er hat nichts besser davon. Und sie hat dann irgendwie das gemanagt. Und dann haben wir halt eineinhalb Stunden später angefangen und haben natürlich auch eineinhalb Stunden länger gespielt. Und war dann eine wahnsinnig tolle Sause, weil das sind ja glücklicherweise keine bösen Vorwürfe, weil jeder sieht ja, du kannst ja nichts machen. Wir sind ja nicht zu spät gekommen, weil wir noch irgendwie falsch geplant haben oder leichtsinnig war, sondern wenn halt ein Unfall ist, kannst du ja nichts machen. Und zum Glück sind die Leute da total umgänglich. Aber das Problem war noch nicht zu Ende, durch das, was wir eineinhalb Stunden später gespielt haben. Unser Tuba-Mann hat am nächsten Morgen am 8. in München wieder Dienst gehabt. Und wir haben bis halb zwei gespielt am Elsass. Also, du kennst es wahrscheinlich auch alles so.
unknownJa.
SPEAKER_02Enge Momente. Aber er hat es geschafft. Zwei Strafzettel später. Er hat es geschafft.
SPEAKER_00Und wie muss ich mir das denn vorstellen? Wirst du dann ruhig in so einer Situation oder wirst du dann doch innerlich so, ach scheiße, wir müssten doch eigentlich jetzt da sein? Oder kannst du da relaxed bleiben?
SPEAKER_02Wenn es so richtig englisch bin ich glücklicherweise relaxed. Aber natürlich mache ich mir schon Sorge als Verantwortlich. Und in dem Fall war es halt so, dass die erste Stunde von dem Stau hat sich immer weiter verdichtet, okay, alles klar, das wird nichts mehr, wir kommen halt nicht zum Spieler. Und mir hat halt Sorge bereitet, dass der Frau, die so nett war, ich habe die ja vorher nicht gekannt, aber ein paar Mal telefoniert. Und wer leichter sich dann so ein großes Geburtsgastgeschenk, wer so eine Band. Und sie hat halt, sie arbeitet in Saarbrücken am Theater. Also sie ist irgendwie auch vom Fach und wollte ihrem Mann unbedingt schenken, weil sie halt so schwärmt von uns. Und dann war schon so meine Sorge, ein paar Minuten bin ich schon so am Bus rumgelaufen und habe meine Kollegen gefragt, du hilfst mir doch, was dieser Frau sagt. Ich habe Angst, dass sie einen Herzinfarkt bekommt oder so. Die hat das so toll vorbereitet, die freut sich so. Jetzt muss ich ihre Frau sagen, wir kommen nicht. Und das war dann schon ein paar Minuten so ganz spannend. Ich war nervös. Und in dieser Überlegungsphase kam dann die Nachricht, wir dürfen rückwärts rausfahren. Und super, wir schaffen es ja doch vielleicht irgendwie. Ich muss nicht ganz absagen, ich muss nur sagen, wir kommen später. Und das war dann auch überhaupt kein Problem. Die haben sich so gefreut, dass wir überhaupt gekommen sind. Und der Jubilar, den es betroffen hat, der das Geschenk kriegt hat, der hat nach einer Stunde zu uns schon gesagt, ja, jetzt habt ihr so einen Stress gehabt, hört es noch auf und fahrt wieder rum. Nein, nein, jetzt sind wir dauernd drei Stunden, haben wir ausgewacht, dann spielen wir auch drei Stunden. Der wollte ganz großzügig zu uns sein, weil wir so einen Stress gehabt haben, aber wir haben schon gespielt.
SPEAKER_00Okay. Ich habe nicht mehr viele Fragen. Ich würde ganz kurz noch auf das Alpern eingehen. Das ist ja auch so ein Instrument, das ja sehr eng mit dir verbunden ist, wenn man Batholchik hört, dann einerseits Allgäu 6, auf der anderen Seite denkt man gleich ans Alpern. Wie kam das bei dir zum Alpern und welche Rolle spielt es für dich heute noch so?
SPEAKER_02Ja, also Alpern und Batholchik irgendwie gibt es schon ziemlich lange. Und ganz untypisch, als 16-Jähriger hat ein Befreunder doch, ein Kollege gewusst, da gibt es ein paar Ortschafter weiter einen Alpernbauer. Und als wir dann eben mit 16 das erste Mal selber motorisiert waren mit dem Moped, sind wir da mal aufgeschlagen. Das hat uns halt irgendwie, wir waren neugierig, sage ich immer, ich bin immer neugierig. Und der Alpernbauer war natürlich sowas von der Schrocker, der Alfons Neumann, weil die Kundschaft ist ja nicht 16, die der sonst so hat, die sind ja eher 60 und 40 aufwärts. Und ich war total angetan von dem Alpern. Das hat mich total fasziniert. Mein Kollege, den ich dabei gehabt habe, nicht so, der hat bis zum heutigen Tag keinen Alpern. Und ich habe da, oh, das brauche ich das Ding. Ich habe irgendwie sofort gebrannt und so eine Leidenschaft gespürt. Aber natürlich kein Geld, 16, Moped gekauft. Dann hat der Alpan Bauer aber das glücklicherweise gesehen. Und ich habe natürlich schon gefragt, nochmal gebraucht das Instrument oder was gibt es da für Möglichkeiten? Und dann habe ich so einen Versuchsalpern von dem gekriegt. Der hat einen Alpern versucht, nicht zu lackieren, sondern zu beizen. Und das ist total verbrannt. Und das war mein erstes Alpern. Also ausgeschaut hat es katastrophos für mich, gespielt hat es wie jedes andere. War mir ja scheißegal, wie es ausgeschaut hat. Hauptsache ich kein Alponspieler. Und das war dann mein erstes sehr günstiges Alpern. Und dann hat mir das irgendwie nie wieder losgelassen. Und dann habe ich auch schnell gemerkt, dass mir das liegt. Und dass das natürlich, ja, so war ich ja vom ersten Lehrer im Prinzip ein bisschen sofort eingestellt, dass man ja als Musiker oder auch als Band so eine Eigenständigkeit suchen muss. So wie du vorher gefragt hast, was macht Algausex aus? Auch das Alpern macht Algäusex aus. Wer schleift schon immer am Alpern mit für ein oder zwei Stücke, wenn du eine Stunde im Festival spielst, aber wir haben halt Alpern immer dabei und we, wir hätten es nicht dabei, weil das auch so alle dann erwarten. Okay, bei Algoisex gehört eben auch das Alpern als solistisches Instrument dazu. Und dann beim Musikstudierer habe ich sehr schnell festgestellt, dass viele Bläserprofessoren, ja im hohen Register, die Trompeter, machen ja sehr gern mit Studenten, wenn es eben um die Ansatzschulung geht, machen die ja sehr gern mit Vanfare. Und die Posonisten, Waldhern, Professoren machen ja sehr gern mit Alpern, so der Professor Rosin in Stuttgart, bei dem ich dann ja noch das Zweitstudium noch gemacht habe. Die haben ja aus einem methodischen Hintergedanken ein Naturinstrument mit ihren Studenten gemacht, um eben den Ansatz da noch besser zu trainieren. Und dann war ich immer Nutzniezer, weil ich ja schon Alpern spielt. Also ich glaube nicht, dass ich in dem Level Tenorhand Posaunspieler wurde, wenn ich nicht Alpine spiele. Und ich würde natürlich sicher nicht in dem Level Alpine spieler, wenn ich nicht so viel Posaune in Tenorhand spiele. Das hilft sich alles so ein bisschen gegenseitig.
unknownOkay.
SPEAKER_02Wie oft übst du dann Alpine? Ich darf es kaum sagen. Also so gut wie nichts. Du siehst jetzt ausmachen. Es fällt mir wahnsinnig leicht und mit dem Alpern. Und ich bereite mich dann schon vor, wenn ich natürlich irgendwie solistisch was habe mit dem Alpern, aber zum täglichen Übelprogramm gehört es tatsächlich nicht. Weil ich mich ja automatisch findet halt mit der Posaune mit dem Tenorhorn. Und du siehst jetzt nicht alles von meinem Zimmer, aber da hinten siehst du schon zwei Alpanner stehen, gleich. Und da drüber hängen nochmal vier, keine Angst. Das hat sich halt im Laufe der Jahre, der Jahrzehnte, hat sich das so angesammelt, weil Alpern ist natürlich schon ein bisschen unberechenbarer als ein Tenorhorn oder ein Posaune, weil das Material Holz sich permanent verändert und während einem Spieler verändert, wenn es nass wird. Und da ist auch wieder die Neugierde, wahrscheinlich spielt eine große Rolle bei mir, dass ich halt so neugierig bin. Aber auch der Hans Reinach ist also bis mit dem Alpern immer treu geblieben. Aber vielleicht in Frankfurt und mit seiner Orchestertätigkeit hat er nicht immer so viel Zeit gehabt, mit dem Alpern was zu machen. Und hier in der Gegend passt es natürlich sensationell. Gut, dass ich jemandem mit dem Alpern im Gepäck irgendwas machen kann. Und es ist bis zum heutigen Tag so, es gibt kein einziges Instrument auf dieser Welt, das mehr Fotoapparate hervorzaubert, als wenn du ein Alper auspackst. Das ist aber das Leidtragende ist auch, es gibt kein anderes Instrument auf dieser Welt, das schneller Aufmerksamkeit verliert wie Alper. Wenn du irgendwo spielst und dann das dritte Stück halt wieder in F-Dour losgeht und wieder klingt ja alles für einen normalen Zuhörer sehr ähnlich. Und deshalb verliert es leider auch sehr viel Aufmerksamkeit. Und das war auch so die Herausforderung und die Neugierde bei mir, den Zuhörer permanent mit irgendwas zu überraschen. Und diese Aufmerksamkeit, diese Anfangsaufmerksamkeit, die kriegst du ja, du hast ja. Du packst das Ding aus und tausend Leute ziehen im Fotoapparat raus. Alpine ist ja irgendwie so ein richtiger Magnet. Aber dann muss man diese Aufmerksamkeit halt irgendwie versuchen zu behalten. Und da ging es halt los, dass ich dann so viel experimentiert habe und mit allen möglichen Stücken. Und das ist jetzt ja nichts Neues mehr, dass man dann aus der Fanfaren, Musik, Tramped Voluntary, AIDA, was spielen kann. Aber der Zuhörer ist immer noch überrascht, wenn du mit dem Alpernersabel dann stehst und da geht es von Wardi Aida los. Und du spielst einen Blues und einen Walzer und einen Rock'n'Roll und einen Swing und diese Geschichte. Und die helfen dann schon, dass du halt die Aufmerksamkeit auch behältst. Und gleichzeitig hat es die Alpern-Welt aufgewühlt, solche Literatur zu bekommen. Und deshalb bin ich da natürlich auch viel unterwegs mit Kursen.
SPEAKER_00Was bringt die Zukunft? Also, was sind deine Zukunftspläne?
SPEAKER_02Ja, also dass es hoffentlich wieder in diese Richtung geht, wie es vor der Pandemie war. Und dass man wieder in so einer Selbstverständlichkeit musizieren kann und auf Feste gehen kann. Es ist ja schon noch alles ein bisschen mit Fragezeichen versehen. Jetzt geht es zwar los mit ersten Veranstaltungen wieder, aber wie reagiert das Publikum nach dieser Zeit? Das bleibt eine spannende Frage. Haben wir auf allen Veranstaltungen wieder genügend Zuhörer, auch nicht nur Musikanter, wie du vorhin gesagt hast, dass die große Besetzung, dass es da immer weniger gibt. Auch das Publikum hat sich daran gewöhnt, daheim zu sitzen und das auch zu genießen. Und so war jetzt ein schönes Zeichen an dem Winterwoodstock. Wir haben ja an dem Tag zweimal gespielt, das darf man ja fast gar nicht sagen. Aber wir sind ja von Winterwoodstock, von Kidzpiel, dann losgefahren und haben abends noch in der Stadthalle in Weiblinger, Stuttgart gespielt. Aber das war dann so, als der Angerufer hat und ich Luft geholt habe, am Telefon zu sagen, nein, es geht nicht, wir sind in Kitzbühel, beim Winterwoodstock, habe ich beim Luftholler gedacht, nö, nö, womöglich wird das wieder verschobbar wegen der Pandemie. Ich sage mal beides zu, weil rein zeitlich müsste ich ausgehen. Und es hat auch total gut gepasst. Und beide Veranstaltungen waren total gut besucht. Das war sehr schön zu sehen. Und das hoffen wir halt natürlich, man hört natürlich von anderen Veranstaltungen schon, dass es nicht überall gleich gut besucht ist. Und das hoffen wir halt, dass das wieder in so einer Selbstverständlichkeit und in so einer Unbekümmertheit. Wir haben ja, also ganz ehrlich, hättest du dir vorstellen können, vor der Pandemie, dass sowas mal kommt und dass Veranstaltungen und dass alles abgesagt wird und das Lockdown und dass solche Sachen gibt.
SPEAKER_00Ja, nee, natürlich.
SPEAKER_02Außerhalb jeder Vorstellungskraft ist das für mich gelegen. Ganz ehrlich. Und dass das, dass so eine Selbstverständlichkeit wieder kommt jetzt, schwingt immer mit. Ich bin da letztens wieder ein Kürstfahrer nach Staufer mit einem Dozentenkollege Peter Schad, wo man dem böhmischer Kurs machen zu zweit. Und am Hinfahrer, wir fahren fast vier Stunden nach Freiburg von Sie raus, haben wir noch ein paar Mal gesagt, ja, wer weiß, ob noch jemand anruft und uns wieder quasi rückwärts schickt. Und so ist es mittlerweile. Du fährst vorhin und du glaubst es tatsächlich erst, wenn du dort angekommen bist. Und im November noch haben wir auch, gerade mit dem Zweierkurs, wo wir noch zwei Dozenten sind, haben wir einen Kurs begonnen in Staufer in der Akademie und sind an vier Tage, wäre es geplant gewesen und sind am zweiten Tag wieder alle Heimfahrer. Ein positiver Corona-Wall und die ganze 45 Leute treten die Heimreise wieder an. Und das sind schon Momente, ich hoffe, dass diese Angst, dass sowas abgesagt wird und wieder abpfert, dass das mal wieder ganz verschwindet. Das wäre meine wichtigste Zukunftsvision. Das hoffe ich sehr.
SPEAKER_00Ja, ich glaube, das hofft jeder, weil das ist ja kein Zustand mehr. Man plant Sachen und also auch für Vereine ist er ganz schwierig. Konzerte, Veranstaltungen planen und dann zack, bumm, zwei Tage vorher musst du sagen, ja, ist nicht. Also das schwierig. Wir hoffen einfach mal, dass es jetzt so Richtung Ende geht. Ich mache am Ende immer eine kleine Schnellfragerunde. Also du darfst auch langsam antworten. Du darfst auch kurz drüber nachdenken. Okay. Morgen wäre dein letztes Konzert. Mit wem wäre das und was wäre dein letztes Stück, was du spielen würdest?
SPEAKER_02Also es wäre auf jeden Fall mit Allgäu 6. Und mein letztes Stück wäre der Franzi Walter.
SPEAKER_00Oh, das ging schnell. Du bist der Erste, der so schnell antwortet bei der Frage. Ja. Okay, sehr gut. Was wärst du geworden, wenn du nicht Musiker geworden wärst? Sicherlich nicht Heizungsbauer, oder?
SPEAKER_02Instrumentenbauer. War ja mal so anberaumt. Vielleicht wäre ich Instrumentenbauer geworden. Genau. Okay. Deine schlechteste Angewohnheit. Ja, Sache, auf dem letzten Drücker fertig zu machen. Aber oft entstehen unter dieser Drucksituation die beste Idee. Leider. Mein Spannemann am Bariton, der Markus, ist ja Maschinenbauingenieur und der lächelt dann immer und sagt, ja, weißt du, bei der Musik ist es wie bei Hydraulik, ohne Druck keine Bewegung.
SPEAKER_00Sehr gut, muss ich mir merken. Was bedeutet für dich Erfolg?
SPEAKER_02Ja, also Zufriedenheit. Erfolg hat für mich was mit Zufriedenheit zu tun, dass du das, was du machst, das wird deine Existenz sorgen, dass du das auch machen würdest, wenn es nicht dein Lebensunterhalt wäre. Und das ist für mich Erfolg. Und das darf ich ja machen. Ich darf ja tatsächlich das, was ich unvorstellbar gern mache, das darf ich ja machen, um meinen Lebensunterhalt damit zu verdienen und zu bestreiten.
SPEAKER_00Was lernst du gerade, was du noch nicht kannst?
SPEAKER_02Ja, mit mehr Ruhe, da versuche ich gerade immer wieder, mit mehr Ruhe an die Sache ranzugehen. Geduld ist ein ganz heikles Thema bei mir. Viele Leute wundern sich über die Geduld, die ich zum Beispiel am Jugendarkestler gehabt habe. Und wenn ich pädagogisch arbeite, bewundern mich so viele Leute oder ich kriege so viele tolle Komplimente, mit was für eine Geduld ich anscheinend habe. Aber meine Frau wird sagen, ich habe überhaupt keine Geduld und ich würde von mir auch behaupten, ich habe überhaupt keine Geduld. Beim Autofahrer bin ich ungeduldig und in vielen organisatorischen Sachen bin ich ungeduldig und das möchte ich noch lange in meinem Leben, dass ich geduldiger werde. Okay, und wie trainierst du das? Ja, ein bisschen so, also ich habe mich mit jemandem da ausgetauscht, dass man über sich selber ein bisschen schmunzern kann. Nicht unbedingt Lacher, aber dass man über sich selber schmunzern kann und sich immer wieder tappt. Naja, da habe ich jetzt wieder ein bisschen überzogen. Also halb mal im Ball flach und so probiere das ein bisschen mehr bei mir zu bleiben. Und diese Hektik, die gibt es, die gibt es ja eigentlich nicht, die ist ja nur hier und diese Hektik hier auszublenden. Die ist ja selbst gemacht, diese Hektik. Und das versuche ich wegzulassen.
SPEAKER_00Okay. Welches Buch bzw. welchen Film sollte man mal gelesen oder geschaut haben? Muss noch nicht mal was mit Musik zu tun haben, wo du sagst, okay, das ist total super.
SPEAKER_02Krokodile Dundee. Okay. Der hat genau diese Gelassenheit, die ich total irgendwie, die gefällt mir total.
SPEAKER_00Okay. Sehr schön. Sehr schön. Schon lange nicht mehr so ein altes, aber es passt. Sehr gut. Sehr gut. Okay, abschließend, was sind deine privaten Wünsche und die Wünsche an die Blasmusik-Szene?
SPEAKER_02Ja, privat natürlich, dass man alle gesund bleiben wird. Und wie gesagt, es ist ja die Familie in die nächste Phase gegangen als Großeltern, das erste Mal ein Enkel zu begleitern. Dann wird es einem noch mehr bewusst, wie wichtig eben Gesundheit ist und dass die Familie gut funktioniert, zusammenhält, dass man einfach eine tolle Gemeinschaft hat. Und das ist, glaube ich, das Allerwichtigste vor jedem anderen beruflichen Erfolg. Und für die Blasmusik wünsche ich mir, dass wir wieder in dieser Selbstverständlichkeit miteinander Musizierer proberen können, Veranstaltungen machen können. Große Angst habe ich für den ganzen Jugend-Nachwuchsbereich, was die Unterbrechung jetzt tatsächlich für Wunden hinterlassen hat. Jede Musikschule, jeder Musikverein hat ja so ein bisschen je nach Standard seine eigene Herangehensweise entwickelt, wie er und Nachwuchs wirkt. Und das ist ja alles durch Corona auch unterbrochen worden. Und wir können den Schaden noch gar nicht abschätzen. Da habe ich wahnsinnig Angst davor vor. Das muss man alles wieder aufrecht, muss man wieder in den Vordermann bringen. Und da wünsche ich der Blasmusik ganz, ganz, ganz viel Energie und Geduld und ganz viel Glück, dass das einfach wieder gut gelingt. Weil ich glaube, an vielen Orten und wo ich auch hinkomme, sind da tolle Strukturen gewachsen. Und die sind jetzt schon alle durch die Zwangspause ein bisschen angenockt, glaube ich. Und das wünsche ich mir halt auch und hoffe, dass das wieder in ganz gute Baner läuft.
SPEAKER_00Vielen Dank. Das sind schöne Worte. Bertolt, danke, dass du dir so lange Zeit genommen hast, alle meine Fragen zu beantworten. Ich bedanke mich und ich hoffe, wir sehen uns irgendwann mal live.
SPEAKER_02Hoffentlich sind jetzt wieder mehr Live-Veranstaltungen, dann kann man sich bestimmt früher oder später irgendwo treffen.
SPEAKER_00Ich hoffe doch.
SPEAKER_02Ja, wäre sehr schön. Okay.
SPEAKER_00Wunderbar.
SPEAKER_02Mach's gut. Ciao, ciao. Andi, bis dann, mach's gut. Ciao.
SPEAKER_00Das war Bertolt schick. Ich hoffe, ihr habt auch ein wenig Spaß mit dem Gespräch gehabt, genauso wie ich. Ich finde es faszinierend, wenn ich mit Menschen sprechen darf, die ihren Weg gegangen sind, die genau das gemacht haben, worauf sie Lust haben. Selbst in so einem Alter, wie Bertolt jetzt ist, zu sagen, okay, ich kündige meinen sicheren Shop, ich werde jetzt nochmal freischaffend. Das zollt mir relativ viel Respekt ab, ob den Mut ist, den ihr da zeigt. Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann kommentiert gerne auf Apple Podcasts, schreibt mir gerne per E-Mail oder macht da einen Post in eurer Insta-Story und verlinkt mich, damit ich sehe, wo ihr diese Folge gehört habt, beziehungsweise was ihr vielleicht daraus mitgenommen habt. Gäste wünsche gerne auch an info.andyschreck.de oder in die Kommentare bei Apple Podcast. Da gehen sie auf jeden Fall nicht verloren. Ich möchte mich auf jeden Fall noch bei meinen Patreonen bedanken, nämlich bei Tobias, Thomas, Jo, Frank, Philipp, Ralf vom Blasmusikverband Hochrein beim Marc. Bei der Susanne, Markus, Saskia, Felix, Rainer, Andi, Andreas, Tobias, Bettina, Dennis und der Jasmin. Vielen Dank, dass ihr meine Arbeit so unterstützt und wenn ihr da draußen das auch tun wollt, dann kommt gerne auf Patreon. Da gibt es immer wieder extra Folgen, teilweise mit Gästen, teilweise alleine, ein bisschen intimer. Wenn es euch interessiert, was es sonst noch so gibt und wie es hinter dem Podcast aussieht, Musiktipps haben wollt, dann empfehle ich noch meinen Newsletter. Der ist auch in den Shownotes. Ansonsten möchte ich mich bei den Supportern bei Befehl Grampor und bei Stratter Music bedanken, bei Dekmatis für die Musik, bei Leandermachern für den Schnitt. Und ich wünsche euch eine gute Zeit. Ich freue mich, wenn ihr nächstes Mal wieder dabei seid. Euer Annife.