On Air - Der Blasmusik Podcast
Podcast rund um das Thema Blasmusik. Andy Schreck, selbst u.a. Dirigent und Lehrer für Musik an einem Gymnasium trifft sich mit Musikern, Dirigenten, Komponisten und Visionären um über Musik und das Leben zu sprechen und andere für neue Ideen zu begeistern.
On Air - Der Blasmusik Podcast
Maxine Troglauer - Bassposaunistin zwischen Klassik, Jazz und Neue Musik
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Schreib mir gern dein Feedback!
Maxine Troglauer hat Posaune an den Hochschulen für Musik in Berlin und Hannover studiert. Ihren Master hat sie mit Schwerpunkt der zeitgenössischen Musik in New York an der Manhattan School of Music abgelegt. Das sie sich nicht in eine Schublade stecken lässt zeigt ihr breites Engagement. So spielte sie schon u.a. als Aushilfen sowohl für die NDR Big Band,dem Jazz Orchestra Berlin, als auch für die Deutsche Oper Berlin oder dem Staatstheater Wiesbaden. Weitere große Orchester und Ensembles reihen sich da mühelos ein. 2017 gründete sie zusammen mit der Schlagzeugerin Vanessa Porter das “Fusion Duo”, das sich auf zeitgenössische Literatur spezialisiert hat.
Instagram:
www.instagram.com/maxinetroglauer
www.instagram.com/andyschreck_
Werde auch ein Patron:
www.patreon.com/andyschreck
Newsletter:
https://bit.ly/3EnZCUp
Bewirb dich jetzt bei Buffet Crampon:
www.buffetcrampongroup.com
Das ist, äh, der bringt ja nicht Posaunespielen bei. Also auch, sondern das ist ein absoluter Freigeist. Der Mensch ist seit über 50 Jahren, 54 Jahren oder sowas, ist der ein Freelance-Musiker. Der hat gut, der hat auch während der Zeit war der aktiv, wo man noch vier CDs die Woche aufgenommen hat. Und der hat in jeder Big Band gespielt, die irgendwie an der Ostküste sich einen Namen gemacht hat. Und dann unter anderem hat er aber auch unter Pierre Boulet noch mit New York Philharmonic gespielt, hat ursprünglich an der Juilliard studiert, ist einfach ein wahnsinnig guter Bassposaunist. Also so, der übt sein Leben lang schon immer noch, das ist der Wahnsinn. Aber hinzu kommt eben so seine Kreativität und sein, also wie man auf Englisch sagen würde, out of the box Thinking. Also das, was wir auch in den zwei Jahren hauptsächlich gearbeitet haben, war nicht posonistisch, sondern er hat mich einfach angeregt, Dinge anders zu machen. Er hat alles hinterfragt. So, ich habe ihm was vorgespielt und er hat gesagt, warum machst du auf dem Ton ein D-Crescendo und kein Crescendo? Und dann habe ich gesagt, weil das da steht. Und dann hat er gesagt, ja und?
SPEAKER_00Wir sind on-air in 3, 2, 1. Herzlich willkommen bei Onair, dem Blasmusik-Podcast. Mein Name ist Sandy Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Willkommen, schön, dass du wieder da bist bei einer neuen Folge von OnER Dem Blasmusik-Podcast. Du hörst es vielleicht, ich bin ein bisschen erkältet, aber das soll dem Ganzen keinen Abbruch tun. Bevor ich jetzt nun meine Gästin vorstelle, zuerst der Supporter. Und das ist wie immer kein geringerer als Buffet Grampor, Europas größtem Hersteller von Blasinstrumenten. Wenn du jetzt sagst, Instrumentenbau interessiert mich total und das wäre eigentlich ein Beruf, den ich so gerne erlernen würde, dann bist du genau richtig, denn an den beiden Standorten in Markneukirchen und Gerritz Ried bildet Buffet Grampor seit Jahrzehnten das Handwerk des Holz- und Blechblasinstrumenten mache erfolgreich aus. Buffet Grampor steht nicht nur für langjährige Tradition, sondern auch für Innovation. So hat sich vor kurzem erst ein neues Ventil für Posaune entwickelt, das Icon Valve. Wenn du dich da draußen jetzt gerade angesprochen fühlst, dann schau einfach mal auf der Webseite www.buffet Grampor Group.com, findet ihr auch in den Shownotes. Mal nach, da findet ihr weitere Informationen und aktuelle Stellenangebote. Und da könnt ihr dann, wenn euch der Job des Instrumentenmachers interessiert, einfach eure Bewerbung direkt dahin schicken. Meine heutige Gästin ist Maxine Drucklauer. Sie ist Basposaunistin. Und allein aus dem Fakt habe ich sie schon mal eingeladen, denn Frauen und Basposaune, das findet man leider heutzutage immer noch sehr selten. Und deswegen wollte ich auch von ihr wissen, wie das überhaupt kam, was das mit ihr vielleicht macht, wie es überhaupt mit der Frauenquote in der Musiklandschaft aussieht, speziell natürlich auch den Blechblasinstrumenten. Aber Max hat auch in New York studiert. Das heißt, wir sprechen auch über New York und Deutschland. Wir gucken uns die Musikszene an, was ist da anders als bei uns. Wir reden generell über Stereotypen, über Stilvielfalt. Maxine ist eine der breit aufgestelltesten Musikerinnen, die ich kenne. Und natürlich ist sie eine kreative Durch und durch. Das werdet ihr relativ schnell merken. Mir hat das Gespräch unglaublich viel Spaß gemacht, vor allem als wir im Nachhinein dann erst rausgefunden haben, dass sie tatsächlich auch gebürtig aus Wiesbaden kommt. Und wie ihr vielleicht wisst, habe ich ja jetzt ein Jahr lang in Wiesbaden, jetzt in Mainz gewohnt. Das heißt, wir werden uns früher oder später auch mal persönlich treffen. Aber ich will gar nicht länger reden. Ich wünsche euch jetzt viel Spaß mit Maxine Drucklaufs. Meine heutige Gästin hat Posaune an den Hochschulen für Musik in Berlin und Hannover studiert. Ihren Master hat sie mit Schwerpunkt der zeitgenössischen Musik in New York an der Manhattan School of Music abgelegt. Dass sie sich nicht in eine Schulade stecken lässt, zeigt ihr breites Engagement. So spiele sie schon unter anderem als Aushilfen sowohl für die NDR Big Band, dem Jazz Orchester Berlin, als auch für die Deutsche Oper Berlin oder dem Staatstheater Wiesbaden. Weitere große Orchester und Ensemble reihen sich da mühelos ein. 2017 gründete sie zusammen mit der Schlagzeugerin Vanessa Porter das Fusion Duo, das sich auf zeitgenössische Literatur spezialisiert hat. Ich freue mich sehr, dass sie heute hier ist und sage herzlich willkommen, Maxine Drucklauer.
SPEAKER_03Hi, freut mich.
SPEAKER_00Schön, dass du da bist. Fangen wir gleich an mit dem mit der ersten Frage. Welches Musikstück hast du dir zuletzt vor dem Interview bewusst mal angehört?
SPEAKER_03Angehört?
SPEAKER_00Ja.
SPEAKER_03Das war heute Frank Zappa Black Page.
SPEAKER_01Okay, warum?
SPEAKER_03Ja, und zwar gibt es eine, ich muss ein bisschen ausholen und zwar kreiere ich gerade verschiedene neue Recital-Programme mit und um die Basposaune als Mittelpunkt. Das Ganze ist eigentlich für eine Bewerbung, aber das nehme ich jetzt doch ein bisschen ernster, als ich das ursprünglich gedacht hatte. Und ja, bin da ein bisschen kreativ geworden und habe ein Recital-Programm, was ich plane für Klavier, Schlagzeug und Basposaune. Und es gibt einen Basposaunisten aus der Schweiz, Domenico Catalano, der hat mit seinem, der hat ein Trio mit zwei Schlagzeugern. Also ich muss auch dazu sagen, mich fasziniert Schlagzeug. Wie man auch mit Fusion-Duo gemerkt hat und so, und auch in meinem Masterabschluss habe ich ganz viel mit Drumset gemacht. Und dieses Trio um Domenico Catalano rum, die haben mit, also das ist Drumset-Mallets, also Vibraphon, und eben Domenico an der Basposaune, die haben Frank Zappa, Black Page und noch zwei andere Tunes, haben die in einem Arrangement für dieses Trio schon aufgenommen. Und ich bin, ich kenne Domenico ganz gut und habe von ihm freundlicherweise, jetzt mache ich hier quasi Schleichwerbung für einen anderen Basposauristen, aber das ist schon okay, hab von ihm freundlicherweise da ein bisschen Material zur Verfügung gestellt bekommen. Und ja, wenn man das Black Page sich anhört oder wenn man das kennt, wenn man sich das dann auf Wasposaune vorstellt, das ist ganz schön haarig. Also das ist, ähm, habe ich heute auch dann geübt, eben, aber das habe ich mir zuletzt bewusst angehört, angeguckt und versucht in die Finger zu kriegen.
SPEAKER_00Sehr cool. Black Page sagt mir tatsächlich, ich bin bei Frank Seppa nicht so bewandert, bin ich ganz ehrlich. Ich entdecke den jetzt erst langsam für mich.
SPEAKER_03Ich bisher, geht mir ganz genauso, geht mir ganz genauso. Deswegen, ähm, ja, und dann ist es halt umso cooler, wenn ein Kollege vorher schon sich damit beschäftigt hat, das Ganze in einem Arrangement auch schon aufgeschrieben hat. Und dann ist die Hürde nicht mehr ganz so groß.
SPEAKER_00Ja, okay. Was mir auch nicht klar war bis vor kurzem, ist, dass Frank Sepper ja auch ganze Orchestrale Stücke geschrieben hat. Ich weiß nicht, ob du das weißt. Und ja.
SPEAKER_03Ja, das ist total faszinierend, weil der, also das ist so ein richtiger Do-it-yourself-Typ oder also so Autodidakt auch und hat sich dann, ich habe dann auch ein bisschen über ihn recherchiert, gerade gestern oder vergangene Tage, und hab dann auch gelesen, dass er eins der ersten Stücke anscheinend der zeitgenössischen Musik, mit denen er in Berührung kam und die ihn dann total beeindruckt haben, war Edgar Varetes. Und das ist halt lustig, weil ich ja das im Master alles studiert habe und dann quasi die Musikgeschichte, die man da dann durchkaut, ist alles ab 1900. Also es geht nur um 20. und 21. Jahrhundert. Und dann sind einem eben diese Begriffe wie Edgar Varet und Pierre Boulet und so weiter dann schon sehr vertraut. Und es ist umso cooler, dass so ein Rockmusiker da total drauf eingestiegen ist.
SPEAKER_00Ja, also ich habe tatsächlich vor ein paar Wochen die, ich glaube Pierre Boulet war es, der Sachen eingespielt hatte von Zeppel. Habe ich mir mal angehört.
SPEAKER_03Ja, die haben zusammengearbeitet, ja.
SPEAKER_00Total abgefahrenes Zeug irgendwie. Aber cool. Cool. Ich würde gerne so ein bisschen von vorne bei dir anfangen. Wie kam Musik in dein Leben?
SPEAKER_03Meine beiden Omas haben mich zum Tag auf eine Tür in der Musikschule in Wiesbaden mitgenommen. Und da war ich sechs. Und dann, ich weiß gar nicht mehr, welche Instrumente ich alle ausprobiert habe. Ich weiß auf jeden Fall Flöte, Klavier auf jeden Fall, Posaune offensichtlich. Und dann noch ein paar andere Sachen. Und ich habe aber damals schon ganz klar gesagt, ich will kein Mädcheninstrument spielen.
SPEAKER_01Warum?
SPEAKER_03Das wollte ich nicht. Keine Ahnung. Ich wollte nicht Geige spielen. Das war mir irgendwie total wichtig. Nicht das zu spielen, was die anderen schon spielen. Und dann wollte ich gerne. Klavier hat mich total fasziniert, wegen dieser zwei Hände-Zehn-Finger-Geschichte, die mich nach wie vor sehr beeindruckt. Genau, und dann wollte ich gerne Posaune und Klavier gleichzeitig anfangen. Also Posaune war auch, das war der Geschichte nach war ich das einzige Mädchen im Raum und war auch die Einzige, die einen Ton rausbekommen hat. Und dann war das ein sehr fördernder und fordernder Lehrer. Und dann hat mich das irgendwie nachhaltig beeindruckt.
SPEAKER_00War ja auch anscheinend die richtige Wahl.
SPEAKER_03Anscheinend, ja. Ich frage mich aber auch häufiger, wann man sich eigentlich ob und wenn ja, wann man sich eigentlich jemals so bewusst entschieden hat.
SPEAKER_00Das ist eine gute Frage.
SPEAKER_03Das kann ich gar nicht so beantworten. Aber.
SPEAKER_00Das weiß ich bei mir jetzt auch nicht. Also ich habe mit elf Trompete angefangen, ich habe mit vier Klavier gespielt, aber es gibt Aufnahmen, da war ich so zweieinhalb, drei, wie ich mit so einer Plastiktrompete halt schon überall stand und wenn irgendwo ein Musikfeiern gespielt hat, dann war ich da auch zwei Stunden nebendran gestanden und habe gedacht, ich spiele mit. Also keine Ahnung. Aber die richtige Trompete kam dann deutlich später irgendwie.
SPEAKER_03Ja gut, bei mir ist es wirklich so, es kam, die Musik kam durchs Musikspielen. Also meine Eltern sind keine Musiker und wir haben auch jetzt nie viel Musik gehört. Wir sind in Konzerte gegangen und sowas, wobei mit sechs geht man jetzt auch noch nicht in so viele Konzerte. Aber es ist so, dass wirklich das Musik, die Musik an sich kam auch erst dadurch, dass ich dann Posaune angefangen habe. Also da hatte ich vorher keine großen Berührungspunkte eigentlich.
SPEAKER_00So größentechnisch ging das bei dir? Oder hast du mit so einer kleinen Posaune angefangen?
SPEAKER_03Nee, das ging. Ich war schon immer relativ groß. Bin es auch immer noch wahrscheinlich. Und ich erinnere mich, ich musste ein halbes Jahr dann warten, bis meine Schneidezähne, die bleibenden Schneidezähne da waren. Das war sehr quälend, weil ich wollte am liebsten direkt anfangen. Und dann habe ich, glaube ich, zu meinem siebten Geburtstag oder sowas schon meine erste Tenorposaune bekommen. Und ich glaube, das war eine normale. Und dann bin ich ja mit 13 schon auf Basposaune umgestiegen.
SPEAKER_00Also ich hatte das gelesen, wie kam das, dass du dann Basposaune gemacht hast?
SPEAKER_03Ich hatte dann mit zwölf ungefähr schon den ersten ersten Hänger in der Motivation so und wollte fast aufhören. Und mein Lehrer an der Wiesbander Musik und Kunstschule, das war auch der Basposaunist vom Staatstheater in Wiesbaden. Und der wollte gerne ein Posaunenquartett gründen. Und hat, genau, wir waren eben sowieso vier Leute, so ungefähr alle in einer Altersgruppe und alle ungefähr gleich weit bei ihm. Und dann hat er mich so gefragt, ich glaube auch so mit noch der Anmerkung, ja, meine Höhe sei ja eh nicht so super. Na gut, ich war zwölf, also wie gut die Höhe da sein soll, ist auch eh fragwürdig. Aber genau, ob ich Lust hätte, Basposanne zu spielen. Und mysteriöserweise habe ich ja gesagt. Und dann war es einfach so, dann wir haben dieses Quartett ganz lange gemacht, wir haben es, glaube ich, vier Jahre oder sowas, dann immer jedes Jahr Jung musiziert und so weiter. Und dann habe ich angefangen, eben in den Jugendorchestern zu spielen. Und ab dann hatte ich so diesen festen Platz an der dritten Posaune und irgendwie hat mir das Spaß gemacht oder macht mir auch nach wie vor offensichtlich Spaß. Und ich glaube, so je mehr Aktionen quasi auf der Bassposane hinzukam, desto klarer war das für mich, dass das jetzt auch einfach so mein Instrument ist, dass ich gar nicht zurück zur Tenor gehe.
SPEAKER_00Wann kam dann für dich die Entscheidung zu sagen, okay, ich mache das beruflich?
SPEAKER_03Das weiß ich nicht mehr so genau. Also ich habe auch Schule und Musik relativ klar getrennt, weil ich eben schon vor der Grundschule angefangen hatte und dann gab es natürlich im Gymnasium irgendwie diese Bläserklassen und so, aber das waren ja alles Leute, die dann dort angefangen haben. Also da war ich ja dann schon wesentlich weiter und ich habe auch so noch ziemlich viele andere Interessen außerhalb von Musik und habe mir dann so gesagt, okay, dann verfolge ich die quasi in der Schule und Musik ist außenrum. Und ich glaube, so mit, also ich habe mit 18 Abitur gemacht, vielleicht so mit 17,5 oder so erst.
SPEAKER_01Okay. So spät?
SPEAKER_03Ja, es kam relativ spät, weil ich mich nicht entscheiden wollte. Also so, ich konnte auch die Möglichkeit sehen, andere schöne Sachen zu machen, aber.
SPEAKER_00Zum Beispiel?
SPEAKER_03Also ich bin Sprachenaffin oder ich habe damals wahnsinnig gerne Französisch gelernt und mein anderes Hauptfach in der Schule war Geschichte und da habe ich mich total für interessiert und irgendwie sowas konnte ich mir vorstellen und ich war auch, ich war so ein kleiner Streber und habe sowieso irgendwie für alles relativ viel gelernt und dann war aber irgendwann klar, dass nichts außer Musik oder auch echt konkret Posaune spielen so mich so zufrieden macht. Also so das Lernen und so, das könnte ich mir alles drauf schaffen, aber so diese Zufriedenheit, die man irgendwie hat, wenn man spielt, die konnte ich mir nirgendwo sonst vorstellen. Und dann, und dann war es, und dann hatte ich erst noch so den Gedanken, ja, mach mal Musik zuerst, weil da ist es noch wichtig, jung zu sein. Und alles andere könnte man auch zur Not noch danach machen.
SPEAKER_00Kurze Frage, hattest du schon Geburts oder hast du noch? Du hast doch irgendwie jetzt auf Instagram, habe ich doch gesehen, du hast nach Locations gefragt, gell?
SPEAKER_03Ja, ich habe am Sonntag Geburtstag.
SPEAKER_00Kommenden Sonntag.
SPEAKER_03Genau, ja, also in ein paar Tagen. Heute ist Mittwoch, genau.
SPEAKER_00Heute ist Mittwoch. Location schon gefunden?
SPEAKER_03Nee, ich kann mich nicht entscheiden. Ich wohne in Berlin, es gibt viel zu viel. Okay.
SPEAKER_00Darf ich fragen, wie alt du wirst?
SPEAKER_03Ich werde 27.
SPEAKER_0027, okay. Das ist ja noch jung. Also soviel zum Thema jung anfangen.
SPEAKER_03Genau, ich kann das andere immer noch machen, genau.
SPEAKER_00Sehr schön. Du hast gesagt, du hast in deiner Schulzeit die Musik so ein bisschen ausgeklammert. Das heißt, das hat überhaupt keine Rolle gespielt, dass du das Märchen mit der Posaune warst oder mit der Basposaune sogar.
SPEAKER_03Also alle wussten das und es war auch so ganz klar, weil ich relativ häufig gefehlt habe. Also so mit dem Bundesjugendorchester ist ja das Problem, dass wenn man da irgendwie alle Leute aus allen Bundesländern zusammenbringt, dann funktioniert das nicht mit den Ferienzeiten und so weiter und dann musste man häufiger hier und da mal irgendwie eine Woche oder ein paar Tage noch freinehmen. Und auch ansonsten hatte ich die irgendwie dann häufig auf dem Rücken dabei in der Schule, weil ich direkt danach zum Unterricht abhauen musste oder so. Aber tatsächlich hatte ich auch in der Schulzeit überhaupt keine MusikerInnen-Freunde. Das war, das kam erst dann alles mit dem Studium. Und davor war ich auch am Wochenende ein ganz normaler Teenager, der dann irgendwie samstags auf die Rolle gegangen ist. Okay.
SPEAKER_00Das heißt, es gab nie so die Diskrepanz zwischen, okay, ich müsste eigentlich noch üben und die anderen verstehen das nicht, weil du ja sagst, das sind alles keine Musiker oder Musikerinnen gewesen. Da gab es keinen Zwiespalt.
SPEAKER_03Also ich hab von deren Seite, ich habe das immer relativ klar strukturiert gehabt. Also so, ich hab irgendwie, ach, ich weiß es aber auch ehrlich gesagt nicht mehr so richtig. Nee, aber es war eigentlich kein großes Thema.
SPEAKER_00Okay. Das ist gut. Das ist schön. Ich habe ja schon in der Begrüßung so ein bisschen anklingen lassen, dass du eigentlich. Also ich kenne fast niemanden, der so breit aufgestellt ist wie du. Also der in einem Orchester spielt, in einer Bigband spielt und dann noch zeitgenössische Musik macht. War das schon immer so vielseitig?
SPEAKER_03Also, das ist so ein bisschen vielleicht auch aus einer Not herausgewachsen, einfach weil es so wenig Literatur für Bassposaune gibt, dass da dann zum Beispiel der Schritt zur zeitgenössischen Musik hin gar nicht so weit ist, weil wenn man sich dann für Solo-Literatur interessiert oder auch nur angenommen, man will für einen Wettbewerb was spielen, dann muss man automatisch mehr oder weniger zu zeitgenössischer Musik greifen. Die ist jetzt natürlich, inwiefern die jetzt irgendwie ganz verrückt ist oder halt total neoklassizistisch, aber irgendwie 1989 erst geschrieben, ist ja jetzt mal dahingestellt, aber nee, das war alles eher so Zufall. Und ich wurde ganz klassisch ausgebildet, also auch so der Lehrer in Wiesbaden war sehr, das war ein Orchestermusiker und der kannte alle Etüdenbücher und so weiter, das war alles super und eben dann die Wettbewerbe gemacht. Dann wurde ich einfach irgendwie immer mal hier, mal da gefragt, ob ich da mal mitspielen will und da mal mitspielen will. Und dann habe ich da so diese ganzen anderen Bereiche von Musik entdeckt und dachte so, wow! Also das erste Mal, als ich dann in der Big Band saß, dachte ich so, Wahnsinn, man kann ja als Bassposaune richtig viel spielen und muss gar nicht so viele Takte zählen wie im Orchester. Das ist ja saucool hier. Und das war total bereichernd. Also das hat so 2016 angefangen. Und genau, und quasi parallel mit der immer größer werdenden Liebe zum Jazz hat so meine Liebe zum Orchesterspiel ein bisschen abgenommen. Ich habe total, ich liebe die Musik. Gar keine Frage, ich habe da eine total tiefe Verbindung dazu, aber mir persönlich reicht es nicht, als Basposaunistin im Orchester zu spielen.
SPEAKER_00Weil es so wenig zu tun ist.
SPEAKER_03Mir ist es echt zu wenig, ja. Also ich mag Herausforderungen und ich übe gerne und ich habe auch schon so viel geübt, dass ich irgendwie das auch gerne nutzen möchte. Und für mich war das total verrückt, auch so im Studium, im Bachelorstudium, dass ich habe ja dann in Hannover studiert, wo die Klasse, also die Tenorposauristen auch unglaublich fitte Leute. Und jeder kann fantastisch spielen und trotzdem übt man immer die gleichen zehn Orchesterstellen. Und bei jedem Probespiel, wo man hinfährt, heißt es, ja, nee, die Stelle, nee, das war leider noch nicht so weit. Aber man hat sie genauso geübt, wie davor beim Probespiel einem gesagt wurde, dass man sie jetzt machen soll. Und dann ist es genau konträr und es ist so, es hat so eine komische Willkür. Und man kann irgendwie, man übt und übt und übt für diese Orchesterstilien, der teilweise irgendwie nur eine B-Dour-To-Leiter oder sowas ist. Und das habe ich irgendwie nicht ganz kapiert.
SPEAKER_00Aber du, ich glaube, das verstehen viele bis heute nicht. Also ich kriege jetzt immer so im Moment mit, ich weiß, dass in Frankfurt wird gerade ein Turbist gesucht und so. Das nimmt schon teilweise absurde Züge an, was ich da so von den Teilnehmern irgendwie gemacht habe.
SPEAKER_03Ja. Ja. Dann war irgendwann, also für mich jetzt so die Entscheidung, dann jetzt auch freischaffende Musikerin zu sein und dann auch zum Beispiel zu sagen, okay, dann mache ich einen zeitgenössischen Musikmaster. Das hat sich dann so peu à peu aus so einer Einstellung entwickelt oder nicht Einstellung, aber ich wusste immer mehr, was ich nicht will. Ich weiß immer noch nicht ganz, was ich will, aber ich konnte immer mehr aussortieren, okay, ich sehe mich da nicht in einem Orchester 100% sitzen. Und ja, genau, und damit, mit der Entscheidung bin ich eigentlich auch noch sehr zufrieden.
SPEAKER_00Okay. Das heißt, du hattest jetzt durch die letzten zwei Jahre keine Angst, dass das vielleicht eine falsche Richtung ist?
SPEAKER_03Während der letzten zwei Jahre, also die Corona-Jahre, war ich ja gleichzeitig auch in den USA. Und Es war sowieso klar, dass wenn ich in den USA bin, dann ist meine deutsche Karriere in Anführungszeichen sowieso erstmal pausiert. Das heißt, die Corona-Pause, die ich hier ja oder überall super fett eingeschlagen hat, hat mir nicht viel angetan, glücklicherweise, weil ich sowieso weg war. Also ich hatte sowieso kein Gig, der ausfallen konnte.
SPEAKER_00Ja, aber ich meine jetzt so auch auf den Hinblick zu sehen, okay, wir hoffen jetzt mal alle, dass sowas nicht mehr passiert, aber einfach zu sehen, wie schnell man als freischaffender Musiker auch fallen gelassen wird.
SPEAKER_03Also ich bin tatsächlich jemand, ich sage dann auch, ich kann mir auch noch einen anderen Nebenjob vorstellen. Also so, ich probiere gerade alles, das so aufzubauen, dass ich als freischaffende Künstlerin auch leben kann. Und da muss man ja dazu sagen, es gibt ja Gott sei Dank auch zurzeit noch wahnsinnig viele Fördertöpfe, die man angraben kann. Das ist mühsam und echt eine andere Art von sehr anstrengender Arbeit, finde ich. Aber es ist auch eine tolle Herausforderung, weil man sowas zum Beispiel nicht im Studium lernt, gar nicht. Und ansonsten, ja, irgendwas wird es geben.
SPEAKER_00Ja, ich glaube auch. Also ich glaube, also es wird jetzt besser, glaube ich, sowieso. Und wenn man offen ist und du bist ja schon sehr, sehr offen mit den Dingen, die du tust, dann wirst du schon auch was finden, dass es da weitergeht. Ich würde nochmal auf deine Studienzeit erstmal eingehen. Was du, oder wie war denn der Frauenschnitt in der Posaunenklasse?
SPEAKER_03Also die ersten drei Semester, als ich in Berlin an der Hans-Eisler war, da war es ziemlich gut. Da waren wir, ich kann jetzt keine verlässlichen Zahlen mehr nennen, aber bestimmt ein Drittel, was ja schon mal ganz gut ist. In Hannover, dann, als ich gewechselt habe, 2015, waren wir tatsächlich Hälfte, Hälfte. Aber das war nur, ich glaube, ein Jahr lang, weil wir dann noch eine Erasmus-Studentin aus Finnland hatten. Und dann hat das relativ schnell abgenommen. Und jetzt zum Beispiel, ich war gerade vergangenes Wochenende in Hannover, jetzt ist es nur noch ein Mädchen. Also gut, ich bin ja auch schon lang weg, aber und in Berlin, sage ich schon, in New York, also der zeitgenössische Master, da gab es eh keine Posaunenklasse in dem Sinne, sondern wir waren nur 15 Leute, freie Instrumentation. Und da waren wir nur zwei Blechbläserinnen, also interessanterweise auch eine Trompeterin und ich. Und aber in der klassischen Posaunenklasse dort gab es das erste Jahr eine Frau und ich glaube, es waren 16 Posaunisten oder sowas. Also ja, ich bin, ich habe noch nicht mit so vielen weiblichen Posaunistinnen oder generell tiefes Blech jetzt irgendwie leider zu tun gehabt. Das ist immer noch ziemlich mager.
SPEAKER_00Woher kommt das, glaubst du? Also, weil wenn ich jetzt zum Beispiel, gut, das ist natürlich die Basis. Ich arbeite in der Schule, wir haben Blätter gelassen und wir haben ganz, ganz viele Posaunistinnen und wir haben mittlerweile ganz, ganz viele, die Tuba spielen wollen.
SPEAKER_03Ich habe auch, also so ein paar Jahre unter mir, merke ich das auch. Also so, dass Tubistinnen, ich bin auch so in der Leipziger Gegend, Gott sei Dank darf ich irgendwie einiges spielen, weil da auch Basposaunen rar sind und auch fürs JJO Sachsen, also Jugend Jazzorchester Sachsen, war ich jetzt Dozentin und eigentlich auf der Website haben die drei Posaunistinnen und einen Posaunisten und unter anderem eine Tubistin, die auch Basposaune macht, die ich auch schon kennengelernt habe. Woran es liegt, ich habe keine Antwort leider. Ich versuche sie zu finden und es wird auch in meinen Kreisen hier ganz, ganz viel diskutiert. Es ist irgendwo auf dem Weg zwischen Musikschule und Musikstudium, dass es sich irgendwo ausdünnt. Also auch wenn man sich die Zahlen in Studien anguckt und so, das ist in den Musikschulen total ausgewogen, das Verhältnis. Und irgendwo sehen dann die Mädels nicht mehr, dass sie das auch beruflich machen können. Und ich glaube, da ist schon auch durchaus entscheidend, wahrscheinlich eher unterbewusst als bewusst, aber das trägt dazu bei, wenn man keine weiblichen Vorbilder hat. Also ich habe keine einzige Frau jemals irgendwo als weibliches Vorbild gehabt. Also und das ist jetzt nicht mal nur auf Posaune bezogen, sondern auch, ich habe nie unter einer Dirigentin gespielt, ich hatte nie, also nirgendwo, nirgendwo gab es eine Frau in irgendeiner führenden Position. Und ich glaube, dass manche Leute, die bewegt das dann negativ. Also die sehen nicht, dass das sowas geht und dann schlagen sie halt einen anderen Weg ein, eine von den anderen Interessen, die sie eventuell haben.
SPEAKER_00Wenn du jetzt die Klassikszene mit der Jazz-Szene vergleichst, kann man da einen Unterschied feststellen?
SPEAKER_03Ich glaube, also allgemein gesprochen ist in der Klassikszene gibt es viel, viel mehr Frauen mittlerweile als im Jazz. Wenn ich mich jetzt nicht täusche, in der Jazzstudie 2016 war der Anteil der Instrumentalistinnen bei den freiberuflichen Jazern bei 12%. Währenddessen Anteil Sänger, Sängerinnen im Jazzbereich sind es 90% der SängerInnen sind Frauen. Also das ist ganz klar ein Frauenmittier im Jazz. Und in der Klassik, weiß ich nicht, also so, da kann man ja auch irgendwie, wenn man in die Orchester guckt, sieht man ja auch Streichergruppe, ist ja total durchmischt mittlerweile. Laut, das ist, dass ich hier so aus den Studien zitiere, ich habe mich nicht darauf vorbereitet, aber ich bin sowieso in dem Thema, ja, ich bin sowieso in dem Thema drin, um ehrlich zu sein. Da habe ich irgendwie die immer parat. Je höher man kommt oder je besser das Orchester ist und je höher die Position ist, also in den Solopositionen, da sind es dann nur noch super, super wenige Frauen. Und es ist halt immer noch sehr instrumentenspezifisch. Und das finde ich das Interessante, dass es, und also das ist mir auch schon unzählige Male begegnet, diese Vorurteile gegenüber was ein Instrument zu sein hat. Also ein Instrument wird so mit so menschlichen Attributen aufgeladen und bekommt dann irgendwie auf einmal so Zuschreibungen, die dann halt entweder männlich oder weiblich sind. Was ja an sich totaler Quatsch ist erstmal, aber das kommt natürlich aus einer, ich sag jetzt mal, Tradition heraus oder so, wie es halt bisher war. Und dann nehmen die Leute an, okay, dann wird es auch so weiter sein.
SPEAKER_00Was könnte man dafür tun, dass das schneller aufbricht?
SPEAKER_03Ich glaube, Repräsentation ist ein ganz wichtiges Thema. Also, dass da, wo Frauen spielen, also erstmal denen überhaupt eine Bühne geben, also jetzt zum Beispiel VeranstalterInnen oder auf Festivals oder sowas, dass man da wirklich gezielt drauf achtet, dass halt, also jetzt zum Beispiel mal im Jazzkontext gesagt, dass da Bands dann auch vertreten sind, eben mit weiblichen Frontmusikerinnen und dass man da nicht nur ein Line-up hat von lauter weißen Männern. Sorry. Das ist irgendwie, da ist die Zeit abgelaufen für, finde ich. Und ich finde, das kann man durchaus von VeranstalterInnen irgendwie auch verlangen, dass man das auch berücksichtigt. Und dann, ja, ich kenne mich gar nicht mit Musikschulebene aus und so weiter, so wie es ausschaut, zum Beispiel mit jetzt weiblichen Lehrerinnen irgendwie für Tuba oder sowas. Gibt es natürlich nicht so viele, aber ich weiß nicht, dass man auch, oder dass man zum Beispiel weibliche Musikerinnen dann in dementsprechenden Instrumenten irgendwie mehr zu Workshops einlädt, dass die einfach, dass die dann, dass junge Mädels halt überhaupt die Chance haben, mal zu einer weiblichen Lehrerin zu kommen. Einfach nur mal gesehen zu haben, hey, die können auch spielen.
SPEAKER_00Das ist halt die Frage, woher nehmen wir wenn es nicht so viel gibt.
SPEAKER_03Voll.
SPEAKER_00Also wir drehen uns da so nämlich ein bisschen im Kreis irgendwie.
SPEAKER_03Absolut, und es ist echt sauschwer. Und ich diskutiere das wirklich mit gerade vielen Leuten, auch zuletzt erst vor einer Woche oder zwei im Jugend Jazzorchester Sachsen, weil ich da in Leipzig viele Freunde habe, die auch da irgendwie super viel drüber grübeln. Ja, wir wollen mehr, aber wo nehmen wir die denn her, wenn es die ja gar nicht gibt? Und irgendwo gibt es sie dann, aber dann wohnen die leider am anderen Ende von Deutschland und dann die Fahrtkosten kann man ja auch nicht immer zahlen und so. Also es ist sauschwer. Und wir sind gerade in so einer Umbruchphase, wo, glaube ich, jetzt viel versucht wird und da sowohl Frauen als auch Männer drunter leiden werden, leider. Also, weil klar, wenn der eine mehr gezeigt wird, was passiert mit dem anderen? Also so, es gibt ja immer zwei Seiten der Medaille, ne? Und auch eventuell mehr Kosten kommen auf VeranstalterInnen, Bands, was auch immer zu, weil man zum Beispiel auf einmal jemanden dann halt anfragen muss, der leider dann aus Hamburg anfahren muss oder so. Oder die in dem Fall. Aber ich glaube, das wird sich auszahlen und das sind dann so, das verzahnt sich so, also so die verschiedenen Schritte, die man irgendwie gehen kann. Und allein, dass man drüber redet und drüber nachdenkt, sind wir auch schon mal. Also damit ist noch nicht großartig was getan, aber da muss es halt anfangen.
SPEAKER_00Ja, auf jeden Fall. Wobei ich mir vorhin, bin ich ganz ehrlich, Gedanken gemacht habe, ob ich dich darauf anspreche. Weil ich, naja, weil ich mir dann immer wiederum denke, aber ich bin natürlich auch ein Mann. Okay, reduziere ich das da nicht schon wieder genau auf das Thema? Also natürlich rede ich mit einer Frau drüber, wie es sieht es mit der Frauenquote in Blech aus. Also du weißt, du weißt, was ich meine. Das geht ja dann auch schon wieder in die falsche Richtung. Total.
SPEAKER_03Ja, weil, genau, jetzt, genau. Ja, finde ich super, dass du es ansprichst, weil das ist, ich kenne auch durchaus andere Blechbläserinnen, die damit ein Problem haben, also die keinen Bock haben, darüber zu sprechen, sondern halt Lust haben, über ihre Musik ausgefragt zu werden. Aber ich habe damit kein Problem, weil ich bin mir irgendwie meiner Nischenrolle bewusst und ich finde das okay. Und ich bin keine Quotenfrau, weil ich, also ich weiß, dass ich für gewisse Dinge gefragt werde, weil ich gut Posaune spiele. Und dann, dass ich zufällig quasi eine Frau bin, ist für alle ein Vorteil. Und das ist für mich ein Vorteil gerade, weil, und für die und dann für den Förderantrag ist es auch ein Vorteil. Also ich bin okay damit, darauf angesprochen zu werden und auch darüber zu sprechen. Und deswegen.
SPEAKER_00Gut, weil du hast ganz am Anfang gesagt, du hast dir kein Märcheninstrument rausgesucht, bewusst, dann dachte ich, okay, dann kann ich da mal hast du die Tür so ein bisschen aufgemacht, damit ich. Ja, ich weiß, da man nachhaken kann. Weil ich es tatsächlich spannend finde, warum das so ist, und das ist ja auch hier, also ich nenne es immer mittlerweile Blechbläser-Podcast, aber es ist ja ein Blasmusik-Podcast und es gibt ja in der Blasmusik an sich, egal in welchem Bereich, ob es Jazzklassik, traditionelle Blasmusik, gibt es einfach unfassbar wenige Frauen. Und ich habe tatsächlich so den Fokus in dem Jahr gestellt, für mich gestellt, das einfach mal zu beleuchten, woher das halt auch so ein bisschen kommt. Warum zu wenige Frauen und dann natürlich noch mit so Instrumenten wie dein, Bassposaune, ich kenne gut, ich bin da vielleicht zu schlecht informiert im Basposaunen-Bereich, aber ich kenne keine andere Frau.
SPEAKER_03Ja, also ich kenne wenige. Also in Deutschland kenne ich noch, ich glaube, zwei andere, aber es gibt bestimmt noch ein paar mehr. Aber zwei von denen ich weiß, die auch als professionelle Musikerin arbeiten. In Amerika sieht das Ganze ganz anders aus. Und also ich habe, ich muss schon sagen, ich habe schon auch Erfahrungen gemacht, irgendwie dann mit Herren meines Fachs, wo ich wirklich nur noch den Kopf schütteln konnte, weil ich so dachte, die entspricht allen Vorurteilen, die man irgendwie gegenüber unserer Sippschaft haben könnte. Und irgendwie die gibt unter Umständen, es ist aber auch wirklich total kontextabhängig, aber schon so eine Derbheit dann irgendwie in so einer tiefen Blechgruppe.
SPEAKER_00Ah, ich glaube, das ist, nennt's mal Blechgruppe.
SPEAKER_03Ja, die irgendwie halt durchaus echt abstoßend sein kann. Und die ist nicht nur abstoßend für Frauen, sondern die, ich kenne auch Männer, die sagen, ey, ich habe gar keinen Bock auf dieses Gelaber und dieses Biergesaufe und dieses sich zur Schau stellen und so weiter, dieses Gegocke. Und es gibt jetzt zig Gruppen, die nicht so sind. Aber ja, es ist halt total auffällig. Eben, man ist in einer Gruppe, sagen wir mal, von, keine Ahnung, Probespiel, 20 Leuten, man ist die einzige Frau und dann wird da, dann herrscht da aber so dieses Ambiente. Da hat man halt gar nicht so Bock drauf, das dann so häufig zu machen. Und ja, manche bleiben dann dabei, aber ich glaube, manche sagen dann auch so, hey, oder suchen sich eine andere Nische. Also ja, das muss ich schon sagen, das ist mir schon aufgefallen. Diese Stereotypen gibt es einfach immer noch ganz krass.
SPEAKER_00Darf ich fragen, ob du in der Studienzeit das auch irgendwie gespürt hast, dass du eine Frau bist? Also dass da irgendwie von Dozenten, Professoren irgendwie komische Kommentare oder sonst irgendwas kam?
SPEAKER_03Nee, Gott sei Dank nicht. Ich bin auch gut im Verdrängen, aber da tatsächlich nicht. Ich habe es eher insofern gespürt, als dass ich, ich würde schon sagen, dass ich anders spiele als jetzt eine Orchester-Bassposonist oder Bassposanistin. Gut, jetzt mittlerweile nach den paar Jahren, wo ich auch irgendwie viel anderes gemacht habe, sowieso, aber auch zu der Zeit, wo ich noch Probespiele gemacht habe, habe ich, also was weiß ich, ich habe gern mal eine Stelle leise gespielt, obwohl da vielleicht Mezzoforte stand und dann hieß es: Ah, du spielst zu leise. Und dann habe ich gesagt, ja, aber ich möchte das so. Das ist mein Geschmack. Also so, ich habe mir da ein bisschen interpretatorisch ein bisschen mehr Freiraum genommen, als das vielleicht so Sitte war. Und da war das dann manchmal so ein bisschen, ja, du spielst ja ein bisschen zarter oder sowas. Also es geht ja auch ganz viel dann, welche Worte benutzt man. Also, ein Mann spielt mächtig, eine Frau spielt zart. Genau. Also, das war dann mehr, ja, aber Gott sei Dank habe ich nie irgendwas Verletzendes in der Hinsicht mir anhören müssen.
SPEAKER_00Das ist gut, weil ich habe jetzt schon so ein paar Storys immer wieder gehört und bin dann doch tatsächlich erschrocken, wie präsent das immer anscheinend immer noch in Musikhochschulen sind. Also ich habe das bei uns. Entweder war ich blind oder ich habe es nicht so mitbekommen. Also wir hatten auch schon ein, zwei. Die gingen aber gegen alle. Also die gingen auch gegen Männer oder gegen uns generell als dann als Gruppe, aber jetzt nicht speziell irgendwie geschlechterspezifisch. Also das gab es natürlich schon. Aber okay, aber umso besser für dich, dass das da irgendwie keine Rolle gespielt hat. Warum bist du nach New York?
SPEAKER_03Warum will man nicht nach New York? Gut, gute Frage. Ich bin wegen David Taylor dahin. Also Basposal-Legende ist mittlerweile 77. Und ich bin, also ich habe da angefangen, vielleicht auch so 2016 rum oder sowas, ganz viel von Daniel Schnieder's Musik zu spielen. Und also für alle, die nicht kennen, das ist ein Schweizer Komponist, der in New York lebt schon seit Ende der 90er und selbst Saxophonist ist und auch so zwischen den Stilistikstühlen sitzt und unglaublich viel Musik schreibt und unglaublich viel vor allen Dingen auch für Blech schreibt. Und der hat dann, ich glaube, schon Ende der 90er ungefähr, hat er eben David Taylor kennengelernt. Die sind super gut befreundet mittlerweile und hat ganz viel Musik eben für David Taylor geschrieben. Die hat er uraufgeführt, die Aufnahmen habe ich mir angehört als Referenzen, die Musik habe ich gelernt. Und dann waren auf einmal so beide Namen, Daniel Schnieder und David Taylor, eben total präsent. Und dann hatte ich einfach Glück und es kam so eins zum anderen und ich habe ein Projekt 2018 im SWR Saarbrücken mit der Blechgruppe da gespielt. Die hatten so ein Blechkonzert, wo sie Daniel Schnieder eingeladen haben und ich habe Aushilfe für die Bassposaune dort gespielt und habe Daniel kennengelernt dadurch und habe dann, als es eben so darauf hinlief, dass ich meinen Bachelor langsam mal spielen sollte, habe ich mir dann so überlegt, ja, Mist, was mache ich denn jetzt? Also so, ich wusste, ich bin noch nicht fertig mit dem Studieren. Ich wollte gerne noch weiter lernen und ich bin dann ein bisschen auch in Europa rumgefahren und bin nach Amsterdam zum Beispiel extra gefahren, hatte bei Erik van Lier und Martin Vandenberg Unterricht, hatte dann nochmal bei Stefan Schulz, auch in Berlin Unterricht und so. Und dann hatte ich wieder Glück, wir waren mit dem Bundesjazzorchester auf Tournee an der Ostküste und dann bin ich 2018 auch und dann bin ich extra nochmal nach New York danach geflogen, hatte Unterricht bei David Taylor und es hat mich so umgehauen und die Stadt und dann wusste ich, okay, da will ich hin. Und dann hatte ich nur Plan A. Und dann ging es darauf hingearbeitet, genau.
SPEAKER_00Was war in seinem Unterricht so wow?
SPEAKER_03Das ist, äh, der bringt ja nicht Pusanuspielen bei, also auch, sondern das ist ein absoluter Freigeist. Der Mensch ist seit über 50 Jahren, 54 Jahren oder sowas, ist der ein Freelance-Musiker. Der hat, gut, der hat auch während der Zeit, wo man noch vier CDs die Woche aufgenommen hat. Und der hat in jeder Big Band gespielt, die irgendwie an der Ostküste sich einen Namen gemacht hat. Und dann unter anderem hat er aber auch unter Pierre Boulet noch mit New York Philharmonic gespielt, hat ursprünglich an der Juilliard studiert, ist einfach ein wahnsinnig guter Bassposaunist. Also so, der übt sein Leben lang schon immer noch, das ist der Wahnsinn. Aber hinzu kommt eben so seine Kreativität und sein, also wie man auf Englisch sagen würde, out of the box-Thinking. Also das, was wir auch in den zwei Jahren hauptsächlich gearbeitet haben, war nicht posanistisch, sondern er hat mich einfach angeregt, Dinge anders zu machen. Er hat alles hinterfragt. So, ich habe ihm was vorgespielt und er hat gesagt: Warum machst du auf dem Ton ein D-Crescendo und kein Crescendo? Und dann habe ich gesagt, na, weil das da steht. Und dann hat er gesagt, ja und? Oder warum spielst du das Vibrato so? Warum machst du überhaupt Vibrato? Warum was macht deine Zunge, wenn du das spielst? Also er hat einfach tausend Fragen gestellt, die auch sehr nervig waren zwischendurch. Weil es so, wenn man alles in Frage stellt, was bleibt denn da noch? Und irgendwie im Bachelorstudium hat man sich das alles so eingeübt und hat so seine Muster und also zum Beispiel Vibrato ist ein, vor allen Dingen bei Blechbläsern, finde ich, ein ganz interessantes Thema, weil es gibt so die Fraktion, die ja es gar nicht macht, und dann die Fraktion, die so sehr lyrisch spielen. Und aber wenn man den mal zuhört, die machen immer das gleiche Vibrato. Also ich will jetzt nicht alle über einen Kamm scheren, aber häufig ist es einfach so ab, sagen wir, ein Ton wird vier Schläge ausgehalten und dann so ab der ab Schlag zwei wird dann das Vibrato angeschaltet und das fängt langsam an und wird immer schneller. Macht es doch einfach mal anders. Guckt mal, was passiert. Also so mit sowas habe ich dann gearbeitet. Oder dann zum Thema Improvisation. Eins der schwierigsten Aufgaben war, er hat dann gesagt, Maxine spielen Blues nur mit halben Noten. Das ist so das Schwierigste, weil man tendiert halt dazu, Töne, verschiedene, viel zu machen. Und ja, das war sehr, das war einfach sehr inspirierend.
SPEAKER_00Klingt auch sehr inspirierend und man merkt auch so, wie du erzählst, dass da noch viel da ist. Wie unterscheidet sich das Musikerleben in New York zu Deutschland für dich? Für mich? Ja, oder aus deiner Sicht auf jeden Fall.
SPEAKER_03Also in Deutschland kann man Geld mit Musik verdienen. In New York ist es echt krass. Also die Leute sind viel nicht aktiver in einem, ich will nicht sagen, dass die Deutschen faul sind, überhaupt nicht, sondern die New Yorker, die müssen so viel mehr arbeiten, um an den gleichen finanziellen Punkt auch zu kommen wie wir. Das ist verrückt. Also in der Jazzszene, gut, mit Corona hat sich jetzt auch alles total verschoben, aber mal davon abgesehen, verdienen da auch total große bekannte Namen, halt 50 Euro, also 50 Dollar am Abend für so ein Gig. Aber die spielen dann eben drei Gigs. Wir spielen halt einen. Die Szene dort ist so viel größer und es gibt so, so, so viele mehr Leute, dass jeder viel krasser am Start ist. Also so, da wird überall hingegangen und da wird weitergeübt und die nächste Band gemacht und so, weil sonst wer nicht gesehen wird, wer nicht spielt, der gerät in Vergessenheit. Und hier in Deutschland, also in manchen Städten, habe ich schon das Gefühl, dass, ach, da kann man sich auch mal kurz mal kurz so ein bisschen entspannen und man ist aber Gott sei Dank trotzdem die einzige Basposaunistin und wird dann trotzdem wieder angerufen. Und das würde da, ist da schwieriger. Da muss man echt dranbleiben.
SPEAKER_00Okay. Hast du das Gefühl, wir sind bequemer? Also wenn ich zum Beispiel jetzt höre, okay, da gibt es einen großen Namen, die spielen für 50 Dollar. Wenn du hier anfängst, irgendwie 50 Euro zu nehmen, dann kommen 20 anderen, die dich erstmal anschreien und sagen, du machst die Preise kaputt.
SPEAKER_03Nee, mit bequemer oder weniger bequem hat das nichts zu tun, sondern wir haben halt das Glück, dass wir in Deutschland auch innerhalb dieses Systems mit Sozialversicherungen und dieser Absicherung und jenes und irgendwie einem, gut, wir haben keine Tarifverträge jetzt in der freien Szene oder sowas, aber es gibt schon einen Konsens darüber, was gezahlt werden sollte. Und es gibt ja mittlerweile auch, was weiß ich, die Deutsche Jazzunion und das DOV und so weiter, die sich schon um die Belange der MusikerInnen kümmern. Und das ist ja keine Frage von Bequemlichkeit, sondern einfach nur unsere Arbeit ist ja auch was wert. New York war, glaube ich, schon immer so ein Sonderding, weil es, weil das so dieser Magnet war für, also vor allen Dingen für die Jazzmusik, also das war immer so dieser Hotput, wo sich alles entwickelt hat und ja gut, und an Amerika halt jetzt brauchen wir jetzt keinen Fass aufmachen, so mit Sozialversicherungssystemen und so weiter. Also ich finde das vollkommen so richtig, dass auch in Deutschland dann MusikerInnen sich halt anpassen an den anderen Metiers, die es gibt und irgendwie was ist da für Löhne gezahlt werden und sich nicht an New York orientieren sollten oder so.
SPEAKER_00Wie hat sich deine Zeit in New York nicht nur musikalisch, sondern vielleicht auch menschlich verändert?
SPEAKER_03Also ich hatte vorher immer ein Problem, zu sagen, dass ich Deutsche bin. Ich finde das in so einem europäischen Kontext fand ich das irgendwie schwierig. Weil geschichtlich gesehen irgendwie habe ich mich immer so gefühlt, als ob es jetzt nicht so viel gäbe, worauf man stolz sein könnte. Beziehungsweise, ich habe mich einfach immer als Europäerin identifiziert. Ich bin wahnsinnig viel gereist und also auch mit meinen Eltern und dann durch die Jugendorchester und so weiter. Und in Amerika habe ich dann einfach bei so manchen Sachen, musste ich quasi einsehen, okay, du bist einfach Deutsch. Also, was weiß ich, meine Liebe für Birkenstock und Pumpernickel oder so, die hat einfach nicht nachgelassen, ja. Und also das war eine lustige Erkenntnis einfach für mich selbst, sodass ich zum ersten Mal so wirklich gesagt habe: auch so zu Amerikanern, ja, so, ich bin Deutsche, kann ich auch nichts ändern, mein Akzent ist da, sorry. Und ansonsten, es macht was mit einem irgendwann mal eine Zeit lang in so einer riesigen Stadt gewohnt zu haben und so mit diesem Dauer-Dauerpace, Dauerinput konfrontiert zu sein. Aber auch da muss ich sagen, da hat Corona jetzt auch, hat da ja auch ordentlich eingeschlagen. Also da war es zwischendurch auch ganz schön ruhig für New Yorker-Verhältnisse. Aber ansonsten, glaube ich, bin ich schon noch ungefähr die gleiche wie vorher.
SPEAKER_00Und musikalisch?
SPEAKER_03Ja, musikalisch traue ich mich viel mehr. Also, das liegt auch am Studium auf jeden Fall, weil wir haben da halt total verrückte Sachen gespielt. Also so Graphic-Score-Musik mit freier Instrumentation und dann kriegst du da nur so ein PDF vorgelegt mit ein paar Strichen drauf und du musst aber sieben Minuten darüber spielen. Oder natürlich immer irgendwie ganz spannend die Zusammenarbeit da mit dem Kompositionsdepartement, wo dann so ein verrückter junger Student dir dann ein Solostück schreibt, was sackschwer ist und irgendwie echt kaum spielbar und du musst dich da aber durchfuchsen. Und genau, also so auf dem Level, ja, ich traue mich auf jeden Fall mehr. Ich habe halt ganz viel Musik auch gehört. Ich war in ziemlich vielen Konzerten, so wie es möglich war. Und hauptsächlich Jazzkonzerten oder neue Musikkonzerten, also wenig, am Anfang ein bisschen Klassik auch, aber dann immer weniger. Und genau, also so, die deren dadurch, dass die so viel spielen, die MusikerInnen dort, haben die irgendwie noch eine größere Palette an Sounds und an Emotionen, die sie irgendwie transportieren können.
SPEAKER_00Weil du gesagt hast, abgefahrene zeitgenössische Musik und Sacken schwer. Also im Studium musste ich, oder durfte ich, musste ich, je nachdem, wie man das jetzt sehen will, ein paar Projekte spielen. Die teilweise auch, ja, erinnere ich mich auch nur an Stellen, die habe ich Wochen geübt und dann kommt hinterher. Ja, ist nicht so wild. Spiel einfach, es muss nur ungefähr das und das sein. Das ist so das eine, womit ich mir so ein bisschen Schwierigkeiten habe. Und dann natürlich auch, ich finde es als hörender Mensch immer schwerer, den Zugang zu finden, als wenn ich den spiele. Geht dir das auch zu?
SPEAKER_03Ja, das hängt aber auch jetzt ganz krass von der Art von moderner Musik ab. Also es gibt ja es gibt ja auch innerhalb der zeitgenössischen Musik so total verschiedene Strömungen. Also, und da habe ich auch durchaus sehr unterschiedliche Meinungen. Also ich tue mich auch total schwer, so mit diesen neuer Komplexität Sachen. Vor allen Dingen, ich bin auch, aber ich glaube, das liegt eher an meiner faulen Natur, dass ich, ich tue mich wahnsinnig schwer, irgendwie mit so einem Notentext zu lernen. Da habe ich gar keine Lust drauf. Also dann irgendwie als Posaunist dann ein Doppelsystem zu lesen und dann, das ist, ach, das ist, also mittlerweile lese ich am liebsten gar keine Noten, ehrlich gesagt mehr. Also ich habe am liebsten gar nichts mehr vor mir. Und was das jetzt, was das Zuhören angeht, also wenn ich Konzerte veranstalten würde, oder auch wenn ich jetzt zum Beispiel so neue Programme plane, dann würde ich immer berücksichtigen, dass man Kontext gibt, dass man was darüber erzählt. Also, und ganz wichtig, dass man die Konzerte nicht zu lange macht. Also so neue Musik, maximal eine Stunde. Weil das ist eine andere Art von Herausforderung für mich. Und also mir, die sich wirklich damit beschäftigt, ich kriege da irgendwann Platz der Schädel. Und entweder brauche ich dann eine Pause oder finito von Konzert, oder halt jemand sagt mir, hey, da und da rum geht's und irgendwie, das ist. Ich stehe auch drauf, wenn die Spielenden selbst irgendwie was Persönliches da erzählen. Also kann man ja alles Mögliche machen. Und es ist auch in meiner Erfahrung, wir haben damals mit, als ich mit Vanessa gespielt habe, haben wir auch immer moderiert unsere Konzerte. Und es war total schön zu sehen, wie das den Leuten echt so ein bisschen die Angst vor der neuen Musik genommen hat, die wir in unserem Programm hatten. Und was wir für Feedback dann vom Publikum bekommen haben. Und also ich kann nur für mich sagen, ich finde es mittlerweile total angenehm, zwischendurch zu moderieren, weil ich dann kurz so den Kopf wieder freikriege. So, dann komme ich kurz wieder vom Notentext weg, meine Lippen entspannen sich, ich kann irgendwie mal kurz so ein bisschen locker sein, mal einen blöden Witz reißen und dann geht's weiter so. Und das finde ich manchmal in zeitgenössischer Musik wird das so unglaublich ernst genommen, alles. Aber das ist bei klassischer Musik auch so. Das ist immer ein bisschen zu ernst. Leute, bitte, setzt euch mal ein bisschen ein Chep hin und trinkt mal ein Bier oder so. Also jetzt bin ich hier wieder bei Stereotypen der Blechgruppe, aber da hätte ich ein paar Vorschläge, wie man das alles irgendwie ein bisschen lebhafter...
SPEAKER_00Aber das ist total spannend. Ich hatte jetzt schon einige Orchestermusiker auch hier und von vielen, ich will nicht sagen von allen, aber von vielen kommt genau das. Dieses, es ist alles zu ernst. Ich hatte vor ein paar Wochen einen Solotrompeter, der auch gesagt hat, es geht nicht mehr darum, wir gehen raus und haben Spaß, sondern es geht nur noch darum, es muss möglichst perfekt sein. Und ich finde das so erschreckend, weil das einfach von der Idee des Musikmachens, wo wir alle herkommen, weggeht.
SPEAKER_03Also ich fand das total erschreckend, als ich damals noch in Hannover gewohnt habe und ich hatte einen Mitbewohner, der ist Chilist und der gewann dann damals eine Stelle. Nein, das war ein Zeitvertrag oder so. Und auf einmal sagte er nur noch, ah ja, heute Abend habe ich Dienst. Vorher ist er mal zu Proben gegangen und hatte eine Vorstellung, hat eine Vorstellung in der Oper gespielt, bla bla bla. Und auf einmal hat er nur noch Dienst. Und das fand ich doof. Also ich will doch keinen Dienst haben. Ich habe doch immer noch einen der schönsten Jobs der Welt. Also auch als Orchestermusiker. Also ich habe ja auch, als ich in Hannover in der Oper gespielt habe, ich spiele, ich darf eine Opernvorstellung spielen und das ist ein Job. Dafür werde ich bezahlt. Das ist doch der Wahnsinn. So, das ist doch kein Dienst. Also mir ist das immer noch ein Rätsel.
SPEAKER_00Ich weiß, was du meinst, aber ich kann die andere Sicht mittlerweile auch so ein bisschen verstehen. Wenn halt dieser Druck da ist, dann verlierst du halt echt den Spaß dran. Schwierig.
SPEAKER_03Ja, vor allen Dingen an den Solo-Positionen natürlich. Und ich, ja, nee, ich kann das auch, ich kann mir das schon, ich kann das nachvollziehen, aber für mich ist es so nicht.
SPEAKER_00Ja, so soll es auch vor allen Dingen nicht sein. Du hast gerade, als du es so ein bisschen erzählt hast, spannenderweise gesagt, du wärst faul, um Notentext zu lernen. Ganz am Anfang hast du gesagt, du übst gerne. Wie passt das zusammen?
SPEAKER_03Ich übe gerne und ich lerne auch gerne neue Sachen. Also wie zum Beispiel heute das Frank Zappa Black Page, aber ich, ähm, also wenn ich meine mit faul, was Notentext lernen angeht, also damit meine ich jetzt so wirklich dieses sehr penibel aufgeschriebene, sehr penibel aufgeschriebene neue Musik. Also da gibt es so ein paar Stücke für Posaune, die dann da gibt es dann irgendwie eine Zeile, die hat dann die Angaben für den Plunger-Mute und dann gibt es eine Angabe, das ist dann die Vokale, die man dann noch bei den Multiphonics spielt. Und das alles so einzeln da ausklamüsert, dass man einfach unglaublich lange braucht. Und dann noch so mikrotonal und schieß mich tot. Da bin ich so ein bisschen faul.
SPEAKER_00Gut, das kann ich nachvollziehen. Ja, okay. Das dann verstehe ich.
SPEAKER_03Aber ansonsten so, also Seiten mit viel schwarzen Strichen drauf, die schrecken mich jetzt erstmal nicht ab. Da habe ich dann schon Bock drauf.
SPEAKER_00Wie sieht generell so dein Tag aus, deine Routine? Oder gibt es die nicht?
SPEAKER_03Können wir zum nächsten Thema gehen?
SPEAKER_00Wunderpunkt getroffen.
SPEAKER_03Ja, nee, ich bin gerade noch in so einer Phase, wo ich, also so seit Mitte Januar, ich habe mich Anfang Januar hingesetzt und irgendwie alle Fördermöglichkeiten und Bewerbungsmöglichkeiten gecheckt, die es irgendwie jetzt so in den nächsten zwei Monaten gibt und gab. Und habe da auch tatsächlich relativ, also alles, was ich mir vorgenommen hatte, habe ich auch eingeschickt und so weiter, aber das ist, wie ich schon eben gesagt habe, so diese Förderanträge schreiben oder sich generell überlegen, so, wer bin ich eigentlich und was will ich machen, ist echt irgendwie zeitaufwendiger, als man so denkt. Also sich, und da stecke ich eben gerade drin, dass ich mir so überlege, was mache ich denn? Also, weil bisher war ich so verwöhnt und dass Leute angerufen haben und gesagt haben, kannst du spielen? Und dann bereite ich das vor. Und das hat eben jetzt auch mit Corona irgendwie von Dezember bis jetzt, ich bin, ich jammer hier auf sehr hohem Niveau. Also das sind jetzt drei Monate, wo ich mal weniger zu tun hatte, einfach was Konzerte spielen angeht. Aber auf einmal ist man dann so auf sich zurückgeworfen und übt dann so vor sich hin und hat dann nichts mehr konkret vielleicht vorzubereiten für irgendein Konzert. Und dann fragt man sich so, was ist denn, was will ich denn wirklich spielen? Und genau, also ja, und ich habe auch tatsächlich angefangen zu unterrichten vor einem Monat ungefähr. So, das kam jetzt noch zur Routine dazu und ansonsten, genau, bewegt es sich zwischen die Jobs erhalten, irgendwie ein bisschen neue Musik lernen, mal das eine oder andere vorbereiten, unterrichten und irgendwie ganz viel Gedanken machen, wo die Reise hingeht.
SPEAKER_00Beim Unterrichten, wie musst du mir das vorstellen, ihr Anfänger oder schon ihr Studenten? Oder irgendwas in der Mitte?
SPEAKER_03Irgendwas in der Mitte. Also zwei davon auch leider nur online, was ist, was auch echt tricky ist, je nach Equipment, ne? Aber die, also alle, ein Anfänger, ich habe fünf Schüler, einen Anfänger und der Rest eigentlich Leute, die so mehr oder weniger schon die Posaune bedienen können. Und also auch zum Beispiel einen, der den unterrichte ich jetzt morgen das erste Mal, auch, aber der ganz konkret Fragen zu Daniel Schnieders Musik hat, wo ich ja mittlerweile schon ziemlich viel gespielt habe und auch persönlich mit Daniel gut befreundet bin und so, und da, glaube ich, einen ganz guten Zugang zu seiner Musik habe und der hat das irgendwie mitbekommen und möchte konkret dazu was lernen. Und das finde ich cool. So, da habe ich dann, da habe ich richtig Spaß dran, weil damit habe ich mich in den letzten Jahren viel beschäftigt und das weiterzugeben, ist gut.
SPEAKER_00Okay, was ist dir bei den anderen Schülern wichtig zu vermitteln, wenn du Unterricht hast?
SPEAKER_03Ganz wichtig tatsächlich, so ganzheitlich, dein Körper ist dein Instrument. Das klingt so ein bisschen esoterisch, aber ist es überhaupt nicht, weil vor allen Dingen Basposaune ist ein sehr schweres Instrument und es ist einseitig und man macht sich viel kaputt. Deswegen, also so eine Haltung, Atmung, irgendwie vorher mal kurz warm machen, nicht so, man kommt noch auf dem Fahrrad hin, angedüst, irgendwie tierisch verschwitzt und alles so verkrampft und dann spielt man einen Ton. Das kann meiner Meinung nach nicht gut funktionieren. Oder also für eine Weile. Und wenn du Glück hast, vielleicht für immer, aber es kann auch tierisch in die Hose gehen.
SPEAKER_00Was machst du dafür?
SPEAKER_03Ich hatte leider vor einigen Jahren, ich hatte eine Sehnscheideentzündung, die über Jahre hinweg immer wieder kam und eine Schleimbeutelentzündung in der Schulter und hatte eigentlich immer Rückenschmerzen und habe, ich mache schon immer, also was heißt schon immer, seit ich 15 bin ungefähr, ziemlich regelmäßig Sport und konnte das dadurch ganz gut kompensieren, aber dann habe ich, als es dann so schlimm wurde, hatte ich drei Jahre lang Physiotherapie und habe das wirklich so ganz gezielt mit so Terrabandübungen, so super stupide, dann eben die entsprechende Muskulatur aufgebaut. Und jetzt ist es cool. Jetzt, ähm, ich mache immer noch, ich mache viermal die Woche ungefähr Sport. Aber das auch aus so einem persönlichen, also da weiß, dann geht es mir einfach besser. Aber es hilft auch einfach beim Spielen. Weil für mich, ich finde es ganz wichtig, dass ich mich bewegen kann. Also wenn ich spiele, also vor allen Dingen in freieren Kontexten oder Improvisation oder auch bei Schniedersachen, so ich muss da irgendwie mitgehen. Und dann muss ich das Gefühl haben, dass meinen Körper das unterstützt. Ja. Aber das ist ein großes, also so Musikergesundheit ist nochmal ein ganz extra Thema für eine ganze eigene Podcast-Folge, glaube ich.
SPEAKER_00Auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Ich hatte jetzt schon einige über mentales Training und über Alexandertechnik und bin da ja auch selber drin. Also ich sitze, ich glaube, also ich habe 2008 angefangen zu studieren und ich glaube ab 2009 hatte ich zum Beispiel relativ regelmäßig Alexandertechnik gemacht. Ja, das habe ich auch. Und also ich finde das auch sehr wichtig und finde nach wie vor ist das noch ein Punkt, der immer wieder unter den Tisch fällt. Und kenne jetzt auch ganz viele, die jetzt zusätzlich noch eine Mentaltrainerausbildung machen, um einfach auch da eine mentale Unterstützung zu geben. Also ich glaube, das kommt immer mehr, aber ich finde es immer gut, wenn das Gäste auch ansprechen, damit einfach, weil doch auch viele entweder angehende Studenten zuhören oder auch Laien sehen, okay, das ist nicht nur so, wie du vorhin schon sagst, so ein esoterischer Hokuspokus, weil da jetzt jemand irgendwie studiert hat, dann kommt er jetzt plötzlich mit, komm, wir machen mal ein bisschen Atemübung und Grad stehen und was weiß ich, sondern nein, das hat seine Berechtigung, weil wie du schon sagst, das ist unser Instrument. Das andere ist ja nur Resonanzkörper.
SPEAKER_03Ja, und also man muss, was sich auch viele Leute nicht bewusst sind, vor allen Dingen Studentinnen, finde ich, das ist fast wie Hochleistungssport. Also zeittechnisch und jeder Hochleistungssportler oder jeder Sportler pflegt seinen Körper, weil er weiß, das ist mein Instrument, mit dem ich rennen gehe, hochspringe, was auch immer. Und irgendwie nur bei uns ist es so ein bisschen, ja, erst wenn es weh tut, hat man genug gemacht, Mentalität, die absurd ist. Und ich habe voll auch in der gelebt, absolut. Und das finde ich, das finde ich schade, dass das immer noch sehr weit verbreitet ist. Oder auch, dass Leute gar nicht Zeit investieren wollen für ihren Körper, weil sie denken, das fehlt mir dann am Instrument. Also dass man nicht versteht, dass das eine das andere unterstützt.
SPEAKER_00Das aber ja, im Studium war das ehrlich bei mir. Also ich habe zwar Alexander-Technik gemacht, aber wenn du jetzt zu mir gesagt hast, okay, mach doch dreimal Sport, die Woche hätte ich gesagt, puh, aber ich muss ja noch üben und hier muss ich noch Klavier machen und dann muss ich noch das machen. Und das wäre mir nicht so zwingend in Sinn gekommen. Ich habe es zwar immer mal wieder so ein bisschen gemacht, aber ich kann die Denke zumindest verstehen, auch wenn es Quatsch ist, aber ja.
SPEAKER_03Voll, voll, aber es geht ja, du musst ja auch nicht gleich dreimal die Woche, also so ein bisschen, man muss einfach selber eine Balance finden, die dann funktioniert.
SPEAKER_00Aber ich finde, da ist das System auch so ein bisschen, dir wird ja auch die ganze Zeit, oder bei uns war das so, dir wird ja suggeriert, du musst ja eigentlich alles irgendwie permanent üben.
SPEAKER_03Ja, sowieso. Genau, und du musst ja auch alles können und am besten dann auch noch, ja, und dein Social Media Kanal soll auch noch 150.000 Follower sein. Gut, das gab's in meiner Zeit. In meiner Zeit muss auch noch.
SPEAKER_00Social Media gab es zumindest.
SPEAKER_03Aber das ist mittlerweile so das Ding. Ja, Gott sei Dank, ey.
SPEAKER_00War das ein Thema im Studium bei euch?
SPEAKER_03Nee, das habe ich jetzt, nee, das ist jetzt so mehr dann danach. Also im Studium nicht. Aber jetzt so danach irgendwie finde ich das dann schon krass, was auf einmal so auf einen zukommt. so, um was man sich, also wenn man wirklich Bock hat, irgendwie auch seine Reichweite halt einfach zu maximieren, so ja, was man dann halt alles machen sollte, nicht muss.
SPEAKER_00Und dann hast du wieder keine Zeit für die anderen Sachen. Das ist halt das.
SPEAKER_03Genau.
SPEAKER_00Wie würdest du deine Studienjahre jetzt so generell rückblickend beschreiben? Oder anders der Gefahr, gibt es einen Ratschlag, der dir bis heute ganz präsent ist?
SPEAKER_03In der ersten Stunde, die ich mit Dave Taylor in New York hatte, sagte er, also auf Englisch, Maxine, I want you to be more vulnerable. Also Maxine, ich möchte, dass du verletzlicher bist. Konnte ich am Anfang gar nichts mit anfangen.
SPEAKER_00Was meinte er damit?
SPEAKER_03Naja, also ich möchte jetzt nicht so persönlich werden, aber ich glaube, dass ja jeder von uns so einen gewissen Safe Space aufbaut, wo, oder also eine Art, wie man spielt oder wie man sich gibt, was man spielt, wo man weiß, okay, das kann ich, da fühle ich mich wohl, da sehe ich mich selbst irgendwie, da gehe ich nicht zu viel Risiko ein, das mögen die anderen, es geht ja auch ganz viel darum, ich werde gehört. Also man denkt ja viel drüber nach, mögen die das jetzt auf der anderen Seite. Und wenn man das alles, man muss das ja nicht komplett sein lassen, aber nur so mal so eine Tür aufmacht und mal etwas bewusst so macht, wo man weiß, das gefällt jetzt vielleicht zum Beispiel nicht. Und dann schaut, wie geht's mir damit? Das ist eine interessante Erfahrung. Und das muss man dann nicht so durchziehen und man muss sich nicht in ein Konzert irgendwie vor 200 alten, klassikliebenden Menschen hinstellen und total crazy abgefahren rumbrüllen und frei improvisieren. Ja, es gibt irgendwie ab und zu muss man sich mal in eine Situation begeben, wo man sich echt verletzlich macht und wo es wo man mal Grenzen überschreitet.
SPEAKER_00Fällt dir das heute leichter?
SPEAKER_03Ja, auf jeden Fall. Aber halt auch nur, weil ich mich selbst so rausgewunden habe, irgendwie aus diesem, ich bin Orchesterposanistin. Also das erwartet gerade auch keiner von mir, dass ich jetzt konform sein muss. So auch immer, also den Rat kann ich nur anderen Leuten geben. Spielt einfach was, was noch nie gespielt wurde, dann kann keiner sagen, ob es gut oder schlecht ist. Okay. Oder richtig oder falsch. Sachendrick.
SPEAKER_00Das stimmt. Hat sich das sehr beschäftigt, dieses mögen die das? Also dieses nicht nur mögen die das, was ich spiele, sondern mögen die auch wie spielt und mich? Ist das was, was dich sehr beschäftigt hat?
SPEAKER_03Ja, aber besonders halt in diesem, ich spiele klassische Stücke, ich spiele Probespiel-Kontext, also wo es ganz klar einfach zig Referenzen gibt, wo es immer nur darum geht, okay, so, so wie der möchte ich das machen oder so soll das klingen. Und das meinte ich eben vorhin mit schon mit, wenn ich dann irgendwie Sachen leiser gespielt habe als sie, oder anders oder schneller oder langsamer oder was auch immer, wo es dann, genau, wo dann einfach so die Frage ist, ja, wie viel interpretatorische Freiheit hat man denn? Und man muss ja auch dazu sagen, die Basposer Literatur ist ja jetzt eher überschaubar und dann auch einfach kompositorisch jetzt teilweise eher nicht so super. Ich habe jetzt gerade versucht, das hübsche auszudrücken, aber ist mir jetzt nichts eingefallen. Und dann da irgendwie dieses, sich dann an den großen Basposanmeistern abzuarbeiten, das fand ich echt mühsam. Und da habe ich halt immer das Gefühl gehabt, dass sie es halt nicht so, dass ich, dass ich es so nicht spielen kann. Und das war echt schon frustrierend.
SPEAKER_00Gab es im Laufe, also vor allen Dingen im Studium, irgendwelche Krisen, auch spieltechnisch, technische Natur?
SPEAKER_03Also da meine Rückenkrise auf jeden Fall. Ansonsten, ja, also das hat schon auch lange gedauert, bis ich dann wieder jetzt quantitätsmäßig wieder voll am Start war. Aber ansonsten Gott sei Dank nicht. Also auch so ich mittlerweile kann ich auch super gut zwei Tage nicht spielen und es macht mir gar nichts. Also so ansatztechnisch funktioniert das alles ganz gut. Ich habe euch manchmal so ein bisschen die Befürchtung, wie lange. Also ob ich, ich habe manchmal so, denke ich mir so, ach Maxine, solltest du nicht vielleicht auch irgendwie mal so ein bisschen Malte Burda oder sowas machen oder irgendwie so nachhaltiges Blechbläserspiel lernen. Aber bisher hat es funktioniert.
SPEAKER_00Also du spielst quasi einfach.
SPEAKER_03Ich spiele einfach, ich mach schon meine, ich mach schon meine Basics und so. Aber.
SPEAKER_00Was ist für dich so eine deiner wichtigsten Basic-Übungen?
SPEAKER_03Töne ganz sauber anstoßen. Egal ob das jetzt Tonleiter ist oder was auch immer, aber sich ganz klar darüber sein, was macht meine Zunge, was macht meine Luft, was macht mein Arm. Wenn die nicht synchron laufen, dann kriegt man entweder so einen hässlichen Nachdrückeffekt, dann spielt man nicht sauber, dann kann man gar nicht so schnell spielen, wie man das zum Beispiel gerne hätte. Und vor allen Dingen Basposaune ist super wichtig, halt klarer Anstoß, vor allen Dingen so Big Band-Kontext, dass ich so ein Kontralage irgendwas knackig zu spielen und direkt in Time auf den Kopf zu treffen. Das funktioniert nur über sich klar darüber zu sein, was die Zunge macht.
SPEAKER_00Ich habe hier noch eine ganz, ganz wichtige Frage, du hast die am Anfang so ein bisschen angeschnitten. Du hast gesagt, du hast nie, also egal im musikalischen Kontext oder so, weibliche Vorbilder gehabt. Welche Vorbilder hattest du dann?
SPEAKER_03Also ich habe als Teenager nicht mal klassische Musik gehört, um ehrlich zu sein, ich habe nur Popmusik gehört.
SPEAKER_00Das ist ja nicht schlimm.
SPEAKER_03Nee, aber ich frage mich ja manchmal echt trotzdem, wieso ich das alles gemacht habe. Also was hatte ich für Vorbilder? Also ohne jetzt hier auch irgendwie ein bisschen vom Thema abzulenken, aber ich glaube, meine Mutter war tatsächlich ein großes Vorbild, auch jetzt doch vor dem Frau seinen Hintergrund, weil also meine Mutter ist Ärztin und einfach eine wahnsinnig starke Persönlichkeit, die sich da überall durchboxt. Und ich glaube, das war enorm wichtig und da auch so, also beruflich halt mit meinem Vater da sich absolut die Hand reichen kann. Und ich glaube, das war ganz wichtig. Also dass die beide auch einfach gleich viel arbeiten, zum Beispiel. Das war immer ganz klar. In Bezug auf was für Musik ich höre, habe ich ein bisschen komischen Zugang. Also das hat erst so mit was weiß ich, 20 angefangen, dass ich so richtig bewusst Musik gehört habe, irgendwie mich informiert habe, wer sind die Leute, die das spielen, Komponisten auch irgendwie mal. Also und nicht nur so vor dem Kontext, okay, ich muss dieses Stück spielen, deswegen bereit irgendwie höre ich mir das mal an. Aber ja, also so wirkliche musikalische Vorbilder kann ich da nicht nennen.
SPEAKER_00Okay. Was sagen eigentlich deine Eltern dazu, wenn sie in so einem zeitgenössischen Konzert sind?
SPEAKER_03Also ich habe mit meiner Mutter, habe ich vor ein paar Monaten in einem, was wirklich herausfordernd war. Gut, sie weiß ja jetzt, was ich mittlerweile mache und so, da ist man natürlich, hält man vielleicht ein bisschen hinter den Berg mit seiner Meinung, aber sie sagte dann, also so nach dem Motto, ach, das war interessant, aber ja, aber schon irgendwie reflektiert, also auch so, sie sagte so, das war das war herausfordernd, weil also sie konnte das wirklich begründen und zwar haben die vier Damen und Herren halt 70 Minuten durchgespielt. Es war konstanter Input und es war einfach zu viel Information. Das hat sie dann zum Beispiel kritisiert, dass sie einfach nicht mehr folgen konnte. Und das habe ich absolut unterschrieben, das ging mir ganz genauso. Und ansonsten so die anderen Sachen, wo sie zugehört haben, also davon war jetzt nichts total abgefahren bisher, dass die können da, die können sich da total drauf einlassen.
SPEAKER_00Und die finden deinen Weg auch gut. Oder gab es da auch mal so einen Moment, wo sie gesagt haben, Maxine, guck doch mal an. Nee, gar nicht. Okay.
SPEAKER_03Nee, immer voll Support von allen. Das ist schön. Das war, ja, das war klasse.
SPEAKER_00Wie sieht deine Zukunft aus? Was sind deine Pläne? Du hast ja schon so ein bisschen angesprochen, du versuchst jetzt Fördertöpfe so ein bisschen auch anzugreifen, schreibst Bewerbung neues Programm.
SPEAKER_03Genau, also ich, ich würde es gern irgendwie schaffen, dass ich auch in den nächsten Jahren mich immer breiter aufstelle. Also das ist einfach, dass vielleicht irgendwann nicht mehr die Frage kommt, was für Musik spielst du, was genau spielst du? Und dann antwortet man mit Klassik oder Jazz oder sondern dass man so sagt, ich spiele Posano und das ist so ein bisschen egal. Das ist keine Ahnung, wie das umsetzbar ist. Ich würde gern selber aktiver werden, was auch eine eigene Band oder ein eigenes Ensemble angeht.
SPEAKER_00Wie sieht die dann aus? Schon eine konkrete Vorstellung von der Besetzung her?
SPEAKER_03Also Ideen, Wünsche. Also ich Drums hätte ich gerne. Ich finde Vibrafon total toll. Ich brauche irgendwas Hohes, also ob das eine Trompete oder Jahrflöte, eher nicht so. Da stehe ich so mit dem Vibrate, das ist wieder so ein Thema. Aber wahrscheinlich Trompete. Ja, Kontrabass wäre natürlich super und dann wird es jetzt dann auch schon immer größer, also so lieber erstmal noch ein bisschen kleiner halten. Und da, ich würde gerne Sachen ausprobieren und ich finde es total spannend, auch also jetzt gerade arbeite ich mit einem Kollegen an einem Programm, das sich zwischen Barockmusik und elektronischer Musik bewegt. Und wir verbinden Hildegard von Bingen mit einer freien Improvisation. Und sowas interessiert mich und dann das in einen Kontext zu setzen, in einen Konzertkontext, der nicht Stück Applaus verbeugen, Stück Applaus verbeugen ist, sondern auch von dem räumlichen Setting, also dass zum Beispiel die MusikerInnen in der Mitte stehen, das Publikum im Kreis drumherumsitzt, dass es dann wiederum das Soundsystem wiederum um das Publikum angelegt ist und dass es alles mehr so ein bisschen so ganzheitlicher wird, dass es so ein Erlebnis wird. Und es ist eine Stunde lang und danach kann jeder noch zu Abend essen und man ist nicht so ausgehungert, wenn man da zweieinhalb Stunden auf so einem Holzstuhl saß. Also solche Dinge. Und da habe ich mittlerweile ein paar Kontakte, wo ich weiß, da renne ich offene Türen ein, wenn ich da, also wo man dann gemeinsam sowas starten kann.
SPEAKER_00Das klingt total spannend. Also ich bin da voll bei dir, bei diesem ganzheitlichen und andersdenkenden Konzept. Also ich versuchte es auf Laienebene schon mit Musikvereinen, dass wir auch einfach mal von diesem Stück Stück und dann wird noch irgendeine Moderation, also im Laienbereich ist das ja ganz oft, dann wird irgendwie irgendwas von einem Komponist erzählt, wo ich mir hinterher denke, ist das, davon hat niemand was. Dann werden kurz irgendwelche Lebensdaten runtergebetet und du weißt trotzdem nichts mit dem Stück anzufangen, irgendwie. Und da suche ich auch immer mehr Möglichkeiten, das aufzubrechen, weil das einfach auch das Musikerleben ja nicht trifft. Finde ich. Also ich bin da voll bei dir. Also wenn du das schaffst, dann bin ich der Erste, der da sehr gern kommt.
SPEAKER_03Ich lade dich gern ein, ich sag Bescheid. Es ist ja, ich habe ein paar Projekte in der Pipeline, die hoffentlich realisiert werden und dann.
SPEAKER_00Ich drück die Daumen.
SPEAKER_03Hier in Berlin geht halt sowas gut.
SPEAKER_00Ist das der Grund, warum du in Berlin bist?
SPEAKER_03Auch, ich liebe Großstädte. Und ich habe ja schon mal hier gewohnt und es war eigentlich klar, dass ich so langfristig gesehen auch wieder herkommen möchte. Also ich habe irgendwie was für die Stadt auch einfach so an sich übrig. Ich weiß, hier ist es irgendwie hässlich, aber ich finde es trotzdem schön.
SPEAKER_00Aber das sagen, glaube ich, alle Berliner, oder? Das ist eigentlich hässlich, aber irgendwie ist das.
SPEAKER_03Ja, also vor allem die Wahl Berliner. Ja, genau.
SPEAKER_00Okay. Maxine, ich mache am Schluss immer noch so eine Schnellfragerunde, wobei die nicht schnell beantwortet werden müssen. Also du hast Zeit. Was wärst du geworden, wenn du nicht Musikerin geworden wärst?
SPEAKER_03Keine Ahnung. Absolut keinen blassen Schimmer.
SPEAKER_00Okay. Deine sinnloseste App auf deinem Handy.
SPEAKER_03Also hier, vorprogrammiert Aktien. Noch nie im Leben draufgeguckt. Aber was ich selbst installiert habe, meine verrückt, ich habe auch noch nie irgendwas gezockt. Noch nie Videogames und sowas. Ja, hier Aktien-App. Okay. Das ist Quatsch.
SPEAKER_00Deine schlechteste Angewohnheit.
SPEAKER_03Ich fluch leider sehr viel.
SPEAKER_00Ehrlich?
SPEAKER_03Ich habe mir jetzt Mühe gegeben. Wir sind hier ja offiziell vorm Mikro. Okay.
SPEAKER_00Hätte es Anlass gegeben zu fluchen?
SPEAKER_03Nee, aber so, ich hab leider, das kommt durch den Aufenthalt in New York teilweise so ein hässliches Denglisch mir angewöhnt. Ja.
SPEAKER_00Aber das ist ja noch nicht fluch.
SPEAKER_03Das finde ich selber gar nicht so schön. Ja, aber dann halt, jetzt forderst du mich heraus, also das Wort fucking findet dann leider zu häufig den Weg in meinen Sprachgebrauch. Das möchte ich gerne eigentlich nicht mehr.
SPEAKER_00Okay. Welches Vorurteil zur Basposaune stimmt nicht?
SPEAKER_03Dass wir nur laut spielen können.
SPEAKER_00Okay. Wie findest du Ruhe?
SPEAKER_03Ganz, ganz großartig und gibt's viel zu wenig.
SPEAKER_00Okay. Und wie findest du persönlich zur Ruhe?
SPEAKER_03Ach so, wie. Ah, okay. Wie finde ich Ruhe? Draußen im Wald. Und wenn ich mich dazu bewusst dazu entscheide, irgendwo hinzulaufen zum Beispiel und keine Musik zu hören. Also oder nicht dann noch schnell den anzurufen. Sondern ich gehe von A nach B. Und vielleicht ist es um mich rumtrubel. Aber trotzdem chille ich mal kurz innerlich und gehe einfach nur von A nach B.
SPEAKER_00Was lernst du gerade, was du noch nicht kannst?
SPEAKER_03Steuererklärung. Okay.
SPEAKER_00Welchen Film und beziehungsweise welches Buch sollte man mal gelesen oder geschaut haben?
SPEAKER_03Buch, auf jeden Fall Rainer Maria Rilke, Briefe an einen jungen Dichter, heißt es, glaube ich. Ja. Und unbedingt die Komplettfassung, weil es gibt, am häufigsten werden die, wird die Fassung verkauft, nur mit den Briefen Rilkes, aber das Ganze war ein Briefdialog zwischen einem jungen Dichter, der Rilke nach Rat gefragt hat. Und es gibt einen, und es gibt auch eine Gesamtausgabe, wo sowohl diese Briefe von Rilke, als auch die Briefe von dem Fragestellenden quasi gedruckt sind. Das ist, also eigentlich jeder, jeder, jede im Kulturbereich sollte das Buch, glaube ich, mal gelesen haben. Das ist toll. Und Film, ähm. Also ich habe gerade gestern Abend wieder The French Dispatch geguckt. Den finde ich schon, also Wes Anderson hat irgendwie eine Stilistik, das ist so anders und so, wie sagt man, unique. Also ja, das ist so eine Handschrift, man weiß direkt, das ist er. Und das finde das finde ich beeindruckend.
SPEAKER_00Welche Aufnahme sollte man sich unbedingt angehört haben?
SPEAKER_03Also eins der ersten Jazzalben, was ich dann so angehört habe, war Gary Mulligan mit Chad Baker. Und ich glaube, das war ich glaube das Album heißt so Best of Chad Baker, Gary Mulligan-Quartett. Und da gibt es einen Tune, der heißt Festive Minor. Festive Minor. Und der ist super simpel. Und also das Besondere an dem Quartett ist ja, das ist ja ohne Harmonieinstrument, also es ist nur Bass, Schlagzeug, Trompete und Baritonsaxophon. Und dieser Tune Festive Minor, der hat es mir total angetan. Und wie Chad Baker, also generell Chad Baker, wie der seine Soli spielt. Davon kann man viel lernen. Davon kann man nicht nur viel lernen, sondern es berührt.
SPEAKER_00Ja, ich finde Chad Baker berührt immer. Okay. Abschließend, was sind deine privaten Wünsche und die Wünsche an die Blechbläse Blasmusikszene?
SPEAKER_03Also ich muss da leider ein kleines politisches Statement, glaube ich, als Antwort abgeben, aber ich persönlich finde Europa eine wahnsinnig gute Idee. Und mal abgesehen von den wirtschaftlichen Interessen, die natürlich super kompliziert sind, irgendwie bei so vielen Staaten das alles unter einen Hut zu bringen, finde ich, würde ich mir wünschen, dass wir mehr uns auf diesen Grundgedanken verlassen können und zurückkommen, dass man sagt, hey, wir sind alle so nah beieinander. Und ja, wir sprechen nicht die gleiche Sprache und es gibt natürlich zigtausend Unterschiede und so weiter und so fort. Aber trotzdem irgendwas eint uns. Und das ist nicht nur unsere gemeinsame Währung. Und ich habe das Gefühl, dass sich das in den letzten Jahren enorm entzweit hat. Also dass es da, beziehungsweise jeder da so ein bisschen einfach seinen eigenen Stiefel wieder macht. Und ich persönlich finde es total schade. Und ich würde mir wünschen, dass das sich das wieder in die andere Richtung entwickelt. Das ist jetzt mit den gegebenen, mit der gegebenen Situation scheint das eher leider erstmal nicht so. Das wären meine persönlichen Wünsche und meine Wünsche, also meine Wünsche an die Blechbläser-Community oder für die Blechbläser.
SPEAKER_00Ja. Wie du es möchtest.
SPEAKER_03Also ich würde mir wünschen, dass alle Mädels bleibt dabei. Und an alle quasi appelliere ich so ein bisschen sich mal manchmal vielleicht selbst zu fragen, so was glaube ich oder glaube ich zum Beispiel dran, dass Frauen anders spielen als Männer. Weshalb glaube ich das, wie würde ich das Spiel einer Frau bezeichnen, also jetzt wirklich mit welchen Worten konkret im Vergleich zu Männern, fällt mir da was auf. Und je nachdem, was mir dann auffällt, könnte ich mir vorstellen, dass das eine Auswirkung hat auf das Umfeld, auf meine MitspielerInnen. Und kann ich dann das vielleicht dementsprechend anpassen, sodass sich alle vielleicht ein bisschen wohler fühlen.
SPEAKER_00Okay. Dankeschön, Max.
SPEAKER_03Danke, danke dir.
SPEAKER_00Das war Maxim Drucklauer. Vielen lieben Dank. Mir hat dieses Gespräch unglaublich viel Spaß gemacht, aber mein Horizont auch mal wieder erweitert, einfach zu sehen, wie vielseitig jemand sein kann, wie jemand so sprühen kann vor Kreativität, vor Tatendrang, aber auch mit so einer Sorglosigkeit vor der Zukunft. Also wenn wir die letzten zwei Jahre nämlich berücksichtigen, finde ich das sehr mutig, einfach zu sagen, okay, der Weg wird sich schon ergeben. Ich fand die Einblicke immer spannend, was macht die Musikszene in Amerika anders im Vergleich Zu Deutschland, das sind natürlich Dinge, die man immer wieder hört, aber ich fand es interessant, mal wieder zu hören. Wenn euch der Podcast gefällt, dann darf ich euch recht herzlich einladen, mir bei Patreon zu folgen. Da gibt es weitere Zusatzfolgen und ihr könnt den Podcast hier etwas unterstützen. Ich möchte mich auf jeden Fall schon mal bei meinen bisherigen Patronen bedanken. Das werden der Thomas, der Josef, der Frank, der Philipp, der Ralf und der Christian vom Blasmusikverband Hochrein, der Marc, die Susanne, beim Markus, bei der Saskia, beim Felix, beim Rainer, beim Andi, Andreas, Tobias, bei der Bettina, beim Dennis und bei der Jasmin. Nicht nur, dass ihr die Möglichkeit habt, mehr Folgen zu hören und meine Arbeit zu unterstützen, es gibt auch ab sofort kleine Möglichkeiten, auch bei Podcast-Folgen, anwesend zu sein. So, was habe ich in der nächsten Folge? Das wird die Jubiläumsfolge, nämlich die 50. Folge sein, schon ausprobiert. Das war ganz spannend. Wir haben da eine Diskussion geführt. Das Thema werdet ihr dann in zwei Wochen sehen. Und da waren auch schon Patronen anwesend, die konnten das Gespräch nämlich mit ihren Fragen im Chat auch mitlenken und beeinflussen. Ich möchte das gerne noch öfters ausprobieren. Vielleicht sehe ich dich dann auch dabei. Das wird mich sehr freuen. Ansonsten möchte ich mich bedanken für den Schnitt beim Lehren der Machern, für die Musik bei Dirk Mattes und ich freue mich, wenn du nächstes Mal wieder dabei bist. Macht's gut, habt eine schöne Zeit. Euer Andi.